F.A.Z. Podcast für Deutschland

F.A.Z. Podcast für Deutschland

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:03: Bube, Dame, König, Drohne.

00:00:05: Ja dieses so passende Zitat des Kollegen Konrad Schuller dass sie gleich hören werden das klau ich ihm direkt auch für meine Anmoderation.

00:00:13: herzlich willkommen beim FZ Podcast für Deutschland an diesem Donnerstag den neunzehnten März in dieser Woche mit mir Andreas Grobock.

00:00:21: wir sprechen heute über einen still und leise aber doch merk vollzogenen Rollenwechsel der Ukraine auf internationaler Bühne.

00:00:30: Jahrelang Bitsteller, ja ein vom Krieg gepeinigtes Land aber wie sich jetzt im Irankrieg und auch bei diversem NATO-Manövern herausstellt einen Land mit unglaublichem Knowhow an dem selbst ein Donald Trump – auch wenn er es vielleicht noch nicht laut sagen will – nicht mehr vorbeikommt werden sie gleich hören.

00:00:47: Drohnenabwehr, Drohrenabfangen ja vor allem nicht zu absolut horrenden Kosten.

00:00:52: das können die Ukrainer und wir brauchen Sie dafür.

00:00:56: Gerade sprechen wir gleich mit Konrad Schuler drüber, der gerade im Donnbass unterwegs ist gestern noch bei Kharkiv ukrainischen Dronenspezialisten bei der Arbeit zugeschaut hat – im Krieg.

00:01:05: und im Anschluss kommt dann noch der Kollege Sven Astheimer zu mir ins Studio, der gestern ein ziemlich erfolgreiches deutsches Drohnen-Startup besucht hat!

00:01:19: Wie hat es Donald Trump vor kurzem nochmal wiederholt?

00:01:22: Die Ukraine hätte no cards, also wirklich keine Karten um im Kreis der ganz großen Weltmächte mit am Tisch zu sitzen.

00:01:30: Also mit den USA oder Russland oder vielleicht auch China und dennoch ist vor zwei Wochen etwa was Neues passiert.

00:01:37: zum ersten Mal hat nämlich Amerika die Ukraine um Hilfe gebeten.

00:01:43: Warum ist klar?

00:01:44: Die iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte sind nicht allesamt abzuwehren, die Zahl der toten und verletzten amerikanischen Soldaten inzwischen sogar dreistellig.

00:01:53: Ja, und die eine Anführungszeichen erfolgreichsten Angriffen, die passieren allesamt mit Drohnen – Schahhedronen!

00:01:59: Und wer kann die abfangen?

00:02:01: Genau... die Ukraine.

00:02:02: Im Übrigen auch ein deutsches Drohnen-Startup namens Titan, aber dazu dann später mehr.

00:02:08: Jetzt schalten wir erstmal zu dem Mann der meine Eingangsworte schon längst ausführlich für die FAS, die Frankfurter Sonntagszeitung aufgeschrieben hat immer weiter recherchiert und in diesen Tagen einmal mehr in der Ukraine unterwegs ist.

00:02:23: Bin sehr gespannt hoffe die Verbindung steht zumindest einigermaßen stabil und sage Hallo Konrad Schuller!

00:02:30: Hallo Andreas Kroak.

00:02:31: Freut mich!

00:02:32: Ja, mich erstmal dass wir Sie schon mal erwischen denn ich habe von Ihnen schon gehört.

00:02:36: heute Morgen waren sie noch in Kharkiv dann haben ein paar Stunden nichts mehr von ihnen gehört und zwar auf dem Weg in den Donnbass.

00:02:43: Ich hoffe Sie sind da unbeschadet angekommen?

00:02:46: Ich bin auch unterwegs aber unbescheidet.

00:02:48: Das

00:02:48: ist schon mal sehr gut.

00:02:49: was machen Sie da?

00:02:50: welcher Geschichte sind Sie auf der Spur?

00:02:52: Zwei

00:02:52: Sachen Der unbesetzte Teil des Donnbas das Putin gerne haben möchte, obwohl die Ukraine es noch haben.

00:03:02: Und die Ukrainer werden sich so gut sie können gegen den russischen Druck und auch gegen amerikanische Druck aus diesem Gebiet endlich zurückzuziehen, dass Putin unbedingt haben möchte.

00:03:12: Da sind Städte mit zig Tausenden von Einwohnern.

