00:00:05: Herzlich Willkommen zum FAZ Podcast für Deutschland.
00:00:09: Es ist endlich wieder Montag, Montag der sechzehnte März und das bedeutet dass ich mich wieder aus Berlin melden darf.
00:00:16: Korinna Budras is mein Name!
00:00:18: Ja und ich kümmere euch heute mal wieder um die Reformfähigkeit des Landes denn irgendjemand muss es ja tun.
00:00:26: und ich knüpfe da an wo ich zuletzt mit dem IFW-Präsident Moritz Schullerig aufgehört habe.
00:00:33: Wir haben ja vor über einer Woche darüber gesprochen, wie reformfähig die Bundesregierung mitsamt der Verwaltung ist und
00:00:40: beiden
00:00:40: hat er ehrlich gesagt ein ziemlich schlechtes Zeugnis ausgestellt.
00:00:45: Und dabei habe ich mich aber auch gefragt, wie es denn mit uns eigentlich aussieht.
00:00:50: und da gibt es ja niemanden der besser Auskunft geben kann über die deutsche Volksseele als die Meinungsforscherin Prof.
00:00:58: Dr.
00:00:58: Renate Köcher.
00:00:59: Sie ist Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach und macht das Ganze schon seit knapp fünfzig Jahren.
00:01:09: Ja, und über ihre unzähligen Umfragen zu politischen und gesellschaftlichen Themen kennt sie die deutsche Seele in und auswendig.
00:01:17: Kann also bestens erzählen was die Politik den Bürgern zumuten kann.
00:01:23: und weil sie nicht nur die Volksseele so gut kennt sondern auch die Politiker selbst geht es in unserem Gespräch auch gleich darum warum die Politik dann nicht macht was die Bürger bereit sind zu tun.
00:01:37: Sie merken also, der Beziehungsstatus ist kompliziert.
00:01:41: So könnte man wohl formulieren.
00:01:43: Ja und bevor wir gleich loslegen darf ich Ihnen noch eine Veranstaltung ans Herz legen.
00:01:48: Morgen
00:01:48: am Dienstag den siebzehnt März findet um siebzen Uhr ein Livestream mit unseren Auslandskreuzmodenten aus Istanbul bei Ruth & Tel Aviv statt.
00:01:58: Die drei kennen Sie auch schon bestens aus unserem Podcast Und morgen Können Sie den dreien Mal alle Fragen stellen, die Ihnen so unter den Nägeln brennen?
00:02:08: Den Link zur Anmeldung finden Sie in den Schoen uns und jetzt starten wir mal mit dem Gespräch.
00:02:20: Jetzt sitzen wir auch schon gegenüber.
00:02:22: Herzlich willkommen Frau Prof.
00:02:24: Köcher!
00:02:25: Guten Tag.
00:02:26: Ich möchte mit Ihnen heute mal die Reformbereitschaft der deutschen Abklopfen der Gesellschaft der Bürger Und möchte mal vielleicht mit einer simplen Frage anfangen, Frau Köcher.
00:02:38: Wie geht es denn den Bürgern eigentlich?
00:02:42: Naja, das ist im Moment natürlich eine sehr gemischte Situation.
00:02:45: Die Leute wachen täglich auf und hoffen dass die Welt etwas unkomplizierter geworden ist und sie ist in der Regel wieder komplizierer geworden.
00:02:53: Sie sind jetzt seit Jahren ständig mit Krisen konfrontiert Mit Kriegen und Themen, die gerade die deutsche Bevölkerung eigentlich zu den Akten gelegt hatte oder gehofft hat sie zu den akten legen zu können.
00:03:07: Und sie ist auch damit konfrontiert, dass die deutsche Wirtschaft doch vor erheblichen Herausforderungen steht.
00:03:14: Ein nicht unbeträchtlicher Anteil fürchtet das Deutschland seinen Zenit überschritten haben könnte und gleichzeitig – und das finde ich das Interessante an dieser Konstellation – wir hatten ja schon mal eine ähnliche Situation zumindest was das Wirtschaftliche angeht in der Phase mehrjähriger Wachstumsschwäche zwischen zweitausend und so zweitausendundfünf.
00:03:34: damals war der Bevölkerung auch überzeugt, Deutschland hat seinen Szenet überschritten.
00:03:39: Wir hatten damals eine deutlich höhere Langzeitarbeitslosigkeit als wir heute haben und Das ist etwas, was die Situation heute sehr unterscheidet von damals.
00:03:50: Dass auch die Ängste um den eigenen Arbeitsplatz deutlich niedriger sind als damals.
00:03:55: Damals fürchteten fast vierzig Prozent der Verabstätigen.
00:03:58: Ihr Arbeitsplatz könne nicht sicher sein und im Moment haben wir so zwölf Prozent.
00:04:03: Und das führte ja damals zu den Harzreformen von Bundeskanzler Schröder?
00:04:09: tatsächlich diese Langzeitarbeitslosigkeit aufzubrechen, trägt denn jetzt die umgekehrte Sicherheit des Arbeitsplatzes zu ein bisschen mehr Wohlbefinden bei?
00:04:22: Es ist zumindest sehr beruhigend in dieser Situation.
00:04:25: Und das nehmen die Leute auch so wahr!
00:04:27: Wir fragen ja Ängste um den Arbeitsplatz ab, also von daher unterscheidet sich wirklich gravierend.
00:04:33: Von damals.
00:04:34: von daher muss man sagen die Leute wissen dass es wirtschaftlich im Moment erhebliche Schwierigkeiten gibt aber gleichzeitig erreichen diese Schwierigkeiten nicht so tief in das Leben der meisten hinein wie das zwischen zwei tausend und zweitausend fünf als wirklich die Verunsicherung enorm war.
00:04:52: da spielt jetzt eher das Inflationsthema eine Rolle weil das hat Die Leute wirklich sehr schockiert dieser steile Anstieg der Inflation vor zwei, drei Jahren.
00:05:01: Und von daher schauen sie im Moment mehr auf Entwicklungen die die Inflasion wiedertreiben könnten als dass Sie sich in erster Linie mit den Arbeitsplatzthemen beschäftigen.
00:05:12: und was sagt das eigentlich für die Reformbereitschaft aus?
00:05:16: Also hilft es denn Reformfähigkeit einer Gesellschaft, wenn da auch sozusagen eine gewisse Unruhe drin ist.
00:05:26: So wie damals, zwei tausendzwei, zweitausendfünf also sehen die Leute dann eben ja wir müssen was ändern oder umgekehrt ziehen sich alle Menschen in ihr Schneckenhaus zurück und wollen eigentlich das am liebsten zumindest außen alles so bleibt wie es ist.
00:05:43: Nein, wir haben im Moment auch eine Mehrheit in der Bevölkerung die überzeugt ist dass wir gravierende Reformen brauchen.
