F.A.Z. Podcast für Deutschland

F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:04: Sie kennen das sicher, der Weg zur Tankstelle schmerzt in diesen Tagenjahr.

00:00:09: Besonders mindestens zwei Euro zehn pro Liter.

00:00:12: so teuer war Benzin heute Mittag in Frankfurt.

00:00:15: An den Märkten wächst Sorge und Anspannung wegen des Irankriegs und der wichtigen Ölroute durch die Straße von Hormuz, die eher immer noch blockiert ist.

00:00:23: Und um die Märkte zu beruhigen, versucht nicht nur Donald Trump einzugreifen mit seiner Ankündigung der Krieg könnte bald vorbei sein.

00:00:29: Wir haben es gestern hier besprochen sondern heute dann auch die internationale Energiebehörde.

00:00:35: Strategische Ölreserven in einer Rekordhöhe von vierhundert Millionen Barrel sollen freigegeben werden.

00:00:41: Auch Deutschland bringt einen Teil seiner nationalen Vorräte ein und nach dem Druck von Teilen der SPD zum Wochenstart heißt es heute von CDU-Wirtschaftsministerin Katharina Reiche zusätzlich nur noch eine Erhöhung der Spritpreise pro Tag

00:00:55: erlaubt.".

00:00:56: All das bespreche ich gleich mit unserer Wirtschaftskorrespondentin in Berlin, Julia Löhr und dem Ökonom Justus Haukap.

00:01:01: Auch ein Berater der Wirtschaftsministerin, der so viel sei vorausgeschickt nicht glücklich ist mit der Entscheidung dieser neuen Spritpreisbremse.

00:01:09: Heute ist Mittwoch, der elfte März!

00:01:11: Ich bin Kathi Schneider und freue mich, dass Sie dabei sind.

00:01:27: Hallo, grüß dich, Kathi.

00:01:28: Nicht einmal zwei Wochen Krieg in Iran und schon jetzt gerät die Bundesregierung unter Druck?

00:01:33: Was ist da los?

00:01:34: Ja, Berlin herrscht tatsächlich so ein bisschen Panik.

00:01:38: Am Anfang war die Bundesregierung ja noch betont zurückhaltend.

00:01:42: Die Wirtschaftsministerin Katarina Reicher hat betont dass es keine physischen Engpässe bei uns geben wird und sprach auch anfangs dann nur von leichten Preiserhöhungen, die es gibt.

00:01:51: aber das hat sich halt jetzt doch sehr schnell geändert was auch damit zusammen hängt.

00:01:56: eben völlig unklar ist, wie lange das eigentlich noch anhalten wird dieser Krieg.

00:02:00: Was eigentlich die Strategie von Donald Trump isst ob er überhaupt eine Exit-Strategie hat und klar ist je länger das andauert Umso größer werden auch für uns hier die Probleme, selbst wenn wir jetzt keine akuten Engpässe haben.

00:02:14: Aber die Preise steigen eben sehr stark und das ist für die Volkswirtschaft insgesamt sehr schwierig.

00:02:19: Und man darf halt auch nicht vergessen Wir haben ein Wahljahr, es sind fünf Landtagswahlen.

00:02:23: Eine ist davon gerade vorbei Gerade für die SPD Nicht besonders gut gelaufen Um es mal höflich auszudrücken.

00:02:29: Da ist der Druck natürlich auch sehr groß zu zeigen So wie tun was gegen die steigenden Lebenshaltungskosten Das kann so nicht weitergehen.

00:02:36: Die Politik ist aktiv und auf eurer Seite, da wird also auch versucht mit Blick auf die nächsten Landtagswahlen ihr Anstehen ein Zeichen zu setzen.

00:02:45: Und du sagst es, die Strategie über Verlauf und Ende des Krieges ist ja ziemlich widersprüchlich.

00:02:49: Da haben wir auch gestern hier im Podcast für Deutschland drüber gesprochen.

00:02:53: Heute Mittag gab's dann ja die Entscheidung von Deutschland oder nicht nur Deutschland aber hat Deutschland eben als Reaktion auf den Iran-Krieg einen Teil der nationalen Ölreserven freigegeben?

00:03:04: Wie kam es denn jetzt zu dieser Entscheidung heute?

00:03:07: Das war keine Entscheidung, die Deutschland jetzt alleine getroffen hat sondern da gab es international recht großen Druck das zu machen.

00:03:14: Diese Ölreserven werden organisiert von der Internationalen Energieagentur.

00:03:18: Da sind, ich glaube, thirty-two Länder drin und es geht darum dass man quasi eine Reserve anlegt die für neunzig Tage reicht also das Niveau was man sonst importiert, dass man das als Reserve vorhält Und solche Ölserben werden wenn sie freigegeben werden halt abgestimmt freigegeben.

00:03:37: Also dann setzt man sich zusammen Es gibt Krisensitzungen Das geschah dann auch gestern so Und dann wird darüber gesprochen und da hatten sich schon die Zeichen gemerkt, dass da der Druck recht groß ist.

00:03:47: Vor allem die asiatischen Länder hängen sehr stark von den Öllieferungen aus der Golfregion ab – das sind so grob ungefähr achtzig Prozent ihrer Öl.

00:03:57: Und Gas-Importe beziehen sie aus dieser Region.

00:03:59: Das ist viel, viel mehr als das jetzt zum Beispiel in Deutschland der Fall ist und deswegen ist dort tatsächlich die Sorge groß dass es eben zu solchen physischen Knappheiten kommen könnte, dass ihnen schlichtweg das Öl und auch das Gas aus dem Golf ausgeht und damit dann auch viele Fabriken nicht mehr betrieben werden könnten und die Verbraucher keinen Strom mehr hätten.

00:04:17: also da war der Druck schon sehr groß zu sagen Da muss jetzt was geschehen und dieser Schritt wurde dann eben jetzt beschlossen und Deutschland hat sich da angeschlossen.

00:04:26: Es war jetzt nicht so, dass Deutschland da intreiber war.