00:03:17: Die Ukraine finden es unzumutbar wenn man ihnen sagt zieht euch aus einem Gebiet zurück, dass die Russen noch gar nicht verwendet haben vor allem weil dieses Gebiet sehr intensiv auf seine Verteidigung vorbereitet worden ist.

00:03:29: Für Russland wäre es sehr, sehr schwierig dieses Gebiet zu besetzen und ich fahre da mal hin

00:03:34: um

00:03:35: mir auch das Leben der Menschen anzusehen weil es geht ja nicht nur um Territorium, sondern auch um Menschen wenn ein solches Gebiet erobert wird.

00:03:42: Und die möchte ich mir mal ansehen.

00:03:44: Die Karte um die es geht.

00:03:45: um in der Trumpsindiktion zu bleiben Trump hat in den zwanzig Punkten, also der Liste von Bedingungen dem letzten Herbst für ein mögliches Friedensabkommen ausgehandelt worden sind auch vorgesehen dass hier sein Board of Peace der Trumpische Friedensrat in diesem Gebiet vielleicht eine Rolle spielen sollte.

00:04:04: Da denkt man an Gaza wo das ja auch so ist.

00:04:06: Manche Leute nennen deshalb diesen Teil des Donbass auch Donaldsland und dieses Gebiet das von den Schreibtischen der großen Staatenlenker so etwas wie ein Chip auf der Karte ist, möchte ich mir eben genau anzusehen um zu zeigen es nicht nur ein Chip.

00:04:22: Das sind Menschen das sind Leben die da um die es da geht.

00:04:25: Absolut klar und in den vergangenen Tagen haben sie auch wahrscheinlich mal wieder mit ukrainischen Militärs bei Soldaten in Kommando-Zentralen zuschauen dürfen und auch relativ hautnah miterlebt wie denn die ukrainische Soldaten arbeiten?

00:04:40: Und warum die Golfstaaten und auch Donald Trump jetzt zum Hilfe gebeten haben nämlich ja?

00:04:45: Genauso Bades einer der besten ukrainischen Einheiten.

00:04:49: Das ist das Korhartya, dass seine Ursprünge in den freiwilligen Einheiten aus den ersten Tagen des Krieges hat bei denen war ich war in einer ihrer Kommando-Zentralen, das muss man sich so vorstellen.

00:05:01: Das sind Räume in denen die Wände mit Bildschirmen bedeckt sind wo live das Bildmaterial der Drohnen in Echtzeit in den Kommandoraum hinein gespielt wird.

00:05:11: mehrere Drohne gleichzeitig sind unterwegs manche sehr hoch manche auch fliegen sehr tief, die Fliegen praktisch durchwählter an Pfaden entlang wie Indiana bei Karl May und die Spuren des Feindes im wörtlichen Sinne die Fußspuren des feindes aufzuspüren.

00:05:26: Es gibt eine Internetanwendung, die heißt Delta.

00:05:30: In der alle diese Informationen zusammenkommen.

00:05:33: auf verschiedenen Ebenen kann man die verschiedenen Drohnen ansteuern.

00:05:36: Man kann topografische Daten, meteorologische Daten und Entfernungen gleichzeitig aufrufen.

00:05:42: Das heisst es ist ein komplettes elektronisches Gefechtsfeld.

00:05:45: Auf Drohnendaten gestützt.

00:05:46: übrigens dieses System Delta war es auch mit dem es der Ukraine im letzten Herbst gelungen ist bei einem NATO-Manöver Hedgehog in Estland mit zehn Mann zwei NATO-Bataillonen in eine Übung zu besiegen, weil es in der NATO ein solches integriertes elektronisches Gefechtsfeldführungssystem offenbar nicht gibt.

00:06:05: Eine irre Geschichte.

00:06:06: und man muss vielleicht noch mal anfügen einen Batallion das sind bis so ein tausend Soldaten.

00:06:12: also wenn es zehn ukrainische Drohnspezialisten schaffen bis so zweitausend soldaten zumindest in einer Übung auszuschalten dann Kann ich mir schon vorstellen, dass man da in der NATO-Zentrale oder auch in Brüssel Gelinde gesagt ziemlich geschockt war?

00:06:29: Ja.

00:06:30: Ukraine mit denen ich sprach über das Manöver im Rahmen der NATO wo die Ukraine so deutlich besser abgeschüttet haben sagten NATO Streitkräfte haben das Verständnis für die Notwendigkeiten von Tarnung nicht und waren auf erschreckende Weise sichtbar.

