00:00:00: Heute ist Donnerstag, der neunundzwanzigste Januar.
00:00:02: Hier sind die Nachrichten am Morgen als Podcast.
00:00:05: Die Redaktion bei der FAZ hat heute Petra Ahne.
00:00:08: Ich heiße Janiklas Andresen.
00:00:09: Guten Morgen Ihnen allen.
00:00:11: Und darüber sprechen wir heute.
00:00:13: Bundeskanzler Merz sieht keine Chance für schnellen EU-Beitritt der Ukraine.
00:00:17: EU-Außenminister beraten über Iran-Sanktionen.
00:00:21: Und Italien debattiert über die Präsenz von Eisbeamten bei den olympischen Spielen.
00:00:25: Dazu gleich mehr ausführlicher, vorab noch die Meldungen der Nacht in Kürze.
00:00:32: Die USA drängen bei den Vereinten Nationen auf die Umsetzung ihres Friedensplans für Gaza.
00:00:37: Im Sicherheitsrat machte US-Botschafter Mike Walz klar, dass ein weiterer Abzug israelischer Truppen nur bei vollständiger Entwaffnung der Hamas infrage komme.
00:00:45: Die Islamisten dürften weder an einer Regierung beteiligt sein, noch ihre militärische Infrastruktur behalten.
00:00:52: Und in der Champions League hat der FC Bayern als einzige deutsche Mannschaft direkt das Ticket fürs Achtelfinale gelöst.
00:00:58: Die Bayern gewann bei der PSV Eindhoven mit zwei zu eins.
00:01:01: Bayer Leverkusen sicherte sich mit einem drei zu null gegen Villarreal die Playoffs, Borussia Dortmund verloren mit null zu zwei gegen Inter-Meyland und muss ebenfalls in die Zwischenrunde.
00:01:17: Die Deutsche Bank legt heute ihre Bilanz für das Jahr twenty-fünfundzwanzig vor.
00:01:22: Analisten rechnen mit einem deutlichen Gewinnernsteg gegenüber dem Vorjahr.
00:01:26: Marktbeobachter gehen davon aus, dass der DAX-Konzern im vergangenen Jahr vor Steuern rund neun Komma sechs Milliarden Euro verdient hat.
00:01:33: Unter dem Strich dürfte ein Gewinn von knapp sechs Milliarden Euro stehen.
00:01:37: Beide Werte legen damit deutlich über den von zwei tausend vierundzwanzig.
00:01:41: Am Mittwoch durchsuchten Ermittler die Zentrale der Deutschen Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche.
00:01:46: Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Unternehmen.
00:01:52: Diese stehen selbst im Verdacht Geldwäsche betrieben zu haben.
00:01:55: Für die Deutsche Bank kein neues Thema.
00:01:57: Schon in der Vergangenheit hatte das Institut wegen ähnlicher Vorwürfe Ärger mit der Justiz.
00:02:02: Dabei ging es unter anderem darum, ob Verdachtsmeldungen rechtzeitig und vollständig abgegeben wurden.
00:02:08: Konzernchef Christian Seewing dürfte sich bei der Bilanzvorlage deshalb nicht nur zu den Zahlen äußern müssen, sondern auch zu den laufenden Ermittlungen.
00:02:19: Bundeskanzler Friedrich Merz hält einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine weiter für ausgeschlossen.
00:02:25: Ein Beitritt zum ersten Januar, sei nicht realistisch, sagte März nach dem ersten Koalitionsausschuss des Jahres.
00:02:32: Jedes Land müsse vor einem EU-Beitritt die sogenannten Kopenhagener Kriterien erfüllen.
00:02:37: Dieser Prozess dauere in der Regel mehrere Jahre, betonte der Kanzler.
00:02:41: Angesichts der aktuellen Lage gebe es zudem andere Prioritäten, vor allem mit Blick auf die Verhandlungen über ein Ende des Krieges mit Russland.
00:02:49: Deutschland stehe laut März dabei in engem Kontakt mit der amerikanischen und der ukrainischen Seite.
00:02:55: Vizekanzler Lars Klingbei lobte ausdrücklich den Einsatz des Kanzlers in laufenden Gesprächen.
00:03:00: Direkte Verhandlungen zwischen Deutschland, Europa und Russland hält Klingbei derzeit nicht für angemessen.
00:03:05: Ein weiteres Thema im Koalitionsausschuss war der Schutz kritischer Infrastruktur.
