F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:04: Es ist der größte Blackout in der Berliner Nachkriegsgeschichte.

00:00:07: Seit vier Tagen sind hunderttausend Menschen hier im Südwesten der Hauptstadt ohne Licht, ohne Heizung, ohne warmes Wasser.

00:00:13: Das Ordnungsamt patrouilliert in den Wohnenblöcken, klopft gegen Türen, damit niemand unbemerkt erfriert.

00:00:20: Inzwischen ist auch die Bundeswehr im Einsatz die Vernotstromaggregate und garantiert so die Stromversorgung für Senioren und Pflegeheime sowie die S-Bahn-Station.

00:00:28: Es herrscht Ausnahmezustanden in Berlin, oder?

00:00:31: Wie es im Sprech des Katastrophenschutzes jetzt heißt, eine Großschadenlage.

00:00:36: Es gibt ein anderes Wort, dass sowohl Bundeskanzler Merz als auch sein wenig geliebter Parteifreund der regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegener gerade sehr oft im Mund führen.

00:00:46: Komplex.

00:00:47: Nicht nur die juristische Bewertung der Manduro-Entführung durch die Vereinigten Staaten sei Komplex, so der Bundeskanzler, sondern auch die Bauarbeiten an den mutmaßig von Linksterroristen zerstörten Stromleitungen.

00:00:59: Komplex, so der Berliner Bürgermeister.

00:01:02: Das mit dem Komplex stimmt sicherlich, hat mit den niedrigen Temperaturen und den dadurch eingeschränkten Möglichkeiten des Tiefbaus zu tun.

00:01:08: Die Frage ist aber, ob das ein Wort ist, das jetzt gerade hilft und die Gemüter beruhigt.

00:01:14: So ganz scheint Kai Wegener nicht der richtige Mann zu sein, um in so einer Krisensituation Haltung zu zeigen und Ruhe auszustrahlen.

00:01:21: Den ersten Krisentag hat er jedenfalls zu Hause im Homeoffice verbracht und sich erst später ein Bild der Lage gemacht.

00:01:28: Da traf er dann schon auf ziemlich entnervte Berliner wie diesen Betroffenen hier.

00:01:44: Alte Menschen mit hohen Pflegegraden, Familie mit Kindern, Kranke, sie alle müssen die Nacht im Moment in Tonhallen verbringen.

00:01:51: Und nicht nur sie stellen sich viele Fragen.

00:01:53: Warum dauert das alles so lange?

00:01:54: Wie kann eine Terrorgruppe, die ja schon mehrfach Anschläge auf Infrastruktur in Berlin und Umland verübt hat, unbehelligt bleiben?

00:02:00: Und was muss die Stadt in Sachen Katastrophenschutz besser machen, um nicht so verwundbar zu sein?

00:02:05: Fragen, die wir hier heute im FAZ Podcast für Deutschland unter anderem der Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Franziska Giffey von der SPD stellen wollen.

00:02:15: Mein Name ist Simon Strauß, heute ist Dienstag der sechste Januar und es ist gut, dass sie dabei sind.

00:02:24: Bevor ich jetzt gleich mit dem Berliner Senat über Fehler und mögliche Folgen des Berliner Black Outs rede, will ich zuerst meine leitgeprüfte Kollegin Corinna Budras zum Stand der Dinge befragen.

00:02:36: Gestern hat sie hier im FI-Zert-Podcast für Deutschland ja wie jeden Montag wacker ge-podcastet, obwohl sie und ihre Familie selbst Betroffene des Berliner Stromausfalls sind.

00:02:46: Heute ist sie zu Hause geblieben und wird uns jetzt ein bisschen ein persönliches Lagebild der Situation geben.

00:02:51: Grüß dich, Corinna.

00:02:52: Ah, hallo Simon.

00:02:54: Corinna, erst mal doch eine gute Nachricht hast du vorhin geschrieben.

00:02:56: Es gibt wieder Strom bei euch, aber noch keinen echten, sondern nur provisorischen.

00:03:00: Was heißt das jetzt genau?

00:03:02: Genau, also heute Morgen um acht Uhr war wirklich die Freude groß.

00:03:07: Es hatte sich schon ein bisschen angekündigt, weil hier seit Mitternacht ein großer Lastwagen stand mit Notstromaggregaten.

00:03:16: Ja, und da hatten wir heute Morgen in der Tat ... Dann hoffnungen geschöpft.

00:03:21: Ich bin dann heute morgen da gleich hingegangen und habe nachgefragt.

00:03:25: Städte sich raus, ist ein riesiger Lastwagen aus Schleswig-Holstein.

00:03:29: Die sind aus Flensburg hier angerückt, aus dem ganzen Bundesgebiet.

00:03:33: Schicken jetzt die Bundesländer ihre Notstromaggregate und bringen unser kleinen Bezug hier zum Leuchten.

00:03:44: Das war wirklich eine sehr bemerkenswerte Erfahrung.

00:03:48: Die selber mussten stundenlang in ihrem in ihrem Lastwagen nächtigen, weil wir auf den Tiefbau warten mussten.

00:03:58: Also es musste erst ein großes Loch gebohrt werden in den eisigen Boden, um die Gerätschaften da anzuschließen.