00:06:46: Von diesen Drohnen aus zum Beispiel kann man jeden Gullideckel erkennen Beobachten im wörtlichen Sinne die Veränderungen im Astwerk.

00:06:54: Auf solche Dinge ist anscheinend nur jemand vorbereitet, der diesen Krieg schon mit eigenen Truppen auch mit eigenen Opfern durcherlebt hat.

00:07:03: und da ist eben der Punkt an dem die Ukraine um in der Trumpschen Diktion zu sprechen Karten hat, die kein Anderer hat.

00:07:12: Das ist ein Bubedamekönig.

00:07:14: Drohne das ist der Kartensatz dass Blatt auf das es heute ankommt.

00:07:20: Ja, sehr schön.

00:07:21: Nimm mich vielleicht als Überschrift Herr Schuller wir müssen noch anfügen das war im Übrigens im letzten Herbst, Herzschock war nicht die einzige NATO-Übung bei der die Ukraine ihre Überlegenheit gezeigt haben.

00:07:34: Jetzt gab es nämlich wieder eine vor der Küste Portugals und sie haben da ziemlich exklusive Informationen bekommen.

00:07:40: Sie müssen nicht verraten woher aber diese Übung erzählt ne ähnliche Geschichte Aber diesmal auf dem Wasser auch die überlegenheit der Ukrainer.

00:07:47: können sie dann ein paar Worte zu sagen?

00:07:49: Ja das war auch im letzten herbst nur dass Die Informationen darüber jetzt erst rausgekommen sind, das war Urequista Portugais.

00:07:57: Denato hatte Ukraine eingeladen das sogenannte rote Team zu führen.

00:08:02: in den Übungen ist das Rote Team der Feind.

00:08:05: man wusste Es ist der Ukraine gelungen im Schwarzen Meer, obwohl sie schon am Anfang des Krieges ihre meisten Überwasserschiffe verloren hat.

00:08:13: Die Herrschaft über die See zu gewinnen, die berühmte russische Schwarzmeerflotte von ihrem Heimathafen Sebastian Doppel wegzudrängen müssen jetzt weiter hinten in Novorossiske ankern wodurch eine Kombination von Flugkörpern mit dem man zum Beispiel das Flaggschiff Moskva gleich am Anfang dieses Krieges versenkt hat einen gewaltigen Raketenkreuzer aber auch durch Seedrohnen, das sind kleine unbemannte sehr schnelle Motorboote die entweder mit einer Sprengladung ein feindliches Schiff rammen oder auf deck aufmontierte Raketen haben.

00:08:47: Oder auf montierte Maschinengewehre.

00:08:49: sogar aufmontierte Flugabwehrwaffen können die tragen.

00:08:52: Die sind so klein dass sie vom Radar des Schifffers kaum erkannt werden können und deshalb zuschlagen können.

00:08:57: Sie konnten sogar in den neuen Hauptstützpunkt der Schwarzenetworte Novorossiysk vor einige Zeit eindringen, allerdings mit einem unbemachten U-Boot und ein großes russisches Raketenu-Boot schwer beschädigen.

00:09:11: Und diese Fähigkeit wollte die NATO sich auseinandersetzen und hat ukrainische Fachleute, ukranische Offiziere eingeladen um den Feind zu spielen.

00:09:21: Die Ukraine haben in fünf von fünf Spielszenarien gewonnen.

00:09:26: Die Spielegeln waren die das man natürlich nicht jetzt direkt zum Beispiel gerammt hat aber Es galt weniger als Sieger, der den anderen den Gegner als erster im Zielradar hatte.

00:09:36: Das wurde mir von einem Fall berichtet wo die Ukraine schon fünf Treffer auf eine Nato-Fregatte gelandet hatten.

00:09:43: Im Sinne von sie im

00:09:46: echten Leben versenkt hätten.

00:09:49: Die wäre versänkt worden.

00:09:50: und fünf Minuten später meldet sich diese Fregatte im Funkkreis und sagt wann wollte ich uns endlich angreifen?

00:09:57: Die hatten noch nicht mal gemerkt, dass sie schon versenkt worden waren.

00:10:01: Ihre Geschichte?

00:10:01: Also da sieht man ja auch die Überlegenheit einfach der Ukraine.

00:10:06: Jetzt muss man ja dazu sagen, dass die Ukrainer selber das haben Sie auch aufgeschrieben Es war Selensky als er letzten Sommer im Oval Office in Washington Da hatte den Amerikanern ja schon Angeboten zu helfen zum Beispiel diese Abfang Drohnen zu liefern.

