F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:04: Herzlich Willkommen zum FAZ Podcast für Deutschland.

00:00:07: Es ist endlich wieder Montag, Montag der neunzehnte Januar und das bedeutet, dass ich mich wieder aus der

00:00:14: Hauptstadt

00:00:14: melden darf.

00:00:15: Corona Budras ist mein Name.

00:00:17: Ja, da kommen wir mal wieder aus dem Wochenende raus und hat es gleich mit einer weiteren tektonischen Verschiebung in der Weltpolitik zu tun.

00:00:27: Der amerikanische Präsident Donald Trump droht wieder mit Zöllen, das wiederum kennen wir ja schon, aber diesmal will er mit ihnen den Verkauf Grönlands herauspressen.

00:00:39: Zölle in Höhe von zehn Prozent gegen acht NATO-Länder natürlich auch Deutschland und Dänemark.

00:00:47: Und das vom ersten Februar an.

00:00:50: Und dann, wenn wir nicht spuren, also wenn der Verkauf Grönlands nicht vollzogen ist, ab Juni dann Zöller in Höhe von twenty-fünf Prozent.

00:01:00: Damit ist er im Sommer eingefählte Zoll-Pakt-Geschichte, noch bevor er vom Europäischen Parlament abgesegnet werden konnte.

00:01:08: Aber das, ehrlich gesagt, ist ja das kleinere Problem.

00:01:13: Viel größer ist natürlich die Frage, wie wir in Europa mit der Tatsache umgehen, dass der NATO-Staat

00:01:18: USA

00:01:19: das Territorium des NATO-verbündeten Dänemark sich einverleiben möchte.

00:01:26: Besprechen wir alles heute hier.

00:01:28: Zuerst mit dem deutsch-amerikanischen Ökonomen-Rüdiger Bachmann von der University of Michigan und dann im Anschluss in einem kleinen Roundtable mit meinen beiden Kollegen Julia Löhr und Johannes Pennecamp.

00:01:43: Und damit sage ich schön, dass sie wieder mit dabei sind.

00:01:52: Ja, und da steigen wir doch gleich ein.

00:01:54: In der Leitung ist wie angekündigt der Wirtschaftswissenschaftler Rüdiger Bachmann, der hier bei uns im Podcast ein gern gesehener Gast ist.

00:02:03: Wir haben auch das große Glück, dass wir ihn heute hier in Berliner wischen.

00:02:07: Zwischen mehreren Termin.

00:02:08: Herzlich willkommen, Rüdiger Bachmann.

00:02:10: Herr Bachmann, also jetzt wieder Zölle.

00:02:13: Vielleicht mal ganz frisch gefragt, wo kommen die denn jetzt auf einmal wieder her?

00:02:17: Also ja, warum Zölle?

00:02:19: Also Trump mag ja Zölle.

00:02:21: Das ist ja ein beliebtes Druck und Drogenmittel für ihn, das er ja schon vorher angewendet hat.

00:02:28: Und jetzt geht es halt um Grönland.

00:02:30: Grönland ist irgendwie wichtig für ihn, können wir auch gleich noch.

00:02:33: darüber reden, warum.

00:02:34: Und da glaubt er jetzt, dass er die Europäer da auf einer schlechten Position hat und dass er die Europäer zwingen kann, in irgendeiner Form ihm Grönland zu überlassen.

00:02:42: Ich glaube nicht, dass es da tatsächlich um Sicherheitspolitik geht, obwohl es berechtigtes Sicherheitspolitis anliegen in Grönland gibt, aber eben nicht nur für die USA, sondern für die NATO insgesamt.

00:02:53: Und das könnte man auch NATO innerhalb der NATO lösen.

00:02:56: Dafür bräuchte es keine Zölle, sondern man muss glaube ich innenpolitisch darüber nachdenken.

00:03:00: Trump kam über die Feiertage, hat einen ein mieserrables Wahljagd gehabt.

00:03:04: Alle waren gegen den Zweifel und Zweifel für die Republikaner verloren.

00:03:08: Die Apps denfalls sind größtend als immer noch nicht herausgegeben worden.

00:03:12: Da weigert sich das Justizministerium inzwischen und in Dien zusammen hat eben das Kommentariat auch über die Feiertage in den USA sehr von Lame Duck gesprochen.

00:03:20: So nach dem Motto Trump ist jetzt vorbei.

00:03:23: Das einzige, was er erreicht hat, ist die Big Beautiful Bill und da nix mehr.

00:03:27: Und jetzt glaubt Trump, und das kann Trump natürlich überhaupt nicht ertragen, so was, dass ihn jemand als lahme Hände bezeichnet würde.

00:03:34: Und jetzt sehen wir eben Woche für Woche neue, immer sich akkumulierende, immer sich steigende, verrückte Dinge, Venezuela, Grönland, die Attacke auf Jerome Powell.

00:03:45: Also da ist viel Innenpolitik dabei.

00:03:48: Ich weiß gar nicht, ob ein das beruhigen oder noch weiter anspannen sollte.

00:03:53: Nein, aber das ist der Rahmen, in dem man das eben verstehen muss.

00:03:56: Beruhigen ist das nicht.

00:03:57: Ich glaube, und ich habe ja auch schon vor Wochen gewarnt, den Republikanern geht es wirklich in den Umfragen nicht gut.

00:04:03: Die Wahlen drohen wirklich, Haushof verloren zu gehen.

00:04:07: Und ich glaube, es wird schlimmer werden mit diesen Dingen, weil Trump hat keine Lust sozusagen jetzt auf vernünftige Politik umzuschwenken, um die Wähler noch irgendwie zu überreden, sondern er macht das, was Trump als Entertainer und möchte gerne Autograt eben am besten kann oder glaubt am besten zu können, Politik und Propaganda durch Spektakel.

00:04:27: Ja, durch Spektakel in der Tat.

00:04:29: Also da hat man ja fast ein bisschen Schwierigkeiten, sich dem Ganzen irgendwie nüchtern zu nähern oder auch irgendwie rational, aber probieren wir es trotzdem mal, ja.

00:04:36: Also offensichtlich hat ja Trump irgendwas verärgert.

00:04:40: Sie haben das jetzt natürlich innenpolitisch auch gut eingeordnet.

00:04:44: Gibt es denn außerhalb dessen noch irgendetwas?

00:04:47: Ich meine, es ist ja nun auch eine andere Sache, sich mit vielleicht Verbündeten und wichtigen Verbündeten, wie ich da anmerken würde, zu überwerfen.

00:04:56: Hat ihn da was getriggert?

00:04:59: Konkret wird ja hier viel diskutiert über die Grönland-Exper... Die Erkundungsmission, die ja, ehrlich gesagt, auch so ein bisschen für Stirnrünzeln und gleichzeitig amusement gesorgt hat, wurde planmäßig beendet am Wochenende.