00:05:50: Auch gerade im Sozialstaatsbereich.
00:05:53: das war damals auch so.
00:05:55: aber es ist natürlich noch mal ne andere Situation ob weite Teile der Bevölkerungen das Gefühl haben und auch der Politik Wir stehen mit dem Rücken zur Wand Und können gar nicht anders als jetzt vorwärts zu marschieren und tiefgreifende Reform durchzuführen.
00:06:09: Das ist jetzt teilweise anders.
00:06:12: Also da kommt natürlich noch ein Erschwernis hinzu, wenn eine Bevölkerung glaubt wir sind über den Zinn nett hinüber dann glaubt sie ja nicht an wachsenden Wohlstand und wenn sie nicht an mehr Verteilungsspielräume glaubt sondern eher davon ausgeht dass es zu Kürzungen kommen wird und das glaub die deutsche Bevölkerung also auf den unterschiedlichsten Gebieten im Gesundheitsbereich wie im Rentenbereich wie in anderen Sozialleistungsbereichen dann ist natürlich erst mal auch die Hoffnung da, dass man den Status quo doch noch eine Weile erhalten kann.
00:06:45: Ja interessant!
00:06:46: Also von daher ich glaube das man sich bei der Analyse der Einstellungen der Bevölkerung oft zu einfach macht Und einfach nur abfragt, sind sie dafür oder dagegen?
00:06:59: und allgemein fragt brauchen wir Reformen?
00:07:01: Oder brauchen wir keine Reformen.
00:07:03: Also man kann das aber sehr schön abschichten.
00:07:06: die große Mehrheit sagt mittlerweile Wir brauchen Reformen.
00:07:09: der Anteil Der sagt na nein also alles ist fein wir müssen dann nichts gravierendes ändern der beträgt nicht einmal zehn prozent im Moment.
00:07:17: die die gravierende reformen einfordern Die sind mittlerweile nahe sechzig Prozent so.
00:07:22: Aber Dann Ist natürlich die Frage, wenn es zum Schwur kommt und man konkrete Reformen diskutiert.
00:07:30: Was ist da dann durchsetzbar?
00:07:33: Und ich glaube das ist auch menschlich und wirklich sehr verständlich.
00:07:37: eine ausgeprägte Neigung erstmal dar den Reformen zuzustimmen also keine persönlichen Nachteile mit sich bringen.
00:07:45: Und da sind dann viele auch erst mal bei so Maßnahmen, über die man ja durchaus diskutiert und diskutieren kann.
00:07:51: Verstärkt noch Gruppen in Sozialversicherungen einzubeziehen, die im Moment da nicht verpflichtet sind mit einzuziehen... Also
00:07:58: die Beamten zum Beispiel?
00:07:59: Zum
00:07:59: Beispiel die Beamte.
00:08:01: Da große Mehrheit der Bevölkerung Beamtes selbstständig usw.
00:08:04: sollten alle einbezogen werden.
00:08:06: Also da kriegt man leicht eine breite Zustimmung.
00:08:10: oder was ja jetzt auch von einer Kommission angeregt worden ist dass man erreichen sollte, dass EU-Bürger die aus anderen Ländern zu uns kommen nur dann Anspruch auf Sozialleistungen haben wenn sie eine Vollzeitbeschäftigung hier ausüben.
00:08:26: Da haben Sie natürlich ganz breite Zustimmung in der Bevölkerung.
00:08:31: Schwierig wird es, wenn es um Leistungskürzungen geht oder wenn es um Beitragserhöhungen natürlich geht.
00:08:42: Oder, wenn es auch um so Themen geht wie Lebensarbeitszeit.
00:08:46: darüber wird ja besonders intensiv diskutiert.
00:08:49: aber da bin ich genau an dem Punkt wo ich denke da wird oft nicht genau genug hingeschaut Denn erstens sieht man, dass da die Einstellungen sehr in Bewegung sind und das gerade bei den sechzigjährigen und älteren, die noch berufstätig sind.
00:09:04: Die Bereitschaft länger berufstäblich zu sein gravierend angestiegen ist
00:09:08: Weil Sie es wollen oder weil sie die Notwendigkeit einsehen?
00:09:11: Beides.
00:09:12: Also, die Motive sind unterschiedlich.
00:09:14: in Teil sagt also die Rente allein, das Einkommen stellt mich nicht zufrieden und deswegen versuche ich hier noch so lange wie möglich neben Einkommen ein zweites Einkommen zu haben.
00:09:25: aber es gibt auch durchaus viele, die sagen also der Arbeit macht mir Spaß und ich möchte deswegen länger arbeiten ja Und auch etwas, was ich glaube, was zunehmend eine Rolle spielt.
00:09:37: Weil zunehnend Menschen das Gefühl haben wie Alltag ist unzureichend strukturiert und viele sagen dann auch die Arbeit gibt mir Struktur.
00:09:45: Ich will nicht unbedingt Vollzeit weiterarbeiten nach dem formalen Rentenalter aber begrenzt und dann habe ich eine gewisse Struktur in meinem Leben.
00:09:54: ja also es gibt da ganz unterschiedliche Motive Aber trotzdem hat die Politik nach einem Eindruck große Sorgen sich mit diesem Thema überhaupt offensiver zu befassen.
00:10:07: Ja, die scheut das wie der Teufel des Weihwassern!
00:10:09: Ja,
00:10:10: mir hat auch ein Minister gesagt also da können wir ja gar nicht ran gehen und das wollen die Leute nicht.
00:10:15: Dann habe ich gesagt also wäre ich Politiker den ganzen Reformen, die notwendig sind, wäre das die, die ich am wenigsten fürchten würde.
00:10:24: Ja interessant so weit würden Sie gehen?
00:10:26: Soweit würde ich gehen.
00:10:28: aus folgendem Grund wenn sie Die Leute fragen, ob sie eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit wünschen.
00:10:34: Sagt die überwältigende Mehrheit?
00:10:36: Nein, finde ich eigentlich nicht prickelnd, möchte ich nicht unbedingt.
00:10:39: Wenn Sie die Leute fragen was sie erwarten, was kommen wird sagen über achtzig Prozent die Verlängerungen der Lebensarbeit.
00:10:48: Zeit wird kommen weil die deutsche Bevölkerung ist auch ne gut informierte Bevölkerung muss man sagen also noch fügig an, weil das Informationsverhalten sich ja sehr stark verändert und verändert hat in den letzten Jahren.
00:11:01: Aber noch ist sie eine sehr gut informierte Bevölkerung die auch weiß was die demografische Entwicklung bedeutet für die sozialen Sicherungssysteme.
00:11:10: also die überwältigende Mehrheit geht davon aus dass kommt.
00:11:15: dann ist aber für mich eigentlich die entscheidende Frage wie sieht denn die persönliche Betroffenheit wirklich sagt, naja für mich macht das jetzt keinen Unterschied mehr.