00:10:20: Da haben die Amerikaner aber noch nein gesagt, auch das Blatt scheint sich jetzt zu wenden.

00:10:26: Man erkennt jetzt... Das ist ein großer Fehler gewesen.

00:10:28: ist diese Fähigkeiten nicht zu berücksichtigen.

00:10:32: Donald Trump hat jetzt unlängst wiedergesagt in den letzten von denen wir Hilfe brauchen sind die Ukraine.

00:10:38: Er wollte sich damit nicht erwischen lassen behauptet dieses ging ja auch ohne.

00:10:43: die anderen Verbündeten am Golf sehen das offenbar anders und versuchen so viel wie möglich von der Fähigkeit der Ukraine diese neue schlimme Angriffswaffe, nämlich den Dronenschwarm

00:10:55: abzuwehren.

00:10:56: Die Ukraine hat ja seit Jahren es schon damit zu tun dass Dronenschwärme von vielen hundert einzelnen Langstrecken Drohnen über tausende von Kilometern fliegen dieser berühmten Schachetz.

00:11:09: da hat die Ukraine Mittel entwickelt Maschinen abzuwerden und das sind genau die Maschine, die im Augenblick in persischen Golf Verheerungen anrichten.

00:11:19: Die Abwehr dieser großen Dronenschwärme.

00:11:22: viel wird ganz klassisch mit Maschinengewehren gemacht.

00:11:24: da spielt auch der deutsche Gepard den wir den Ukranien geliefert haben eine Rolle und dann eben besonders gut mit Antidronendronen.

00:11:33: Das ist die Abwehrwaffe mit der man nicht nur effektiv der Russischen Drohnen runterholen kann sondern auch im Kostenwettbewerb mithalten kann über deren Anschaffung sich jede westliche Stadt macht jetzt dringend Gedanken machen sollte.

00:11:47: Denn warum sollte man sich nicht vorstellen, dass das was im September schon mal in Polen passiert ist, dass mal zwanzig russische Drohnen übers Land spazieren fliegen und nicht abgeschossen werden könnten?

00:12:00: Wieso sollte es unvorstellbar sein, dass so ein Schwarm mal auch über Polen hinausfliegt?

00:12:05: Und warum sollte dann nicht Deutschland sich dringend überlegen, ob wir von der Ukraine nicht rechtzeitig – bevor es uns auch so geht wie den Golfstaaten

00:12:15: –

00:12:15: lernen und diese Technologie die günstig und innovativ ist anschaffen oder noch besser mit ihnen zusammen produzieren.

00:12:23: Ich habe heute mit einem ukrainischen Soldaten von Gerbrigade Kharthia, einem des strategischen Köpfel da gesprochen, der meinte, das Schlüssel zum Sieg in diesem Krieg ukrainische Innovationskraft kombinieren mit der überlegenen deutschen und westlichen Produktionskraft, also einfach Industriekapazität.

00:12:44: Die Ukraine hat eine überlegende Innovationsgeschwindigkeit aber anders als Russland nicht die Fähigkeit ein neues Produkt dann sofort in Massenproduktion umzusetzen.

00:12:53: diese Fähigkeiten könnten Verbündete im Westen bereitstellen.

00:12:56: Da reden wir auch gleich noch mit dem Kollegen Sven Astheimer drüber, der ja mit dem deutschen Abwehrdrohnenhersteller Titan ein Interview geführt hat.

00:13:04: Auch die kommen dann im Urton bei uns in der Sendung noch zu Wort.

00:13:07: Herr Schuler ich Ich hätte noch mal eine letzte Frage.

00:13:10: Ich weiß, Sie sind da in diesen Tagen nicht mehr auf dem allerneuesten Stand aber ich habe auch selbst recherchiert und hab gesehen es ist auch sehr schwierig das überhaupt rauszufinden war natürlich auch militärische Geheimnisse usw.

00:13:24: Aber wir wissen doch ziemlich gesichert dass es ukrainische Dronenspezialisten schon gibt in der Golfregion.

00:13:32: Das da schon welche sind oder?

00:13:38: Okay, Herr Schullert.

00:13:39: Vielen Dank!

00:13:40: Also Ossiolenski hatte das ja in Telegram in seinem Messenger-Dienst geschrieben... Da hieß es sein gleich mehrere Trupps von ukrainischen Drohnenabwehrspezialisten im Nahen Osten im Einsatz.

