F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:04:

00:00:17: Sie erkennen ihn womöglich an der Stimme.

00:00:20: Sie hören Bruce Springsteen, den inzwischen sechsohn-siebzigjährigen Musiker, der nach den zwei Toten in Minneapolis eine Art Protest-Hymne geschrieben hat, frei übersetzt.

00:00:31: König Trumps Privatarmee vom Heimatschutz mit Waffen an ihren Mänteln kam nach Minneapolis, um das Gesetz zu sein.

00:00:40: So laute zumindest ihre Geschichte.

00:00:43: Und damit herzlich willkommen beim FAZ Podcast für Deutschland.

00:00:47: An diesem Donnerstag, den neunundzwanzigsten Januar, mit mir Andreas Groberg.

00:00:52: Wir schalten gleich nach Amerika zu unserer Korrespondentin Sophia Dreisbach, die in Minneapolis war und sprechen danach noch mit dem Politikberater und ehemaligen Obama-Wahlkämpfer Julius Vandelaar.

00:01:09: Bevor wir jetzt zu unserer US-Korrespondentin Sophia Dreisbach schalten, die noch vor ein paar Tagen in Minneapolis war, inzwischen zurück in Washington, nochmal die unglaublichen Ereignisse in Kurzform.

00:01:20: Drei Wochen nach dem Tod von René Goode, die ja von Eisbeamten in ihrem Auto erschossen worden ist, kommt es am Samstag zur nächsten Katastrophe.

00:01:35: Um neun Uhr morgens wird Alex Pretti mit mehreren Schüssen auf offener Straße quasi hingerichtet.

00:01:42: Das Heimatschutzministerium begründet den Vorfall erst mal so.

00:01:59: Heimat-Schutzministerin Christi Neum sagt, die Eisbeamten hätten in Notwehr geschossen, der Mann sei bewaffnet gewesen und eine akute Bedrohung.

00:02:09: Immer mehr Videos tauchen aber auf, in denen klar zu sehen ist, Alex Pretti hat zwar eine Waffe dabei, aber... zu keinem Zeitpunkt gezogen oder in der Hand.

00:02:18: Es wird noch brutaler.

00:02:19: So sehen ist Glas klar, wie die Eis-Leute ihm die Waffe wegnehmen und erst danach schießen.

00:02:32: Jemand sei tot, sagt der Bürgermeister von Minneapolis Jacob Fry und es sei Sache von Eis, die jetzt endlich verschwinden sollten.

00:02:48: Auch Tim Waltz, der Gwaneur von Minnesota, der Bundesstaat in dem Minneapolis liegt, sieht Eis als Bedrohung.

00:02:55: Auch er hat die Videos gesehen und bezeichnet sie als unerträglich.

00:02:59: Donald Trump verteidigt zunächst die Tat.

00:03:03: Ich mag nicht, dass er in einem Wettbewerb

00:03:04: hat.

00:03:04: Ich mag nicht, dass er

00:03:05: in zwei vollgeladenen Magazinen hat.

00:03:06: Das ist viel schlechtes.

00:03:07: Und nachdem

00:03:09: ich das sage,

00:03:09: ist das sehr unerwartet.

00:03:11: Er möge nicht, dass Alex Pretti eine Pistole gehabt habe.

00:03:14: Das heißt schlimm.

00:03:16: Und trotzdem sehr unglücklich gelaufen.

00:03:18: Klar ist aber, Alex Pretti war berechtigt eine Waffe zu tragen.

00:03:22: Der Pfleger in einem Krankenhaus für Veteranen war nicht vorbestraft.

00:03:26: Die Spannungen in Minneapolis werden immer

00:03:28: spürbar.

00:03:35: Reis

00:03:35: Out

00:03:36: rufen die Demonstranten

00:03:38: und

00:03:38: in Minneapolis war ja in der vergangenen Woche auch unsere US-Korrespondentin Sophia Dreisbach, die uns jetzt hoffentlich zugeschaltet ist.

00:03:46: Hallo Sophia!

00:03:47: Hi, lieber Andreas.

00:03:48: Hat sich die Lage da vor Ort, auch wenn du jetzt inzwischen wieder weg bist, du kriegst es ja mit, ein bisschen beruhigt?

00:03:54: Ja, also es ist tatsächlich so, zum einen weil die Regierung natürlich zurückgerudert ist, die eskaliert hat, ihre Darstellung zumindest ansatzweise korrigiert hat und auch weil es tatsächlich so gekommen ist, wie Walls es erhofft hatte, der Gouverneur, nämlich dass die Leute sich nicht an provozieren lassen, dass es nicht zu größeren Ausschreitungen gekommen ist, sondern dass es ziemlich friedliche Proteste in der Stadt sind.

00:04:17: Du warst ja da vor letztlich dem Tod von Alex Pretti und du hast da mit vielen Leuten gesprochen.

00:04:24: Wie war das?

00:04:24: Wie war da auch die Stimmung nach quasi dem Tod von Renny Good?

00:04:28: war das ja dann noch.

00:04:29: Ja, die Leute waren damals schon erschüttert.

00:04:32: Wirklich auch total misstrauisch, muss man sagen.

00:04:34: Also ich bin selten so oft nach meinem Pressausweis gefragt worden, nach dem Kontakt, nach meiner Karte und so weiter.

00:04:39: Also die Leute wollten sich vergewissern, dass ich wirklich Journalistin bin und nicht jemand bin, der versucht, irgendwas über Demonstranten herauszufinden.

00:04:46: Das war sehr interessant.

00:04:48: Und ja, viele konnten gar nicht fassen, was da gerade passiert ist.

00:04:50: Und gleichzeitig war da eine Bewunderungswerte, Welle der Solidarität und auch so dieses Gefühl, sich nicht unterkriegen zu lassen, sondern was dagegen zu tun.

00:04:58: und eher enger zusammenrücken als Gemeinschaft.

00:05:01: Ja, ich meine, ich hänge auf jeden Fall deinen Text aus der Sonntagszeit und nochmal in die Show Notes.

00:05:05: Sehr, sehr lebenslesenswert.

00:05:07: Du hast wirklich mit vielen Leuten gesprochen, die auch mitbekommen haben, wie Eis agiert.

00:05:14: Viele Beispiele drin.

00:05:15: Was ist denn bei dir besonders hängen geblieben?