00:11:28: Mich geht es eigentlich nichts an wenn die Politik jetzt... Das sind ja immer lange Fristen mit denen so etwas entschieden wird.
00:11:34: Wenn die Politik Jetzt entscheidet dass mit bis zu zwanzig dreißig oder zwanzichfünfdreißig das um ein Jahr oder zwei ansteigen soll, das betrifft mich jetzt nicht mehr weil also sich für mich da nichts ändert.
00:11:49: Der Zwanzigjährige, für den ist es sowieso so weit weg, dass der sich noch nicht damit beschäftigt, wann er aufhört zu arbeiten.
00:11:59: Und der Vierzigjährige?
00:12:02: Für den ist das einerseits auch noch weit weg.
00:12:06: oder die sagt dann was weiß ich, was in fünfundzwanzig oder dreißig Jahren ist.
00:12:11: Hauptsache da ist ein leistungsfähiges Rentensystem, das mir mein Einkommen garantiert im Alter Und ich glaube, dass das von der Politik zu wenig berücksichtigt wird.
00:12:21: Dass das der Dreh- und Angelpunkt für die Leute eigentlich ist.
00:12:25: Dass sie eine Garantie haben möchten, dass die staatliche Rente wirklich funktioniert langfristig.
00:12:31: Das muss ja auch eigentlich das Kernziel von dem Ganzen sein.
00:12:35: Ich denke, dass da manchmal die Bevölkerung unterschätzt wird.
00:12:38: Interessant!
00:12:39: Also das ist tatsächlich ... absolut wichtig, dass man sagt na ja wenn ich hier auch schon einzahle ist ja auch ein Punkt.
00:12:45: Dann will ich mich auch zumindest darauf verlassen können das es einen wichtigen Teil abdeckt.
00:12:50: Glauben denn die Leute allen Ernstes?
00:12:52: Dass das alles abdeckt?
00:12:54: Ich meine so weit sind wir doch inzwischen, glaube ich jeder erkennen muss, dass das fürs Alter so oder so nicht ausreichen kann.
00:13:02: Das ist natürlich sehr stark schichtbezogen.
00:13:05: und da bin ich bei einem anderen Punkt.
00:13:06: was mir in der öffentlichen Diskussion wirklich oft fehlt ist, dass man alles so über einen Leisten hier hängt.
00:13:17: Denn die Frage was an Sozialstaatsreformen verkraftet werden kann ist extrem schichtabhängig.
00:13:26: Also die höheren sozialen Schichten, die sagen mehrheitlich ich mache mir eigentlich über meine finanzielle Situation im Alter keine Sorgen.
00:13:34: Die schwächeren, ich sag jetzt mal von der Einkommenssituation her so unteren und zwanzig Prozent da sieht es deutlich anders aus.
00:13:42: Da haben wir viele, die sich Sorgen machen ob ihre Alterseinkünfte auch nur für das nötigste Reichen oder ob sie zusätzliche Unterstützung dann sogar beantragen müssen.
00:13:53: Und deswegen ist es für mich ein ganz wesentlicher Punkt, dass man bei allen Sozialstaatsreformen die immer schichtbezogen denkt und überlegt wer ist eigentlich vom Sozialstaat gar nicht so abhängig?
00:14:06: Wer kommt mit einem niedrigeren Niveau noch einigermaßen klar und wie groß ist die Gruppe die eigentlich nur die staatliche Rente hat und die auf nicht sehr hohem Niveau.
00:14:19: Und das muss man ganz getrennt betrachten.
00:14:22: Wird aber nicht passieren oder passiert gerade nicht?
00:14:25: Oder?
00:14:26: Viel
00:14:26: zu wenig, finde ich.
00:14:27: Weil man würde viel mehr Vertrauen auch in der Bevölkerung bekommen wenn man die sehr unterschiedliche finanzielle Lage der verschiedenen Schichten mit einbeziehen würde direkt in die öffentliche Diskussion.
00:14:39: aber wir differenzieren oft zu wenig in der öffentlichen Diskussion.
00:14:42: ja also
00:14:44: das ist nämlich genau auch etwas was mir jetzt auch aufgefallen ist bei dieser Rentendematte und die Position der SPD die ja sehr stark immer auf dieses Rennniveau fixiert war, ohne eben zu sehen dass es sehr unterschiedliche Auswirkungen hat auf den Einzelnen.
00:15:02: Das ist ja in der Tat auch durchaus ... kämpft er auch sehr vehement für Leute die letztendlich gar nicht brauchen Und das relativ unterschiedslos.
00:15:14: Anstatt sich wirklich, da gibt es ja auch Ideen die mir auch finde ich sehr vielschichtig sind gerade im Rentensystem, die sich darauf konzentrieren quasi die unteren Lohngruppen oder auch die Zahlhilfe dann weiter auszubauen.
00:15:29: Also ich glaube dass die Politik viel zu stark von starren Regelungen her denkt, zu wenig differenziert eine starre Altersgrenze, wo man überhaupt fragen muss müssen wir überhaupt ne starre altersgrenzer haben oder kann es nicht ein ganz flexibles System geben.
00:15:48: Wo Zeiten abgewogen werden gegen Einkommenseile ja so dass also jeder früher in Rente gehen kann, wenn er sagt ich brauche dieses Einkommen so in Gänze nicht und das aber genauso.
00:16:02: Also jemand hier Anreize hat zu sagen Ich arbeite jetzt länger weil das verändert meine finanzielle Situation wirklich Und ich brauch dass es meine finanzielle Situation verändert.
00:16:13: In dem Moment wo man so differenziert wird's natürlich auch immer komplizierter.
00:16:17: Ich weiß
00:16:17: nicht ob sie wirklich komplizierte würde.
00:16:21: Also ich glaube, das eigentlich nicht.
00:16:23: Man muss ein klares Regelwerk haben und das müssen ja nicht irgendwie hundert Varianten sein aber dass man wirklich hier einfach Korridore eröffnet und immer so wenn dann Regelungen hat.
00:16:35: Ich glaube, dass man das schon implementieren könnte.
00:16:38: So hat man bisher nicht gedacht oder zu wenig gedacht Und das wird ja jetzt aber doch sukzessive aufgebrochen.
00:16:46: davon bin ich überzeugt.
00:16:47: Da sind wir auch schon beim zweiten Punkt, den ich bei Ihrer Berichterstattung bei Ihren Umfragen sehr spannend fand nämlich die Frage wie die Bevölkerung auf die Reformfähigkeit der Bundesregierung guckt, der Politik guckt und Reform umgesetzt werden und womöglich auch in kürzester Zeit revidiert werden.
00:17:08: Wir haben es gesehen beim Heizungsgesetz, wir sehen es bei den Hartz IV-Reformen die erst zum Bürgergeld wurden und jetzt wieder zur Grundsicherung.