00:04:29: Gerade die Wirtschaftsministerin war da sehr zurückhaltend und fand das eigentlich zu früh.

00:04:36: Die SPD, Finanzminister Lars Klingball war da schon ein bisschen offener.

00:04:39: Da gab es auch innerhalb der Regierung etwas unterschiedliche Positionen wie man sich dazu verhalten sollte.

00:04:44: aber am Ende war's halt so wenn die Mehrheit der Länder das möchte dann wurde es eben eingeleitet.

00:04:51: und ja jetzt wird das dann nicht sofort aber zumindest zeitnah umgesetzt.

00:04:56: Und nur, dass ich das noch mal richtig verstehe.

00:04:58: Also der Druck kam jetzt auch viel mehr aus dem asiatischen Raum also von Ländern wie Japan zum Beispiel die ja auch in dieser internationalen Energiebehörde also davon betreut werden und was jetzt frei gegeben wird damit werden diese Länder jetzt erstmal versorgt.

00:05:14: also das betrifft jetzt noch nicht Deutschland.

00:05:16: ist das richtig?

00:05:17: Nein also das Betrifft die Reserven also quasi.

00:05:19: es machen jetzt alle die dort versammelt sind und natürlich hatten auch andere Länder ein Interesse daran, dass es so kommt.

00:05:26: Nur der Druck war jetzt in den anderen Ländern nicht ganz so groß also zum Beispiel bei uns ist jetzt bislang nicht ganz zu groß gewesen.

00:05:31: aber natürlich haben wir auch die Amerikaner eine Interesse daran das ein Teil freigegeben wird weil auch dort ist das Thema Lebenshaltungskosten ja im Wahlkampf ein sehr großes und von daher die Hoffnung die sich damit verbindet ist, wenn mehr Angebot da ist, dass dann die Preise wieder sinken und sich die Lage ein Stück weit entspannt.

00:05:50: Ob das so kommt, ja muss man gucken oder in welchem Umfang das so kommen.

00:05:54: Ein dämpfenden Effekt wird es sicherlich haben.

00:05:56: aber erst mal ist jetzt die Botschaft dadurch dass die Länder quasi alle zusammenstehen und das jetzt machen und dass aus Solidarität auch den anderen liegt über jetzt die Öre sehr ein Teil davon freigeben ist ja nicht alles.

00:06:09: Dass sich dann durch dieses größere Angebot auf dem Weltmarkt dann noch die Lage wirklich zumindest etwas entspannt.

00:06:14: Lass uns mal konkreter über Zahlen sprechen.

00:06:16: Insgesamt sind das ja vierhundert Millionen Barrel, die freigegeben werden?

00:06:20: Nimm uns doch mal bitte in die Dimension mit auch wie viel Deutschland davon trägt.

00:06:24: Genau also insgesamt sind diese Ölreserven belaufen sich auf eins Komma zwei Milliarden Barrel und von denen du hast es richtig gesagt werden jetzt vierhundert Millionen freigegeben Also ein Drittel der internationalen Reserven oder Ja Der Länder die an dem System beteiligt sind Und Deutschland wiederum trägt zu diesen vierhundert Millionen, zwanzig Millionen knapp bei.

00:06:48: Das sind ungefähr die Dimensionen über die wir reden.

00:06:53: Also ist davon die Rede das es die größte Freigabe in der Geschichte der internationalen Energieagentur und dieser Ölreserven ist?

00:07:01: Vielleicht nochmal einen Schritt zurück.

00:07:02: Seit wann gibt es überhaupt diese Öl-Reserven und diese internationale Energieagzentur?

00:07:07: kam alles Mitte der siebziger Jahre, als die Welcher schon einmal eine große Ölkrise durchlebt hat.

00:07:13: Und da wurde halt beschlossen dass es sinnvoll ist wenn es so eine Reserve gibt.

00:07:16: und es gab seitdem schon einige Situationen in denen man daran gegangen ist.

00:07:21: das war zum Beispiel beim Irak Krieg oder auch bei Hurricane Katrina oder eben auch beim Beginn des Ukraine-Krieges.

00:07:29: Aber die Dimensionen, in der wir uns da jetzt bewegen ist tatsächlich sehr groß.

00:07:33: Also eine so große Freigabe wie jetzt hat es in der Geschichte noch nicht gegeben.

00:07:38: von daher ist das schon ein recht bemerkenswerter Schritt und ich meine wir sprachen ja am Anfang davon.

00:07:43: dieser Krieg ist jetzt gerade oder noch nicht mal zwei Wochen alt und die Frage ist schon welcher weiteren Eskalationsmöglichkeiten haben wir eigentlich?

00:07:50: also was wenn sich das über viele Wochen oder Monate hinziehen sollte und wir jetzt schon an solchen Schritt gehen.

00:07:56: Also von daher gab es eben auch nicht nur Befürworter, sondern auch Kritiker die gesagt haben vielleicht sollten wir auch noch ein bisschen warten aber jetzt ist die Entscheidung gefallen und jetzt kommt so.

00:08:05: Weil du gerade auch den Ukrainekrieg angesprochen hast?

00:08:08: Ist es dann jetzt so dass die Lage heute deutlich bedrohlicher ist was die Energiesicherheit angeht als zu Beginn des Ukrainekrigs?

00:08:17: Es ist halt ein bisschen anders gelagert, also beim Beginn des Ukrainekrieges um auch da noch die Zahl zu nennen.

00:08:22: Damals wurden hundertzwundachtzig Millionen Barrel freigegeben.

00:08:26: Knapp die Hälfte dann?

00:08:27: Ja etwas mehr als die Hölfte und die Lage war natürlich eine andere.

00:08:31: Also damals waren wir als Deutschland viel stärker betroffen weil eben die Frage war was tun wenn das russische Gas entweder weil wir es wollen oder weil Putin uns will nicht mehr fließt.

00:08:42: Da hatten wir tatsächlich.