00:05:15: Aber ist das etwas, was Trump als Provokation gesehen haben könnte?

00:05:22: Vielleicht, aber wir sollten gar nicht anfangen darüber zu spekulieren, meiner Meinung nach.

00:05:27: Man sollte das auch nicht komplett durch rationalisieren.

00:05:30: Wie gesagt, es gäbe rationale Gründe.

00:05:31: Das ist das Sicherheitsargument, vielleicht das Rohstoffargument.

00:05:35: Aber dafür, wenn es darum wirklich ginge, dann würde man das eben kooperativ lösen innerhalb eines Bündnisses und nicht durch diese Drohungen.

00:05:43: Nein, sondern wir müssen auch aufhören in Deutschland immer noch versuchen, dass es da sozusagen eine rationale Grundlage gibt.

00:05:51: Heute Morgen wurde ja der Brief von Trump an den norwegischen Ministerpräsidenten veröffentlicht, der ganz klar macht, dass er letztlich das Ganze jetzt in die Wege leidt, weil er persönlich beleidigt ist, dass er von Norwegen den Friedensnobelpreis nicht bekommen hat.

00:06:05: Also wir sind jetzt hier wirklich in einer, die Vergleiche sind immer natürlich problematisch, aber wir sind jetzt in einer Situation Ablehnung einer Kunstakademie, Ablehnung beim Nobelpreis.

00:06:14: Also wir müssen auch inzwischen muss man leider so sagen, psychiatrische Kategorien und nicht mehr nur rationale Kategorien der Ökonomik oder der Geoeconomik angebracht werden.

00:06:26: Das ist in der Tat ein wirklich ziemlich schwieriger Befund.

00:06:29: Die Ablehnung der Kunstakademie ist ein historischer Bezug, nämlich an, ne?

00:06:33: Natürlich.

00:06:34: Wir wissen genau, wen ich damit meine.

00:06:36: Und ich sehe natürlich, wie problematisch diese Vergleiche immer sind.

00:06:40: Aber dieser Struktur muss man eben denken, ein anderer Vergleich ist für mich so der Wobei das nicht klar ist, die Klassizisten würden das bestreiten, dass Nero tatsächlich so war.

00:06:50: Aber die älteren

00:06:51: Zuhörer,

00:06:53: die sich an Peter Ustinoffs Nero in Kuwaiti sehr erinnern, der sich als verkannte Musik erfüllt und deswegen Rom bereit ist, niederzubrennen, das sind die Kategorien, glaube ich, in denen man jetzt hier denken muss.

00:07:04: Und das macht eben leider, weil man eben nicht mehr rational darüber nachdenken kann, das macht eben leider diese gründlichen Investionen durch Trump tatsächlich wahrscheinlicher als das vielleicht noch vor einem halben Jahr.

00:07:15: war, wo ich auch gesagt hätte oder ehrlich gesagt noch vor den Feiertagen, wo ich auch gesagt hatte, das kann man gedroßt in den Bereich des Internet-Trolling abtun.

00:07:23: Ja, genau.

00:07:23: Also jetzt letztendlich wird das ganze Manifesta deutlicher.

00:07:27: Aber was denn jetzt nun tun?

00:07:29: Ich glaube, dass die Europäer hier wirklich klarmachen müssen, bis hierhin und nicht weiter.

00:07:35: Es hat sich ganz klar gezeigt, dass der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz, der Ansatz.

00:07:59: Und man muss den Umfeld, weiß nicht, ob man an Trump überhaupt rankommt, aber dem Umfeld von Trump, das ja vielleicht mit Trump nicht unbedingt untergehen möchte, klarzumachen, dass Europa-Instrumente hat, die Schmerzen werden.

00:08:11: Also das sind Gegenzölle natürlich, das sind alle möglichen Digitalsteuern, Digitalregulierungen für amerikanische Firmen, bis hin zu Sanktionierungen von amerikanischen Oligarchen.

00:08:22: Warum denn nicht?

00:08:23: Das sind Dinge über die Europa natürlich nachdenken sollte.

00:08:28: amerikanischen oligarchen ist ja noch nicht so ein begriff der hier so weit bekannt ist aber würd ich denken zielen sie auch auf digital manager die eigentümer wie elon mask?

00:08:39: oder warum

00:08:40: nicht warum soll man nicht auch elon maske die einreisen nach europa verbieten?

00:08:44: zum beispiel können wir doch machen

00:08:47: interessate gedanke.

00:08:48: also inzwischen wundert man sich ja überhaupt gar nichts mehr.

00:08:50: ich hätte das jetzt bis vor kurzem eben auch noch als skurril empfunden oder als auch Eigentlich gesagt noch nicht mal aussprechbar, aber da sind wir jetzt inzwischen.

00:08:59: Sie argumentieren ja auch viel mit der Innenpolitik, sagen das sind Abwechungen von Manöver.

00:09:04: jetzt ist sozusagen Punkt erreicht, wo er kaum mehr zu zügeln ist.

00:09:08: Aber umgekehrt

00:09:09: muss ihm doch.

00:09:11: Aber

00:09:11: Ablenkung ist manöber, das hört sich so harmlos an.

00:09:14: Sondern das ist ein ganzer Politikstil.

00:09:16: Das ist ein Propagandastil.

00:09:18: Esra Klein hat das letztlich sehr schön zusammengefasst.

00:09:21: Propaganda bei Spectacle.

00:09:22: Das ist der Politikstil von Trump.

00:09:24: Also das ist nicht jetzt so eine rein kalkülsmäßige Ablenkung so, wie das vielleicht Franz Josef Strauß beherrscht hat oder so, dass man irgendeinen Skandal, dann irgendeine Abländerungsdebatte führt.

00:09:36: Das ist auf einem tieferen Level hier.

00:09:40: Kategorien ein, wie gesagt, eines Immobilienmarklers und eines Entertainers denken.

00:09:46: Und so geht er auch an Politikern.

00:09:49: Das sitzt wirklich tiefer.

00:09:51: Ja, ich kann das gut nachvollziehen.

00:09:54: Auf der anderen Seite muss er sich ja dafür für sich irgendetwas versprechen und alles, was wir jetzt in Sachen Zölln ja gesehen haben.

00:10:00: Ich fand das nicht ein totales Erfolgsrezept für die amerikanische Bevölkerung.

00:10:05: Oder gehe ich da falsch?

00:10:07: Absolut nicht.

00:10:08: Das, was da ja angeblich erreicht mit werden sollte,

00:10:11: nun ist

00:10:11: es allerdings so, die Katastrophe ist deshalb ausgeblieben, weil natürlich Trump runterverhandelt hat.

00:10:17: Das Zollniveau des Amerikaner ja jetzt so im Durchschnitt haben ist relativ vertretbar.