00:17:17: wahrscheinlich ließen sich noch weitere Beispiele finden.
00:17:21: wie reagiert die Bevölkerung?
00:17:23: auf so ein Höhe und Hott.
00:17:25: Naja, ich glaube da kann man nicht generell sagen wie sie reagiert.
00:17:28: das hängt immer vom Thema ab und was wirklich gemacht wird.
00:17:32: die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung war dafür bei den Bürgergeld Veränderungen durchzuführen ja.
00:17:39: Aber bei dem Bürgergeld lustigerweise.
00:17:41: wie sehr also das was ja schon die Reform der Reform war also wie sehr ist sozusagen die Ursprungsidee positiv aufgenommen worden innerhalb also die Ursprungsidee der Hartz IV Reform, nämlich fordern
00:17:57: und fördern
00:17:58: usw.
00:18:00: Also die Bevölkerung findet das absolut richtig, fördern und fordern zusammen zu packen.
00:18:04: Und ich glaube dass die SPD einen enormen Fehler gemacht hat Die Hartz-IV-Reformen teilweise rückabzuwickeln und sich dafür einzusetzen.
00:18:13: Das ist ja so ein bisschen so'n Trauma der SPD Dass sie glaubt ihr das übel genommen wurde.
00:18:18: Und zurecht?
00:18:19: Ist es zu recht ein Trauma?
00:18:21: Überhaupt nicht.
00:18:22: Also wenn man sieht, welches Ergebnis Schröder eingefahren hat bei seiner letzten Wahl.
00:18:27: Davon kann die SPD heute ja nur träumen und die Leute nehmen das natürlich alles an.
00:18:32: also beispielsweise die Rente mit drei Sechzig wieder einzuführen haben die Leuten Haken dran gemacht so wie sie auch an die Mütterrente und alles mögliche in Haken daran machen.
00:18:41: aber Haben Sie es in irgendeiner Weise belohnt?
00:18:44: Muss ich dann die Politiker fragen, die irgendwie zu glauben scheinen Wenn sich sowas machen dass es sich für sie positiv auswirkt, für ihre Akzeptanz positiv auswirkt.
00:18:54: Das ist nicht passiert!
00:18:55: Das passiert also tatsächlich nicht.
00:18:56: Wahlgeschenke wie Sie jetzt aufgezählt haben die verpuffen?
00:19:01: Die verpoffen sehr schnell und die Bevölkerung hat auch nicht erwartet dass das kommt.
00:19:05: es war keine Forderungen aus der Bevölkerung.
00:19:08: Also von daher macht sich die Politik da auch manchmal unnötig, das Leben schwer.
00:19:12: Weil das kriegt man ja nie wieder weg ne?
00:19:14: Das ist immer das Problem wenn es einmal eingeführt
00:19:16: wird.
00:19:16: Es ist sehr schwer.
00:19:17: also mein Bürgergeld sieht man dass mal jetzt wieder zurück geht.
00:19:21: eigentlich zu dem Ansatz fördern und fordern.
00:19:23: und es war für die Bevölkerung Also die war zu tiefst unzufrieden, weil sie den Eindruck hatte das Abstandsgebot auf das die Bevölkerung enorm wertlegt.
00:19:34: Dass es nicht ausreichend gewahrt war dass also der Abstand zwischen Unterstützungseinkommen staatlichen Unterstützungseinkommen und niedrigen Erwerbseinkommen einfach zu gering war um hier wirklich Anreize zu setzen sich um eine Arbeit zu bemühen.
00:19:50: Und ich glaube eins wird viel zu wenig berücksichtigt wenn man über Gerechtigkeits empfinden, der Bevölkerung nachdenkt.
00:19:57: Das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerungen hat eine ausgeprägte Leistungskomponente.
00:20:02: Sie will das Leistung belohnt wird.
00:20:05: Sie ist deswegen auch durchaus für eine Differenzierung bei Einkommen und Ränden, je nachdem wie viel eingezahlt wurde.
00:20:13: Es ist ganz ausgeprägt von der Unterstützung von Flüchtlingen gegenüber Einheimischen.
00:20:21: Und das wird oft viel zu wenig berücksichtigt und ist aber eigentlich naheliegend, dass die Bevölkerung so denkt.
00:20:27: Und hat sich das denn eigentlich gewandelt in den letzten Jahrzehnten?
00:20:30: War schon immer gleichbleibend hoch.
00:20:32: Ja.
00:20:33: Und meines Erachtens ein wesentlicher Grund für die Schwächung der SPD ist, dass sie das zu wenig bürgesichtigt hat Und von daher ja immer mehr gesehen wurde als Partei, die sich vor allem für Sozialhilfeempfänger einsetzt und nicht als Partai.
00:20:51: Die sich für die Leistungsträger einsetzt, die Arbeiter angestellten Ja, die teilweise auch mit progressiven Steuern hoch belastet werden und sich da fragen also stimmen da die Relationen noch?
00:21:08: Jetzt
00:21:08: würde ich gerne mal einen Blick werfen auf die AfD, die es ja schafft tatsächlich viele Wähler abzusaugen aus unterschiedlichen Bereichen von der FDP allerdings auch von der SPD.
00:21:20: Sie haben's eben gerade schon erwähnt.
00:21:22: also welche Versprechen macht sie allen Ernstes?
00:21:27: Weil ich finde ja auch vieles ist extrem illiberal in diesem bei der Partei.
00:21:31: sie ist chaotisch, die hat wirklich Forderungen.
00:21:34: Die Hanebüchens sind Rennniveau von siebzig Prozent würde ehrlich gesagt den Staat komplett überfordern.
00:21:40: also welches Image hat die AfD in Wähler Kreisender mit die so verfängt?
00:21:48: Jetzt auch gerade im Baden-Württemberg wieder mit achtzehn Prozent?
00:21:51: und die FDP geht waren.
00:21:54: Also da muss ich sagen, dass die anderen Parteien und auch die Medien natürlich dazu beigetragen haben.
00:22:00: Dass die AfD über die vergangenen Jahre hinweg immer mehr als die einzig wahre Oppositionspartei in diesem Land gesehen wurde ja.
00:22:09: Und
00:22:09: die Menschen wollen Opposition?
00:22:10: Die wollen vernünftige Opposition haben?
00:22:13: Sagen wir erstmal so es gibt einen beträchtlichen Anteil in der Bevölkerung der bestimmte Entwicklungen kritisch sieht.
00:22:21: Also das Geburtsthema, dass die AfD so richtig stark gemacht hat war ja die Migration.
00:22:26: Das vorgelagerte anti-europäische und Anti-eurosentiment ist nach wie vor da auch bei den Anhängern wirklich ausgeprägt.
00:22:36: aber groß geworden, stark geworden ist sie mit dem Migrationsthema.
