F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:15: Ja, der US-Präsident liebt Europa, will, dass es Europa gut geht und Europa.

00:00:21: sei auf den falschen Weg geraten.

00:00:23: Das ist schon mal ein Auszug aus seiner Rede heute in Davos.

00:00:26: Ich kann Ihnen sagen, es war ein wilder Vormittag.

00:00:28: Wir haben diese Sendung hier mindestens dreimal neu gedacht und geplant, denn es war lange nicht klar, wann Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum, den jetzt tatsächlich stattfinden wird.

00:00:39: Alle Augen haben sich auf ihn gerichtet und darauf, was er vor allem zu seinen Grünlandplänen zu sagen hat.

00:00:45: Und die Stimmung im Schweizer Skiort, die das sei schon mal vorausgeschickt war und ist angespannt.

00:00:51: Wir sind natürlich mit mehreren FAZ-Kollegen vor Ort.

00:00:54: Ich schalte gleich zuerst zu unserem Digital-Herausgeber Karsten Knub, der die Rede aus Nextanil mitverfolgt hat.

00:01:00: Und danach spreche ich mit meinem Kollegen Patrick Bernau, Leiter der Wirtschaftsredaktion in der Sonntagszeitung.

00:01:06: Herzlich willkommen also beim FAZ-Podcast Deutschland an diesem Mittwoch, den einundzwanzigsten Januar.

00:01:11: Ich bin Kathi Schneider.

00:01:12: Schön, dass sie dabei sind.

00:01:21: Ein bisschen chaotisch gewesen, aber im dritten Anlauf schaffen wir es jetzt hoffentlich gar nicht so einfach gewesen für Karsten Knob ein ruhiges Plätzchen zu finden.

00:01:29: Ziemlich chaotisch bei euch.

00:01:30: Aber jetzt erstmal Hallo nach Davos an unseren Herausgeber, Karsten Knob.

00:01:34: Hallo liebe Kathi nach Frankfurt.

00:01:36: Ja hier in Davos ist alles einfach.

00:01:39: Und es sind unglaublich viele Menschen da und ganz viele Kollegen natürlich auch, die sich jetzt um die Rede von Donald Trump kümmern.

00:01:46: Und in unserem Pressezentrum hier findet man wirklich keine ruhige Ecke mit einem funktionierenden WLAN.

00:01:52: Und jetzt ist das halt das Schweizer Mobilfunknetz.

00:01:55: Ja, aber wir hören dich jetzt gut.

00:01:56: Ich hoffe, die Verbindung hält.

00:01:58: War ja ein riesiges Hin und Her heute Vormittag, muss man sagen.

00:02:01: Das große Warten auf Donald Trump.

00:02:03: Und da gab es auch ein bisschen Verwirrung.

00:02:04: Was war denn da eigentlich los?

00:02:06: Donald Trump war losgeflogen mit seiner Air Force One und dann war er kaum über dem Atlantischen Ozean und es gab ein kleines technisches Problem.

00:02:15: Man hört, dass in der Kabine, in der die mitfliegenden Journalisten untergebracht waren, auch kurz das Licht ausgefallen war, dann fiel die Entscheidung der Crew V. Caren um und der amerikanischen Präsident hat nicht nur eine Air Force One, sondern eine zweite.

00:02:29: und dann ist man umgestiegen in der Andrews Air Force Base wieder geflogen und offenbar schnell genug umkünftig hier in Davos.

00:02:36: Also die Rede hat dann doch pünktlich begonnen um vierzehn Uhr.

00:02:39: dreißig war ja auch eine lange Rede über eine Stunde.

00:02:42: kommen wir mal direkt zu dem Punkt auf den ja alle gewartet haben und zwar Grönland.

00:03:09: Ja, und später in der Rede hat er dann noch das hier gesagt.

00:03:27: Also, er sagt, er hat großen Respekt vor Grönland und den Dänen, aber wie dumm waren die USA, Grönland an Dänemark zurückzugeben nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:03:36: Stimmt das denn eigentlich überhaupt, was er hier sagt?