00:13:52: Ja, muss man jetzt vielleicht... Genau,

00:13:54: das würde ich jetzt auch nicht bezweifeln.

00:13:58: Dann würde ich sagen passen Sie auf sich auf.

00:13:59: Bin sehr gespannt auf was Sie aufschreiben.

00:14:02: können wir das in der kommenden Sonntagszeitung erwarten oder eine Woche später?

00:14:08: Jetzt wird gleich schon was da sein.

00:14:09: Ich habe ganz viele Gespräche mit Soldaten geführt, also ich werde einiges auch so an Technologiezeug aufschreiben.

00:14:16: Bin sehr gespannt.

00:14:16: wenn es gleich auch schon drauf ist oder spätestens heute Abend hänge ich das dann noch in die Show-Nurz kann dann jeder auch hier der uns gerade zugehört hat nochmal nachlesen.

00:14:24: Dankeschön beste Grüße lieber Konrad Schüller!

00:14:27: Danke schön liebe Andreas Krobock und bis bald

00:14:33: Bube.

00:14:33: Dame, König Drohne.

00:14:35: Das bleibt in Erinnerung.

00:14:36: von wegen No Cards keine Karten wie man jetzt im Iran Krieg sieht wenn man im Ukraine Krieg sieht was man von den NATO Manövern gehört hat diese moderne Form der Kriegsführung können nur wenige Länder auf unserer Seite auf der Seite der Guten könnte man sagen eigentlich nur die Ukrainer Auf der anderen Seite Russland Iran.

00:14:58: Es ist aber natürlich nicht so, dass bei uns in Deutschland niemand kapiert hat worum es geht.

00:15:03: wir haben mit Rheinmetall eines der weltweit größten Rüstungsunternehmen die auch Drohnen herstellen und es gibt eine Menge Start-ups also kleinere jüngere Firmen die innerhalb kürzester Zeit schon beachtliche Mengen produzieren und auch technologisch muss man sagen Marschdebesetzen.

00:15:21: Unser FHZ-Ressortleiter in der Wirtschaft Sven Astheimer, der für die Unternehmensberichterstattung verantwortlich ist.

00:15:27: Der hat gestern so eine Firma besucht und echt gute Einblicke bekommen auch Othöne mitbracht und jetzt sitzt er mir schon gegenüber im Studio.

00:15:37: Hallo Sven!

00:15:39: Bevor du von deinem Besuch in München warst, glaube ich, erzählst ganz kurz vielleicht ein Abstecher nach Berlin.

00:15:44: Denn da hat sich heute der Verteidigungsminister Wirtschaftsministerin mit zig deutschen Rüstungsunternehmen getroffen.

00:15:51: Weiß mal schon was da so rumgekommen ist?

00:15:54: Irgendwas Großes

00:15:55: Ja.

00:15:55: also das Treffen fand im Rahmen des Tridiologis statt.

00:16:00: Das zweite Treffen und die Runde wurde immer größer Andreas es waren über hundert Teilnehmer man sprach sogar Kinobestulung wie in einem Hörsaal die Atmosphäre.

00:16:10: Warum?

00:16:11: Weil auch immer mehr Industrieunternehmen aus der Automobilindustrie, Zulieferer oder aus dem Maschinenbau dabei sind und die braucht es auch denn wir haben wie du gesagt hast viele Startups.

00:16:23: Die gute Ideen haben innovative Produkte.

00:16:26: aber das geht jetzt um die Skalierung.

00:16:28: Wie kriege ich relativ schnell eine stabile Produktion hin, denn das ist ne Kunst für sich und das können diese Unternehmen.

00:16:35: Und deshalb hat man das zusammengebracht.

00:16:38: die Ministerin Reiche und der Minister Pistorius haben beide nochmal betont wie wichtig diesen neuen Produkte sind weil die Kriegsführung sich eben verändert hat.

00:16:49: Das heißt nicht dass man die Alten nicht mehr braucht aber drohen etc.

00:16:54: sind die Sachen, wo man jetzt Gas geben muss damit man verteidigungsbereit

00:16:58: ist.

00:16:59: Und weißt du ob Titan das ist der Name des Unternehmens bei dem du gestern warst?

00:17:03: Ob die heute auch dabei waren?

00:17:05: Ja, der CEO Ballasch-Notch war auch dabei und Titan spielt ja eine wichtige Rolle auch im Verteidigungskonzept.