00:04:08: Ich fand es spektakulär und noch spektakulärer war es, als ich gesehen habe, dass unsere Hausnummer auf einmal hell aufleuchtete und ich kann dir echt gesagt die Freude kommen schreiben.

00:04:18: Also es mag jetzt für jeden, der nicht betroffen ist, ein bisschen merkwürdig scheinen.

00:04:22: Aber es war echt der schönste Moment seit langer, langer Zeit für mich.

00:04:27: Der schönste Moment nach drei Tagen in der dunklen Kälte.

00:04:30: So hast du es ja auch beschrieben.

00:04:32: Warum seid ihr eigentlich nicht zu Freunden gezogen?

00:04:34: Warum seid ihr zu Hause geblieben?

00:04:36: Naja, es gab mehrere Gründe.

00:04:38: zum einen, weil wir dachten, es Nicht schlimm am Anfang, also so ein Raus kühlt ja auch erst langsam aus.

00:04:46: Es war noch erträglich.

00:04:49: Dann hatten wir ehrlich gesagt schon auch ein bisschen Schiss sozusagen unserer Heim.

00:04:56: alleine zu lassen.

00:04:57: Auch das vielleicht weiß ich nicht, ob man so nachverziehen kann.

00:05:00: Aber es ist schon sehr einsam hier.

00:05:02: Und mein Mann hatte da auch so einen gewissen Survival-Training-Effekt.

00:05:09: Der konnte dem tatsächlich auch noch mehr abgewinnen.

00:05:12: Bei mir und meinen Kindern war das auch am Anfang, so dass wir damit eigentlich ganz gut umgegangen sind.

00:05:17: Ich muss echt gestehen, die letzte Nacht fand ich schon wirklich sehr hart.

00:05:22: Weil es auch wirklich gespenstisch ist.

00:05:24: Hier ist es sehr dunkel, es war sehr ruhig.

00:05:27: Kaum Leute hat man gesehen, dann gab es immer wieder Polizei, die mit Ansagen durch die Straßen gefahren ist.

00:05:34: Die haben zum Beispiel mitgeteilt, wo man einkaufen gehen kann, jetzt welche S-Bahn fahren und wo nicht.

00:05:43: das Ganze immer aus so einer Stimme, aus einem Lautsprecher, die von irgendwo her kam.

00:05:47: Ich hab nie gesehen, wo eigentlich ... Das hatte schon was Gespenstisches.

00:05:52: Es fliegen jetzt auch noch Kreisen die Helikopter über dem Haus.

00:05:57: Und heute werden wir auch das Weite gesucht.

00:06:00: Wir haben tatsächlich auch ganz tolle Angebote bekommen.

00:06:03: Es war wirklich ganz herzerwärmt.

00:06:06: Und heute hätten wir es dann auch wahrgenommen.

00:06:08: Aber dann kam genau zur richtigen Zeit das Provisorium hier angerollt.

00:06:14: Survival Training, hast du gesagt, hast du denn das Gefühl, dass ihr auf so eine Situation in irgendeiner Weise vorbereitet seid?

00:06:21: Es gibt ja immer die berühmten Listen des Katastrophenschutzamtes.

00:06:24: genug Batterien zu Hause haben, ein Radio und Konserven.

00:06:31: oder würdest du jetzt sagen, ab jetzt bist du besser vorbereitet?

00:06:35: Wir hatten die falschen Dinge zu Hause.

00:06:38: Wir haben uns das tatsächlich auch... Ein bisschen zu Herzen genommen.

00:06:42: Ich würde jetzt sagen, nicht vollständig, denn es fehlte wirklich das Wichtigste, nämlich der Campingkocher.

00:06:47: Ich hatte aber dafür gesorgt, dass wir zum Beispiel sehr viel Wasser hier vor Ort haben.

00:06:52: Nur das brauchten wir gar nicht.

00:06:54: Also da fließend Wasser hatten wir die ganze Zeit.

00:06:57: Und jetzt stapeln sich im Keller die tatsächlich die Kisten mit Wasser.

00:07:02: Aber was wir brauchten, war wärmer.

00:07:05: Einfach.

00:07:06: Und Batterien hatten wir auch.

00:07:07: Wir hatten auch Kerzen.

00:07:09: Wir haben auch Leuchtmittel.

00:07:13: Aber es ist einfach verdammt kalt.

00:07:15: Und wenn man keinen Strom hat, dann kann man auch wenig anderes nutzen.

00:07:21: Also keine Heizstäbe, keine Heizkissen.

00:07:26: keine Cornerkissen, die man warm machen kann.

00:07:28: Es war wirklich, da fehlte es und da hätte tatsächlich nur ein Notstromaggregat geholfen, der mir übrigens auch von einem unserer treuen Hörer angeboten wurde.

00:07:41: Herzlichen Dank an dieser Stelle auch nochmal dafür.

00:07:44: Ich habe auch da ein sehr, sehr, sehr netter Angebot bekommen.

00:07:48: Also die Solidarität auch unter den FAC-Podcast-Hörern ist nicht zu gering zu schätzen.

00:07:54: und du bist jetzt vielleicht ein Campingkocher anschaffen.

00:07:58: Worüber hast du dich denn in den letzten Tagen am meisten geagert, Corinna, über die linksradikalen Ökoterroristen oder die Stadt Berlin?