00:05:18: Also besonders hängen geblieben ist die Erzählung dieses Vaters, der um die Schule seiner Tochter patrouilliert, wo eben auch Kinder und Eltern mitgenommen werden sollen, Lehrer und der sozusagen alle schlimmen Vorfälle vor den Schüssen auf Alex Prattie mitbekommen hatte, weil das eben alles so nah beieinander legt, der sozusagen die Sirenen gehört hatte, nachdem René Guth erschossen wurde, der die Eisbeamten auf dem Parkplatz der Tochter danach sah, der eine andere sehr gewaltsame Festnahme gesehen hat.

00:05:43: Also die Leute kriegen das einfach mit.

00:05:45: Das ist Teil der neuen Realität der Mensch.

00:05:47: in Minneapolis.

00:05:48: Ich fand auch ziemlich krass, was du schreibst, dass auch ein fünfjähriger festgenommen worden sein soll, mit seinem Vater in ein Gefängnis nach Texas geflogen wurde, obwohl es gar keinen Ausreiseantrag gibt.

00:05:59: Also das klingt ja schon fünfjähriger im Gefängnis, klingt schon unmenschlich.

00:06:04: Ja, das ist eines dieser Bilder, der trug so eine blaue Mütze mit so Schlapporn, die hier in Amerika wirklich wahnsinnig weit verbreitet wurden.

00:06:10: Es waren jetzt auch Kongressabgeordnete dort in Texas, um quasi um seine Freilassung zu kämpfen.

00:06:16: Das ist noch nicht geschehen, soweit ich weiß, aber es ist bemerkenswert, weil ja, also die Familie war damals noch unter beiden quasi nach den Regeln aller der Kunst eingereist und hat eigentlich ein Recht darauf hier auf ihren Asylantrag zu warten.

00:06:30: Schon interessant, auch, dass solche Dinge immer wieder in Minneapolis passieren, oder?

00:06:34: Also, ich meine, wir haben am Anfang des Jahres reine Gut.

00:06:36: Vor fünf Jahren ja auch George Floyd.

00:06:38: Nicht zu vergessen.

00:06:39: Jetzt Alex Brady.

00:06:40: Warum immer Minneapolis?

00:06:42: Ja, man muss sagen, im jüngsten Fall mit dieser riesigen Eisoperation, der angeblich größten Jemals kann man das nicht nur mit Zahlen erklären.

00:06:49: Denn in Eis leben unterdurchschnittlich viele Migranten ohne Papiere.

00:06:54: Also weitaus weniger als im Bundesdurchschnitt.

00:06:56: Und gleichzeitig ist Minneapolis im mittleren... eines der wenigen konstant blauen Bundesstaaten.

00:07:03: Also Trump hat mit Tim Wollt jemanden Vorsicht, der in der Wahl als Vizepräsident quasi als sein direkter Herausforderer angetreten ist.

00:07:12: Und er konnte eben darauf hoffen, dass die Eskalation, wie das damals nach George Floyd passierte, in der Fall ist und er dann sagen kann, schaut mal, diese demokratisch regierten Städte, diese Zufluchtorte für Migranten, das ist das, was ich euch gesagt habe, da herrscht quasi ein Chaos-Regime.

00:07:27: Warum spricht denn Donald Trump immer wieder... von diesem angeblichen Milliardenbetrug im Bundesstaat, Minnesota, ist ja sogar soweit.

00:07:34: gegangen, in dieser Woche zu sagen, das sei der Grund für die tödlichen Schüsse.

00:07:39: Damit solle Betrug vertuscht werden.

00:07:41: Was macht er denn damit?

00:07:42: Also es hat tatsächlich einen riesigen Betrugskandal gegeben in dem Bundesstaat, der bekannteste Fall gestammt aus den Zeiten der Pandemie.

00:07:50: Da haben sich knapp hundert Leute, sind im Moment angeklagt, zusammengetan, um verschiedene Sozialprogramme des Bundes quasi über das Wort zu hauen.

00:08:00: Da sind ja hunderte Millionen Dollar, sind da veruntreut worden.

00:08:04: Es ging um angebliche Essenshilfen, Lebensmittelhilfen für bedürftige Kinder.

00:08:08: Es ging aber auch um Betreuung behinderter Kinder und so weiter.

00:08:10: Und da sind hunderte Millionen abgezweigt worden.

00:08:13: Dem ist tatsächlich so.

00:08:14: Aber das Ganze wird von der Trump-Regierung jetzt eben als Begründung dafür herangezogen, warum man dem Tim Walls und generell dem Staat quasi nicht vertrauen könnte, warum man da rein muss, warum man da so hart vorgehen muss.

00:08:27: Nun wird ja dieser Fall Pretty in Ruhe aufgeklärt werden müssen.

00:08:31: Am Tatort hat man der Kriminalpolizei von Minneapolis, also der städtischen Polizei, wohl den Zugang vor Wert.

00:08:39: Begründung Bundessache.

00:08:40: Ist denn inzwischen klar, wer da die Ermittlungen leitet?

00:08:45: Das scheint ja auch hin und her zu gehen.

00:08:47: Ja, also bislang ist es offiziell so, dass das DHS, also das Heimatschutzministerium in Zusammenarbeit mit dem FBI die Ermittlungen leitet und dass die Grenzschutzbehörde von der der Beamte kamen, der geschossen hat oder beide Beamten, die geschossen haben, haben die beiden Männer jetzt freigestellt.

00:09:01: Aber es gibt bislang immer noch keine unabhängige Untersuchung bzw.

00:09:05: eine Untersuchung der lokalen Behörden, wie sie eben aus Minnesota und Minneapolis selbst gefordert wird.

00:09:10: Aber

00:09:10: die würden gerne, oder?

00:09:11: Ja, also die sagen, die haben beim Gerichter schon erwirkt, dass der gesagt hat, es dürfen keine Beweise vernichtet oder verändert werden.

00:09:17: Also man ist auch ganz offen misstrauisch gegenüber den Ermittlungen.

00:09:22: Obwohl man da sagen muss, die Regierung ist ja wie gesagt zurückgerudert.

00:09:26: Haben Sie zumindest zugegeben, dass erste Schlüsse, nämlich zum Beispiel die Bezeichnung Inlandsterrorist und so weiter, dass das wohl etwas voreilig war?

00:09:34: Leisere Töne von Trump tatsächlich seit ein paar Tagen.