00:03:39: Bei Donald Trump muss man bei allem, was er da gesagt hat, passt einem eigentlich nochmal genauer hinkucken, ob es denn wirklich so zu hundert Prozent stimmt.

00:03:47: Auch hier würde ich mal sagen, dann kann man das so wie er argumentiert auf halb Europa übertragen, weil die amerikanische Armee hat nach dem Ende des zweiten Weltkrieges eigentlich halb Europa besetzt und natürlich auch Dänemarko Freit und damit auch Grönland und den Anführungsstrichen gehörte denen damit dann ja alles, so halt eben auch Grönland, aber eben auch Frankreich.

00:04:10: Also diese Argumentation könnte man auf viele Länder übertragen.

00:04:15: und nun er macht das jetzt mit gutem Land.

00:04:18: Und er hat klar gemacht, dass Leasing oder Ähnliches nicht infrage kommen würde.

00:04:35: Also damit räumt er ja schon alle gerade im Raum stehenden Alternativ-Lösungen eigentlich ab.

00:04:40: Oder?

00:04:41: Ja, und es ist für mich auch überhaupt keine Überraschung.

00:04:44: Hier in der Wurst laufen wirklich viele sogenannte Fachleute rum, die sagen, naja, so... Nehmt das nicht so ernst, man wird sich da schon irgendwie einigen können und vielleicht kann man ja auch die Hälfte verließen oder einfach nur diese Standorte oder man schenkt halt die Standorte, nein, er will die ganze Insel, er will die ganze Insel besitzen, er kommt aus der Immobilienbranche, er weiß, dass nur Eigentum wirklich zählt und das hat er hier heute sehr deutlich gemacht.

00:05:08: Aber immerhin, er will es sich nicht mit Gewalt holen, sagt er?

00:05:12: I won't do that, okay?

00:05:15: Now everyone's saying, oh, good.

00:05:25: Er will keine Gewalt anwenden.

00:05:27: Ja, das ist ja schon mal eine gute Nachricht, aber man stelle es sich mal vor, er würde es tun wollen.

00:05:34: Aber, also, davor zurückschreckend hat er die Europäer und seine NATO-Alliierten hier wirklich erpressen.

00:05:42: Er hat mehrfach gesagt, er will Grünland haben.

00:05:46: Und er hat auch überhaupt keinen Verhandlungsspielraum belassen.

00:05:50: Er hat mehrfach vorgetragen, dass die Amerikaner, die NATO in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten zu, wie er sagt, hundert Prozent bezahlt und getragen hätten, dass wir ohne Amerika nicht existieren würden.

00:06:03: Und diese Ansage ist unwissverständlich.

00:06:07: Und ja, ein militärischer Einmarsch ist das nächste aber ein verbaler Sprohn.

00:06:13: Was ich nicht verstanden habe, Carsten, ist mir schon bitter aufgestoßen, als ich diese Rede geguckt habe, weil er sagte ja dann irgendwann, ja, ich könnte jetzt auch noch ein paar Worte zu Grönland verlieren, wollen sie, dass ich das tue?

00:06:24: und dann gab's gelächter im Saal.

00:06:31: Also es ist ja wirklich, man muss sagen, als es zu Beginn auf den Tisch kamen, haben das auch alle als lächerlich abgetan.

00:06:36: Mittlerweile ist es aber auch einfach nicht mehr lächerlich.

00:06:38: Also was haben die Europäer da gerade noch zu lachen?

00:06:42: Es gibt ja so unterschiedliche Arten von Lachen.

00:06:45: Das waren nervöses Lachen.

00:06:47: Oder man lacht ja auch manchmal so aus Unsicherheit heraus und genau so würde ich das charakterisieren.

00:06:53: Und der Mann hat, wenn er will, Charme.

00:06:57: Also der ist in New York im Großbürgertum aufgewackt und der weiß auch eine Gruppe zu spielen und der kann auch charmant sein.

00:07:05: und an den Stellen, wo er das dann mal macht und alle gleich erleichtert und lachen mal kurz.