00:08:06: Auf jeden Fall die Ökoterroristen.

00:08:08: Wobei man das ja immer noch mit Vorsicht sagen muss, dass es ein terroristischer Anschlag war, finde ich sehr offensichtlich.

00:08:18: Dass es der Linksextremismus war auch wahrscheinlich, aber nichts... Genau, das weiß man natürlich im Moment.

00:08:28: Und die Stadt Berlin,

00:08:31: ich

00:08:31: glaube, da gibt es bestimmt das eine oder andere, was man kritisieren kann.

00:08:35: Aber was ich immer wieder gehört habe, auch im Bürgersaal oder heute bei den wirklich freundlichen Helfern aus Schleswig-Holstein, die uns angeschlossen haben an dem Provisorium, an das Provisorium, die haben gesagt, es ist einfach so verheerend gewesen, dieser Brandanschlag.

00:08:54: Auf denen ist eigentlich kein Stromnetz in ganz Deutschland vorbereitet.

00:08:59: Ich kann jetzt leider das auch nicht überprüfen.

00:09:02: Das wurde mir so gesagt, dass es eine völlig neue Situation so etwas hat, das bisher noch nicht gegeben.

00:09:10: Und die waren umgekehrt ziemlich erstaunt wie ... gut es dann doch funktioniert, wie schnell auch quasi hier der Plan gemacht wurde, wer wo einsatzbereit ist.

00:09:22: Denn da muss man jetzt auch sagen, es geht ja nur sukzessive, es kann ja nicht alle auf einmal hier wieder angeschlossen werden oder man kann nicht... Gleichzeitig die Provisorien installieren, weil einfach Manpower fehlt.

00:09:37: Aber das wird jetzt sukzessive geschehen.

00:09:39: Das fand die schon relativ schnell.

00:09:42: Und man muss ja auch noch bedenken, dass das nur bedeutet, dass es jetzt kurzfristig besser wird, die Reparatur des Schadens.

00:09:53: Die wird wohl noch länger dauern.

00:09:54: Das heißt ja immer, bis Donnerstag Nachmittag steht alles wieder.

00:09:58: Aber ich glaube, gemeint ist damit in erster Linie, dass die Provisorien stehen und wann jetzt tatsächlich der Status quoante wiederhergestellt wird.

00:10:09: Das, glaube ich, ist noch offen.

00:10:12: Aber du bist ja ein bisschen ein mildes Urteil über die ja doch jetzt heftig gescholtene Senatsarbeit, vor allem auch der Bürgermeister.

00:10:19: Sag doch mal ganz kurz jetzt Stichwort eben Linksterrorismus, Terrorismus, Sabotage.

00:10:24: Diese Gruppe, von denen das Bekenner schreiben stammen soll, Vulkangruppe, die ist ja schon seit längerer Zeit aktiv, hat großen Schaden ja auch sonst schon angerichtet, Stichwort Gigafactory in Grünheide und so.

00:10:36: Wie kann das sein, dass die Verfassungsschutzbehörden und die Polizei so wenig über sie wissen?

00:10:41: Wie erklärst du dir das?

00:10:43: Ich habe ehrlich gesagt keine richtige Erklärung dafür.

00:10:47: Es scheint wirklich sich um eine sehr kleine Gruppe oder auch mehrere Splittergruppen zu handeln, denen es gelingt, völlig im Klandestin zu sein.

00:10:57: Das hat ja jetzt auch ... Also dieses Merk, diese marktwürdige Aura.

00:11:02: und auch das großen Nichtwissens hat jetzt auch den Verdacht genährt, dass es sich tatsächlich eher um russische Wegwerfagenten handelt, wie viel daran ist.

00:11:13: vermag ich wirklich nicht zu sagen.

00:11:15: Man muss ja ehrlicherweise auch sagen, wir wissen ja auch nicht genau, was der Verfassungsschutz eigentlich alles weiß.

00:11:20: Denn die sind natürlich wiederum mit ihren Informationen nicht besonders freigiebig aus nachvollziehbaren Gründen.

00:11:29: Das heißt also zumindest die Öffentlichkeit und die Medien tappen dann noch ziemlich in Dunkeln.

00:11:34: Ich hoffe sehr, dass die Behörden ein bisschen mehr wissen als wir.

00:11:39: Was wir jedenfalls wissen, ist, dass sie gendern, weil ihr Bekenner schreiben, haben sie mit einiger ArchistInnen unterschrieben.

00:11:45: Zum Schluss, liebe Corrina, weil wir jetzt gleich mit der Wirtschaft der Natur hoffentlich sprechen dürfen, ein Blick von dir auf die landespolitischen Konsequenzen dieses Black Outs jetzt im September XX, also im September diesen Jahres ist in Berlin Wahl.

00:11:58: Was meinst du, wird dieses Ereignis jetzt die Wiederwahl von Kai Wegener gefährden?

00:12:04: Ich bin da wirklich noch sehr verhalten, weil es kann noch unfassbar viel passieren bis zu diesem Zeitpunkt.

00:12:11: Ich finde auch, es muss noch natürlich ordentlich aufgearbeitet werden.