00:03:10: Der linksextremistische Anschlag auf das Berliner Stromnetz.
00:03:14: Und auch all die vielen weiteren Anschläge, kleinere und größere der vergangenen Monate haben gezeigt, dass wir unsere kritische Infrastruktur einfach besser schützen müssen.
00:03:23: Und dazu gehört vor allem, dass wir Informationen über diese Infrastruktur nicht mehr so einfach öffentlich zugänglich machen.
00:03:32: Die schwarz-rote Koalition will hier nach eigenen Angaben nachschärfen.
00:03:36: SPD-Chefin Bärbel Baas sprach von einem Jahr des Anpackens.
00:03:40: Und nicht des Abwartens.
00:03:42: Unser Handeln richtet sich hier In der Tat auf die wirtschaftliche Stärke, auf die sichere Arbeitsplätze, eine bessere Verteidigungsfähigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt, aber auch digitale Souveränität.
00:03:54: Das alles gehört zusammen.
00:03:57: Und das entscheidet übrigens auch über die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
00:04:04: Der Bundesgerichtshof befasst sich heute mit einem Fall möglicher Diskriminierung bei der Wohnungssuche.
00:04:09: Es geht um die Frage, wer in solchen Fällen haftet, der Markler oder der Vermieter.
00:04:14: Ausgangspunkt ist ein Vorfall aus dem November, ein Grundschullehrerin aus Hessen bewarb sich online um eine Wohnung in Groß-Gerau.
00:04:23: Unter ihrem pakistanischen Namen erhielt sie eine Absage, angeblich gebe es keine Besichtigungstermine mehr.
00:04:29: Als sie dieselbe Anfrage erneut stellte, diesmal unter einem erfundenen deutschen Namen, bekam sie umgehend einen Termin.
00:04:35: Die Frau klagte wegen Diskriminierung nach dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
00:04:39: Das Landgericht Darmstadt gab ihr Recht und verurteilte den Makler zu einer Entschädigung von dreitausend Euro sowie zur Übernahme der Anwaltskosten.
00:04:47: Der Makler legte dann Revision ein.
00:04:50: Der Bundesgerichtshof muss nun klären, ob Makler in solchen Fällen selbsthaften oder ob allein der Vermieter als Vertragspartner verantwortlich ist.
00:04:57: Nach der ersten Absage hatte sich die Klägerin an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt.
00:05:02: Dort wurde ihr ein sogenanntes Testingverfahren empfohlen, das Vorgericht als Indiz für Diskriminierung anerkannt werden kann.
00:05:12: Die EU-Außenminister treffen sich heute in Brüssel und wollen neue Sanktionen gegen den Iran beschließen.
00:05:18: Hintergrund sind die gewaltsame Niederschlagung von Protesten im Land und die anhaltende Unterstützung Tehran für den Russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
00:05:27: Das geplante Sanktionspaket richtet sich gegen einzelne Personen und Organisationen.
00:05:32: Vorgesehen ist, Vermögenswerte in der Europäischen Union einzufrieren, hinzukommen Einreiseverbote.
00:05:38: Auch finanzielle Geschäfte sollen weiter eingeschränkt werden, außerdem will die EU die Liste der Güter ausweiten, die nicht mehr in den Iran exportiert werden dürfen.
00:05:46: Neben dem Iran stehen heute weitere außenpolitische Themen auf der Tagesordnung.
00:05:51: Die Minister wollen auch über die weitere Unterstützung der Ukraine sprechen und über die jüngsten Entwicklungen im Streit um Grünland.
00:05:58: Deutschland wird bei dem Treffen von Außenminister Johann Wadefühl vertreten.
00:06:02: Er spricht sich für einen härteren Kurs gegenüber der iranischen Führung aus.
00:06:06: Deutschland fordert alle Kolleginnen und Kollegen, alle Länder Europas auf, dass wir zu einer Listung der Revolutionsgarten kommen, damit klar ist, jeder, der sich an diesem Unrechtsregime beteiligt, der hat schwere Sanktionen zu befürchten, der Muster mitrechnen, dass die europäische Rechtsgemeinschaft ihm entschieden entgegentritt.
00:06:30: Mit ihrem harten Vorgehen gegen Migranten und Demonstrierende sorgt die US-Einwanderungsbehörde ICE international für Empörung.
00:06:38: Nun löst die geplante Präsenz von Eisbeamten bei den olympischen Winterspielen in Italien neue Irritationen in Europa aus.