00:07:11: Aber mehr ist es auch wirklich nicht.

00:07:13: Daran an diesem Thema ist nicht zum Lachen.

00:07:17: Und bleiben wir mal bei den Reaktionen.

00:07:20: Wir hatten ja gerade über Gewaltanwendungen gesprochen, die er ja wohl ablehnt.

00:07:25: Also gab es denn darauf eine direkte Reaktion im Saal?

00:07:28: Nein, im Publikum war die ganze Zeit schweigen.

00:07:32: Er hat am Ende auch nur überschaubar wenig Applaus bekommen.

00:07:39: Makani, der Premierminister von Kanada, hat gestern sehr viel mehr Zustimmung erfahren, sehr viel mehr Ablaus bekommen.

00:07:48: Hier bei Trump gab es nicht einmal Zwischenablaus, kein Fischenruf oder irgendein zustimmendes Gemurmel.

00:07:54: Man hat mehr oder weniger schockiert zugehört.

00:07:59: Und man muss ja auch sagen, dass es ja gleichzeitig eine Drohung, aber auch eine Entschärfung ist, oder wie siehst du das?

00:08:05: Ja, wenn du meinst, dass das Wort Sölle in dem Kontakt Röhnland nicht in den Mund genommen hat, dann war es an der Stelle eine Entschärfung.

00:08:15: Er ist ja auch ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten bei diesem Thema geblieben und auch oft dahin zurückgesprungen.

00:08:21: Kann man sagen, dass das sein wichtigstes Anliegen auch war?

00:08:23: Das war ein wichtiges Anliegen.

00:08:26: Es war ihm aber auch sehr wichtig.

00:08:28: uns Europäern zu sagen, was bei uns ja alles falsch läuft und dass man sich in Teilen unserer Länder nicht mehr aufhalten möchte, weil wir eine falsche Einwanderungspolitik betreiben, dass wir zurückfallen, weil wir eine falsche Wirtschaftspolitik betreiben, dass wir nicht genug in unsere Sicherheit investiert haben, dass unsere Energiepolitik furchtbar sei, dass man die ganzen Windräder komplett lassen könnte, so wie er das auch macht, weil uns die Chinesen... Weil dann die Chinesen sowieso alle Windräder verkaufen, die sie selber nicht benutzen.

00:09:01: Natürlich alles Harnedüchen.

00:09:03: Aber ja, also das war ihm auch sehr wichtig zu sagen, dass Europa auf dem völlig falschen Weg ist.

00:09:10: Und was er auch gemacht hat, war den Ukraine-Krieg mit der Grönland-Frage zusammenzubringen.

00:09:16: Präsident Zelinski, und ich denke, er möchte eine Rede machen.

00:09:22: Ich werde ihn heute treffen.

00:09:25: Er might be in the audience right now.

00:09:28: But they got to get.

00:09:30: that war stopped.

00:09:31: Too many people are dying, needlessly dying.

00:09:35: Too many souls are being lost.

00:09:36: It's the only reason I'm interested in doing it.

00:09:40: But in doing it, I'm helping Europe, I'm helping NATO.

00:09:43: And until the last few days, when I told them about Iceland, they loved me.

00:09:49: Er wird mit Putin und Zelenski sprechen, will einen Deal machen, hilft also Europa.

00:09:53: Also nach dem Motto, ihr kriegt was und dafür bekomme ich was zurück.

00:09:56: Das lieb aber sehr nebulös.

00:09:59: Er hat das gemacht.

00:10:00: Er hat das verknüpft, haben wir jetzt ja auch gerade gehört, aber es ging danach nicht weiter.

00:10:04: Und er hat oft danach in einer kurzen Befragung, die sich noch Anschluss an seine Rede Dazu nur gesagt, dass Putin und Zelenski sich nicht verstüllen, sich behasten und das sei schlecht und sie seien ja nicht dumm und das müssten sie überwinden und dieser Krieg sei dumm und er sei sich sicher, die seien bereits zu einem Deal, aber ja, also genauer wurde es nicht.