00:10:22: Es gibt durchaus auch Gründe aus der ökonomischen Theorie, warum der optimale Zoll für eine große offene Volkswirtschaft für die USA nicht null ist.

00:10:30: sondern durchaus positiv, also auch um fünfzehn bis zwanzig Prozent sein kann.

00:10:35: Also bis dahin, also bis hierhin hat sozusagen Trump und die Märkte haben ihn ja für die viel höheren Zelle, die ihm damals im April im sogenannten Befreiungs-Tag Liberation angekündigt wurde, bestraft.

00:10:49: Und dann hat man ja sehr schnell zurückgerudert, auch die Chinesen sind hart geblieben.

00:10:53: Und insofern hat er wenig erreicht, bisschen mehr Staatseinnahmen, aber das letzte sich eine Steuer auf den amerikanischen Konsumenten.

00:11:01: Wir wissen, dass diese Staatseinnahmen, die die Zölle generieren, hauptsächlich in amerikanischen Konsumenten bezahlt werden, nicht durch die Ausländer.

00:11:08: Was da auch mit erreicht werden

00:11:10: sollte,

00:11:10: eben

00:11:11: das verarbeitende Gewerbe in republikanischen Wählergebieten zu stärken, das haben wir auch nicht gesehen.

00:11:17: Im Gegenteil, dass die Beschäftigung im Verarbeitengewerbe sinkt, sinkt, sinkt.

00:11:21: Während der Trump-Administration, jeden Monat, glaube ich, der Trump-Administration ist es nach unten gegangen, also es wurde nichts erreicht.

00:11:27: Es wurden nur Bündnisse zerschlagen.

00:11:30: Es wird, wie gesagt, vielleicht bei den Nachden-Mitwärm waren besser, wenn dann die Demokraten einen Kongress haben, die Trump sozusagen lahmlegen kann.

00:11:39: Aber bis dahin wird es eher schlimmer werden.

00:11:41: Das muss man sich klar machen.

00:11:42: Gibt es denn

00:11:43: niemand, der

00:11:44: ihn stoppen kann?

00:11:44: Ich gucke sozusagen nach Washington Supreme Court.

00:11:47: Letztlich ist ja der... Supreme Court, die einzige Institution, die ihn tatsächlich noch stoppen kann.

00:11:54: Wie sieht es denn damit aus?

00:11:56: Auch da ist ja ein Fall anhängig.

00:11:58: Also da werden die Zölle gerade in Augenschein genommen.

00:12:01: Was erhoffen Sie sich davon?

00:12:03: Warten wir es mal ab.

00:12:04: Also der Supreme Court war bisher sehr trampfreundlich, hat sich in der Konservativen mehr sehr stark auf die expansive, exekutive Theorie, wenn man es böswillig sagt, auf die imperiale exekutive Theorie sehr stark eingelassen.

00:12:19: Das ist eben eine rechtswissenschaftliche Doktrin in den USA, die eben davon ausgeht, dass die amerikanische Verfassung eine imperiale Präsidentschaft vorsieht.

00:12:30: Da hat sich wie gesagt die konservative Mehrheit mehr oder weniger darauf verständigt und ihn nur ganz rudimentär eingeschränkt.

00:12:37: Bei den Zöllen gibt es in diesem Notstandsbereich, also es gibt ja verschiedene Gründe, warum eine amerikanische Präsident Zölle erlassen kann, diese sehr willfährige aus Notstandskunden erlassene Zölle.

00:12:49: Da scheint es Hinweise darauf zu geben, dass der Supreme Court das möglicherweise dieses Instrument dem Präsidenten aus der Hand nehmen

00:12:55: kann.

00:12:56: Aber wir dürfen

00:12:57: auch nicht ausschließen, dass es hier eine mehr oder weniger offene Missachtung des Supreme Courts geben wird.

00:13:02: Trump missachtet zum Beispiel auch das Epstein Gesetz.

00:13:05: Also wir sind schon im dauernd in Verfassungskrisen in den USA, auch Jerome Powell, die Unabhängigkeit des Zentralbankoverneurs, auch da sind wir letztlich in einer Art Verfassungskrise oder jemals Gesetzeskrise.

00:13:17: Also da würde ich jetzt nicht unbedingt darauf wetten, dass das alles so glatt geht.

00:13:24: Und dann der letzte Punkt, es gibt schon noch eine Institution, die dran stoppen können und das wäre der Kongress.

00:13:29: Der Kongress könnte natürlich klarstellen, dass Tramp-Bröland nicht überfallen darf, zum Beispiel.

00:13:35: Oder dass es bestimmte Konsequenzen gäbe.

00:13:37: Das Kongress könnte heute ein Gesetz dazu schreiben.

00:13:40: Auch das ist nicht sehr wahrscheinlich, weil die entsprechenden Mehrheiten nicht vorhanden sind.

00:13:43: Aber natürlich, der Kongress hätte diese Macht und er müsste sie nur an sich ziehen.

00:13:50: Ja, rechnen Sie damit.

00:13:51: Da müssten sich ja insbesondere die Republikaner bewegen.

00:13:54: Da gibt es inzwischen schon die eine oder andere Stimme, die das auch sehr kritisch sieht.

00:13:58: Auch diese Gemengelage im Zusammenhang mit dem FED-Chef, Dürren Paul.

00:14:04: Rechnen Sie damit, dass sich da was tut?

00:14:06: Man darf die Hoffnung nie aufgeben, aber nicht wirklich.

00:14:09: Also vielleicht bei wirklich extremen

00:14:11: Maßnahmen,

00:14:12: wo bei dem zum Beispiel Paul gefeuert wird oder wirklich geschossen wird in Grönland.

00:14:17: Gibt es, kann man hoffen, dass es vielleicht eine Mehrheit im Senat gibt, die auch einen Impeachment zustimmen würde.

00:14:23: Aber ich würde mich darauf nicht verlassen.

00:14:25: Meine Hauptvorhersage ist, dass es schlimmer wird bis zu den Midterms.

00:14:30: Und da muss man dem gucken und hoffen, dass es faire und freie Midterms gibt, die zu einer Mehrheitwechel im Kongress führen werden.

00:14:39: Und dann kann man schon Larm legen.

00:14:42: Beziehungsweise dann müsste er tatsächlich ganz offen autoritär werden, also er müsste im Grunde um die Abgeordnete dann einsperren oder solche Sachen machen.

00:14:49: Am Ende hat die Exekutive immer die Macht, muss man sich klar machen, weil die Exekutive die Gewehr hat.

00:14:55: Die hat immer die Judikative und die Legislative sozusagen einfach einsperren bzw.

00:15:01: erschießen lassen.

00:15:02: Also muss man sich klar machen.