00:08:43: diese physischen Sorgen kommt überhaupt noch genug.

00:08:47: Bleiben die Wohnungen kalt, bleiben die gehen in den Fabriken stehen dann die Bänder stillen und gehen die Öfen aus.

00:08:52: so also das da hatten wir viel mehr unmittelbaren Druck sowie dass heute die asiatischen Länder tatsächlich haben Heute sind wir quasi nur mittelbar durch diese Preissteigerung getroffen aber wiederum sind halt die Asiatischen länder sehr stark getroffen.

00:09:06: Auch wenn im Moment viel über das Thema Öl geredet wird, lohnt es sich auch den Blick mal auf das Thema Gas zu lenken.

00:09:12: Was ja nicht nur für die Verbraucher zum Heizen wichtig ist sondern eben auch für viele Industrieprozesse.

00:09:18: und es gibt jetzt zum Beispiel schon Sorge dass in Taiwan wo sehr viele Chipfabriken stehen von denen wir unsere Chips bekommen das Gas ausgehen könnte, weil das Land ein Großteil seines Gases auch für die Stromproduktion braucht und aus Katar bezieht.

00:09:36: Und dass jetzt gerade durch die ja faktisch gesperrte Straße von Hummus nicht mehr ins Land kommt.

00:09:41: also da sind dann halt wieder so viele Kettenreaktionen mit drin, die dann auch mittelbar wiederum auf uns durchschlagen.

00:09:49: Ja absolut, wenn das dann die Chipproduktion betrifft.

00:09:52: Das hat ja noch mal eine ganz andere Dimension oder...

00:09:55: Also sobald sind wir jetzt noch nicht?

00:09:56: Aber das sind halt jetzt so die Szenarien, die auch gerade in Asien durchgespielt werden und wo dann halt die Sorge groß ist.

00:10:02: okay was zieht das danach sich, wenn dort dann genau das Gas ausgehen sollte.

00:10:08: Wo wir es ja gerade direkt sehen, ist an den Spritpreisen.

00:10:12: Ich habe eben mal geschaut in der Frankfurter Innenstadt liegen die SpritPreise gerade bei mindestens zwei Euro zehn pro Liter.

00:10:19: Wie schnell schlägt sich denn diese Entscheidung heute was die Ölreserven angeht?

00:10:23: An den Zapf sollen nieder?

00:10:25: Ja, da gibt es leider eine nicht so gute Nachricht für die Verbraucher.

00:10:28: Also das alles braucht seine Zeit.

00:10:31: Zum einen dauert es jetzt ein paar Tage bis dass alles in die Wege geleitet ist, bis dann die Politik den entsprechenden Anordnungen an die Mineralöle unternehmen, die das Öl eingelagert haben raus gegeben haben, bis das dann auf dem Markt ist und so weiter und sofort.

00:10:45: Und wir wissen erfahrungsgemäß auch, dass die Preise an der Tankstelle sehr schnell steigen wenn irgendwo auf der Welt eine Krise ist.

00:10:52: Aber bis sie dann wieder auf das frühere Niveau gesunken sind, ist dann eben doch eine ganze Weile dauern kann.

00:10:59: Also jetzt die Hoffnung dass schon irgendwie in den nächsten Tagen zum Wochenende hin die Preise jetzt sinken werden, die dürfte sich wahrscheinlich als ja zu hoffnungsvoll erweisen.

00:11:10: Schade!

00:11:11: Die Preise hängen aber gerade nicht nur am Öl sondern auch an potentiell erheblichen Aufschlägen.

00:11:16: so sieht es zumindest die SPD.

00:11:18: was ist denn da dran?

00:11:19: Es gibt ein großes Misstrauen vor allem in der SPD gegenüber den Mineralölgesellschaften.

00:11:24: und dass die sich jetzt aufgrund dieser geopolitischen Krise quasi die Taschen vollmachen, da hört man auch so recht heftige Töne vor allem eben aus der SPD.

00:11:35: Die sich ja als Anwalt der kleinen Leute versteht dann da die bösengroßen Mineralölkonzerne sind, die ihre Preise zu sehr aufschlagen und nicht nur die Kostensteigerungen weitergeben.

00:11:47: Es gibt auch unter Ökonomen etwas zurückhaltendere Worte.

00:11:50: also auch die wundern sich darüber dass in Deutschland die Preise doch deutlich stärker gestiegen sind als in anderen europäischen Ländern also stärker als der Anstieg des Rohölpreises.

00:12:01: und das hat auch damit zu tun, dass eben die Marktstrukturen so sind wie sie sind.

00:12:06: Jetzt diese ganze Lieferkette von der Raffinerie quasi bis zur Tankstelle.

00:12:09: Da ist nicht ganz so viel Wettbewerb oder es könnte mehr Wett Bewerb sein, der dann vielleicht auch die Preise etwas senken würde.

00:12:15: also das ist womöglich in Deutschland schon eine besondere Situation.

00:12:20: aber Das jetzt, wenn international die Preise durch einen exogenen Schock quasi steigen.

00:12:26: Die Roh-Ölpreise.

00:12:28: Dass dann die Mineralölkonzerne auch nicht sagen so ach ja.

00:12:30: aber weil wir das Öl vor vierzehn Tagen gekauft haben dann geben wir es noch günstig weiter sondern sie halt argumentieren naja wir müssen's zu den hohen Preisen uns quasi weiter eindecken.

00:12:41: dass ist wiederum auch verständlich.

00:12:43: also Da ist nicht so ganz klar, wie viel Abzocke da jetzt wirklich dabei ist oder nicht.

00:12:48: Aber es setzt natürlich auch die Bundesregierung unter Handlungsdruck und deswegen gibt das ja nicht nur diese Freigabe der Ölreserven sondern es gibt jetzt auch noch weitere Maßnahmen mit denen dann quasi gegen gesteuert werden soll und der Wettbewerb zwischen den Tankstellen etwas angeheizt werden soll.