00:09:37: angeblich sollen jetzt auch Eisbeamte teilweise abgezogen worden sein, vor allem auch dieser hoch umstrittene Einsatzleiter Greg Bovino heißt er, glaube ich, warum diese...

00:09:49: Ich meine, Greg Bovino war generell eine wahnsinnig umstrittene Figur, wie der aufgetreten ist.

00:09:53: Der ist in diesem schweren, zweireigen Mantel mit dieser ausrasierten Frisur, da durch Minneapolis gegangen, umringt von zehn, fünfzehn schwer bewaffneten Vermumtenbeamten.

00:10:05: Der hat nach der Tat überhaupt keine Reue, überhaupt keine Bestürzung erkennen lassen, sondern direkt den erschossen und Alex Petty verurteilt.

00:10:15: Also der Mann war generell höchst umstritten und das ist eine... Art und Weise von Trump so ein bisschen ein bisschen öl aus dem Feuer zu nehmen, indem er sagt, okay, dieses Gesicht ziehen wir jetzt ab.

00:10:23: und tatsächlich soll der an seinen ursprünglichen Einsatzort nach Kalifornien zurückverlegt werden und dann wieder das Magazin die Atlantic berichtete offenbar sogar bald in den Ruhestand geschickt werden.

00:10:33: Also der wird jetzt kalt gestellt.

00:10:35: Nun will Trump Tom Hohmann schicken oder ist der sogar schon da?

00:10:39: Tom Hohmann ist schon da.

00:10:40: Der hat heute seine erste Pressekonferenz gehalten und hat tatsächlich eine ganz andere Ton angeschlagen.

00:10:46: Also der ist auch ein anderer Typ.

00:10:47: man sagen, der spricht irgendwie langsamer, ruhiger, mehr so ein bisschen der gutmütige Typ im Gegensatz zum Auftritt Povinos und er hat auch entschieden, vorsichtbare Töne angeschlagen und gleichzeitig aber auch gesagt, okay, also wer die Operation unterbricht, der wird festgenommen, dass er zugegeben, dass es weiter Differenzen gibt.

00:11:07: Er hat gesagt, diese Zufluchtsorte für Migranten seien Zufluchtsorte für Kriminelle und so weiter.

00:11:12: Also es ist jetzt nicht so, als hätte sich der Ton der Regierung da vollkommen geändert.

00:11:16: Also siehst du ein bisschen Deeskalation oder eigentlich machen die jetzt wahrscheinlich genauso weiter?

00:11:21: Wie würdest du es einordnen?

00:11:24: Also ich würde schon sagen, man sieht Moment deeskalation, worauf man dann genau schauen muss in den kommenden Tagen ist, ob sich dennoch tatsächlich an Ort und Stelle was verändert.

00:11:32: Also ob die Operationen weniger werden, ob die Art und Weise, wie die Beamten zugreifen, weniger gewaltsam wird.

00:11:37: Das wird die große Frage in den nächsten Tagen sein.

00:11:40: Wie

00:11:40: ich meine, die Leute, die du besucht hast, die haben erzählt, dass das ziemlich gewalttätig vor sich geht, also ohne Gnade.

00:11:47: Ja, es ist eine Situation, die sich natürlich auch hochschaukelt.

00:11:50: Also zum einen konnten die Beamten schon vor einer Woche keinen Schritt durch diese Stadt machen, ohne dass sofort Leute da waren mit Trillerpfeifen, mit Handys und so weiter.

00:11:58: Und ich meine, jetzt im Fall von Alex Pretti haben diese dutzenden Video-Orfnamen ja auch eigentlich erst diese große Empörung, diese allgemeine Empörung hervorgerufen.

00:12:05: Also es ist auch wahnsinnig wichtig.

00:12:07: Und gleichzeitig haben die regelmäßig Fensterscheiben eingeschlagen, die Leute aus den Autos gezerrt, also definitiv einfach ein übermäßiges Maß an Gewalt an den Tag gelegt.

00:12:17: Keine Diäskalation scheint es zumindest morgen im Kongress zu geben.

00:12:21: Also da muss ja mal wieder ein Milliardenpaket, glaube ich, abgesignet werden und die Demokraten drohen den Republikanern jetzt schon offen mit dem nächsten Shutdown.

00:12:32: Um was geht's da jetzt?

00:12:34: Ja, das ist einer der wenigen Hebel, die die Demokraten im Moment haben.

00:12:37: Denn das Ganze ist ein Teil des Haushalts.

00:12:40: Also es betrifft nicht den ganzen Haushalt, aber doch auch größere Ministerien.

00:12:44: Und die Demokraten sagen, solange das Heimatschutzministerium da in dem Paket mit drin ist, also Ergo auch die Finanzierung der Einwanderungspolizei ist, werden wir nicht dafür stimmen.

00:12:53: Und die Republikaner brauchen aber demokratische Stimmen.

00:12:57: Insofern sind die gerade dabei, extrem Druck auf die Regierung auszuüben, da Zugeständnisse zu machen.

00:13:03: Das Eis entweder, also manche fordern Auflösungen, manche fordern strengere Regeln für Eis, strengere Überwachung.

00:13:10: Und ja, also da ist man im Moment wohl in einer stundenlangen Debatte gestern, so dass sie elf Stunden diskutiert haben, worauf man sich da möglicherweise noch einigen kann.

00:13:19: Wilde Zeiten in Amerika, Sophia.

00:13:21: In der Tat, in der Tat.

00:13:22: Bin gespannt,

00:13:23: wie das weitergeht und was du uns da alles aufschreibst.

00:13:25: Sag erstmal Dankeschön und beste Grüße er jetzt wieder nach Washington.

00:13:30: Dankeschön, liebe Sophia Dreisbach.

00:13:31: Gerne, lieber Andreas.

00:13:38: Ja, schon sehr, sehr bemerkenswert, was da in den vergangenen Wochen in den USA passiert ist.

00:13:43: Mit sowas hätte man vor nicht allzu langer Zeit eher in Russland oder China oder anderen Autokratien gerechnet, aber nicht in der zumindest ältesten modernen Demokratie unserer Welt.

00:13:54: Ja, was heißt das?

00:13:55: Was heißt das auch für die kommenden Wahlen, die sogenannten Midterms im November?

00:13:58: Was heißt das für Donald Trump, für die Demokraten?

00:14:02: Und vielleicht ja zu all dem kann unser nächster Gast sich ja einiges sagen.