00:15:06: Unsere Gewaltenteilung funktioniert immer nur dadurch, dass sich am Ende die Exekutive selbst beschränkt.

00:15:11: Das muss man sich klarmachen, weil die, die am Ende, wie gesagt, die Waffen

00:15:13: haben.

00:15:14: Aber da würde ich schon sagen, darauf kann man hoffen, dass es eben in den Midtermsen Machtwechsel im Kongress gibt, sodass wir wirklich auch wieder eine Gewaltenteilung bekommen.

00:15:23: Bis dahin habe, wie gesagt, muss man damit rechnen, dass es jede Woche schlimmer wird.

00:15:27: Herr Bachmann, es klingt sehr fatalistisch.

00:15:29: Bleiben Sie dann lieber hier oder gehen Sie nochmal rüber in?

00:15:33: Na ja, ich bin hier

00:15:34: auf

00:15:35: einem Forschungsfreisemester.

00:15:37: Also der Plan ist tatsächlich, dass ich bis Juli jetzt in Berlin bin.

00:15:41: Da muss ich aber wieder zurück, denn da ist mein Arbeitgeber.

00:15:46: Gut, also wir freuen uns jedenfalls, dass Sie hier noch ein Weicheln bei uns sind.

00:15:49: Vielleicht beruhigt sich ja die Lage wieder.

00:15:51: Herzlichen Dank, Rüdiger Bachmann.

00:15:53: Ich

00:15:53: bedanke mich auch.

00:15:54: Tschüss.

00:15:58: Jetzt wollen wir doch mal besprechen.

00:16:00: was das alles für uns bedeutet für Deutschland, für Europa.

00:16:04: Und dazu habe ich jetzt einen kleinen FAZ Roundtable zusammen getrommelt und zwar bestehend aus meiner Kollegin Julia Löhr, Wirtschaftskaurspendenin hier in Berlin und ihnen bestens bekannt.

00:16:16: Herzlich willkommen, Julia.

00:16:17: Hallo, lieber Corinna.

00:16:19: Und dem FAZ-Ressortleiter für Wirtschaftspolitik Johannes Pennecamp.

00:16:25: Hallo, Johannes.

00:16:25: Hallo, Corinna.

00:16:27: Ja, beide seid ihr jetzt zwischen bestens vertraut mit der trampischen Zollpolitik.

00:16:32: Vielleicht beginnen wir mal mit dir, lieber Johannes.

00:16:35: Hat dich denn die Zolldrohung genauso kalt erwischt wie mich am Wochenende?

00:16:42: Ja, die hat mich schon kalt erwischt, weil man schon sagen muss, diese Zolldrohung ist schon nochmal eine andere Dimension als das, was wir bislang gesehen haben.

00:16:50: Bislang hat Trump zumindest so halbwegs äußerlich versucht, den Eindruck herzustellen.

00:16:55: Es geht ihm um wirtschaftliche Fragen, wenn er mit neuen Zöllen um die Ecke kommt.

00:16:59: Jetzt ist das ganz klar ein Druckinstrument oder man könnte auch sagen Erpressungsinstrument, um sich eben Grönland unter den Nagel zu reißen.

00:17:08: Und damit war unter Partnern wirklich nicht zu rechnen.

00:17:11: Ja Julia und Du beobachtest ja die Politik-Szene.

00:17:14: Für uns hier in Berlin hat's denn die Politik genauso kalt erwischt wie Johannes und mich.

00:17:20: Ja, das ist für die Bundesregierung schon ein Affront, was da passiert ist, weil sie jetzt ja in dieser zweiten Amtszeit von Trump innerhalb der EU immer diejenige war, die so versucht hat, noch Verständnis zu zeigen, Trump nicht öffentlich so laut zu kritisieren, wie das zum Beispiel Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ganz gerne macht.

00:17:41: Und dieser Kurs ist natürlich jetzt in Frage gestellt.

00:17:47: zurückhaltende, immer wieder auf das gemeinsame Hinweisen, auf das partnerschaftliche.

00:17:53: Das zieht sich so durch schon seit Monaten.

00:17:55: Das war im letzten Sommer so, als ja dann über dieses Abkommen verhandelt wurde.

00:17:59: Das war in den vergangenen Monaten so.

00:18:01: Jetzt gerade zurückliegend, wenn er zu Ehler, wo ja diese schöne Vokabel, das ist komplex, war dann ja die Deutsche.

00:18:09: Reaktionen auf diese Entführung, Maduros.

00:18:14: Also das war schon bemerkenswert.

00:18:15: Warte früh war jetzt gerade in Amerika.

00:18:18: Da hat er auch wieder sehr stark das Partnerschaftliche betont und dann kommt halt so ein Wumms.

00:18:23: Also das stellt natürlich schon vieles in Frage.

00:18:28: Die Reaktionen jetzt sind ganz interessant, weil tatsächlich Friedrich Merz weiter er zurückhaltend kommuniziert, also auch da wieder.

00:18:36: Emmanuel Macron war gestern schon am Sonntag aktiv, hat gesagt hier jetzt hat gegenschlagen.

00:18:41: und folgende Instrumente stelle ich mir vor, von März war gestern gar nichts zu hören und heute hat sein Sprecher ja das auch versucht wieder mit vernünftigen Argumenten zu kommen, zölle Schaden der beiden Seiten und keine Seite hat eine Interesse daran und man berät jetzt mit den europäischen Partnern, was man machen soll.

00:19:02: Aber da kam jetzt keine Soforschenansagen, die wiederum kamen heute von und auch gestern schon von Lars Klingmal, der halt klar gesagt hat, hier wir lassen uns nicht erpressen und auch eben hatte Maßnahmen jetzt ergreifen, reagieren.

00:19:16: Gabs heute noch mal eine Pressekonferenz, wo Klingmal das gesagt hatte, heute Morgen und dann wurde heute Mittag der Sprecher von Friedrich Merz darauf angesprochen, dass Herr Klingwald da ein bisschen anders kommuniziert und ob Klingwald denn auch die Meinung des Kanzlers wiedergibt.

00:19:32: Daraufhin hatte dann Stefan Cornelius, also der Sprecher, einfach gesagt ja und alle so hoch.

00:19:39: Ja, und wo ist er denn, Herr Merz?

00:19:42: Ist er dann komplett?

00:19:43: nur hängt er am Telefon, redet mit einem, baut da den Druck auf oder Ist er abgetaucht

00:19:53: beim Tennispiel?

00:19:54: Nein, ich glaube, diesen Fehler macht wahrscheinlich in der CDU auch so schnell niemand mehr.

00:19:58: Nein, also das war, März war gestern schon nach allem, was wir hören, sehr viel am Telefonieren und stimmt sich mit den europäischen Partnern tatsächlich ab.

00:20:07: Aber er will das halt nicht in der Öffentlichkeit so prägnant tun wie andere das machen.