00:22:40: und da bin ich eigentlich wieder an einem Punkt wo ich sage Ich kann einfach nicht begreifen warum die Politik es nicht schafft klar zu trennen zwischen gesteuertem Migration im Interesse des Landes und ungesteuerter Migration über Asylanträge und Flüchtlinge.
00:23:02: Und beides kann man haben, aber das muss man völlig unterschiedlich steuern und man muss auch Klar Grenzen benennen.
00:23:11: Und die Politik hat über viele Jahre jetzt versucht, der Bevölkerung zu sagen Migration ist generell gut.
00:23:18: Das glaubt ihr die Bevölkerung aber nicht?
00:23:21: Die Bevölkerung macht einen Hakenbrand das gesteuerte Migration was Gutes isst.
00:23:26: Aber bei ungesteuerten da will sie ganz klar wissen wie man das soweit begrenzt dass es verkraftbar ist.
00:23:35: und
00:23:35: Was meinen Sie mit Ungesteuertekommkret?
00:23:38: also Da verbinde ich Persönlich immer den Eindruck, den wir im Jahr zweizig fünfzehn hatten.
00:23:43: Dass quasi die Grenzen geöffnet sind.
00:23:47: technisch stimmt das natürlich alles nur sehr bedingt aber jedenfalls Leute reingelassen wurden von denen wenig wussten wer sie sind wo sie herkommen und wo sie hingehen.
00:23:57: Das meinen Sie damit?
00:23:58: Ich dachte, das ist eigentlich vorbei.
00:24:00: Nein, nein!
00:24:01: Also ich würde es weiterfassen.
00:24:02: Das war natürlich eine ganz krasse Situation die die Bevölkerung auch schockiert hat und langfristig beeindruckt hat.
00:24:10: aber es ist ja so dass wir nach wie vor also das gesteuerte Migrationen ist für mich wir überlegen wen brauchen wir und versuchen Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen die wir brauchen und setzen hier auch Anreize.
00:24:23: Und das andere ist, dass man ja wie man sieht überhaupt nicht weiß was für Kriege oder Fluchtbewegungen einsetzen.
00:24:32: Und wenn Kriege und Fluchtbewegungen einsetzen, dann erfolgen natürlich – und das war nicht nur im Jahr zwei Tausend Fünfzehn so.
00:24:39: Sondern auch nach dem Jahr zwei tausend fünfzehnt.
00:24:41: Ganz extrem natürlich.
00:24:42: mit Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte man dann plötzlich eine Zuwanderung nach Deutschland die jetzt nicht gesteuerte Zuwänderung war sondern akzeptiert politisch akzeptierte Zuwanderung, weil man gesagt hat wir müssen da jetzt helfen.
00:24:58: Übrigens hat die Bevölkerung die Fluchtbewegung aus der Urgreine auch völlig anders gesehen und sieht sie bis heute anders als andere Flucht-Bewegungen.
00:25:06: Also positiver?
00:25:07: Positiver deutlich.
00:25:09: Also tatsächlich geht dieser Gedanke Wir müssen da auch tatsächlich helfen.
00:25:13: Da ist noch was ganz anderes eine Rolle für die Bevölkerungs bei der Bewertung wie viel Flüchtlinge, wie viele Asylsuchende kann Deutschland aufnehmen?
00:25:24: spielt eine große Rolle die Frage der kulturellen Prägungen.
00:25:29: Kommen die Menschen aus einem ähnlichen Kulturkreis oder nicht?
00:25:32: Beispielsweise wird die Möglichkeit, ukrainische Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren von der deutschen Bevölkerung weit aus positiver bewertet als die Integrationsmöglichkeit für Flüchtlingen aus ganz anderen Kulturkreisen und von daher Kann die AfD bis heute eigentlich von dem Migrationsthema profitieren?
00:25:56: Die Mehrheit der Bevölkerung.
00:25:58: anerkennt, dass es hier in den letzten Jahren jetzt eine Änderung gegeben hat.
00:26:03: Schon eingeleitet ja in ersten Anfängen von der Ampel-Regierung aber auch verstärkt von der derzeitigen Regierung.
00:26:11: dann macht die mehr Zeit der Bevölkerung Haken dran und sagt wir erkennen an das an den Grenzen jetzt anders verfahren wird, dass man sich auch um eine Beschleunigung von Asylverfahren bemüht usw.
00:26:22: Aber
00:26:22: trotzdem wird das nicht gutiert.
00:26:24: auch da wieder an der Wahl.
00:26:26: was übersehen wird, ist dass Änderungen hier an den Grenzen dafür sorgen und bei dem Verfahren das Problem nicht stark weiter wächst.
00:26:44: Aber die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ist überzeugt, dass wir die Herausforderungen, die aus der Migration der letzten zehn Jahre nach Deutschland hinein erwachsen sind.
00:26:57: Dass sie in keinster Weise gelöst sind.
00:27:00: Da ist also das Problem... Was
00:27:01: ist das Problem?
00:27:02: Die Eltern sagen teilweise insbesondere in den größeren Städten oder in der Klasse meiner Kinder es sind viele, die nicht so richtig Deutsch können.
00:27:12: Auf dem Klammern Wohnungsmarkt gibt es dann teilweise hier so ein Konkurrenzempfinden weniger auf dem Arbeitsmarkt.
00:27:18: Das macht den Deutschen eigentlich die wenigsten Sorgen, dass Flüchtlinge eine Konkurrence werden könnten.
00:27:25: aber bei Sozialleistungen und da haben wir wieder den Punkt wenn wir jetzt intensiver über das Thema Wir müssen sparen im sozialen Bereich.
00:27:33: Wir müssen kürzen im sozialem Bereich sprechen.
00:27:35: Da wird das plötzlich zu einem Thema sowie die Bevölkerung auch maßlos irritiert war, als sie mit ziemlicher zeitlichen Verzögerungen die Information bekam.
00:27:47: Dass Deutschland weitaus schlechter performt, ukrainische Flüchtlinge stark und schnell in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.
00:27:56: Da waren andere europäische Länder viel schneller, viel besser als wir, wo wir uns dann wirklich mal an die Krawatte fassen müssen und sagen das müssten wir doch eigentlich besser können ja?
00:28:06: Und solche Themen entwickeln natürlich vor dem Hintergrund der laufenden Sozialstaatsreform bekommen die in einer ganz anderen Ressence.
00:28:14: Also wenn man ihn so zuhört, dann bekommt man das Gefühl, dass sie Politik konsequent am Bürger vorbei regiert und Entscheidungen trifft.
00:28:25: Wie nehmen Sie das wahr?
00:28:27: Können Sie – ich stelle mir vor, dass Sie mitunter vielleicht auch sehr angefasst sind, wenn Sie merken dass wir eigentlich die Politik nicht darauf reagiert was sie Menschen wirklich denken.