00:14:07: sehr auf den Strategieberater, absoluten US-Experten und auch früheren Wahlkampfmanager für die Demokraten Julius Vandela, der uns glücklicherweise sogar heute in unserem Frankfurter Studio besucht und mir gerade gegenüber sitzt.

00:14:22: Hallo lieber Herr Van der Laaschen, dass Sie da sind.

00:14:24: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:14:25: Wie nehmen Sie denn die Situation in Minnesota, Minneapolis mit inzwischen ja wohl zwei unschuldigen Toten wahr?

00:14:33: Ich glaube, jeder, der die Bilder gesehen hat, weiß und spürt auch einfach, wie schockierend das ist.

00:14:38: Gleichzeitig will ich natürlich auch sagen, Donald Trump hat angekündigt, dass er bis zu zwanzig Millionen Menschen deportieren möchte.

00:14:46: Und als wir diese Zahlen gehört haben vom Jahr.

00:14:49: Da war, glaube ich, offensichtlich, dass es zwangsläufig zu solchen Bildern auch kommen musste.

00:14:53: Insofern für mich war es immer eine Frage der Zeit.

00:14:54: Und nichtsdestotrotz bin ich natürlich absolut schockiert.

00:14:57: Klar, deportieren ist das eine.

00:14:59: Und Leute vielleicht aus Wohnungen holen schrecklich genug.

00:15:02: Aber dann andere erschießen, die eigentlich gar nicht deportiert werden sollen, das scheint mir ja schon... Das sieht ja eigentlich fast wie Selbstjustiz aus, ne?

00:15:10: Es hat Aspekte davon.

00:15:11: Und vor allem, das eine ist das deportieren.

00:15:15: Das zweite ist eben bereit zu sein, zum Äußersten zu gehen.

00:15:20: Und natürlich auch das Eis Immigration Enforcement quasi ohne jegliche Restriktion vorgehen darf und fast schon von Trump eingesetzt wird, so wie er es gerade braucht.

00:15:33: Und ich glaube, das sind natürlich Unterschiede auch zur Vorgängeradministration, die wir so noch nicht gesehen haben.

00:15:38: Ich will daran erinnern.

00:15:39: Auch unter Obama wurde massiv abgeschoben.

00:15:41: Aber die Bilder waren einfach andere.

00:15:43: Und ich glaube, hier kommt es gerade wirklich zu einem Tipping Point.

00:15:46: Tipping Point ist ein gutes Stichwort für die nächste Frage.

00:15:48: Wir nehmen ja immer auch gerne mal schnell so den Begriff Bürgerkrieg in den Mund.

00:15:54: Finden Sie das übertrieben oder sehen Sie da tatsächlich eine Gefahr, dass die Situation nicht nur schwelt, sondern noch weiter eskalieren könnte?

00:16:02: Ich glaube, dass die Situation absolut eskalieren kann.

00:16:04: Und ich will einfach nur zur Berücksichtigen geben, ne?

00:16:07: Minnesota und Minneapolis ist natürlich auch ein Ort, wo es schon oft massive Demonstrationen auch Proteste gab, hier in den An-?

00:16:13: ... in den An- ... in den An-.

00:16:13: ... in den An- ... in den An- ... in den An- ... in den An-.

00:16:15: ... in den An-.

00:16:15: ... in den An-.

00:16:15: ... in den An-.

00:16:15: ... in den An-.

00:16:16: ... wo im Sommer damals es zu massiven Protests und Ausschreitungen kam.

00:16:21: Jetzt ist natürlich Januar.

00:16:23: Es ist teilweise minus zweiundzwanzig Grad.

00:16:26: Man stelle sich nur vor, es wäre Juli und dreißig Grad draußen.

00:16:29: Ich glaube, dann würden wir wahrscheinlich noch mal eine ganz andere Mobilisierung sehen.

00:16:33: Ich bin immer vorsichtig, jetzt zu sagen, wir sind kurz vor dem Bürgerkrieg.

00:16:38: Aber es hat natürlich schon auch militärartige Perspektiven und auch Bilder, die wir dort sehen, wenn eigentlich mit Kriegsgerät ausgestattete Polizisten, Polizisten, Eisbeamten durch die Straßen gehen und quasi von Tür zu Tür gehen.

00:16:53: Die alle ein paar Monate Ausbildung auch genossen haben.

00:16:56: Und ich glaube, das ist ein zentraler Aspekt.

00:16:58: Wir sprechen hier nicht von einer... gut trainierten Nationalgarde oder auch Polizeieinheiten, sondern Leute, die quasi angelockt werden mit einem Fünfzigtausend-Dollar-Signing-Bonus.

00:17:10: In die Kamera gehalten wird, hier ist das Fahrzeug ein toller Jeep, mit dem du rumfahren kannst.

00:17:15: Das sind nicht Leute, die ein rigoroses Training und Deeskalationsmaßnahmen durchlaufen haben, sondern quasi unvorbereitet in diesen Job gehen.

00:17:24: Haben Sie den Eindruck, das Weißer Haus kann den Menschen in den USA noch verkaufen, dass dieser Einwanderungsbehörde Eis nur das im Wahlkampf Versprochene tut?

00:17:34: Also illegale Migrantenausweisen.

00:17:35: Wie sind da die Zustimmungswerte?

00:17:37: Ja, ist interessante, wenn wir über Zustimmungswerte sprechen, ist ja, dass Donald Trump genau mit diesem Thema in das Weißer Haus gekommen ist.

00:17:45: Migration, build the wall.

00:17:47: Ich werde Sie alle abschieben.

00:17:48: Das waren eigentlich die Schlagworte, womit er mehr mobilisiert hat als mit allen anderen Themen.

00:17:53: Und jetzt kippt die Stimmung.

00:17:54: Wenn ich mir die aktuellen Umfragewerte anschaue, sehe ich einen Economist, Jugaf Paul, wo fünffünfzig Prozent der Amerikaner sagen, sie fühlen sich nicht sicherer durch Eis.

00:18:04: Im Gegenteil, sie haben eigentlich kein Vertrauen mehr in Eis.

00:18:07: Sie sagen auch, dass... Also,

00:18:08: fünffünfzig Prozent mehr hat's dir heftig.

00:18:10: mehr als die Hälfte und auch mehr und mehr Republikaner wenden sich davon ab.

00:18:14: Nur zwanzig Prozent der Amerikaner sagen, dass die Schüsse letztes Wochenende auch gerechtfertigt waren.