00:20:12: Was jetzt eine ganz spannende Frage ist, oder erst mal mal vorausgeblickt auf die Woche, es wird ein Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs geben.

00:20:20: am Donnerstagabend und da will man dann gemeinsam einen Kurs erarbeiten, was man jetzt machen kann.

00:20:26: Eine Schlüsselrolle in dem Ganzen hat tatsächlich die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Miloni, weil sie sich da im Moment sehr zurückhält, ja eher so ein bisschen die Trump-Versteherin, auch innerhalb der EU ist oder die Brückenbauerin zu Trump ist.

00:20:40: Italien hat keine Erkundungstruppen nach, also zu dieser Übung da jetzt.

00:20:45: auf Grönland entsendet.

00:20:47: Hat sich auch lustig gemacht, ne?

00:20:48: Genau, hat sich auch so ein bisschen darüber lustig gemacht.

00:20:51: Dann ist Italien jetzt auch unter den betroffenen Ländern von diesen angedrohten Zollen.

00:20:56: Also Italien steht da so ein bisschen neben der Seite.

00:21:00: Auf der anderen Seite ist natürlich Teil des EU-Bindenmarkts und die Handelspolitik wird von der EU gemacht.

00:21:05: Also letztlich müssen die da alle eine gemeinsame Lösung finden.

00:21:10: Also es lohnt sich die Nächsten.

00:21:12: Tage sehr intensiv, nicht nur auf den Kanzler, sondern auch auf Georgia Miluni zu gucken.

00:21:17: Und auf Trump natürlich sowieso.

00:21:18: Was jetzt, glaube ich, schon erkennbar ist, wenn man auf die strategische Ebene so ein bisschen schaut.

00:21:24: Auch innerhalb der Bundesregierung dieses Good-Cop-Bet-Cop-Spiel.

00:21:27: Der eine sagt, wir müssen jetzt hart reagieren.

00:21:30: Der andere sagt, wir müssen erstmal ein bisschen verhandeln.

00:21:32: Das sehen wir auf europäischer Ebene auch so.

00:21:34: Und das ist auch mein Eindruck.

00:21:36: Man wird das wie in der Vergangenheit mit so einer Art Doppelstrategie versuchen.

00:21:40: Man stellt ein paar Drohungen in Aussicht.

00:21:42: Die EU hat ja jetzt gesagt, wir prüfen, ob wir Gegenzölle erlassen, dann schon im Februar.

00:21:47: Drin neunzig Milliarden Dollar stehen da im Raum als Vergeltung.

00:21:53: Andererseits betonen auch alle immer, wir müssen jetzt erst mal verhandeln, in der Woß sieht man sicher auch.

00:21:59: Ich denke mal alle, die jetzt beteiligt sind strategisch.

00:22:02: Beherzigen das alte Angela Merkel-Morte und denken die Sache vom Ende her.

00:22:07: Was wird denn Trump tun?

00:22:09: Also die Zölle, die Zolldrohungen, die können sich hochschaukeln.

00:22:12: Aber irgendwann wird Trump dann markieren, dass er der Stärke ist und wird mit sicherheitspolitischen militärischen Dingen wieder um die Ecke kommen.

00:22:20: Stichwort Ukraine-Hilfe zum Beispiel.

00:22:21: Also das ist, glaube ich, das Szenario, vor dem im Moment alle Angst haben, dass die... Zölle steigen und Trump eben die Unterstützung für die Ukraine völlig infrage stellen wird und damit natürlich noch mal massiven Druck auf die EU ausüben wird.

00:22:36: Jetzt lassen Sie uns mal auf die deutsche Wirtschaft gucken und die Auswirkungen darauf.

00:22:40: Uns geht es ja nun nicht gerade blendend.

00:22:43: Wie sieht es

00:22:43: aus?

00:22:43: Wohlwollende Formulierung.

00:22:45: Ja, Julia, sag doch mal.

00:22:48: Ja, es sieht in der Tat nicht gut aus.

00:22:50: Wir kommen jetzt aus drei Krisenjahren.

00:22:53: Es gab zwei Jahre mit dem Rückgang der Wirtschaftsleistung.

00:22:57: Jetzt im vergangenen Jahr ist das Protoinlandsprodukt mehr oder weniger stagniert.

00:23:01: Es gab einen Mini-Mini-Mini-Wachstum von nur zwei Prozent.

00:23:05: Aber das ist alles nicht viel.

00:23:06: Also jetzt, die Nummer zum Vergleich seit dem Jahr zwei Tausendneunzehn ist die deutsche Wirtschaftsleistung überhaupt nicht gewachsen, quasi überhaupt nicht.

00:23:13: die der Amerikaner um, ich glaube, zwölf Prozent und die der Chinesen um dreißig Prozent.

00:23:18: Also wir fallen internationale immer weiter zurück.

00:23:21: Und genau das erklärte Ziel der Bundesregierung ist ja, dass sich das ändert.

00:23:25: Dafür hat sie im vergangenen Jahr einiges auf den Weg gebracht, dieses Sondervermögen, fünfhundert Milliarden Euro zur Verbesserung der Infrastruktur, die man kann jetzt Verteidigungsausgaben nahezu unbegrenzt mit Schulden finanzieren.

00:23:38: Also da ist einiges auf dem Weg gebracht, aber.

00:23:42: Man sieht es halt noch nicht so richtig.

00:23:44: Die Aussichten für dieses Jahr sind ein bisschen besser, muss man dazu sagen.

00:23:47: Wir haben Null, neun Prozent die Prognose des Sachverständigenrats.

00:23:51: Wirtschaftsministerin Katharina Reiche wird jetzt die offizielle Prognose der Regierung nächste Woche vorstellen.

00:23:57: Nächste Woche Mittwoch.

00:23:58: Der IWF, der hat heute seine Prognose veröffentlicht.

00:24:01: Die ist schon ein bisschen besser.

00:24:02: Eins Komma Eins Prozent für dieses Jahr.

00:24:04: Also es wird wieder etwas Wachstum geben.

00:24:07: Aber klar ist natürlich auch, dass das Großteils Schulden getrieben ist und jetzt wenig darauf beruht, dass jetzt unsere sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmen hier so super verbessern würden.

00:24:19: Und das ist natürlich schon ein Problem.

00:24:20: Und wenn jetzt also alles, wenn die Wirtschaft etwas hasst, dann ist es auch politische Unsicherheit.

00:24:25: Und das ist halt schon eine große Gefahr, die da jetzt im Raum steht, ob jetzt dieses Minivaktum eben durch eine Eskalation dieses Konflikts dann noch ein bisschen in sich zusammenschrumpfen könnte.

00:24:37: Ja, tut es das?

00:24:38: Johannes, sag doch mal.