00:28:42: Also ich tue mich immer schwer mich der Politikschelter anzuschließen weil ich auch natürlich die Herausforderung sehe mit denen eine Regierung konfrontiert ist in dieser extremen Krisenwelt.
00:28:59: Das kann ich auch nachvollziehen, aber umgekehrt bei so ein Ding wie die Wahlgeschenke, die sehr schön hier benannt haben und festgestellt haben dass das in der Wahl ohne keine Rolle spielt.
00:29:11: Und umgewehrt wenn man dann die Einsicht gehabt hat natürlich dass es eine Riesenaufregung gibt wenn man wieder zurück kürzen muss.
00:29:18: Das ist ja sozusagen die andere Seite der Medaille.
00:29:20: Ja,
00:29:20: also deswegen sage ich ... Also die Politik macht sich oft unmittelig das Leben schwer und ... Schafft die
00:29:25: Probleme erst?
00:29:26: Und ich
00:29:26: glaube dass sie es sich auch wirklich noch intensiver mit den Menschen beschäftigen müsste...
00:29:34: Und das tut sie offensichtlich nicht!
00:29:36: Mit wem denn
00:29:36: dann?!
00:29:37: Also eigentlich hat da die Sozialforschung eine Schlüsselrolle, müsste eine Schlüsselrolle haben gerade jetzt die Meinungsforschung, sich genau damit zu beschäftigen wie ist die materielle Ausgangslage der Bevölkerung um bestimmte Reformen zu verarbeiten.
00:29:56: Wie weit gibt es Verständnisprobleme?
00:29:59: Was akzeptiert die Bevölkerung, welche Lösungen kann ich finden um hier auch zu überzeugen dass sich die Bevölkerungen persönlich noch optimieren können durch Wahlmöglichkeiten.
00:30:12: Die Leute lieben Wahlmöglichkeiten.
00:30:13: also dieser Drang alles zu regulieren ist einfach nicht gut.
00:30:18: man muss viel mehr über Wahlmöglichten nachdenken Ein
00:30:22: Reizungsgesetz zum Beispiel.
00:30:26: Man muss auch etwas, was wirtschaftt und ... und Bevölkerung von der Politik erwarten, ist auch soweit wie möglich berechenbar zu sein.
00:30:35: Und das hat ja nicht geklappt in letzter Zeit?
00:30:38: Das hat mehrfach nicht geklappt.
00:30:41: aber deswegen nochmal – nicht jede Änderung ist dann unter Hühn-Hot zu verbufen sondern ich glaube dass die Änderungen, die man jetzt beim Bürgergeld gemacht haben nah bei den Menschen sind.
00:30:52: sie wollten das.
00:30:54: auf der anderen Seite heißt darf nachbei den Menschen für die Politik auch nicht heißen bestellen wir liefern, weil dann kommt mit den Sozialstaatsreformen wahrscheinlich nicht sehr weit.
00:31:06: Aber man muss genau wissen wo die Widerstände sind und wie weit die Widersstände in der persönlichen Situation und Ängsten hier begründet liegen und was man da machen kann.
00:31:19: Was mich immer wundert ist dass die Sozialforschung und auch die Meinungsforschungen eigentlich sehr oberflächlich genutzt wird von der Politik.
00:31:27: Ist das tatsächlich so wichtig?
00:31:29: Was er meistens interessiert, sind die Wasserstandsmeldungen der Parteien- und Politikerpopularität.
00:31:34: Und was auch die Medien die ganze Zeit transportieren ist ja Zufriedenheit mit der Regierung aber dass man sich hier jetzt wirklich Wenn man sich mit Sozialstaatsreformen beschäftigt, dann wird eben dieses dafür dagegen holzschnittartig untersucht und dann wird gesagt naja die Leute wollen die Verlängerung der Lebensarbeit nicht statt hier dann mal wirklich tiefer zu gehen.
00:31:56: Und sich die Sache genau anzugucken ja?
00:32:02: also vernünftigen, langfristig berechendbaren Reformkurs aufsetzen könnte.
00:32:09: Der die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der verschiedenen Schichten berücksichtigt und der auch ein Bezieht.
00:32:18: was ist den Leuten am Ende des Tages am wichtigsten?
00:32:21: Und am Ende das Tages ist den Leute am wichtigste dass wir leistungsfähige soziale Sicherungsysteme haben die überhaupt noch finanzierbar sind.
00:32:31: und von daher, wenn man das so immer begründet und überzeugende Konzepte dann auf den Tisch legt.
00:32:38: Aber
00:32:39: es klingt mir zu überzeugend was Sie sagen Frau Köcher ich finde das wirklich bemerkenswert.
00:32:43: aber die Politik offensichtlich fragt zu wenig nach.
00:32:46: welche Rolle spielen denn die Landtagswahlen?
00:32:49: Wir haben jetzt eine nach der anderen.
00:32:52: Naja, der Föderalismus fällt uns ja in mehrerer Hinsicht so ein bisschen auf die Füße und ich war auch weil sehr viel zwischen Bundesebene und Länderebene abgestimmt werden muss.
00:33:05: Da glaube ich wäre es wahrscheinlich auch hilfreich wenn man da nochmal so einen Konsens erreichen könnte was wirklich wenn's auf Bundesebenen beschlossen ist, beschlossen.
00:33:19: Aber ich glaube nicht, dass man den deutschen Föderalismus wirklich eindämmen wird.
00:33:24: Da bin ich
00:33:25: nicht optimistisch.
00:33:26: Genau da bin ich ganz bei Ihnen das wir wahrscheinlich jetzt mit diesen Landtagswahlen leben müssen und auch leben können.
00:33:36: wahrscheinlich denn man muss ja im Grunde eine Politik.
00:33:43: Also darf man von ihr erwarten, dass sie eigentlich sich unabhängig davon Reformdebatten stellt.
00:33:50: Aber wir sehen haben insbesondere gerade vor Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gesehen, da wird jede Debatte abgeräumt.
00:33:57: Das ist wahrscheinlich auch nicht gut für die Information der Bevölkerung oder?
00:34:04: Oder hält man die Bevölkerung ein bisschen für blöd eigentlich?
00:34:08: Also ich glaube nicht, dass es die Landtagswahlen jetzt nennenswert beeinflusst hätte.
00:34:15: Wenn man eine Reformdebatte geführt hätte zum Beispiel.
00:34:17: Wenn sie weitergeführt
00:34:18: hat, beführen Sie ja eigentlich die ganze Zeit Ja?
00:34:22: Ende Januar ist ja im Arbeits- und Sozialministerium sind die Empfehlungen der ersten Kommission da abgegeben worden.
00:34:30: auch das im Gesundheitsbereich Krankenhausreformen Der Prozess geht ja die ganze zeit weiter.
00:34:37: Aber da glaube ich ist übrigens eins auch noch, was ich machen würde.
00:34:41: Ich würde nicht so abstrakte Versprechen in den Raum stellen, sondern ich würde sagen bis dahin haben wir das und das geschafft.