00:12:15: Ich muss offen gestehen, ich war jetzt hier mit der Organisation des eigenen Haushalts und des eigenen Lebens so sehr beschäftigt, dass ich noch keine eigene Fehleranalyse gemacht habe über die Arbeit der Landesregierung.

00:12:27: Ich glaube, die wird ehrlich gesagt auch ein bisschen Zeit brauchen, weil man muss das natürlich schon auch... realistisch alles betrachten können.

00:12:35: Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, ob es andere Parteien, andere Bundesländer, um es mal dort zu sagen, sehr viel besser und anders gemacht haben, aber das vielleicht mit des WFN ja wahrscheinlich dran bleiben.

00:12:48: Ich werde jedenfalls dran bleiben und dann kann ich vielleicht in den nächsten Wochen genaueres sagen, wie schlecht das Krisenmanagement tatsächlich war.

00:12:58: Jetzt geht es erst mal wieder ums.

00:13:00: Einleben und die Wertschätzung dessen, was man so normalerweise einfach so hinnimmt.

00:13:05: Den Strom, die Wärme, alles so die Dinge, die man überhaupt nicht übernacht, wie wichtig die einem sind.

00:13:10: Das hast du uns sehr eindrücklich hier beschrieben.

00:13:11: Liebe Corinna, vielen Dank dafür und alles Gute jetzt dir und deiner Familie beim Wiedereinleben.

00:13:17: Danke schön, dauert leider echt lange, bis es warm wird.

00:13:21: Wir sitzen noch ein bisschen im Kalten.

00:13:23: Aber herzlichen Dank jedenfalls auch für euer Interesse.

00:13:26: Unsere wärmenden Gedanken sind jedenfalls bei dir.

00:13:29: Danke dir, Siebel.

00:13:34: Soweit also der eindrucksvolle Erfahrungsbericht meiner Kollegin Corinna Budras, das kann man sich jetzt alles ein bisschen besser vorstellen, was das bedeutet bei diesen Temperaturen im kalten Dunkel zu sitzen.

00:13:43: Es hat nicht nur physische, sondern eben auch psychologische Dimensionen und möglicherweise auch Folgen für die Landespolitik.

00:13:50: Im September sind Wahlen in Berlin und das, was in diesen Tagen und Stunden passiert wird, möglicherweise auch einen Effekt darauf haben.

00:13:56: Und deswegen bin ich jetzt verbunden mit der Berliner Wirtschaftssignaturen Franziska Giffey, die in dieser Funktion auch stellvertreterin des Berliner Bürgermeisters ist.

00:14:03: Ein Amt, das sie von Dezember, einundzwanzig bis April, zweitausenddreundzwanzig selbst ausgeübt hat.

00:14:09: Herzlich willkommen im FAZ Podcast für Deutschland, Franziska Giffey.

00:14:11: Ja, hallo, guten Tag.

00:14:13: Frau Giffey, Sie waren selbst mehrere Jahre Bürgermeister in der Stadt Berlin, während Sie in so einem Krisenfall erst mal im Homeoffice geblieben?

00:14:19: Also, ich habe immer meine eigene Art gehabt, mit solchen Sachen umzugehen.

00:14:23: Bei mir war es ja damals die Corona-Krise, der Kriegsausbruch in der Ukraine und dann auch die folgende Energie-Krise.

00:14:31: Wir hatten noch die Amok-Fahrt auf den Townziehen und den Brand im Grunde, weil ich hatte in meiner Regierungszeit fünf krisenhafte Situationen.

00:14:39: Und natürlich ist das immer eine Ausnahmesituation, die man meistern muss und wo es eben sehr darauf ankommt schnell zu sein und präsent zu sein.

00:14:47: Das ist wichtig und ich habe das jetzt als Energisenatoren auch.

00:14:50: gemacht und imsofern ich konzentriere mich darauf, dass wir hier unsere Stromversorgung so schnell wie möglich wieder hinbekommen.

00:14:57: Das ist jetzt das, was die Leute von uns erwarten und das ist das Wichtigste.

00:15:01: Das ist richtig.

00:15:02: Das funktioniert ja jetzt auch zum Teil.

00:15:03: Wir haben eben gerade mit einer Betroffenen gesprochen, wo jetzt die ersten provisorischen Stromleitungen wieder funktionieren.

00:15:09: Aber nochmal ganz kurz die Frage, weil das jetzt ja losgeht, die Frage Vertrauen auch in den Senat und so ist das nicht ein Fehler gewesen, dass man dann als Regierender Bürgermeister so lange nicht sich äußert präsent ist.

00:15:20: Wie würden Sie das einschätzen?

00:15:22: der Regierende selbst einschätzen.

00:15:24: Er hat ja gesagt, dass er entsprechend die Telefonate auch geführt hat.

00:15:28: Und ich kann Ihnen nur sagen, ich bin von Anfang an dabei gewesen.

00:15:32: Ich war an dem Morgen um fünf Uhr, fünfzehn auf dem BSR Betriebshof, weil ich mich eigentlich bei unserer Berliner Stadtreinigung für die Neujahrsarbeit und die Silvesterarbeit bedankt habe.

00:15:42: Und mich hat dann der Anruf der Insenatoren um sechs Uhr, fünfundfünfzig erreicht.

00:15:46: Wir haben dann unmittelbar danach unseren Krisenstab in der Senats Wirtschaftsverwaltung eingesetzt.