00:24:40: Ja, man muss sagen, Deutschland ist natürlich eine Exportnation, aber man muss das Ganze ein bisschen ins Verhältnis setzen, was jetzt eigentlich passiert.

00:24:47: Also zum einen ist Deutschland in Amerika schon mit Zöllen belastet.

00:24:51: Die deutschen Exporte nach Amerika sind im Jahresverlauf schon um zehn Prozent zurückgegangen.

00:24:56: Jetzt kommt nochmal ein Schnaps drauf.

00:24:58: Man weiß nicht so genau, wie viel genau.

00:25:01: Zehn Prozent sind jetzt erst nochmal angekündigt.

00:25:03: Die ersten Prognosen sagen, dass das deutsche Protoinlandsprodukt um nicht einmal Null, ein Prozent reduzieren wird.

00:25:12: Es gibt auch andere Prognosen, die sehen ein bisschen größere Folgen.

00:25:16: Das ist immer ein bisschen Kaffeesatzleserei.

00:25:18: Das hat mit vielen Faktoren zu tun.

00:25:20: Können wir unsere Produkte vielleicht auch woanders verkaufen und so weiter.

00:25:23: Aber also es ist kein riesiger Schaden.

00:25:25: Andererseits muss man auch sagen, wenn man sich sowieso schon so an der Null Linie bewegt, dann sind natürlich auch kleine Rückschläge, auch symbolisch schlecht.

00:25:32: die Bundesregierung wird dann wieder vor der Situation stehen, dass sich Wachstumsaussichten verschlechtern, dass vielleicht wieder so Rezessionsmeldungen kommen.

00:25:42: Also so richtig lustig ist das alles nicht.

00:25:45: Insgesamt konjunkturär kann man noch sagen, die Exporte laufen sowieso gerade nicht gut.

00:25:50: Da ist Deutschland nicht gut aufgestellt.

00:25:51: Wir wachsen eigentlich nur aus uns selbst heraus, dank großer staatlicher Ausgaben.

00:25:57: Auch der Konsum der Leute hat ein bisschen zugelegt.

00:26:02: Aber das ist nichts, was wirklich ein substanzielles Wachstum darstellt.

00:26:09: Uns fehlen Arbeitskräfte, uns fehlt technischer Vortritt.

00:26:13: Die Kosten sind zu hoch.

00:26:14: All die bekannten Argumente, die wir auch seit Monaten hoch und runter beten.

00:26:19: Die Ausgangssituationen sind nicht gut.

00:26:21: Und es ist schon ganz interessant auch zu beobachten, hier gerade in Berlin, wie sich die Bundesregierung wirklich an jeder positiven Nachricht, die entweder vom Statistischen Bundesamt oder aus einem der Wirtschaftsverbände quasi regelrecht berauscht.

00:26:33: Also wenn da morgens ein Nachricht aufpoppt, dann wird das den ganzen Tag rumgereicht.

00:26:37: Man will die Stimmung drehen, aber das klappt natürlich auch nur, wenn das nachhaltig so ist.

00:26:42: Aber klar, es gibt jetzt Fünke und Hoffnung, dadurch das sehr viel Geld ausgegeben wird.

00:26:46: In der Tat, die Industrieaufträge, wenn man sich das anguckt, sind drei Monate nacheinander.

00:26:50: gestiegen, zuletzt um sechs Prozent im Monatsvergleich.

00:26:54: Das gab es lange nicht in der Größenordnung.

00:26:56: Im Bau sieht man, dass diese Konjunkturpakete da jetzt oder diese Sonderschulden, dass die dort jetzt so langsam ankommen in den Aufträgen.

00:27:05: Also ja, wenn ich Politiker in Berlin wäre, würde ich auch jetzt versuchen, jedes fünftige Hoffnung zu einem Feuer aufzubauschen.

00:27:14: Ja, man darf halt auch nicht vergessen.

00:27:16: fünf Landtagswahlen in diesem Jahr.

00:27:18: Vor uns in Bayern gibt es auch noch Kommunalwahlen.

00:27:20: Also das ist schon jetzt gerade für die beiden Regierungsparteien schon ein Jahr der Nagelproben, wo sie halt unter Beweis stellen müssen, ob die Wähler ihnen vertrauen oder nicht.

00:27:33: Und von daher haben wir in Berlin aber auch eben in den Bundesländern alle ein sehr großes Interesse daran, dass es jetzt hoffentlich kein Trump-Demfer gibt, auch wenn natürlich die Angst davor da ist, weil jetzt gerade Johannes hat es ja eben schon angesprochen, dieses Thema Exporte, das sind ja oft Industriearbeitsplätze, die da dranhängen.

00:27:53: Industriearbeitsplätze sind überdurchschnittlich gut bezahlt, jetzt im Vergleich zu irgendwelchen Dienstleistungsaufgaben.

00:28:00: Und da ist natürlich die Sorge schon groß, dass gerade in den Regionen Deutschlands, wo die Industrie schon viele Stellen abgebaut hat in den letzten Monaten oder es angekündigt hat, noch zu tun, dass da jetzt noch mehr Einschläge kommen könnten, wenn sich das jetzt... Eskaliert dieser Handelskonflikt.

00:28:18: Und dann die AfD ist noch einfacher hat quasi damit zu werben, dass mit ihr die Industrie wieder besser darstünde und die Wirtschaft wieder besser darstünde als mit dieser Regierung.

00:28:29: Also da spielt gerade sehr, sehr vieles mit rein.

00:28:33: Vielleicht klären wir auch einmal, Johannes, wo wir dich schon dabei haben, warum eigentlich der freie Welthande so wichtig ist.

00:28:41: Wir haben eben von Rudi Bachmann

00:28:43: gehört,

00:28:44: dass, naja, es sogar Berechnungen gibt, dass jetzt für Amerika es nicht unbedingt die Nulllinie notwendig ist, sondern ganz im Gegenteil, vielleicht so zoller von zehn, fünfzehn Prozent gar nicht so schlecht wären.

00:28:56: Was würdest du da entgegenhalten?

00:28:58: Warum brauchen wir den freien Welthande?

00:29:03: Ja, das ist eine interessante Frage, weil diese Überzeugung, dass wir diesen freien Welthandel so brauchen, tatsächlich von vielen Leuten in Frage gestellt wird.

00:29:11: Und das war lange Zeit ganz anders.

00:29:14: in der ökonomischen Theorie, ist das eigentlich seit zweihundert Jahren klar, dass ein freier Welthandel eigentlich in Summe nur Gewinner kennt.

00:29:22: Also

00:29:23: ganz einfach, wir haben zwei Länder, die zwei Güter herstellen.

00:29:27: Sagen wir mal Uhren und T-Shirts, Schweiz und Bangladesh.