00:18:21: Was aus meiner Sicht natürlich immer noch zwanzig Prozent zu viel waren, aber da merkt man natürlich auch, dass Trump nach wie vor auch eine harte Basis hat.

00:18:28: Und quasi dieses Statement von damals, ich könnte auch jemanden auf der Fifth Avenue erschießen, zumindest noch bei zwanzig Prozent trägt.

00:18:34: Aber Und ich glaube, das ist offensichtlich die Zustimmung gerade auch bei diesem Thema knickt ein.

00:18:39: Und wenn ich mir die Werte anschaue, im Vergleich noch zuvor zwei Wochen, wo Migration zumindest noch eins der Themen war, wo Trump positiv darstand, auch die sind seit den Tödlichen Schüssen auf René Good massiv gefallen.

00:18:51: Und auch dort ist Trump eben jetzt auch massiv unter Wasser.

00:18:55: Sie haben schon angesprochen, auch innerhalb der Republikaner kommt Kritik klar bei den Wählern.

00:19:00: Das sehen wir an diesen Umfrage-Ergebnissen, aber auch bei den Politikern selber.

00:19:05: Also ganz interessant.

00:19:07: Wir können uns mal einen Ton anhören von Tom Tillis, der ist Senator in North Carolina.

00:19:30: Tom Tillis sagt im Endeffekt, das sollte eigentlich unser Thema sein, mit dem wir auch damals ins weiße Haus gekommen sind und er kritisiert hier nicht primär Donald Trump, was interessant ist, sondern erschiebt die Schuld ganz klar auf Christi Noem, Secretary of Homeland Security, also die... Heimats-Schutz-Chefin, die dafür verantwortlich ist und versucht natürlich, sie auch damit ins Auszug katapultieren.

00:19:52: Aber das sind relativ starke Stimmen von einem Republikaner.

00:19:55: Lisa Kauski, die republikanische Senatorin aus Alaska, hat sich auch zu Wort gemeldet, auch extrem hart Christi Noem kritisiert.

00:20:03: Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn es so weitergeht, dass wir vielleicht auch das erste Bauernopfer sehen von Donald Trump, dass möglicherweise Christi Noem auch ihren Job verliert.

00:20:11: Und vor allem, sie ist auch im absoluten Fokus der Demokraten.

00:20:15: die jetzt eigentlich auch ihr Skype fordern und sagen, sie muss zurücktreten.

00:20:19: Und vor allem, wenn die Demokraten erfolgreich sind bei den Midterm Elections, dann wollen sie auch das Amtsenthebungsverfahren gegen Kristi Noem anschreiben und somit natürlich auch die eigene Basis mobilisieren.

00:20:28: Absolut.

00:20:29: Wie erklären Sie sich eigentlich, dass vor allem in demokratisch regierten Bundesstaaten diese ganzen Eskalationen stattfinden?

00:20:35: Ist das System?

00:20:38: Ich glaube, dass das Teilsystem ist.

00:20:40: Donald Trump hat sich natürlich... Bundesstaaten wie Illinois, Chicago legt, Kalifornien, Gavin Newsom natürlich auch einer der Hauptgegenspieler ist, der Gouverneur dort, aber eben auch Minnesota rausgesucht, um dort gegen die Demokraten noch vorzugehen.

00:20:54: Es gibt ein paar andere Beispiele auch noch, das auch in Tennessee die Nationalgarter ausgerückt ist, aber schlussendlich war es immer schon so, die blauen Staaten, die die nicht für ihn gestimmt haben und natürlich auch die Gouverneuren und Gouverneure dort, die ihm möglicherweise auch politisch gefährlich werden können, dort versucht hätte zu zündeln.

00:21:09: Sehen Sie in Minnesota noch so etwas wie eine persönliche Feder zwischen Donald Trump und dem Gouverneur Walls, der ja im Präsidentschaftswahlkampf als Fieze hinter Kamala Harris kandidiert hatte?

00:21:23: Ich glaube, dass das mit Rhein spielt.

00:21:25: Es gibt auch noch diverse Konkretsabgeordnete, die, glaube ich, auch vielen Republikanern ein Dorn im Auge sind.

00:21:32: Ich glaube, dass Donald Trump oftmals es versucht, ein Person hochzuziehen.

00:21:36: Er versteht einfach, wie Medien funktionieren.

00:21:38: Die Geschichte ist natürlich deutlich leichter zu erzählen, wenn es nicht abstrakt ist, sondern wenn er einen konkreten Antagonisten hat.

00:21:45: Und Tim Walz, wie gesagt, Gast von den Republikanern, weil er damals der Vizepräsidentschaftskandidat von Kamala Harris war, bietet sich natürlich

00:21:52: hier an.

00:21:52: Total.

00:21:53: Von Harris vielleicht mal zu Melania Trump, der guter Sprung, ne?

00:21:57: Ethos

00:21:58: hat er übergegangen.

00:21:59: Ich glaube, Kamala Harris würde dem was ein.

00:22:01: Aber ja,

00:22:02: glaube ich auch.

00:22:02: Aber immerhin ist Trump, Melania, die Präsidentengartin, die First Lady, die ab morgen, ab Freitag, glaube ich, in den Kinos zu sehen ist, zumindest internationaler Staat, mit einer wirklich seventy-fünf Millionen-Dollar-Doku-Produktion.

00:22:18: Die hat sich inzwischen auch geäußert, was sie ja gar nicht so oft

00:22:21: tut.

00:22:21: We need to unify.

00:22:23: I'm calling for

00:22:23: unity.

00:22:25: I know my husband, the president, had Herr

00:22:49: Fallella, wie sehen Sie denn diesen nicht allzu häufig vorkommenden Move der First Lady sich da jetzt so einzuholen?

00:22:58: Mischen.

00:22:59: Ich hoffe, dass Melania Trump vor allem nach innen wirkt und Donald Trump bei Seite nimmt und sagt, möglicherweise ist es wirklich auch einfach nicht hilfreich für dich selbst und vor allem wir können auch noch das Land deeskalieren.

00:23:10: Ich würde es jetzt primär werden.

00:23:12: Glauben

00:23:12: Sie wirklich, dass ihr das tut?

00:23:13: Ich würde es mir wünschen.

00:23:14: Ich kann es mir nur bedingt vorstellen und auch in der Vergangenheit glaube ich, dass ihr Einfluss wahrscheinlich limitiert war.