00:13:05: Ja genau lass uns dazu auch mal die Wirtschaftsministerin Katharina Reicher heute hören!

00:13:11: Wir wissen

00:13:11: dass vor allem viele Pendlerinnen

00:13:13: und Pendler,

00:13:15: aber auch mittelständische Unternehmen durch die hohen Spritpreise belastet sind und sich berechtigt ärgern.

00:13:24: Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die

00:13:26: Häufigkeit

00:13:27: der Preisernderungen einzuschränken und uns dabei am sogenannten österreichischen Modell orientiert.

00:13:35: Tankstellen dürfen nur noch einmal am Tag ihre Preise für Kraftstoffe erhöhen.

00:13:42: Dagegen sind Preisenkungen jederzeit zulässig.

00:13:46: Okay, also nur noch einmal am Tag darf erhöht werden?

00:13:49: Klingt jetzt ja zumindest nach ein bisschen Erleichterung oder?

00:13:54: Ich würde es eher in der Kategorie Aktionismus verbuchen und die Politik wollte was machen oder sah sich gezogen etwas zu machen.

00:14:02: und die Frage ob das aber wirklich etwas bringt ist tatsächlich noch offen.

00:14:07: Es gibt dieses, tatsächlich wie Katharina Reiches sagt das österreichische Modell.

00:14:12: Nur einmal am Tag erhöhen um zwölf Uhr mittags und das nimmt natürlich ein bisschen Frust von den Autofahrern insofern dass sie halt nicht quasi an der Tankstelle stehen zu einem bestimmten Literpreis tanken dann runterfahren und sehen Jetzt ist es auf einmal fünfzehn günstiger oder so.

00:14:29: Und das war ja im Moment oft so, dass sich das ja wirklich innerhalb weniger Minuten geändert hat und man eigentlich wenn man sich auf den Weg zu einer Tankstelle gemacht hat in der Annahme, dass die besonders günstig ist dann auf einmal sagt oh ist gar nicht mehr so günstige und das ist natürlich eine ziemlich nervige Angelegenheit.

00:14:43: Das soll das jetzt quasi verhindern aber es ist ja insofern auch ganz interessant, dass ein Berater von Katharina Reiche der Wettbewerbsökonom Justus Haukapp, der war da eher zurückhaltend was das angeht weil er halt sagt naja Man weiß halt nicht, wie sich das entwickelt.

00:14:57: Es kann sein, dass das Niveau dadurch ein bisschen sinkt.

00:14:59: Das kann aber auch sein, es steigt.

00:15:01: Es gab den Vorschlag von ihm, weil sie dem Modells verfolgen, die es in Österreich geschieht, dass man in den Tankstellen-Apps mit denen man die Preise vergleicht, dass dort nur die günstigsten Preise angezeigt werden und nicht mehr die von entteuren Tankstellen.

00:15:14: Und davon war jetzt heute bei Katharina Reiche keine Rede, dass dies übernommen werden soll.

00:15:19: Aber dafür gab es wiederum unter Ökonomen relativ viel Zustimmung.

00:15:23: also ja... ist auch manchmal so ein bisschen, kann man nicht ganz nachvollziehen was dann übernommen wird und was nicht.

00:15:29: Aber wahrscheinlich ist es einfach plakativ zu sagen Erhöhungen jetzt nur noch einmal am Tag Und damit haben die Verbraucher dann zumindest ein bisschen mehr Planungssicherheit auf das sie sich einstellen müssen.

00:15:40: Sind das aber jetzt zumindest schon mal Maßnahmen also solche, die der Finanzminister Klingbar ja zu Beginn der Woche so laut von der Wirtschaftsministerin gefordert hat?

00:15:48: Ja das geht in die Richtung.

00:15:50: was die SPD eben auch wollte hat war auch ganz klar waren, dass die Sozialdemokraten, die da Druck gemacht haben.

00:15:57: Katharina Reicher hätte das jetzt glaube ich nicht unbedingt gebraucht diese ganzen Maßnahmen, die eigentlich zusammengezimmert werden.

00:16:04: aber auch sie sieht den Druck unter dem die Koalition steht und gerade im Kanzleramt ist man eben auch wirklich sehr nervös.

00:16:10: wie entwickelt sich das alles weiter?

00:16:12: Und könnte dieser Krieg und die Wirtschaftlichen folgen können das hier?

00:16:15: die Konjunktur abwürgen, die Inflation in ihr Höhe treiben und quasi alles worauf so die Hoffnungen für dieses Jahr beruhten wieder zunichte machen.

00:16:24: Also ja von daher ist da jetzt insgesamt schon ein recht großer Druck gewesen.

00:16:28: aber es ist halt wie so oft wenn das eine jetzt quasi dann beschlossen ist und das Ganze geht dann jetzt noch ne Woche weiter oder zwei Wochen weiter, dann ist ja die Frage und was machen wir jetzt?

00:16:38: So muss man nachlegen.

00:16:40: also mich erinnert das im Moment.

00:16:41: ich habe gerade sehr viele déjà vu Erlebnisse Wenn ich an das Frühjahr zwanzig, zweiundzwanzig denke nach dem Ukraine-Krieg.

00:16:47: Wo ja wirklich auch in einer irren Abfolge dann von Tankrabatt über Gaspreisbremse, Strompreisbremse, Soforthilfe und was da nicht alles kam.

00:16:56: Also eine Maßnahme nach der anderen gezogen wurde in der Hoffnung irgendwie den Volkszorn über die steigenden Energiepreise zu lindern.

00:17:05: Heute Abend kommt ja die Koalition auch zu ihrem Ausschuss zusammen.

00:17:10: Glaubst du?

00:17:10: Da könnte es noch mal knischen, könnte es Streit geben

00:17:14: Erwarte ich jetzt tatsächlich nach dem heutigen Tagesverlauf nicht mehr so sehr, weil Katharina Reichel ja gesagt hat, dass sie damit d'accord ist und das in die Wege leitet.