00:29:31: Sagen wir mal, Bangladesh kann beides besser herstellen, günstiger herstellen als die Schweiz.

00:29:36: Dann macht es trotzdem Sinn, wenn sich jedes Land auf ein Produkt, das es vergleichsweise besser und günstiger herstellen kann, konzentriert und frei mit diesen Waren hinterherhandelt.

00:29:45: Also Bangladesh macht die T-Shirts, die Schweiz macht die Uhren, man handelt damit und am Ende haben wir mehr T-Shirts und mehr Uhren für die ganze Welt zu günstigeren Preisen.

00:29:56: Das ist die Idee des freien Handels.

00:29:59: Und seit vielen Jahren erleben wir Das eben mächtige Player, das untergraben, weil sie sich eigene Vorteile erhoffen.

00:30:08: Trump ist da das beste Beispiel.

00:30:09: Der sieht Handel so als Nullsummspiel.

00:30:12: Alles, was die anderen gewinnen, verlieren wir.

00:30:15: Das ist seine Sichtweise, die sich auch in der Bevölkerung weit verbreitet.

00:30:20: Und

00:30:21: ja, da finde ich schon gut, wenn die Europäer da dagegen halten.

00:30:24: Wenn ich kurz einhaken darf, man muss natürlich auch der Politik.

00:30:28: schon in gewisser Weise vorhalten, dass sie auch unterschätzt hat, was eben die Folgen dieser Globalisierung und der eben über viele Jahre einfach laufenden Globalisierung sind, dass nämlich dann in den Industrieregionen, sei es in den Vereinigten Staaten oder eben hier in Europa, die Fabriken schließen, Arbeitsplätze abgebaut werden, dass was an neuen Arbeitsplätzen nachkommt, wenn überhaupt jetzt vielleicht nicht ganz so attraktiv ist, wie das, was eben verloren geht.

00:30:55: Und dass das natürlich ein enormes Frustpotenzial in der Bevölkerung birgt, also das wurde dies wie jenseits das Atlantiks eben unterschätzt und wir haben mit Trump I quasi die Reaktion ja schon gesehen, also dass da eine große Unzufriedenheit ist und wenn da jemand halbwegs glaubwürdig verspricht, dass es mit ihm anders und besser wird und das eigene Land quasi wieder, also die Arbeitnehmer im eigenen Land wieder an erster Stelle stehen.

00:31:21: dann wird er gewählt.

00:31:23: Wir erleben es hier in Europa, dass Parteien wie jetzt die AfD, aber auch in Frankreich der R&D, also Marine Le Pen, da ähnlich argumentieren.

00:31:33: Also die Politik hat es halt leider versäumt, den Strukturwandel quasi zu moderieren, zu begleiten, dafür zu sorgen, dass neue Technologien gefördert werden, dass vielleicht auch wir... Digital heute deutlich besser dastehen könnten mit Digitalkonzernen, wenn wir da früher versucht hätten, ein solches Ökosystem zu fördern, die Mitarbeiter, die ihre Jobs verlieren, in den angestammten Industriekonzernen weiter zu qualifizieren, dass sie was anderes machen können.

00:32:00: Also da rechts sich tatsächlich einfach das politisch nicht nur hier, aber eben auch hier einfach laufen gelassen wurde.

00:32:10: Hätte man es denn besser machen können?

00:32:12: Johannes, bist du der Meinung, dass das Konzept, was sich in der Theorie sehr gut anhört, klingt überzeugend, dass sich das auch politisch sind vor Umsätzen ist?

00:32:25: Da waren unsere Großökonomen auf einem Auge blind.

00:32:28: Die haben das auch, haben viel zu spät darauf hingewiesen, dass es regional auch viele Verlierer geben wird.

00:32:34: In Amerika sieht man das sehr gut und dazu intervenieren.

00:32:39: ist nicht so leicht, weil da ist man auch sehr schnell an so einem Staatsinterventionismus, wenn man dann sagt, was machen wir denn jetzt mit den Leuten, die ihre Arbeitsplätze verlieren?

00:32:49: Aber Julia hat die Punkte genannt, also frühzeitige Weiterbildung, Strukturpolitik.

00:32:54: Da gibt es auch schon Instrumente, die man da anwenden kann.

00:32:58: Also besser als jetzt.

00:33:00: Ich meine, die Bundesregierung hat oder die Ampelkoalition, auf die geht das zurück, hat den vier großen Stahlherstellern in Deutschland Subventionen von sieben Milliarden Euro.

00:33:08: zusammen versprochen, um quasi die Arbeitsplätze zu erhalten und die Transformationen zu unterstützen.

00:33:14: Ich meine, das ist für vier Unternehmen schon echt irre viel Geld.

00:33:18: Und wenn ich mir so angucke, wie die Situation an den Schulen ist, ja, Bildung ist Ländersache, weiß ich alles, also es ist nicht eins zu eins zu vergleichen.

00:33:26: Aber dann muss man sich halt schon fragen, sind das jetzt wirklich die richtigen Prioritäten?

00:33:30: Aber gerade in einem föderalen System wie dem unseren, es ist immer irgendwo eine Wahl, die bevorsteht, es gibt immer Ja, irgendwo das Bedürfnis, dass man jetzt schnell quasi Aktionen und Tatkraft zeigen muss, dass man versucht die Arbeitsplätze zu sichern.

00:33:45: Also ja, ich stimme völlig zu, das ist politisch total heikles Thema.

00:33:51: Aber ich glaube schon, dass man es irgendwie angehen muss und auch zumindest besser erklären muss, was da passiert.

00:33:55: Und ich meine, ja, jetzt stecken wir halt weltwirtschaftlich in einer echt sehr, sehr schwierigen Lage mit Trump.

00:34:03: Das ist jetzt nicht der Zeitpunkt über die großen und quasi Reformen zu reden, wie wir das jetzt ja alles umstrukturieren.

00:34:10: Jetzt diese Woche geht es jetzt erstmal darum, wie man versucht, diese Trumpsche Offensive wieder in den Griff zu kriegen.

00:34:17: Aber ich glaube, langfristig ist das schon was, den muss ich die Politik stellen.

00:34:20: Ja,

00:34:21: aber interessant, dass du das sagst, jetzt ist nicht die Zeit, der vergangene Woche oder am Anfang des Jahres, wir sind ja erst in Mitte Januar erschreckenderweise, hat Kancer Merz es ja ausgegeben, die CDU ist jetzt einfach, hat drei Ziele, Wachstum, Wachstum, Wachstum, so heißt es jetzt immer, die SPD hat ihre eigene Vorstellung davon, wie sie die Wirtschaft, also... wie auch immer, jetzt von den Kranken spannend einnimmt, wie auch immer.

00:34:51: Also was passiert jetzt in den nächsten Wochen?