00:10:27: Zelenski ist ja auch hier ein Servus, er wird auch heute noch mit ihm reden, noch einen Hintergrund mit Zelenski geben, wo ich auch dabei sein darf für hier die sogenannten Medialieders.

00:10:38: Bin mal gespannt, meine Erwartung ist aber niedrig.

00:10:41: Also er sagt uns ja schon die ganze Zeit, die beiden wollen eigentlich bieten und dann doch nicht.

00:10:47: Es ist doch eher das doch nicht.

00:10:48: So und das Miteinander zu verknüpfen.

00:10:50: Ja, wie soll das funktionieren am Ende, Willer?

00:10:52: Und dann hier die Europäer alleine lassen rund um die Hilfe für die Ukraine auch.

00:10:58: Das hat er ja schon mehrfach in der Vergangenheit angedroht und dann doch nicht gemacht.

00:11:03: Da ist er sehr, sehr schwer zu lesen.

00:11:04: Also deine Fragen fielen ja auch darauf ab, irgendwo sich zu erklären zu können, wie er das denn mit Grönland schaffen will.

00:11:12: und die Frage muss an so einem Tag heute offen bleiben.

00:11:17: Okay, dann schließen wir das doch mal an der Stelle.

00:11:19: Aber man muss ja sagen, All eyes on Trump.

00:11:21: Klar, ich habe in der Vorbereitung heute auch gedacht, dass man ihm ja einfach schon diese Bühne gibt und auch gefühlt mehr als einem anderen US-amerikanischen Präsidenten.

00:11:31: Aber diese Bühne, die er sich ja auch immer wünscht, also das hat dieses Ganze hin und her ja auch gefühlt nochmal verstärkt.

00:11:36: Wie siehst du das?

00:11:38: Donald Trump nimmt sich einfach reine Bühne.

00:11:42: Und völlig unabhängig davon, ob er auf einer tatsächlichen Bühne an einem Mikrofon steht oder auch nicht Donald Trump schafft ist.

00:11:52: Und das ist sein größtes Talent als Reality TV Star jeden Tag eine Fortsetzungsfolge Geschichte mit uns allen hier in der Welt zu inspinieren.

00:12:29: Sleeppy

00:12:30: Joe, ja?

00:12:31: Ich habe keine Strichliste gemacht, aber häufiger als zehnmal war das auch in dieser Rede, da bin ich mir sicher.

00:12:37: Ja, also das ist sein größtes Talent und sein größter Wunsch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Welt zu stehen.

00:12:45: und die Welt ist so eine Bühne.

00:12:47: Man hat ja schon den Eindruck, dass er wirklich auch hier wieder von allen hoofiert wird.

00:12:51: Und da hat zum Beispiel Gavin Newsom, demokratischer Gouverneur aus Kalifornien schon gestern in Davos mehr als nur klare Worte an die Europäer gerichtet.

00:12:59: Nobel-Prizes, sie werden weggegeben.

00:13:01: Ich meine, es ist einfach empathisch.

00:13:07: Und ich hoffe, dass die Leute verstehen, wie empathisch sie sich in der Welt sehen.

00:13:21: Ich meine, zumindest aus einer amerikanischen Perspektive.

00:13:28: Es ist ein Embarrasser.

00:13:30: Ja, also wir haben das jetzt mal bewusst nicht übersetzt an der Stelle, damit man mal genau den Ton hört von Newsom, wie er in Richtung der Europäer spricht.

00:13:37: Aber er sagt hier, dass sie sich aufraffen sollen, dass sie sich aufhören sollen, mitschuldig zu machen.

00:13:42: Dass es Zeit ist, Rückgrat zu zeigen.

00:13:45: Er hätte Knieschoner mitgebracht für die Staats- und Regierungschefs oder hätte mitbringen sollen, nicht mitgebracht.

00:13:51: Und er sagt, es ist erbärmlich.