00:17:24: Es soll auch noch eine Änderung im Wettbewerbsrecht geben, die es dann einfacher möglich macht, dann auch im Bereich der Kraftstoffe wenn da das Kartellamt einen Verdacht sieht, dass es dann auch durchgreifen kann also auf das die Preise zu stark gestiegen sind.

00:17:40: Also das ist jetzt quasi dann schon mal abgeräumt von ihr und das war sicherlich auch klug, dass nicht erst im Koalitionsausschuss zu machen.

00:17:48: Ich habe jetzt bislang wenig gehört was an weitergehenden Maßnahmen gefordert wird.

00:17:54: immer mal wieder fällt es Stichwort Tankrabatt.

00:17:56: den gab's ja auch schon mal im Jahr zwanzig zweiundzwanzig.

00:18:00: Kostet aber natürlich recht viel Geld so.

00:18:02: Das was jetzt in die Wege geleitet ist kostet die Regierung erstmal kein Geld.

00:18:05: das wäre dann anders wenn man mit dem Tankrabat gegensteuern würde oder mit anderen Preisbremsen, wo dann der Staat Geld dazuschießt.

00:18:15: Die SPD stellt den Finanzminister, der weiß wie groß die Haushaltslücken sind und der Trankrabatt hat mehr als drei Milliarden Euro gekostet obwohl er nur drei Monate dauerte.

00:18:26: also da überlegt sich vielleicht auch die SPD zweimal ob sie das jetzt noch fordern sollen.

00:18:32: Absolut!

00:18:33: Danke dir Julia für deine Einschätzung aus Berlin.

00:18:36: sehr gerne

00:18:41: Also noch keine ganz so erfreuliche Nachricht für die Verbraucher, das alles braucht seine Zeit.

00:18:46: Das sagt unsere Korrespondentin Julia Lörr.

00:18:49: Ich will jetzt mal genauer auf die ökonomischen Mechanismen hinter den gestiegenen Spritpreisen gucken und zwar mit Justus Hauckab Professor für Volkswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf erleitet da das Institute for Competition Economics dass sich unter anderem mit Wettbewerb und Regulierung von Märkten beschäftigt Und wir haben es eben schon gehört Er ist einer der Berater Wirtschaftsministerin Katharina Reiche.

00:19:12: Hallo, Herr Hauckab, schön dass Sie da sind!

00:19:15: Ja hallo, schön das ich hier sein kann.

00:19:17: Die Wirtschafts-Ministerin hat sich dafür entschieden, dass künftig nur einmal am Tag die Spritpreise erhöht werden dürfen.

00:19:23: ist ja eine Maßnahme, die sie sich so nicht gewünscht hätten?

00:19:27: Das ist richtig.

00:19:28: Ich bin nicht davon überzeugt, dass besonders viel Wirkung entfalten wird diese Maßnahme und der Grund ist der folgende wir haben Und jetzt angeguckt, wo genau die Erhöhung der Marge, die man tatsächlich beobachten kann.

00:19:43: Also die Differenz zwischen Ölpreis und Benzinpreis an der Tankstelle, die tatsächlich gestiegen zu sein scheint, wo das genau dran hängt.

00:19:53: Das sind ja noch vorläufige Befunde aber es sieht so aus als wenn tatsächlich der Abstand zwischen den Großhandelspreisen also den etwa freien Tankstellen zahlen, wenn sie von einer Raffinerie Benzin bekommen und dem Benzinpreis an der Tankstelle, der sich gar nicht wirklich verändert hat.

00:20:08: Sondern vor allen Dingen der Abstand zwischen den Großhandelspreisen und dem Rohölpreis.

00:20:13: Also es sieht so aus als wenn vor allem die Marge im Raffineriebereich jetzt gestiegen ist was auch ökonomisch sehr plausibel ist weil wir haben nur elf Raffiniren in Deutschland die Kraftstoffe produzieren.

00:20:24: das ist also ein relativ konzentrierter Markt dass es Nicht alles aber in größeren Teilen im Besitz der Mineralkonzerne Und da ist es natürlich Verhältnismäßig leicht, nochmal saloppgesachten Schnap zu oben draufzunehmen.

00:20:38: Und wenn das tatsächlich so ist wie gesagt die Untersuchungen sind noch vorläufig.

00:20:43: aber wenn es tatsächlich so isst dass in den Raffinerien liegt dann kann ich letztendlich an der Tankstelle so viel an den Preisen regulieren wie ich will.

00:20:51: Das wird mir nicht helfen, die erhöhte Marge im Raffineriebereich im Griff zu kriegen.

00:20:55: Also von daher glaube ich dass das wird uns nicht wirklich weiterhelfen diese neue Regelung, die da kommen soll.

00:21:04: Im schlimmsten Fall ist es sogar kontraproduktiv.

00:21:07: D. h., dass wir noch stärkere Preiserhöhungen sehen.

00:21:09: dadurch?

00:21:10: Die empirische Evidenz, die es dazu gibt Es gibt ja ein paar Länder, die haben so Regeln, insbesondere Österreich wird immer wieder erwähnt ganz eindeutig, ob das tatsächlich zu sinkenden Preisen führt.

00:21:23: Denn die Überlegung der Tankstellenbetreiber oder der Mineralekonzelle ist natürlich wenn ich den Preis noch einmal am Tag erhöhen darf sollte ich dann vielleicht salopp gesagt ein besonderes großen Schluck aus der Bulle nehmen weil das jetzt die einmalige Chance die Preise zu erhöhen und lasse dann wieder langsam verfallen denn preissenkung werden ja noch viele möglich sein Während in Deutschland natürlich die Sanker an der Gut, wenn ich jetzt den Preis nicht ganz so stark erhöhe dann erhöhe ich ihn vielleicht später nochmal.

00:21:48: Also das ist nicht so klar dass es zwangsläuft zu Preisenkungen insgesamt führen wird über den Tag und ich werde hoffen dass das Ministerium oder der Deutschen Bundestag ein wenigstens So etwas wie eine Vorschrift in das Gesetz schreibt, dass das Gesetz evaluiert werden sollte nach drei Jahren um zu gucken ob das wirklich was gebracht hat.