00:15:51: Das ist alles gelaufen nach dem Resilienzkonzept, das ich ja im Dezember im Senat eingebracht habe, dort eben dieses Programm, wonach wir eben sowohl das Thema Prävention als auch Krisenreaktion als auch Stromnetzsicherheit und Erweiterung fokussieren.

00:16:07: Und wir gehen hier ganz klar nach diesem Konzept vor.

00:16:09: Unsere Krisenstäbe sind so eingesetzt worden und so arbeiten wir jetzt auch mit der Senatskanzlei und allen anderen.

00:16:15: Wir haben zusammen das Los.

00:16:16: Wir haben den Krisenstab, den Großen, wo wir natürlich bekeiligt sind dran.

00:16:20: Und für mich ist wichtig, dass wir wirklich im operativen Jahr die Dinge auch hinbekommen.

00:16:24: Stichwort Resilienzkonzept.

00:16:26: Jetzt gibt es ja eine Meldung vom September letzten Jahres von Berliner Rechnungshof zum... Stand des Katastrophenschutzes in Berlin.

00:16:33: Daran heißt es, Zitat viele der Katastrophenschutzbehörden haben weder Gefährdungsanalysen noch Krisenstäbe oder funktionierende Katastrophenschutzpräne vorzuweisen.

00:16:40: Einige Behörden waren nicht einmal bekannt, dass sie Katastrophenschutzbehörden sind, andere hielten sich für nicht zuständig.

00:16:46: Und weiter, von dem geplanten flächendeckenden Netz an Krisenanlaufstellen ist Berlin weit entfernt.

00:16:51: Ist Berlin besonders schlecht auf so eine Katastrophe vorbereitet gewesen?

00:16:55: Also der Rechnungshofbericht bezieht sich ja auf eine Zeit deutlich vor zweitausendfünfundzwanzig und natürlich haben wir auch ganz besonders nach dem Ukrainekrieg und also nach dem Beginn und den den akuten Krisenbewältigungssituationen, Energiekrise, Flüchtlingssituationen, dieses Thema nach vorne gebracht.

00:17:14: Da ist sehr, sehr viel passiert.

00:17:16: Ich bin jetzt nicht diejenige, die den Katastrophenschutz in der Stadt organisiert, sondern ich bin dann für den Teil verantwortlich.

00:17:21: der das Thema Energieversorgung, Stromnetzsicherheit in den Mittelpunkt stellt.

00:17:25: Und da kann ich Ihnen sagen, haben wir gerade in den letzten beiden Jahren deutlich mehr investiert.

00:17:31: Wir haben der Stromnetz Berlin, unsere Landesunternehmen, das ist nur ein Jahrhundertprozent im Landeseigentum, die Stromnetz Berlin, die haben eine Eigenkapitalzuführung in den letzten beiden Jahren von drei Hundert Millionen Euro bekommen.

00:17:44: Wir haben damit zusätzliche Mittel am Kapitarmarkt aufnehmen können, zum Beispiel bei der Europäischen Investitionsbank.

00:17:50: Wir sind jetzt in diesem und im nächsten Jahr mit fünfhundert Millionen Eigenkapitalzuführung dabei.

00:17:56: Und das bedeutet, dass wir die Stromnetze Berlin in die Lage versetzt haben und auch weiter versetzen werden, zwei Dinge zu tun.

00:18:03: Einmal zu investieren in die Erweiterung der Leistungsfähigkeit des Netzes und zum zweiten die Themen, Resilienz und Sicherheit zusätzlich anzugehen.

00:18:10: Was gehört dazu?

00:18:12: Wir haben vorhin dreißigtausend Kilometer Stromnetz in der Stadt.

00:18:15: Das ist eines der größten Stromnetze Europas.

00:18:17: Wir haben bei diesen thirty-tausend Kilometern neun und neunzig Prozent bereits unter der Erde.

00:18:22: Die sind also vor Angriffen weitgehend sicher.

00:18:25: Ein Prozent befindet sich über der Erde, gerade bei solchen Kabeldrücken über Flüsse und Kanäle.

00:18:30: Und dieses eine Prozent steht im Fokus unserer Sicherungsmaßnahmen.

00:18:33: Was wir tun können, ist, dass wir eben so viel wie möglich auch von diesem einen Prozent noch unter die Erde bringen.

00:18:39: Es wird aber auch immer Orte geben, gerade an Drücken, wo das nicht geht, weil sie nicht unter das Wasser durchführen können.

00:18:45: Und da gibt es eben zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, die jetzt auch eingeleitet werden und da werden auch die Investitionen hingelenkt.

00:18:53: Also das sprechen Sie jetzt ja an, die kritische Infrastruktur besser schützen.

00:18:56: Da haben Sie jetzt ja einen Vorstoß gemacht, wenn ich es richtig verstanden habe, auch die Transparenz der Stromleitung im Netz einzuschränken, um so etwas zu verhindern, was jetzt passiert ist.

00:19:04: Was meinen Sie damit konkret und glauben Sie wirklich, dass solche Taten mit so einem terroristischen Impuls in Zukunft dadurch verhindert werden können?

00:19:10: Also man muss immer auch realistisch sein.