00:13:53: Es ist peinlich, wie die Europäer zumindest aus amerikanischer Sicht auf der Weltbühne ... Da stehen, hat er da den Nagel auf den Kopf getroffen, Carsten?

00:14:05: Ja, ich denke Gavin Newsom, der Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien, der ja in der demokratischen Partei einer der Hoffnungsträger ist und auch wahrscheinlich gerne wollen würde gegen Donald Trump bei der nächsten Wahl anzutreten, bzw.

00:14:19: Trump tritt dann ja hoffentlich nicht mehr an.

00:14:24: Man weiß es nicht, gegen seinen potenziellen Nachfolger anzusehen, bringt bestimmt die Stimmung derjenigen auf den Punkt, die es jetzt nicht so mit Trump halten.

00:14:32: Es gibt genug, die es mit Trump halten, aber Gavin Newsom ist bestimmt derjenige, der das Schaftamt orientiert ist und auch am Emotionalen die Aufmerksamkeit auf sich zu dienen für die Antithese.

00:14:44: Und so aus europäischer Sicht würden ja wahrscheinlich auch die meisten sagen, Gavin Newsom hat recht mit seinen Beobachtungen.

00:14:50: Absolut.

00:14:52: Aber jetzt mal abgesehen vom US-Präsidenten, wenn man das dann überhaupt so sagen kann, wie ist denn die Stimmung allgemein?

00:14:59: Du bist ja auch schon seit gestern da, wie hast du das wahrgenommen, gestern und heute?

00:15:05: Ja, sogar schon seit Sonntag, obwohl das Forum erst gestern so richtig losgegangen ist, aber es passiert auch vorher schon sehr viel.

00:15:13: Die Allermeisten sind schon vorher da, man kann schon viele Gespräche führen, bevor man dann hier auch das Konferenzprogramm noch mit berücksichtigen muss.

00:15:21: die Menschen, die man hier trifft, sind alle angespannt, so wie wir alle.

00:15:29: Ob man jetzt eine Unternehmen führt oder zu Hause in der Familie, jeden fasst das ja gleich an.

00:15:34: Bei jedem löst dieselbe Ungewissheit aus.

00:15:37: Und gut, also bei Unternehmensführern ist Ungewissheit jetzt besonders schlecht, weil man damit nicht wirklich planen kann, wenn man investieren will.

00:15:46: Und das wissen auch die amerikanischen Gouverneure, die in großer Zahl, also nicht nur Gavin Newsom, ist ja hier auch viele seiner Kollegen aus anderen Bundesstaaten, das sind immer die obersten Wirtschaftsförderer ihres jeweiligen Bundesstaats.

00:15:57: und die Blicken, das haben sie heute auch klar gesagt, mit großer Sorge auf dieses hin und her, weil das Investoren verunsichert und das spiegelt sich aufs Umweltwirtschaftsforum, wo es sehr stark darum geht, ja auch immer schon ging auf Donald Trump.

00:16:11: hielt miteinander abzuschließen, merkt man das stört und es verstört die Menschen.

00:16:16: Und wenn du das mit Davos in früheren Jahren vergeleist?

00:16:21: In den fünfzehn, sechzehn Jahren, in denen ich bis jetzt hier zum Weltwirtschaftsprogramm gefahren bin, gab es Jahre dazwischen, die waren unbeschwerter.

00:16:30: Übrigens nur relativ wenige, weil es gab natürlich auch eine Finanzkrise, es gab eine globale Pandemie.

00:16:38: Immer wieder Sorgen, die die Welt umtreiben, die hier für schlechte Stimmung in Davos, dann auch Sorgen.

00:16:46: Es gab ein paar Jahre, da dominierte der technologische Fortschritt.

00:16:51: Und wenn du mich jetzt fragst, dann war Davos vor drei Jahren mein besteriger Favorit, weil das ganze Konferenzprogramm war aufgestellt.

00:17:00: Und keiner hatte die generative künstliche Intelligenz, also Churchill GPT auf dem Radar.

00:17:07: was vor drei Jahren kurz vorher veröffentlicht worden war.