00:06:45: Kritik kommt vor allem aus dem linken Lager.
00:06:48: Oppositionspolitiker und Gewerkschaften warnen vor der Präsenz einer Behörde, die in den USA wegen harter Abschiebepraxis umstritten ist.
00:06:56: Auch Malans Bürgermeister Giuseppe Sala äußerte deutliche Bedenken.
00:07:00: Die italienische Regierung weist die Vorwürfe zurück.
00:07:03: In Minister Matteo Pianti Dossi erklärte, die Eisbeamten würden keine Einsätze auf italienischem Staatsgebiet durchführen.
00:07:10: Das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele spricht von einem Routine-Einsatz.
00:07:16: Das kommt oft vor oder fast immer, wenn Präsidenten
00:07:19: oder Vizepräsidenten kommen
00:07:21: oder
00:07:22: wie im aktuellen Fall der Außenminister.
00:07:24: Das ist alles.
00:07:28: Nach Gesprächen mit dem US-Botschafter betonte Piantedosi, es handele sich nicht um operative Maßnahmen.
00:07:35: Dennoch soll der Innenminister in der kommenden Woche im Parlament Rede und Antwort stehen.
00:07:39: Wenige Tage vor der Eröffnung der Winterspiele.
00:07:44: Der Thüringer Ministerpräsident Mario Vogt will um seinen Doktortitel kämpfen.
00:07:49: Nachdem ihm die Technische Universität Chemnitz den Akademischen Grad aberkennen will, kündigt er nun eine Klage an.
00:07:56: Vogt hält die Entscheidung für nicht nachvollziehbar.
00:07:58: Nach seinen Angaben beziehen sich die Beanstandungen auf zwei Komma fünf acht Prozent der Wörter seiner Dissertation.
00:08:04: Der wissenschaftliche Kern der Arbeit sei davon nicht betroffen.
00:08:08: Zudem habe ein unabhängiger Sachverständiger bestätigt, dass die Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspreche.
00:08:14: Warum die Universität diesen Gutachten nicht folge, sei ihm unklar, erklärte Vogt.
00:08:19: Die Universität hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Vogt seinen Doktortitel verlieren soll.
00:08:24: Er hatte mit einer Arbeit über den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf promoviert.
00:08:29: Die Vorwürfe waren im Wahlkampf vor der Thüringer Landtagswahl.
00:08:35: Kritik richtet sich vor allem gegen die Art der Quellenarbeit.
00:08:38: Nach Angaben von Vogts Anwälten soll er zitierte Inhalte nicht im Original, sondern aus Sekundärliteratur übernommen haben.
00:08:45: Es geht dabei also überwiegend nicht um Plagiate im engeren Sinn.
00:08:49: Die TU Chemnitz äußerte sich dazu bislang nicht.
00:08:54: Zum Abschluss noch der Blick auf Chinas wachsenden Einfluss in Deutschland.
00:08:59: Chinesische Unternehmen investieren gezielt in deutsche Firmen, zuletzt etwa bei Puma.
00:09:04: Ein chinesischer Sportartikel-Hersteller stieg dort als Großaktionär ein und zahlte rund µm Euro für µm Aktien.
00:09:12: Deutschland gilt für Investoren aus China als besonders attraktiv.
00:09:16: Der heimische Markt ist stark umkämpft, Wachstum soll deshalb im Ausland entstehen.
00:09:21: Neben Frankreich und Großbritannien zählt Deutschland zu den wichtigsten Zielen.
00:09:25: Seit dem vergangenen Jahr ist China wieder größter Handelspartner der Bundesrepublik, noch vor den USA.
00:09:31: Inzwischen befinden sich rund zweihundertsechzig deutsche Unternehmen ganz oder teilweise in chinesischer Hand.
00:09:37: Dazu gehören bekannte Namen wie KUKA, Mediamarkt, Saturn oder Beteiligungen an Infrastruktur wie dem Hamburger Hafen.
00:09:44: Politik und Wirtschaft verfolgen diese Entwicklungen aufmerksam, auch wegen möglicher Abhängigkeiten bei Schlüsseltechnologien.
00:09:51: Ähnlich aufmerksam verfolgen Sie hoffentlich auch morgen früh wieder unsere Nachrichten.
00:09:56: Das war's für heute.
00:09:57: Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
00:09:59: Kommen Sie gut in den Tag.