00:23:22: Aber ich glaube, wenn ich jetzt zynisch drauf blicke, würde ich sagen, es ist Teil der Presse Strategie und das Rollouts eben auch diesen Film oder die Doku zu bewerben.

00:23:31: Insofern, Melania Trump ist die eine.

00:23:33: Wenn ich aber die anderen anschaue, egal ob Steven Miller ist, der Senior Berater von Donald Trump, ob es Homan ist, der Bordeauxor, also der Chef der Migrationspolitik oder eben auch Kristi Noem, dann sehen wir, glaube ich, wie... Und so explizit muss man, glaub ich, auch hier in diesem Podcast sein, wie einfach auch gelogen wird.

00:23:51: Wo gesagt wird, es handelt sich hier um domästische Terroristen, inländischer Terrorismus, dem eben auch mit aller Härte entgegengewirkt werden muss.

00:23:59: Und dann sehen wir gleichzeitig die Videos und müssen feststellen, nein, das hat einfach nichts mit der Realität zu tun.

00:24:06: Glauben Sie, Trump muss nicht nur durch Melania, sondern auch irgendwie mal selbst erkennen, dass seine, zumindest seine Behörden da jetzt mal in den Tacken zu weit gehen?

00:24:15: Tut er das vielleicht schon ein bisschen?

00:24:17: In der Vergangenheit hatte Donald Trump.

00:24:19: immer hervorragend politischen Instinkt, hat auch gemerkt, zum Beispiel in Grönland, als er so maximal überzogen hat und auch die Umfragewerte zu Hause eingeknickt sind, die Leute gesagt haben, wir haben eigentlich überhaupt kein Interesse an Grönland, die Börsen eben auch nach unten gepurzelt sind, dass Champagne eben auch zurück rudert ist.

00:24:36: Und meine Vermutung ist, dass er sich das Thema Migration nicht komplett nehmen lassen möchte, aber er auch absolut kein Interesse an diesen desaströsen Bildern haben möchte und dementsprechend auch hier, glaube ich, Konsequenzen ziehen wird.

00:24:47: Jetzt müssen wir auch noch mal über die Demokraten sprechen.

00:24:50: Wenn mich nicht alles täuscht, müssen die gerade morgen, also am Freitag, manche unserer Rednerin und der Rednerin werden es vielleicht auch am Freitag hören, also dann heute, also wir sprechen über Freitag, einem größeren und gar nicht unwichtigen Republikanenpaket zustimmen.

00:25:06: Sollen die das tun?

00:25:07: Ja, es gibt eine sogenannte Funding Bill, das heißt einmal mehr muss der Kongress da ins Budget autorisieren und wenn es nicht tut, könnte es erneut zu einem Shutdown kommen.

00:25:17: Und die Demokraten haben gesagt, wenn auch nur ein weiterer Dollar an Eis geht, dann wollen sie natürlich nicht zustimmen.

00:25:24: Den Fehler haben sie vor einigen Monaten gemacht und sind eingeknickt, vor allem auch Chuck Schumer, der Minderheitsführer der Demokraten im Senat.

00:25:31: Und sie haben hart dafür geblutet.

00:25:33: Vor allem sieben Demokraten haben mit den Republikanern gestimmt, was, glaube ich, auch dort politischen Krober Schnitzer war.

00:25:39: Dementsprechend, glaube ich, werden wir hier die fundamental Opposition sehen.

00:25:42: Das ist auch das, was die demokratische Basis von der eigenen Partei erwartet.

00:25:46: Und ich glaube, hier wird es zum Show dann kommen.

00:25:49: interessant finde ist, wie sich Chuck Schumer noch mal einen, ich glaube, auch fast achtzigjähriger Demokrat auf Social Media positioniert.

00:26:16: Also, deutliche Worte.

00:26:19: Er spricht von... ...achtzig Jahre alt.

00:26:20: Oder fast zumindest.

00:26:22: Ich meine, mittlerweile sind fast alle Politiker achtzig Jahre alt in den USA, hat man zumindest manchmal die Vermutung.

00:26:27: Aber er spricht von fucking Liars.

00:26:29: Und da merkt man, glaub ich, auch einfach diese Sprache soll natürlich auf Social Media funktionieren.

00:26:34: Und gleichzeitig gucken wir uns das an und sagen einfach, es ist so immens... unauthentisch, dass es glaube ich auch nicht wirklich landen kann.

00:26:41: Aber ich glaube, was die Demokraten erkannt haben, vor allem auch mit Blick auf die Midterm Elections, sind ja noch twohundertseitig Tage, bis der Kongress neu gewählt wird.

00:26:50: Das ist ein Thema, das extrem mobilisiert.

00:26:52: Wenn ich generell auf Midterm Elections schaue, dann ist es immer eine Frage der Mobilisierung.

00:26:57: Schaff ich es, meine eigenen Basis zu aktivieren?

00:26:59: Die Demokraten schaffen es meistens in den Präsidentschaftswahlkämpfen, Donald Trump ohnehin.

00:27:04: Aber dieses Mal ist Donald Trump für die Republikaner nicht auf dem Stimmzettel.

00:27:07: Das heißt, die große Befürchtung der Republikaner ist, dass die Wahlbeteiligung der eigenen Basis nach unten geht.

00:27:12: Und die Demokraten versuchen natürlich, alles aktiv zu mobilisieren.

00:27:15: Und dieses Thema könnte dafür dienen.

00:27:17: Ich meine, Sie haben ja mal die Demokraten im Wahlkampf beraten.

00:27:21: Für alle, die es nicht wissen.

00:27:23: Ganz kurz vielleicht.

00:27:23: Wann war das?

00:27:24: Was haben Sie da genau gemacht?

00:27:25: Ich habe in den beiden Wahlkämpfen von Barack Obama, in dem Jahr twohntausendacht und zweihntausendzwölf für Präsident Obama damals gearbeitet und die Wähler Mobilisierung mitorganisieren.

00:27:34: Also genau diese Mobilisierung, die ist wahrscheinlich nicht einfach.

00:27:37: Das war genau

00:27:37: mein Kernthema.

00:27:38: Absolut.

00:27:39: Obama hat ja jetzt sich auch geäußert, tut er auch nicht andau... hat vor allem zu friedfertigen Demos aufgerufen.

00:27:46: Wie schätzen Sie das ein?