00:17:11: Und alle Gespräche gingen nur darum und man merkte, wow, man hat hier in Davos wirklich etwas entdeckt, was in den nächsten Jahren die Welt in Arpen halten wird und genauso ist es ja auch gekommen.

00:17:21: Und da stehen wir immer noch am Anfang.

00:17:24: Und wegen dieses Aha-Moments, wegen dieses Türöffnende Moment, um zu erleben, wie das so eine selbst ernannte globale Elite hier im selben Moment erreicht, das war bis jetzt mal ein faszinierender Davos.

00:17:36: Ja, und davon sind wir heute malenweit entfernt.

00:17:40: Kann man, glaube ich, so sagen, was steht denn noch an Carsten heute oder auch morgen?

00:17:44: Was steht auf deinem Plan?

00:17:45: Ja, also heute Abend veranstaltet die FATZ zusammen mit anderen Partnern aus unserer Frankfurter Heimat hier einen Empfang.

00:17:53: Frankfurt Mietzervost, darauf freue ich mich sehr.

00:17:56: Und morgen früh geht der Tag mit dem schon erwähnten Gavin Newsom weiter, der hier eine eigene Session hat, wo ich hingehen werde, Gavin Newsom.

00:18:05: Kenne ich auch noch persönlich von ganz früher, als ich Großmondent in San Francisco war und er der Bürgermeister werden wollte.

00:18:10: Da waren wir mal zusammen Mittagessen.

00:18:12: Also da freue ich mich auch niedersehen.

00:18:14: Und dann kommt unser Bundeskanzler morgens.

00:18:16: Ja.

00:18:17: Und das Hintergrundgespräch mit Silenski findet ihr auch noch statt, ne?

00:18:20: Das ist dann noch ungewöhnbar danach.

00:18:23: Alles klar.

00:18:23: Dann danke dir jetzt erstmal Carsten für deine Einschätzung und die Eindrücke.

00:18:29: Und lesen kann man dann von dir online und auch in der Zeitung.

00:18:32: Danke dir sehr.

00:18:34: Das ist

00:18:41: also die ersten Eindrücke nach der Trump-Rede von unserem Digital-Herausgeber Carsten Knob.

00:18:46: Worauf Trump ja bei der Rede eher verzichtet hat, war neue Zolldrohungen auszusprechen.

00:18:52: Er hat natürlich darüber gesprochen, wie sehr die Zölle die amerikanische Wirtschaft florieren lassen.

00:18:58: Welche Rolle das hier gespielt hat und auch noch spielen wird.

00:19:01: Darüber spreche ich jetzt mit meinem Kollegen Patrick Bernau, Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

00:19:08: Hi Patrick.

00:19:10: Ja, du bist ja auch schon einige Tage in Davos.

00:19:13: Bevor wir zu den Zöllen kommen, erst mal die Frage, wie groß war und ist denn eigentlich das Grönland-Thema bei all den Gesprächen, die du so mitverfolgt hast?

00:19:21: Das Thema ist unglaublich groß und zwar über die reine Sachfrage raus.

00:19:27: Das Thema hat... schon fundamental an den Grundfesten der amerikanische europäischen Beziehung gerüttelt.

00:19:36: Und jetzt muss man in den nächsten Tagen sehen, wie weit das sich alles wieder kittet oder ob da ein Grundmistrauen in Zukunft bleibt.

00:19:45: Du hast ja gestern auch schon über den Auftritt von US-Finanzminister Scott Bessent berichtet, der ja im Grunde in Richtung der Europäer gesagt hat, entspannt euch mal.

00:20:00: Ja, sollten die Europäer das eigentlich als Beruhigung verstehen oder eher als Drohung?

00:20:06: wirklich noch nicht so genau wusste.

00:20:08: Wollte er sagen, droht nicht mit Gegenzollen, weil es für euch dann nicht gut ausgeht.

00:20:14: Oder wollte er sagen, droht nicht mit Gegenzollen, weil es für euch gar nicht so schlecht ausgehen wird, wie ihr jetzt denkt.