00:22:08: Das kann man dann auch wirklich gut machen mit den Daten die dann vorliegen werden.

00:22:11: Ja und da nochmal konkreter Nachzufragen es gilt ja auch wirklich als problematisch wenn Spritpreise eben stärker steigen als die Rohstoffpreise.

00:22:20: Ist das aktuell in Deutschland der Fall?

00:22:21: Das

00:22:22: ist der Fall, dass wir ein gewisses Überschießen beobachten konnten in den vergangenen Tagen.

00:22:29: Das muss nicht unbedingt ein missbräuchliches Verhalten sein, denn man darf nicht vergessen, wir haben eine enorme Unsicherheit.

00:22:35: also die Rohlpreise spielen ja fast verrückt.

00:22:39: von paar Tagen waren sie noch bei hundertzwanzig Dollar jetzt sind es aber achtzig Dollar.

00:22:42: da ist natürlich ganz viel Unsicherkeit im Markt und dass dann sozusagen nicht das Muster aus dem Januar eins zu eins übertragen wird auf die jetzige Zeit.

00:22:52: Da würde ich jetzt noch nicht allzu viel raus machen an dieser Stelle, also wir haben jetzt zehn Preisbeobachtungen letztendlich, zehn Tage.

00:23:00: da hätte ich fast gesagt, das muss man aushalten.

00:23:03: Das ist jetzt nur nicht unbedingt ein Hinweis darauf, dass das ein Missbrauch ist.

00:23:07: Dass Preise in Deutschland besonders schnell durchgereicht werden an den Verbraucher nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass der Wettbewerb nicht funktioniert.

00:23:16: Verblüffend ist eher das in anderen Ländern wie zum Beispiel Frankreich die Preise nicht so schnell durchgereicht werden.

00:23:21: was im besten verwunderlich ist muss man sagen.

00:23:23: denn letztendlich sind die Opportunitätskosten für die Mineralölkonzernen durch die Rohölpreise in irgendeiner Weise.

00:23:30: Also ich hätte mir gewünscht, dass man ein bisschen den Nerven behält und nicht gleich in Hektik verfällt.

00:23:38: Aber Sie sagen das ja gerade schon, dass es nicht direkt durchgereicht wird in manchen EU-Ländern?

00:23:44: Weil ist es ja schon so, dass der Anstieg der Benzin- und Dieselpreise an Deutschland gerade mehr als doppelt zu hoch ist als im EUweiten Durchschnitt!

00:23:53: Ist das für was Positives, wenn ich sie da jetzt richtig verstehe?

00:23:56: Wir haben uns ja selber angeguckt.

00:23:57: Also letztendlich sehen wir in unseren Analysen dass die mittlerweile der Anstieg in Österreich sehr ähnlich zu dem Anstieg in Deutschland ist.

00:24:05: Und Österreich ist ja dieses Land mit dieser Einpreisregel.

00:24:10: Was wir aussehen, ist dass es in Frankreich geringer ist.

00:24:13: tatsächlich aber letztendlich haben wir keine allzu große Differenz.

00:24:18: Wir haben eine kleine Differenz sozusagen zwischen dem Ansteig des Ruhlpreises und dem Anschlieg der Stankstellenpreise.

00:24:25: Da ist noch ein bisschen was drin.

00:24:26: Tatsächlich Der ist ein bisschen stärker geschrieben Aber das darf nicht der falsche LED entstehen.

00:24:31: also die Benzinpreiseung ist keineswegs doppelt so wie der Ölpreisanstieg.

00:24:35: Das ist ein kleines bisschen mehr als den ÖlPreisanstieg, den wir da sehen.

00:24:40: Was Kostenänderungen in Preisänderungen resultieren?

00:24:44: Ist kein viel Funktionen der Marktwirtschaft.

00:24:48: Okay aber zumindest für die Verbraucher in Deutschland gerade frustrierender als für die verbraucher im Frankreich zu dem jetzigen Zeitpunkt.

00:24:54: viele Autofahrer gucken ja gerade auf die Tafel an der Tankstelle und fragen sich auch wieso wird Sprit schon teurer, obwohl es ja noch gar keinen echten Öl-Engpass gibt.

00:25:04: Vielleicht können Sie das nochmal ökonomisch erklären?

00:25:07: Eigentlich ist es ganz einfach für die Mineralekonzerne.

00:25:09: natürlich sind die Wiederbeschaffungskosten letztendlich wichtig und stellen sich vor sie hätten Immobilie gekauft vor zehn Jahren in irgendeiner Stadt in Deutschland und mit hoher Wahrscheinlichkeit können sie heute wesentlich teuer verkaufen.

00:25:21: Und da würden Sie wahrscheinlich auch nicht auf die Idee kommen sagen naja ich habe es ja vor zehn jahren so billig gekauft die Immobilien jetzt verkaufe ich sie natürlich auch so billiger.

00:25:28: weiter nimmt man dann die aktuellen Marktpreise.

00:25:31: Und selbst wenn sie die Immobilie geerbt haben und umsonst bekommen haben, würden Sie nicht sagen dann verschenke ich die weil ich ja so billig bekommen habe.

00:25:39: Natürlich funktioniert die Marktwirtschaft so dass man die Preise verlangt auf den Märkten die man dann immer auch bekommen kann.

00:25:43: wir wissen die Straße vor noch muss es immer noch geschlossen.

00:25:47: da droht eine Knappheit in der echte und das ist natürlich in den preisen dann auch mit drin dass sich vielleicht das glück habe dass ich mein tank lag auch rechtzeitig folger gemacht hab Hatte es vielleicht gerade leer gehabt.

00:26:00: Das führt dann nicht dazu, dass ich sage jetzt verkauf' ich mein Benzin deutlich billiger als die Nachbar-Tankstelle weil ich Glück hatte und das noch billig eingekauft hat während die schon das teure Benzin haben kaufen müssen.