00:27:47: Sie kennen den ja wahrscheinlich auch persönlich.

00:27:49: Ich würde gerne sagen, dass Barack Obama und ich täglich telefonieren und beste Freunde sind.

00:27:52: Das tun wir nicht.

00:27:53: Aber Barack Obama hat natürlich zur Deeskalation aufgerufen.

00:27:58: Es ist aber auch für ihn politisch nicht komplett unheikel.

00:28:01: Auch er hatte den Spitznamen Deporter in Chief, also Chefabschieber.

00:28:06: Wie gesagt, auf eine andere Art und Weise.

00:28:09: Ich glaube, man könnte sagen humaner Rat und Weise zumindest im Vergleich zu dem, was wir jetzt sehen.

00:28:14: Und ich fand die Formulierung in seinem Schreiben, das er auf Social Media auch gepostet hat, interessant.

00:28:19: Er sagt, for weeks now, people across the country have been rightly outraged by the spectacle of mass ice recruits.

00:28:28: Also, seit Wochen... sind die Leute natürlich eben auch entzürnt über das, was passiert.

00:28:33: Und jetzt das Interessante von den maskierten Eis-Rekruten.

00:28:37: Und ich glaube, da versucht er natürlich, Distanz aufzubauen

00:28:40: zu sagen.

00:28:41: Die Leute, die ich damals rausgeschickt haben, die hatten das Training, die waren adäquat qualifiziert.

00:28:46: Und das, was Donald Trump hier macht, im Nu Leute einzustellen, die eben keinen Business haben, da draußen zu sein.

00:28:52: Ich glaube, das ist Obamas Versuch, politisch zwischen sich und Trump Distanz zu kreieren.

00:28:57: Wenn wir schon bei den jetzt Demokraten sind, sehen Sie denn da als eigentlich deren größten Hoffnungsträger oder Hoffnungsträgerinnen, wenn mir nicht alles täuscht, steht ja nicht nur Donald Trump für die Republikaner gar nicht zur Wahl, sondern auch ein Gavin Newsom für die Demokraten nicht.

00:29:14: Also wer kommt denn da überhaupt?

00:29:15: Wen soll man denn da wählen?

00:29:17: Es wird im Endeffekt das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt.

00:29:20: Das heißt alle fourhundertfünfunddreißig Sitze werden neu besetzt.

00:29:24: Ist nicht unwichtig, ne?

00:29:25: Es ist nicht unwichtig.

00:29:26: Senat, nochmal zur Erinnerung, hundert Senatoren, Senatoren, zwei aus jedem Bundesstaat, von denen wird ein Drittel neu besetzt.

00:29:33: Im Moment ist es ganz interessant, auf die Mehrheitsfällnisse zu schauen.

00:29:35: Die Republikaner haben zwar achtzehn Sitze.

00:29:38: Democraten halten.

00:29:40: Das heißt, haucht in der Vorsprung für die Republikaner mit fünf Sitzen.

00:29:44: Auch im Senat haben die Republikaner einen Vorsprung.

00:29:46: Wenn ich mir jetzt die aktuellen Umfragewerte anschaue, dann sieht das ganz klar so aus.

00:29:50: Generic Ballad, als man nimmt einen generischen Kandidaten von den Demokraten und den Republikanern, fragt die Leute, würde ihr eher für den Demokraten oder für den Republikaner wählen?

00:29:58: Da sind die Umfragen im Moment bei plus fünf Prozent für die Demokraten.

00:30:03: Jetzt gucke ich mir.

00:30:04: Aber

00:30:04: das sind mal, glaube ich, von Präsidenten fürs Wahlen auch.

00:30:07: Da war es ähnlich.

00:30:08: Jetzt schaue ich mir aber die wirtschaftlichen Umfragewerte an.

00:30:11: Und da ist es interessant, auf den Präsidenten zu gucken, weil davon kann man Rückschlüsse zumindest historisch ziehen.

00:30:17: Donald Trump hat im Moment katastrophale Umfragewerte, vor allem mit Blick auf die Wirtschaft.

00:30:21: Dort ist er zwanzig Punkte im Minus.

00:30:24: Im Vergleich zum selben Zeitpunkt in der Amtszeit von Joe Biden lag Joe Biden bei neunzehn Prozent Minus.

00:30:30: Ach so.

00:30:31: Dementsprechend noch

00:30:32: schlechtere Werte als beiden sogar.

00:30:34: Minimal, aber noch schlechtere Werte als Joe Biden.

00:30:36: Joe Biden hat damals verloren.

00:30:38: Und wenn man jetzt einfach nur in der Historie mitgeht, wenn der Präsident so schlechte Werte hat, was die Wirtschaft betrifft, denn verlieren die Partei, die an der Macht ist, in dem Fall die Republikaner, durchschnittlich, achtundzwanzig Sitze.

00:30:51: Wenn man zurückgeht, bist du neunzehntundsechsundviert.

00:30:53: Das kann man so nachregnen.

00:30:55: Also...

00:30:55: Achtundzwanzig Sitze, aber das würde ja dann heißen die Demokraten in die Mehrheit.

00:30:59: Das würde bedeuten, die Demokraten haben definitiv die Mehrheit im Repräsentantenhaus, um möglicherweise sogar im Senat.

00:31:04: Nochmal, jede Wahl ist anders und wir können immer nur bedingt Rückschlüsse treffen aus der Vergangenheit.

00:31:09: Aber wenn wir einfach nur in die Geschichte reinschauen, alle mit Termal Actions, also diese Zwischenwahlen, die alle zwei Jahre stattfinden, seit neunzehntundsechstenvierzig.

00:31:17: Die Partei, die an der Macht ist, hat immer verloren mit zwei Ausnahmen.

00:31:21: Das eines des Jahrhunderts, da war Bill Clinton an der Macht und hatte die Monica Lewinsky-Affäre, wo die Republikaner massiv überzogen haben mit den Anschuldigungen.

00:31:30: Und die Wählerinnen und Wähler, das nicht kritisiert haben.

00:31:32: Und das zweite war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das war natürlich, das

00:31:49: war natürlich, das war natürlich, Kurz nach dem ften September, da gab es den Rally around the flag Effekt.

00:31:51: Das waren die zwei einzigen Ausnahmen in der Geschichte der letzten knapp hundert Jahre, wo die Partei an der Macht die Mehrheit behalten hat.

00:31:55: Ansonsten schwingt das Pendel immer zurück.