00:20:20: Das war das, was sich jeder rein interpretieren konnte.

00:20:23: Erbessent hat ja auch noch mal ziemlich deutlich nachgelegt.

00:20:29: Das Schlimmste, was Länder machen können, ist, gegenüber den USA zu eskalieren.

00:20:33: China hat nach dem zweiten April genau das getan, beim Zollstreit.

00:20:37: Und dann sind wir in eine ziemlich unglückliche Situation gerutscht.

00:20:41: Am Ende lagen wir bei hundredfünfvierzig und hundertzwanzig Prozent.

00:20:44: Durch Präsident Trumps gutes Verhältnis zu Xi ist es uns dann aber gelungen, die Beziehung wieder zu stabilisieren und für mehr Sicherheit zu sorgen.

00:20:52: Also erwand auch hier wieder davor, ihr Europäer, wenn ihr nicht das macht, was wir wollen, jetzt in Bezug auf Zölle auch, werden die Beziehungen drunter leiden?

00:20:59: Das ist eine Drohung natürlich, die aus der aktuellen US-Regierung immer wieder kommt.

00:21:05: Wie das in der Praxis ist, da gibt es ja geteilte Ansichten drüber.

00:21:09: Manche Leute sind auch ganz gut durchgekommen, wenn sie sich dann doch entgegengestellt haben, auf die eine oder andere Weise.

00:21:15: China zum Beispiel, ne?

00:21:16: China, man kann auch sagen, dass es für Europa durchaus hätte schlimmer ausgehen können.

00:21:22: Und was da im Einzelnen, wie passiert das, da verliert man ja dann auch immer schnell den Überblick drüber.

00:21:28: Aber nach meiner Beobachtung war es sicher nicht falsch, dass die EU einen gut gefüllten Instrumentenkasten mit eigenen Zeltrohungen

00:21:37: hat.

00:21:37: Aber würdest du sagen, dass China am Ende nicht von der Eskalation in anderen Zeichen eher profitiert hat?

00:21:43: Das kann man durchaus zu sehen.

00:21:44: und insofern natürlich sagt eine amerikanische Regierung, die verhandeln möchte, so wie jeder, die in der Verhandlung geht am besten.

00:21:53: Ach, du musst mir eigentlich gar nicht widerstehen, es bringt ja sowieso nichts.

00:21:56: Gib am besten gleich nach.

00:21:58: Ich würde ja jeder gerne seinem Verhandlungspartner sagen, ob das wahr ist oder nicht.

00:22:02: Das ist natürlich eine ganz andere Diskussion.

00:22:04: Jetzt hat ja Trump die Zölle in seiner Rede heute eher weniger angesprochen.

00:22:09: Meinst du, er hat das auch nicht gemacht, weil eben Bessent gestern schon vorgeschossen hat, sozusagen?

00:22:15: Ich denke manchmal an das, was unser Washington-Korrespondent Wiener von Peter Stoff sagt.

00:22:20: Man muss Trump immer ernst nehmen, aber nicht unbedingt wörtlich.

00:22:24: Und vielleicht war es auch das, was Bessent probiert hat, uns durch die Blume zu sagen, mit Formulierungen, die sein Chef angemessen findet.

00:22:33: Das würde dazu passen, dass Trump Grönland heute zumindest gegenüber den Ängsten, die es in Davos gab, dann doch deeskaliert hat.

00:22:45: Ja, und was er auch gesagt hat, macht mal langsam.

00:22:48: Trump wird ja morgen hier sein.

00:22:50: Hat er da auf die Gegenzölle in Höhe von dreiundneinzig Milliarden Euro angespielt, die die EU ja plant?

00:22:58: Man kann darauf spekulieren, dass er ... die Europäer ein bisschen vom Baum holen wollte und sagte, jetzt hört mal ab, redet erst mal mit Trump und dann guckt ihr noch mal, ob ihr hinterher wirklich diese Zolldrohungen noch für nötig haltet.