00:34:53: jetzt, unabhängig von dieser aktuellen Krisenmanagement, dass wir noch nicht so richtig absehen können?

00:35:02: Ja, es wäre wahrscheinlich ganz gut, wenn wir irgendwie mal aus diesem Krisenmanagement Modus rauskemmen.

00:35:06: Aber ich sehe es tatsächlich im Moment noch nicht.

00:35:09: Also jetzt in Berlin ist die große Herausforderung dieser Koalition jetzt erstmal ein Haushalt.

00:35:16: für die Folgejahre aufzustellen.

00:35:19: Das geschieht klassischerweise jetzt im Frühjahr, Februar, März.

00:35:23: Und für dieses Jahr ist die Lücke jetzt relativ überschaubar.

00:35:27: In Anführungszeichen ungefähr zehn Milliarden Euro.

00:35:30: für die beiden kommenden Jahre ist sie deutlich größer.

00:35:33: Also letztlich geht es jetzt erstmal darum irgendwie Geld einzusparen,

00:35:37: was

00:35:37: bekanntlich überhaupt nicht leicht ist, weil kein Ministerium Geld einsparen will.

00:35:43: Diese ganzen Ankündigungen, dass man Subventionen, die vielleicht jetzt so nicht mehr so ganz industriepolitisch sinnvoll sind, streicht und sie in sinnvollere Bereiche umlenkt.

00:35:54: Ich höre es immer wieder, aber tatsächlich sehe ich das aktuell noch nicht.

00:35:58: Und meine Befürchtung ist so ein bisschen, dass die Debatte der kommenden Wochen, wenn jetzt Trump eben wieder etwas abgeäppt ist, sich sehr stark um diese Frage Steuersenkungen oder Steuererhöhungen.

00:36:10: konzentrieren wird.

00:36:11: Jetzt, die SPD hat ja schon quasi ihr Erbschaftsteuerkonzept vorgestellt.

00:36:17: Sie macht bei jeder Gelingenheit deutlich, dass aus ihrer Sicht die Lücken im Haushalt auch durch Steuererhöhungen jetzt bei der Einkommenssteuer für die besonders, für die Menschen mit besonders hohen Einkommen, dass es auf diese Weise geschlossen werden sollte.

00:36:30: Die CDU sagt mehr oder weniger kategorisch nein, geht gar nicht.

00:36:34: Also keine Steuererhöhungen.

00:36:36: Und Ja, vor diesem Wochenende war das eigentlich so eines der dominierenden Themen hier in Berlin.

00:36:42: Wie findet man aus diesem Kreislauf wieder raus oder aus dem Teufelskreis wieder raus?

00:36:47: Und jetzt

00:36:48: stehen wir da.

00:36:50: Ich kann dir die Antwort nicht geben.

00:36:51: Ich weiß nur, also was sicher ist, dass wenn jetzt diese Woche mit Davos und also den Trump festspielen, dann vorüber ist und es vielleicht wieder etwas mehr in Richtung der klassischen Innenpolitik in der Wirtschaftspolitik geht.

00:37:05: dass das dann eine der großen Fragen ist und da liegen halt beide Parteien wie so oft auch schon im vergangenen Jahr weit auseinander.

00:37:13: Ich würde dir zustimmen, dass die ersten Wochen des Jahres nicht gerade Hoffnung gemacht haben, was jetzt den Zusammenhalt in der Koalition angeht und auch in eine Richtung zu laufen.

00:37:22: Aber ich würde auch sagen, eine Sache ist dies ja auch dann vorbei.

00:37:25: Jetzt wurde viel in Fachkommissionen ausgelagert, um Reformvorschläge zu erarbeiten.

00:37:30: Und die kommen ja jetzt irgendwann.

00:37:32: Also Ende März kommt die Kommission die Vorschläge für die Gesundheitspolitik macht.

00:37:37: Danach wird die Rentenkommission Vorschläge vorliegen.

00:37:40: zur Pflege haben wir jetzt Vorschläge, die nicht sonderlich weitreichend sind, aber immerhin mal vorlegen.

00:37:44: Und ich denke schon, dass die Minister, die dafür zuständig sind, dann auch liefern werden.

00:37:48: Ich glaube, das wird März den Knallhardt gesagt haben, dass da nichts mehr ist mit Rumeiern.

00:37:54: Also ich denke mal, bis zur Sommerpause werden wir in diesem ganzen Bereich Sozialreformen schon das eine oder andere greifbare sehen.

00:38:02: Und das kann dann natürlich auch Erstens die Stimmung ein bisschen drehen und zweitens dann hoffentlich in absehbarer Zeit auch diese hohe Abgabenlast, die wir in Deutschland haben.

00:38:11: Zumindest diesen Anstieg ein bisschen eindämmen.

00:38:13: Und das wäre, glaube ich, ein positives Signal, um jetzt mal positiv zu sprechen.

00:38:17: Ein bisschen für eine Stimmungsumkehr im Laufe des Jahres hoffentlich sorgen könnte.

00:38:21: Kein

00:38:22: Rumgeeier mehr.

00:38:23: Ja, das wäre was.

00:38:24: Das ist doch mal ein schöner Ausblick für die nächsten Wochen und Monate.

00:38:29: Dann treffe ich uns spätestens wieder, wenn erste Vorschläge auf dem Tisch liegen.

00:38:33: Eigentlich müssen wir noch mal über die Erbschaftssteuer reden.

00:38:36: Da vertagen wir uns.

00:38:37: Aber seid herzlich wieder eingeladen bei nächster Gelegenheit.

00:38:40: Herzlichen Dank an euch, an dich Johannes in Frankfurt und an dich hier

00:38:44: Julia in Berlin.

00:38:46: Vielen Dank.

00:38:50: So, das war ja also der FHZ Podcast für Deutschland.

00:38:53: Heute mit einem Thema, das uns leider leider in den nächsten Tagen wohl noch öfter beschäftigen wird.

00:38:59: Das übernimmt dann die Kollegin Kathi Schneider ab morgen für den Rest der Woche hier auf diesem Kanal.

00:39:06: Aber sie können mir natürlich gerne schon ihre Rückmeldung geben.

00:39:10: Was halten Sie denn eigentlich von diesen Zölln und von all dem, was da aus den Vereinigten Staaten immer zu uns rüber schwappt?

00:39:19: Und was halten Sie von unserem Roundtable-Format?

00:39:21: Auch das würde mich interessieren, deswegen melden Sie sich gerne wie immer unter podcast.atfaz.de.

00:39:29: Ich darf mich noch bedanken bei Johanna Westermann, Kevin Gremmel und Kathi Schneider für die Mitarbeit hier an diesem Podcast.

00:39:37: Ich sage, machen Sie es gut und bis bald.

00:39:41: Tschüss!

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

Sie können den Podcast auch hier hören: www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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