00:31:57: Und was würde das dann für die letzten zwei Jahre Amtszeit von Donald Trump bedeuten, wenn die Demokraten im Kongress die Mehrheit hätten und auch im Senat von dem Drittel, was neu gewählt wird, ein paar mehr reinbringen würden?

00:32:04: Es würde auf jeden Fall bedeuten, dass Donald Trump nicht mehr durchregieren kann.

00:32:08: Er hat natürlich nach wie vor immer noch die Möglichkeit, Executive Action, das heißt, per Dekret zu regieren.

00:32:14: Das war ja auch sein bevorzugtes Mittel im ersten Jahr.

00:32:17: Es gab im Endeffekt eingesetzt, das wirklich nennenswert war, und das war die Big Beautiful Bill, aber ansonsten hat er quasi immer am Repräsentantenhaus und am Senat vorbei reagiert.

00:32:25: Aber was möglich ist, und das ist, glaube ich, der Unterschied für die Demokraten, nicht nur können sie blockieren, sie können aber jetzt auch vorladen und... Sie werden auch in der Lage, zumindest ein Impeachmentverfahren, also ein Amtsenthebungsverfahren, anzustreben.

00:32:37: Was, glaube ich, an dieser Stelle, muss ich sagen, politisch völlig aussichtslos ist.

00:32:41: Es bräuchten drei Viertel Mehrheit im Senat, was niemals durchgehen würde.

00:32:45: Aber zumindest wäre es die Möglichkeit, Anklage zu erheben und natürlich auch vorzuladen und somit eben auch einen medialen Zirkus zu inszenieren.

00:32:54: Den aktuellen... Donald Trump jeden Tag gewinnt.

00:32:56: Ja.

00:32:56: Und wann würden die das tun?

00:32:57: Also, was wäre da der perfekte Zeitraum?

00:33:00: Meine Vermutung wäre, dass, wenn die Demokraten am dritten November auch nur mit einer Stimme Mehrheit gewinnen sollten, dass in der Sekunde, wo der neue Kongress vereidigt ist, sofort auch Articles of Impeachment, also quasi die Klageschrift veröffentlicht wird.

00:33:15: Interessant.

00:33:16: Letzte Frage, Herr Vandelaar.

00:33:17: Schon mal vielen Dank bis hierhin.

00:33:19: Wir machen ja hier quasi an Dauernsendungen über diesen amerikanischen Präsidenten Donald Trump meistens, aber nicht mit dem Innenblick in die USA, sondern mit dem wir die ganze Welt verrückt macht.

00:33:30: Wie würden Sie das einschätzen?

00:33:31: Wie sehen die Amerikaner das eigentlich?

00:33:33: Also, der hält ja die ganze Welt auftraub.

00:33:35: Was ist dem eigentlich wichtiger?

00:33:37: Der hat ja mal irgendwann gesagt, America first.

00:33:39: Wenn man sich das alles anguckt, scheint ja gar nicht so zu sein.

00:33:42: Also, wie sehen Sie dieses Verhältnis?

00:33:46: Diese warnwitzigen Aktionen mit Eis, diese zwei Toten jetzt und ist noch nicht das erste, außen diese gewollte Weltherrschaft.

00:33:55: Donald Trumps Hauptwahlkampfargument war er Stärke.

00:34:01: Er ist der Stärke und er bringt die Stärke für Amerika wieder zurück.

00:34:04: Er wird angeschossen und steht sofort wieder auf und ruft Fight, Fight, Fight.

00:34:08: Er sagt ja auch, we're gonna make America great again.

00:34:10: Wir bringen Amerika zurück zum ursprünglichen Glanz.

00:34:14: Und eigentlich mit America Firstwire, die Doktrien des Rückzugs, so könnte man zumindest vermuten.

00:34:20: Und dann sehen wir natürlich im letzten Jahr.

00:34:23: die Schläge gegen den Iran und jetzt möglicherweise eben auch wieder erneute Schläge.

00:34:27: Wir sehen Venezuela, Grönland, den Golf von Amerika.

00:34:31: Also es ist ja eine Reihe von Außenpolitik, die Donald Trump dort betreibt.

00:34:34: Wenn man die Amerikanerinnen und Amerikaner fragt, womit verbringt Donald Trump seine Zeit?

00:34:39: und vor allem hat er die richtigen Prioritäten, hat CNN eine Umfrage rausgesucht und die sagt, dass die Mehrheit der Amerikaner, der Auffassung sind, er konzentriert sich auf das falsche.

00:34:48: Und ich glaube, da müssen wir eigentlich zum Kernversprechen zurückkommen.

00:34:51: Donald Trump ist angetreten.

00:34:52: gesagt affordability.

00:34:53: Das Leben ist zu teuer geworden.

00:34:55: Ihr bezahlt zu viel an der Spritpumpe, ihr bezahlt zu viel für Eier, Milch und Bacon, worüber schon eine Million mal gesprochen wurde.

00:35:03: Aber das ist schlussendlich die Lebensrealität.

00:35:04: Und die zahlen aber immer noch genauso viel wie Feuer.

00:35:07: Und teilweise sogar mehr.

00:35:08: Und das war das Erfolgsrezept für Soran Mamdani in New York.

00:35:12: Und ich glaube, solange Donald Trump sagt, ich bin in Venezuela, sagen die Leute schön und gut, aber wann kümmerst du dich endlich um mich und meine Lebensrealität?

00:35:20: Und das macht sich auch schon in den Umfragen bemerkbar, sodass die Midterms möglicherweise dann ein erster Herber Rückschlag werden könnten.

00:35:29: Seine Umfragewerte sind von plus dreizehn genau vor einem Jahr auf minus vierzehn Prozent runtergegangen.

00:35:35: Ein extremer Swing, der sogar noch härter ist als der von Joe Biden.

00:35:38: Dankeschön Julius Vandela.

00:35:40: Vielen Dank.

00:35:50: Wir schließen die Sendung heute so, wie wir sie angefangen haben mit den Schlusszahlen des amerikanischen Rockers Bruce Springsteen und seinem Song, den er für die Menschen in Minneapolis geschrieben hat.

00:36:03: Machen sie es gut.

00:36:04: Ihnen allen zusammen einen wunderschönen Abend.

00:36:07: Freue mich schon auf morgen.

00:36:08: Hoffentlich hören wir uns wieder.

00:36:10: Ciao.

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

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von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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