00:19:13: Sie werden... Also wenn man das mal bildlich sagt, jeder Tresor ist knackbar.

00:19:18: Und wir werden, wenn Sie ganz hohe Sicherheitsmaßnahmen haben, sehr viel verhindern können.

00:19:24: Aber wenn jemand wirklich mit starker krimineller Energie, mit Planung, mit auch einem terroristischen Hintergrund, da rangeht.

00:19:32: Dann kann es immer sein, dass die Intensität des Eingriffs eben so groß ist, dass sie doch Schäden haben.

00:19:38: Wir haben hier an dieser Stelle ja auch Sicherungsanlagen der Kabel gehabt, hohe Zäune mit Überkletterschutz und so weiter.

00:19:45: Die sind überwunden worden.

00:19:47: Und hier sind drei sehr starke Brandsätze gelegt worden, die eine höhere Kraft haben, als eine Kugelbombe sie gehabt hätte.

00:19:53: Eine Kugelbombe hätte unseren Leitungen nichts anhaben können.

00:19:56: Aber diese Brandsätze haben eine hohe Hitzenentwicklung, eine hohe Brenndauer gehabt, haben größtmöglichen Schaden verursacht.

00:20:02: Und das ist mit hoher krimineller Energie hier vorgegangen worden.

00:20:04: Das sind Themen, die natürlich nie ganz ausgeschlossen werden können.

00:20:09: Für uns ist die Frage, was können wir tun, um das soweit es irgendwie zu verhindern?

00:20:13: Und da haben wir eine Situation, in der wir uns anschauen müssen, was kann zusätzlich eben zu Einfeunungen, zu polizeilicher Überwachung, zu Streifen, die gefahren werden, zu den Schutzmechanismen, die wir jetzt schon haben gemacht werden.

00:20:27: Und ich habe es als sehr positiv empfunden, dass wir heute im Krisenstab eine Diskussion hatten über die Frage auch der Videoüberwachung an solchen ganz besonders vulnerablen Orten.

00:20:37: Wir haben drei Schritte unserer vulnerablen Orte auf Privatgelände der Stromnetz Berliner.

00:20:42: Also das ist sozusagen dann ein Gelände, wo Videoüberwachung auch gemacht werden kann.

00:20:47: In drei Viertel der Fälle ist das der Fall.

00:20:49: Die anderen Gelände sind im öffentlichen Straßenland und das heißt, dass sie hier immer abwägen müssen.

00:20:54: Es gibt eine Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit, zwischen Sicherheit und Transparenz und auch zwischen Sicherheit und Datenschutz.

00:21:01: Denn es ist ganz klar, wir haben bisher ja große Einschränkungen, was Videoüberwachung im öffentlichen Straßenland anbetrifft.

00:21:07: Das ist nur an kriminalitätsbelasteten Orten möglich.

00:21:10: Wir haben heute diskutiert, ob das nicht auch ein Punkt wäre, das, was am kriminalitätsbelasteten Ort geht, schon heute auch an solchen ganz vulnerablen Punkten der kritischen Infrastruktur zu tun.

00:21:22: Und die Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen und Insenatorinnen.

00:21:52: notwendig ist, das zu schützen, weil wenn dort Schaden eintritt, eben so viele Menschen auch beeinträchtig und betroffen sind.

00:21:59: Sprechen Sie denn eigentlich intern jetzt von einem Sabotage oder einem Terrorakt?

00:22:04: Also wir haben hier eine Bewertung, die durch unser Landesinnenministerium vorgenommen wird, in Absprache auch mit dem Bundesinnenministerium und da haben sich beide Innenministerien sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.

00:22:16: klar verständigt und das auch klar in der Einschätzung nach außen getragen, dass es sich hier um einen Akt von Linksterrorismus handelt.

00:22:25: Und ich habe das als Energisenatoren natürlich nicht in der eigenen fachlichen Zuständigkeit zu bewerten, aber wir sehen hier auch anhand des Bekennerschreibens, die Situation ist so.

00:22:36: Wir haben auch vor dem Hintergrund, dass das im Winter passiert bei Minusgraden und beträchtlichen Einschränkungen für wirklich Das ist wirklich ein erheblicher Schaden, der hier entstanden ist und deswegen würde ich mich dieser Einschätzung... tatsächlich auch einschließen.

00:22:56: Was können Sie jetzt den Leuten zuhören, die gegebenenfalls noch in kalten Wohnungen sitzen, sagen?

00:23:00: Wie lange wird es noch dauern?

00:23:01: Und vor allem, das haben wir vorhin eben gehört, ist jetzt ja das provisorische Stromnetz offenbar, zum Teil auch durch Hilfe von anderen Bundesländern, gesichert durch Aggregate.

00:23:10: Aber können wir jetzt fest sagen, dass ab Donnerstag Nachmittag wieder alles läuft?

00:23:15: Also wir haben ja schon am Samstag unmittelbar nach dem Schadensereignis, das war im Gegenstand der, sag ich mal, der Arbeiten ab Mittag bis Nachmittag diesen Zeitplan festzulegen mit Stromnetz Berlin.

00:23:26: Das ist natürlich sehr komplex.

00:23:28: Wir haben hier fünf Hochspannungskabel, die beschädigt worden sind.