00:23:10: Kann man spekulieren, hat er so nicht gesagt, wirklich, aber... Das war eine der beiden möglichen Lesarten.

00:23:16: Und jetzt, direkt nach Trumps Rede, neige ich eher dieser Lesart zu.

00:23:22: Aber ehrlich gesagt, wie ich das morgen früh sehe, weiß ich noch nicht.

00:23:25: Aber wie ist das denn, Patrick?

00:23:26: Also Thema Gegenmaßnahmen, Gegenzölle, dreiundneinzig Milliarden Euro.

00:23:30: Spielen die gerade eine Rolle in Davos?

00:23:32: Wird darüber gesprochen?

00:23:33: Was bekommst du damit?

00:23:34: Jeder Unternehmensvertreter, mit dem ich gesprochen habe, war nicht begeistert von Zöllen.

00:23:37: Hat diese Drohungen aber vollkommen nötig erachtet.

00:23:40: Und wenn es bei dem alten Zoll, ich dann ... bleibt, sind ja jetzt, vor zwei Jahren wäre da noch niemand froh gewesen, aber jetzt wären alle froh, wenn es bei dem alten Solstand bleibt.

00:23:51: Die Angst ist viel mehr, dass die Beziehung fundamental, fundamentaler kaputt ist, als Essenpartselle sind.

00:23:59: Und glaubst du, dass die Europäer sich davon beeindrucken lassen, dass Trump ja eben auch mehrmals in der Rede gedroht hat und dahingehend jetzt auch zurück rudern?

00:24:09: Oder bleibt es bei der Anführungszeichen harten Kante?

00:24:12: Ich mein, Trump ist der mit der Initiative hier, in dem Fall nicht unbedingt mit der guten Initiative.

00:24:19: Aber wenn Trump nicht sagt, ich erhebe Zölle auf alle, die Grönland in Europa halten wollen, sondern im Moment wörtlich nur sagt, ich will mit euch über einen Kauf verhandeln, dann ist das ja noch mal was anderes.

00:24:32: Jetzt wird man sehen, inwieweit Trump die Grönlandfrage mit der Ukraine-Frage verknüpft.

00:24:37: Aber erst mal hat Trump vieles von ... dem, was die Europäer geärgert hat in den letzten Tagen hier nicht wiederholt.

00:24:46: Und das ist ja schon mal was.

00:24:47: Na ja, vielleicht doch ein kleiner Hoffnungsschimmer.

00:24:51: Eventuell Patrick, was steht für dich heute noch auf dem Programm?

00:24:53: heute und auch morgen?

00:24:54: Für mich stehen noch ganz viele einzelne Gespräche an, lange große Interviews, kurze einzelne Gespräche.

00:25:03: Empfänge, kleine Pressekonferenzen, und der Tag ist noch lang.

00:25:07: Vielen Dank, Patrick.

00:25:08: Viel Erfolg dir noch.

00:25:08: Wir lesen dann auch davon in der Zeitung und online.

00:25:11: Danke dir.

00:25:12: Danke dir.

00:25:13: Bis dann.

00:25:16: Ja, nach dem Gespräch mit Patrick Bernau, gerade eben wurde bekannt, dass das EU-Parlament das Zollabkommen, das im letzten Jahr geschlossen worden ist mit den USA, erstmal auf Eis legt, als Reaktion auf neue Drohungen des US-Präsidenten im Zusammenhang mit Grönland.

00:25:32: Also, man sieht, das Thema entwickelt sich gerade ständig weiter.

00:25:36: Wir werden sicher die nächsten Tage noch darüber zu reden haben.

00:25:40: Schicken Sie uns gerne Ihr Feedback zu dieser Sendung und auch Ihre Meinung zu dem Thema an podcasteterverzett.de.

00:25:45: Freuen wir uns immer sehr drüber.

00:25:48: Ich wünsche Ihnen jetzt erst mal einen schönen Abend und freue mich sehr, wenn Sie auch morgen wieder mit dabei sind.

00:25:53: Ciao!

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

Sie können den Podcast auch hier hören: www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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