00:26:10: Eine Sache Herr Haukab, die ja unabhängig von der aktuellen Lage immer wieder für Irritation sorgt ist ja, dass sich die Preise teilweise mehrmals am Tag sogar mehrmals stündlich ändern.

00:26:22: Muss das überhaupt so sein?

00:26:24: Das muss nicht so sein!

00:26:26: ist sicherlich was, was die Verbraucher ein gewisserweise nervt.

00:26:29: Und von daher hat diese Regel das es nur eine Preissteigerung am Tag geht in der hin sich vielleicht auch einen Vorzug wobei Preisenkungen gibt's möglicherweise immer noch relativ viele kleine.

00:26:41: Das kann ich verstehen dass das so ein bisschen nervenaufreibend ist gerade wenn man preise vergleichen will weil die preise sich so häufig ändern.

00:26:49: das muss nicht so sein und wenn man die Tankstellenbetreiber fragen würde wäre ich mir fast sicher, dass die das auch gar nicht unbedingt wollen und sich irgendwie so da selber rein manövriert haben in diese Situation.

00:27:01: Das ist natürlich wenn die Nachbar Tankstellen die Preise senken dann muss ich auch hinterherziehen und die Preisesenken.

00:27:06: Und diese Dynamik hat immer mehr an Tempo gewonnen.

00:27:09: also wir haben viel viel mehr Preisänderungen.

00:27:11: Allein in diesem Jahr hatten wir über alle deutsche Tankstellen hinweg Also wir haben ungefähr vierzehntausend.

00:27:16: vierhundert Tankstellen Gab es von Januar bis Ende Februar, dreißig Millionen Preisänderungen.

00:27:23: Das ist natürlich ziemlich irre muss man sagen.

00:27:26: aber das ist nicht unbedingt ein Zeichen für fehlende Wettbewerb sondern vielleicht gerade Fürwettbewehr.

00:27:32: abes gibt selten Absprachen unter Tankstellen weil die glaube ich wissen wie das Geschäft funktioniert.

00:27:38: Es gab mal einen Fall vor einigen Jahren In Italien eines Tankstellen-Kartels, da haben die sich gerade drauf verabredet dass sie die Preise jetzt vierzehn Tage lang nicht mehr ändern.

00:27:47: Ja denn es ist ja auch für die Tankstellenbetreiber relativ nervig wenn man die Preisen dauern ändern muss.

00:27:52: also die würden sicherlich sich auch wünschen das sie die permanent einfach hoch halten könnten.

00:27:56: Aber die sagen ja auch selbst dass Sie an den preisen gar nicht so viel ändern können und im Grunde einfach nur die Einkaufspreise weiter geben würden.

00:28:04: Also da stellt sich ja die Frage wieviel Spielraum haben die denn tatsächlich?

00:28:07: Wir haben

00:28:07: ein zweischneidiges Modell.

00:28:08: Es gibt zum einen die Tankstellen Sitz der Mineralekonzerne sind, der großen fünf Ketten die vertikal integriert sind.

00:28:14: Die haben ja ein Modell wo sie gar nicht selber das Benzin einkaufen die Tankstellen sondern Die Preise letztendlich zentral gesteuert werden von den Konzernzentralen.

00:28:23: Also die verkaufen das nur auf Rechnung Dritter, dass ungefähr so ein Tankstellenbetreiber ist in dem Sinne fast sowas wie Versicherungserkennt der leitet es nur durch also er verkauft gar nicht sein eigenes Benzin.

00:28:33: Der kauft sich ein und verkauft weiter.

00:28:35: Die freien Tankstellen haben anderes Modell, die kaufen Benzin ein und verkauf uns weiter.

00:28:39: Das heißt aber sie können natürlich weil die an den Raffineriepreisen hängen Also sind zu denen ausgeliefert.

00:28:50: Und die können natürlich, wenn die Raffineriepreise steigen dann müssen sie natürlich sozusagen die Benzinpreise erhöhen.

00:29:00: an den Tankstellen Die Untersuchung dies dazu gibt ist die Marge nicht besonders hoch.

00:29:06: also es wird davon ausgegangen dass das maximal C&Cent sind, die aus dem dann der gesamte Tankstellenbetrieb finanziert werden muss.

00:29:13: Da gibt es verschiedene Untersuchungen.

00:29:15: vielleicht durch mehr Wettbewerb könnte man da noch ein paar Cent von diesen C¢ abknapsen aber die ganz große Marge ist nicht an der Tankstelle.

00:29:24: Aber bei solchen Preissprüngen ich meine wir hatten's ja eben auch schon von Spritpreisen versus die Rohstoffpreise Bei solchen preisprüngend wie gerade haben jedenfalls die Autofahrer ja schnell das Gefühl da nutzt einer die Situation aus und dieser Eindruck ist ja auch nicht ganz unbegründet.

00:29:39: Ja, wir sehen tatsächlich... Wir haben eine kleine Marschenerhöhung im Gesamtbereich aber das sind weniger die Tankstellenbetreiber oder an der Tankstelle wo es ausgenutzt wird sondern wenn das deutet eher darauf hin dass es an den Raffinerien ist.

00:29:50: Aber ich wäre vorsichtig in der Interpretation.

00:29:54: also die Ölpreise Also in einem wahnsinnigen Fluktuation, wir hatten vor zwei Tagen noch hundertzwanzig Dollar.

00:30:01: Dann hat man achtzig Dollar also eine unglaubliche Fluktion der Ölpreise.

00:30:05: und in einer Situation mit so einer Unsicherheit zu erwarten dass die Benzin Preise dann nahezu konstant bleiben das entbehrt jeder Logik muss man sagen weil Benzin wird aus Öl gemacht.

00:30:15: aber die Bundesregierung zum Beispiel wirft ja den Mineralöl Konzern gerade auch vor die preise Ja fast schon unnötig zu treiben da würden sie auf widersprechen.