00:34:50: also Nahtziele die auch erreichbar sind damit man nicht die ganze Zeit eine abstrakten Diskussion habt.
00:34:58: ihr Versprechtreformen macht keine Was irgendwie der Sachlage auch in keinster Weise gerecht wird.
00:35:03: Also zum Beispiel was wären denn ohne Nahtziele?
00:35:06: Also speziell im Bereich Bürokratieabbau.
00:35:10: könnte man ganz klare Ziele benennen, bis dann und dann haben wir das abgeschafft.
00:35:15: Mest uns dran!
00:35:17: Also allen Medien die Botschaft prüft an dem Tag den wir hier jetzt nennen ob wir es ab geschafft haben.
00:35:23: ja solche Dinge weil das macht dann Politik auch spannend und Politik hat die Chance da dann auch wieder verlässlicher zu wirken wenn sie dann solche Nahziele wirklich verlässlich erreicht muss natürlich sicher stehen.
00:35:36: Ja das interessant war ich glaube Tatsächlich gerade unser Digital- und Staatsmodernisierungsminister Karsten Wildberger tickt eigentlich so.
00:35:44: Und gibt auch, weiß ich das es da internen Debatten gab, auch mutige Ziele möchte vorpreschen zum Beispiel mit der Digitalisierung, mit der Wallet, der digitalen Brieftasche die er tatsächlich im Januar einführen möchte.
00:36:01: Das hat sich sehr früh festgelegt.
00:36:03: viele Leute sagten tut er sich damit gefallen?
00:36:06: Aber das ist wahrscheinlich dieser Management-Typos.
00:36:10: Ja,
00:36:11: aber gutiert!
00:36:12: Das wird durchaus gutiert und führt weg von diesen abstrakten Debatten die ja eigentlich überhaupt nichts bringen.
00:36:19: Und auch abstrakte Anschuldigungen, die auch nix bringen.
00:36:26: Politiker, der hat gesagt wir sind viel weiter mit dem Abarbeiten des Koalitionsvertrags als das nach außen wahrgenommen wird.
00:36:33: Aber wir müssen das und dass und das noch hinkriegen Und dann können wir das komplett der Bevölkerung vorstellen.
00:36:38: Ich habe gesagt Das ist aber nicht wie Weihnachten wo man also so eine Bastelarbeit im Keller macht und dann irgendwann schön verpackt und erstaunten Öffentlichkeit präsentiert sondern während man arbeitet muss man deutlich machen, die Fortschritte und die Ziele.
00:36:56: Und was die voraussichtlichen Wirkungen sein werden.
00:37:00: Sagen Sie, die Reformdebatten finde ich erfordern ja auch immer so eine gewisse Bereitschaft sich darauf einzulassen, auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit einzulassen?
00:37:11: Bemärke seit geraumer Zeit schon eine gewisse Mimosenhaftigkeit in der Debatte.
00:37:17: Also das, ich finde es hat man sehr schön gesehen an der ganzen Lifestyle Teilzeit wo ist im Grunde genommen sehr schnell nur darum ging dass jeder sich angegriffen gefühlt hat egal ob er tatsächlich von dem Vorschlag betroffen war oder nicht.
00:37:30: Ich rede jetzt sozusagen einerseits von der Politik von den Gewerkschaften und habe sie aber auch im persönlichen Bekanntenkreis festgestellt wo ich sehr oft Ich dachte, naja wieso kann man jetzt nicht mal nüchtern darüber reden?
00:37:43: Ob Arbeitgeber immer verpflichtet sein sollten den Teilzeitwünschen ihrer Mitarbeiter zu folgen.
00:37:49: Ja ich finde das ist ja eine Debatte die man sehr nüchternd führen kann.
00:37:54: sie wurde aber ganz oft mit einem persönlichen Bezug geführt.
00:37:58: Ist das ein bisschen der Lifestyle um dieses Wort mal hier wieder reinzubringen dass man abstrakte Debatten immer auf sich bezieht?
00:38:08: Ich glaube es ist eher das Problem, dass sich die Medien immer mehr anstecken lassen von der Aufgeregtheit der sozialen Netzwerke.
00:38:17: Also alles aufgeblasen wird was ein bisschen Aufregung verspricht auch in der Hoffnung dadurch mehr Klicks zu generieren.
00:38:23: Und wenn man dem nicht widersteht, dann laufen wir in eine wirklich nicht mehr langfristig denkende und handlungsfähige Gesellschaft hinein.
00:38:31: Deswegen
00:38:31: haben Sie vorhin auch die Einschränkungen gemacht.
00:38:33: noch sind die Deutschen gut informiert.
00:38:35: Sind die Bürger hierzulande gut informieren?
00:38:37: Aber das ändert sich gerade wegen der sozialen Medien
00:38:41: also das ganze Informationsverhalten ändert sicher und hat sich in den vergangen Jahren schon sehr stark verändert dass so diese Gewohnheiten bei der Informationsaufnahme.
00:38:51: Die Leute hatten ja ursprünglich ganz feste Gewohnheit, dass sie am Tag mindestens halbe Stunde Zeitung gelesen haben und das Sie die Abendnachrichten sich angeschaut haben.
00:39:02: Und diese festen Strukturen, die gehen immer mehr verloren sind bei Jüngeren nur noch bei einer Minderheit vertreten?
00:39:09: Ja,
00:39:09: sind eigentlich nicht mehr daher.
00:39:11: Was da dann an die Stelle tritt ist so eine Information, wenn gerade was aufpoppt, wenn man auch etwas aufmerksam gemacht wird.
00:39:22: Und eigentlich kann ich mir nicht so ganz vorstellen dass dabei derselbe Informationsstand rauskommt wie bei einer kontinuierlichen geduldigen Information.
00:39:30: Und ich denke, das Wichtigste was man heute auch bei Kindern und Jugendlichen trainieren muss ist Geduld.
00:39:37: Geduld im Umgang mit Informationen und nicht dieses schnelle... also sich auf Überschriften konzentrieren und dieses extrem Fokussierte.
00:39:46: Ich will nur das an mich ran lassen, was mich gerade interessiert.
00:39:49: Das ist nämlich auch zu beobachten dass wir eine viel scharfere Selektion haben und da schon Kinder und Jugendliche ungeduldig werden wenn sie nicht genau das jetzt sofort geboten bekommen, was sie sich im Internet vorstellen.
00:40:02: Das Internet trainiert die Selektion an und gleichzeitig bringen die Algorithmen zwar dazu dass man dann bleibt auf bestimmten Inhalten aber es ist immer dieselbe Selektion.
00:40:15: also es weitet erst mal nicht so den Blick Und ich glaube, dass die Veränderung des Informationsverhaltens und die Gesellschaft in eine Maße verändert.