00:23:32: In Adlershof im September waren es zwei Hochspannungskabel, also Nummer zur Einordnung, plus zehn Mittelspannungskabel.

00:23:38: Die Mittelspannungskabel sind ja schon repariert worden, deswegen konnte in dichter Felde und auch bis jetzt eben über fünfzehntausend Haushalte wieder mit Strom versorgt werden, Hausanschlüsse.

00:23:47: Wir haben jetzt noch zwanzigtausend Fünfhundert ohne Strom.

00:23:51: So und das bedeutet, die wollen natürlich alle eine Perspektive sehen.

00:23:55: Wir haben schon am Samstag gesagt, in der Ablaufplanung, was jetzt passieren muss.

00:24:00: Diese Hochspannungskabel sind hochkomplex zu reparieren.

00:24:03: Sie müssen unter Plusgraden und unter Reinheit repariert werden.

00:24:06: Es sind sieben Kabelkomponenten, die miteinander verbunden werden müssen.

00:24:10: Wir haben Öl und Kunststoffkabel, die verbunden werden müssen.

00:24:13: Das passiert jetzt, weil entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.

00:24:16: Die Baustelle wird geheizt.

00:24:17: Sie wird dann entsprechend eingehaust, damit es alles sauber ist.

00:24:21: Und wir werden jetzt eben in die Kabelzüge eintreten und treten das auch schon ein, dann muss die wieder in Betriebnahme erfolgen.

00:24:28: Dafür ist eine konkrete Planung schon am Samstag gemacht worden mit dem Ergebnis, dass Donnerstag nachmittags die Perspektive ist.

00:24:35: Das haben wir von Anfang an kommuniziert und ich kann Ihnen das jetzt schon sagen, es ist ein ambitionierter Zeitgang.

00:24:41: Aber die Bauarbeiten verlaufen sehr positiv, so wie im Plan.

00:24:45: Und wir gehen davon aus, dass die restlichen, die wir jetzt noch nicht wieder ans Netz bringen konnten, auch am Donnerstag nachmittag zur Verfügung stehen, so ist im Moment der Sachstand.

00:24:56: Bis dahin werden weitere Notstromadregate eingesetzt.

00:24:59: Dadurch wurde ermöglicht, dass eben nicht nur die Krankenhäuser, sondern auch alle seventy Pflegeeinrichtungen und unsere Supermärkte wieder am Netz sind.

00:25:08: Und das bedeutet, dass wir hier also immer noch ein weiteres Stückchen auch an Rückkehr zur Normalität sehen, bis wir dann am Donnerstag Nachmittag hoffen, wieder die volle Versorgung sichergestellt haben zu können.

00:25:20: Letzte Frage vielleicht drücke ich, Sie haben jetzt viel über das positive gesprochen, dass was gut gelaufen ist.

00:25:24: Es ist ja auch richtig so, Politik soll ja auch immer dann auf Hinweisen, was alles geleistet wird.

00:25:28: Aber jetzt mal Hand aufs Herz.

00:25:29: Was ist schief gelaufen in den letzten Tagen?

00:25:33: eine sehr herausfordernde Situation.

00:25:35: Das ist total klar.

00:25:37: Wir haben hier ein Großschadensereignis.

00:25:40: Es gibt viele Diskussionen, was noch hätte schneller laufen können.

00:25:43: Das muss man im Nachhinein dann bewerten.

00:25:46: Ich glaube, es war richtig zu entscheiden, dass die Bundeswehr mit herangezogen wird.

00:25:50: Also der Ausruf der Großschadenslage war richtig.

00:25:53: Wir werden bewerten, ob man das noch hätte früher tun können.

00:25:56: Das ist aber eine Frage, die dann auch im Innenministerium zu bewerten ist.

00:26:01: Wir haben eine Diskussion gehabt über die Frage der Unterbringung.

00:26:04: Es gab ja kostenlose Unterkünfte und gibt auch noch Notunterkünfte, die kostenlos zur Verfügung sind.

00:26:09: Wir haben dann am Sonntagabend eine Initiative gestartet, dass die Hotels Sonderkonditionen zur Verfügung stellen.

00:26:16: Das haben sie auch gemacht, unsere Berlin Partnerhotels zum Sparpreis sozusagen über Nachtungen anbieten.

00:26:21: Da gab es Klärungsbedarf inwieweit, dass die Kosten dafür übernommen werden können.

00:26:26: Da konnte heute Nacht eine Klärung herbeigeführt werden, der Senatsfinanzinator.

00:26:30: hat zugestimmt, dass er die Kosten für die Hotels übernimmt.

00:26:34: Und das wird über das Sozialamt das Bezug dann auch abgewickelt, sodass wir heute sagen können, mittlerweile sind hundert und sechzig Partnerhotels.

00:26:42: von unserer Tourismusfördergesellschaft, wir sind Berlin, die sagen, wir bieten für Sonderkonditionen ab siebzig Euro, das Doppelzimmer, die Nacht, eben für zwei Personen, inklusive Frühstück, eine Übernachtung an.

00:26:54: Und dieser Sparpreis, der wird durch das Land dann auch und entsprechend über das Sozialamt des Bezirks zurückerstattet.

00:27:01: Diese Klärung konnte jetzt herbeigeführt sein, ist glaube ich auch eine gute Botschaft.