00:30:24: Das ist nicht so klar dass das tatsächlich so ist.

00:30:27: Das sollte man sich mit ein bisschen mehr Ruhe angucken, die Bundesregierung hat keine eigenen Analysen meines Wissens.

00:30:34: ich meine wir haben zehn Tage jetzt diesen Krieg bis hier mehr als zehn Tage ja seitdem sie Ölpreise sehr stark fluktuierend, sehr stark nach oben gegangen sind.

00:30:44: Also eine Situation hoher Unsicherheit haben.

00:30:46: und wir sehen also die ersten Analyse wie wir im Institut gemacht haben ist dass wir sehen der Preisreaktion sind relativ ähnlich zu dem Ausbruch des ukrainischen Kriegs.

00:30:55: tatsächlich und das sind Situationen großer Unsicherheiten wo sich die Rohstoffpreise sehr stark ändern und dann geht es eben rein in die Benzinpreise muss man sagen und ich werde jetzt wenn das sich sozusagen über eine größere Zeit anhält, dann kann man so sozusagen etwas handfestere Schlüsse ziehen.

00:31:15: Jetzt nach zehn Tagen schon zu sagen das ist offensichtlich Missbrauch ist glaube ich eher der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geschuldet als einer sorgfältigen ökonomischen Analyse.

00:31:25: Wenn wir nochmal zurückkommen auf die Maßnahmen... Spritpreis, Bremse die ja da bald kommen soll.

00:31:32: Gab es in den letzten Tagen einige Warnungen vor zu viel Aktionismus und auch vor Schnellschüssen durch Ökonomen?

00:31:39: Jetzt ist es doch dazu gekommen muss man sagen... Ist das aus ihrer Sicht ein Fehler?

00:31:43: Also wenn das politisch unvermeidbar ist dass man irgendwas macht ist das jetzt glaube ich noch das harmloseste.

00:31:47: Ja.

00:31:48: also Ich bin erstmal heilfroh.

00:31:50: dass wir jetzt nicht wieder einen Tankrabatt bekommen muss ich sagen denn das wäre noch eine viel schlechtere Lösung.

00:31:55: Warum?

00:31:56: Ein

00:31:56: Tankrabat.. Die Schlasstraße von Homosis zu.

00:31:59: Es gibt weniger Öl, Raffinerienbrennen, Förderkapazitäten sind zum Erliegen gekommen.

00:32:05: also es wird weniger Öloch der Weltmärkten sein das Angebot ist knapper dann ist es sinnvoll und es geht gar nicht anders dass auch die Nachfrage eingeschränkt werden muss in irgendeiner Weise und das ist genau eigentlich was der Preis leistet.

00:32:16: Der Preis steigt damit dann weniger Öl verbraucht wird.

00:32:19: Wenn wir jetzt sagen, wir versuchen dagegen anzusubventionieren, das wieder billig zu machen, damit die Leute bloß nicht ihren Benzinverbrauch einschränken müssen, ist das völlig kontraproduktiv.

00:32:28: Das löst das Problem in keinster Weise.

00:32:30: Das verfälscht die Preissignale, die wir eigentlich benötigen wenn Dinge knapp werden irgendwie sozial besonders treffsicher, dass man sagt diejenigen, die besonders bedürftig sind profitieren davon sondern profitieren erst mal alle Autofahrer.

00:32:45: Und beim letzten Mal haben wir gesehen und zum Teil auch noch die Raffinerien weil sie haben beim letzten mal auch ein Teil des Tankrabazins eingestrichen.

00:32:52: also da bin ich einfach sehr froh Das war nicht den Tankrabatt wieder bekommen haben.

00:32:57: Aber trotzdem muss man ja sagen, dass wir in einer Situation sind, in der die Politik ja auch anfängt an den Markt so einzugreifen... Was würden Sie denn sagen?

00:33:05: Wie ernst die Lage dann jetzt gerade tatsächlich ist?

00:33:08: Ich hätte gedacht, sie ist noch nicht so ernst!

00:33:10: Wir haben jetzt zehn Tage diese Situation.

00:33:12: Ja, jetzt wird das ja auch selbst die Maßnahmen, die es vorgeschlagen sind von der Bundesregierung, die werden ja jetzt nicht ganz schnell umgesetzt werden können.

00:33:20: Ein bisschen wird's dauern Und jetzt ist der Ölpreis ja auch tatsächlich wieder runtergegangen.

00:33:25: Vielleicht muss man sich auch ein bisschen von dieser, ich sage das mal ein bisschen dispektierlich Vollkastkomentalität verabschieden und sagen einen steigenden Benzinpreis temporär mag zu den Risiken unseres Lebens dazugehören dass man vielleicht temporär aushalten muss.

00:33:40: Das ist unangenehm.

00:33:41: keiner wünscht sich das, keiner wünschte sich ein Krieg im Iran.

00:33:43: Jetzt haben wir eine Situation wo das Öl knapper zu werden droht oder auch schon knapper wird.

00:33:49: Und dann gibt es mal steigende Preise und das Leben ist voller Risiken, ein steigender Benzinpreis gehört zu den Risiken des Lebens dazu, denen man mindestens temporär aushalten muss.

00:33:59: so unangenehm dass tatsächlich ist.

00:34:03: Danke schön Justus Hawker für ihre Einschätzungen!

00:34:05: Ja

00:34:06: gerne gerne.

00:34:09: Das war es für heute vom FHZ Podcast für Deutschland.

00:34:13: Schreiben Sie uns gerne Ihr Feedback zu dieser Sendung an podcastfhz.de, freuen wir uns immer sehr drüber!

00:34:20: Ich danke Ihnen dass sie mit dabei waren und danke David Brucklacher und Roberta Löhndorf für die Mitarbeit.

00:34:27: ich hoffe wir hören uns hier an dieser Stelle morgen wieder.

00:34:30: ihnen jetzt erstmal einen schönen

00:34:31: Abend.

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

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von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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