00:40:25: Wenn wir da nicht auch uns damit mal mehr auseinandersetzen und überlegen was das für unser Bildungssystem für Erziehungen, für auch Manieren heißen soll.
00:40:36: also wenn ich Gesprächspartner habe, wenn der Politik passiert einem das häufiger, die von ihrem Handy nicht los kommen während eines Gesprächs dann muss sich sagen Hakenbrand so ein Politiker disqualifiziert sich.
00:40:48: Wirklich, also da sitzen Leute mit ihnen und sie stellen was vor.
00:40:51: Wahrscheinlich eine Umfrage oder jedenfalls ihre Erkenntnisse?
00:40:54: Und dann wird am Handy scrollt.
00:40:56: das können Sie auch.
00:40:58: wenn sich hier im politischen Berlin unterwegs sind wird Ihnen dass jeder auch so teilweise aus fraktionshützungen nun so erzählen dass es eine enorme Rolle mittlerweile hat und ich würde jedem Politiker raten zu versuchen sich zumindest teilweise davon zu entkoppeln und sich Zeit für so geduldige Informationen, Geduldiges zu hören und nachdenken.
00:41:21: Also ich frag mich, wie man zu langfristigen Lösungen kommen will.
00:41:24: Wenn man nicht mehr die Zeit zum Nachdenken hat.
00:41:26: und da bin ich auch manchmal voller Mitleid gegenüber Politikern wenn ich sie so beobachte hier in Berlin Wie eng die getaktet sind?
00:41:35: Wie atemlos die von Termin zu Termin hetzen Wo ich sage Ich kann mir nicht vorstellen dass dabei dann das große Konzept rauskommt Das wir eigentlich brauchen.
00:41:46: also das machen dann vielleicht dann die Stäbe aber nichts ist so Trotz es muss ja politisch durchdacht sein Die Stäbe
00:41:51: lassen sich genauso eng tacken.
00:41:53: Und ich nehme an, Sie haben ja wirklich auch schon lange Erfahrungen gerade hier im politischen Berlin.
00:41:58: Es hört sich sehr danach an als hätte es sich das dramatisch gewandelt?
00:42:02: Das hat sich dramatisch gewandelt.
00:42:04: Also früher ist man tatsächlich ausgeruhte an Themen rangegangen...
00:42:08: Ja und wirklich auch.
00:42:10: also diese ... Ich war ja in vielen Aufsichtsräten und da war dir in den meisten aufsichtsrätens die Regel dass man sein Handy vor dem Sitzungssaal abgibt um sicherzustellen natürlich auch einerseits Vertraulichkeit, aber andererseits auch Konzentration.
00:42:26: Und das habe ich immer als sehr wohltuend empfunden.
00:42:30: und bei Gesprächspartnern aus der Wirtschaft hat man es eigentlich auch selten also wenn man sich da mit den Tometagen unterhält dass die dabei gleichzeitig also voll Interesse Inhalte auf dem Handy verfolgen.
00:42:41: Aber hier im politischen Berlin ist das nicht so rar.
00:42:44: Ich glaube, der Bundeskanzler Merz ist einer der wenigen, der bei Gesprächen Wert darauf legt dass die Handys nicht auf dem Tisch liegen.
00:42:52: Okay also da es hört sich ehrlich gesagt in der Tat das fand ich jetzt den beunruhigsten Teil unseres Gespräch weil wenn man noch einmal drauf legt sagen sie ja eigentlich ziemlich eindeutig Die Leute sind reformwillig, sie sehen die Notwendigkeit.
00:43:10: Aber an den eigenen Interessen natürlich auch orientiert?
00:43:12: Also das wird kein Spaziergang.
00:43:14: Aber wenn man sich die Betroffenheiten anschaut und den Leuten vor Augen führt dass es wirklich in ihrem ureigensten Interesse ist Hier diese Systeme wetterfest zu machen.
00:43:27: Die Erwartungen der Leute sind Rabenschwarz, die überwältigende Mehrheit ist überzeugt dass künftige Rentner eine geringere Rente haben werden und sie denken da nicht an Rentenniveau sondern geringer Renten.
00:43:38: Genau das muss man einmal noch mal festhalten.
00:43:40: so kommt es ja auf gar keinen Fall Sie die Frage.
00:43:43: wir diskutieren in den ganzen Zeiten darüber wie stark die Renten steigen und nicht das was fällt
00:43:51: Und sie gehen davon aus, dass die Gesundheitsversorgung schlechter wird.
00:43:54: Dass die Beiträge steigen werden.
00:43:56: Also ... Die Leute erwarten eigentlich von der Zukunft nur Schlechtes?
00:44:03: Aber wenn dem gegenübersteht, also das man glaubhaft ermitteln kann, so kriegen wir das System wetterfest und das wird auch für dich in zwanzig dreißig Jahren!
00:44:16: noch halten.
00:44:17: Ich fand da die Diskussion etwas daneben, das gesagt wurde wir haben ja drei Säulen der Rentenversicherung beispielsweise, wir haben nicht drei Säuseln.
00:44:25: Wir haben eine Säule und daneben hat ein Teil der Bevölkerung Zusatzeinkommens.
00:44:32: Genau,
00:44:33: und gemeint ist die betriebliche Vorsorge und die Eigenvorsorge.
00:44:36: Aber
00:44:37: für die für achtzig Prozent der Bevölkerung ist natürlich die Frage absolut dominant.
00:44:42: Gelingt es das staatliche Rentensystem Wetter festzumachen?
00:44:47: Ja also war sehr erhellend.
00:44:49: liebe Frau Köcher freue mich sehr dass sie hier waren bin gespannt ob das wiederhalt findet.
00:44:55: herzlichen dank So, das war ja also der FAZ Daily Podcast mit einigen wie ich finde sehr interessanten Erkenntnissen.
00:45:06: der Meinungsforscherin Renate Köcher.
00:45:09: Ja, was sagen Sie denn zu alledem?
00:45:11: Wie bewerten sie unsere Reformbereitschaft?
00:45:14: Wozu sind Sie bereit?
00:45:16: Mälen Sie sich gerne wie immer unter podcast frz.de und dann darf ich nochmal an die
00:45:23: Veranstaltung
00:45:24: mit unseren Korrespondenten erinnern.
00:45:26: es geht um die Zukunftsszenarien im Nahen Osten.
00:45:31: Morgen am siebzehnten Dritten um siebzin Uhr im Livestream, wie gesagt die Anmeldung finden Sie in einem Link in unseren Shownotes.
00:45:41: Ich sage ich bedanke mich noch herzlich bei Johanna Westermann und David Brucklacher für die Mitarbeiter an dieser Folge.
00:45:50: Morgen begrüßt ihr an dieser Stelle und für den Rest der Woche!
00:45:54: Mein Kollege Andreas Kobock machen Sie es gut und bis hoffentlich nächste Woche.
00:45:59: Tschüss.