00:27:05: Man kann immer sprechen, was hätte schneller gehen können und so weiter.

00:27:08: Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation.

00:27:11: Und wir haben hier wirklich rund um die Uhr unsere Kolleginnen und Kollegen im Einwärts.

00:27:17: Man muss einfach gut erklären, warum Dinge auch eine Dauer haben.

00:27:21: Und das werden gerade drei Hundert Meter Hochspannungskabel getauscht, neu verlegt.

00:27:27: Die sind tonnenschwer und mit sehr komplexen Aufwänden zu machen.

00:27:32: Und ich glaube, diese Frage von Kommunikation.

00:27:35: Die ist eine, die sehr herausfordernd ist, auch wie kommen wir an die Bevölkerung ran?

00:27:39: Das Thema Mobilfunk, wie schaffen wir es, dass die Leute über Telefon und Internet kommunizieren können?

00:27:45: Da sind wir jetzt fast wieder komplett angebunden.

00:27:48: Das kann man auch natürlich später auch sehen, nochmal anschauen, wie kann man das noch weiter optimieren?

00:27:53: Aber wir sind mittlerweile seit gestern Nachmittag mit den Mobilfunkstationen wieder am Start, so dass die Leute auch.

00:27:59: entsprechend eher ein Mobilfunk nutzen kann.

00:28:01: Im September ist in Berlin Wahl, sind die Chancen der SPD in den letzten Tagen gestiegen?

00:28:04: Nein,

00:28:06: das ist im Moment überhaupt nicht mein Fokus.

00:28:08: Wir haben für die Stadt jetzt dafür zu sorgen, dass das klappt und dass es gelingt und dass wir ihren vernünftigen Krisenmanagement hinlegen.

00:28:14: Ich tue alles dafür, dass es mit sehr wenig Schlaf und sehr sehr viel Arbeit und Koalitionsverbunden, aber es ist notwendig, dass wir jetzt alle Kraft einsetzen dafür und alles Weitere kann man später besprechen.

00:28:26: So weit.

00:28:27: Franziska Giffey, Wirtschafts-Signatoren der Stadt Berlin.

00:28:29: Vielen Dank für Ihre Zeit und gutes Weitermachen.

00:28:31: Sehr gerne, vielen Dank.

00:28:35: Geh nach Berlin, mein Kind.

00:28:36: Du musst nach Berlin, wo die Verrückten sind.

00:28:38: Das ist ein bekannter Spruch, der aus einer Operette aus dem Jahr a.a.

00:28:42: ist, und das bunte, freigeistige, aber mancher eben auch etwas chaotische Berlin des neunzehnten Jahrhunderts zu beschreiben.

00:28:49: Passt der Satz auch zum Berlin des XXI.

00:28:52: Jahrhunderts?

00:28:53: Oder hat die Stadt Berlin und sein Senat im Angesicht dessen, was da passiert ist, ziemlich optimal reagiert?

00:28:58: Die wichtige Frage, wie wir unsere kritische Infrastruktur in Zukunft besser schützen, wird uns wohl weiter beschäftigen müssen.

00:29:10: Gerade ist ein Gesetz dazu in Planung und nicht wenige, etwa der Bundesverband der deutschen Industrie, fordern jetzt schon Nachbesserungen, sprechen sich unter anderem für Änderungen der Transparenzpflichten aus, um Angreifern weniger Angriffsfläche zu bieten.

00:29:23: Wichtig ist aber auch, dass wir alle uns auf derartige Vorfälle einstellen.

00:29:27: Ja, das heißt, Campingkocher und Konserven und gegebenenfalls sogar einen Notstrom-Aggregat.

00:29:32: besorgen, aber das heißt eben auch, sich mental darauf vorzubereiten, dass es keine Garantie dafür gibt, dass alles immer so bleiben muss, wie es war, sondern, dass wir eine Menge dafür tun müssen, um den Sicherheitsstandard, in den wir uns gewöhnt haben, von Zukunft zu gewährleisten.

00:29:48: Wohlstandsgesellschaften sind besonders verwundbar, heißt es in der politischen Theorie.

00:29:53: Im Angesicht einer hybriden Kriegsführung durch inländische und ausländische Kräfte bedeutet das besser jetzt als später Vorkehrungen treffen und Szenarien durchdenken.

00:30:03: Ein Szenario, das bald alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte, hängt mit einer Insel zusammen mit Grönland.

00:30:08: Präsident Trump hat so deutlich wie bisher noch nie angekündigt, dass es in den nächsten Wochen zu einer amerikanischen Besetzung Grönlands kommen könnte, wie das genau aussehen und wie dann die NATO darauf reagieren könnte.

00:30:20: Damit wollen wir uns morgen hier im FAZ-Podcast für Deutschland beschäftigen.

00:30:24: Für heute gilt man dank den Kollegin Marie Löwenstein.

00:30:27: Kathi Schneider und Lena Katharina Barotzi und Ihnen, liebe Hörer und Hörer, für Ihre Aufmerksamkeit.

00:30:32: Ich freue mich, wenn wir uns morgen wieder hören.

00:30:35: Bis dahin, machen Sie es gut und fahren, laufen und fühlen Sie vorsichtig.

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

Sie können den Podcast auch hier hören: www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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