00:17:13: sie ein bisschen anderes Unternehmen als zum Beispiel die Hersteller von Angriffstrohnen Stark und Helsing von denen öfter mal die Rede ist Titan baut Interceptor also Abfang drohen und die sind in dem Konzept auch wichtig.

00:17:26: Und nicht nur im Konzept wichtig, sondern die haben vor ein paar Monaten einen richtig dicken Auftrag an Land gezogen nämlich von Pistorius, quasi von der Bundeswehr.

00:17:35: Ja ja genau wir erinnern uns im vergangenen Jahr gab es regelmäßig Meldungen von Drohnen, von unbekannten Flugkörpern Über Bundesvereinrichtungen, über an Flughäfen gesichtet worden.

00:17:46: Die Verunsicherung war groß und man hat gemerkt wir sind gar nicht in der Lage die vom Himmel zu holen wenn wir glauben dass das angebracht wäre.

00:17:55: da gab es zum einen rechtliche gerauzonen die hat man mittlerweile weitestgegen geklärt aber wir haben auch gar nicht das gerät dafür Und da ist man dann in die Offensive gegangen.

00:18:07: Es gibt Netzabfangendrohnen, die fangen im Prinzip die generische Drohne ein und schleppen sie an einen Ort.

00:18:15: Die Frage ist ja wichtig, wo kommt das denn runter?

00:18:18: Wenn das gefährliches Material, wenn es Munition sein kann.

00:18:22: Dann gibt es aber auch richtige Abfangedrohne.

00:18:26: Auftrag bekommen.

00:18:27: Liegenschaften, ein Konzept muss man sagen für den Schutz von Liegenschaften der Bundeswehr zu erarbeiten.

00:18:33: Du sagst gerade es gibt verschiedene Abfangdrohnen.

00:18:36: Titan hat ein eigenes Konzept.

00:18:38: Erzähl doch grade wie funktionieren die Dinger?

00:18:40: Du hast ja auch gesehen!

00:18:41: Ja das ist eine ganz spannende Sache und zwar was wir gelernt haben Die Angreifer werfen viel Masse in dem Markt.

00:18:50: Das sind also relativ kosten günstige Angriffstrohn Einwegdrohne und Titan reagiert quasi mit der gleichen Logik.

00:18:59: Das System sieht ganz einfach aus, zum Ersten gibt es in diesem System Sensoren die spüren auch wenn da Eindringling kommt.

00:19:07: sie können von bekannten Herstellern wie zb Hensoll sein ist ein großes Unternehmen Spezialisten dafür.

00:19:13: dann kriegt der Soldat in der Drohnensteuerung das Signal erdrückt auf einen Knopf und dann geht die Abfangdrohne in die Luft und sucht sich KI gesteuert, ortet den Feind.

00:19:27: Den Eindringling sucht es sich aus die Flugrichtung und geht auf Kollisionskurs.

00:19:34: Das sind also Rammdrohnen.

00:19:37: Und sie können einfach den Eindrängling RAM und vom Himmel holen oder Sie können auch noch einen Sprengkopf eine Munition eingebaut haben.

00:19:46: das ist optional wenn der Eindrangling größer ist so und dann rammen die den vom Himmeln.

00:19:52: Wir können ja mal in ersten Autonen hören, den du mitgebracht hast.

00:19:54: In dem Balasch-Nodsch den Ansatz auch nochmal selber erzählt.

00:19:59: Das ist das sogenannte Interception Layer wo wir kinetische Drohnenabwehr einsetzen und wo wir den Ansat verfolgen, Drohne mit anderen Drohnern abzuschießen.

00:20:10: Das is der wichtigste weil damit müssen wir den größten Teil abfangen.

00:20:14: Danach kommen die andere Luftverteidigungssysteme die sehr zuverlässig sind aber dafür auch sehr teuer.

00:20:20: Wichtigster Ansatz hier, dass man nie teuer ist als das was man abfängt.

00:20:26: Und das verfolgen wir auch bedeutet... ...dass wir nicht teurer sind auch als die gegnerische Drohne und das müssen wir immer einhalten und noch viel günstiger sein in der Zukunft.

00:20:39: Also Sven!

00:20:39: Nicht teurer als die Gegnerische Drone Total wichtiger Gesichtspunkt, ne?

00:20:44: Also so eine Scharhetrone kostet ja vielleicht, weiß ich nicht genau.

00:20:48: Aber um die dreißtausend...

00:20:49: Ungefähr dreißigtausende Dollar ist so eine Größe, die immer korrektiert wird.

00:20:53: Ich nehme an, das ist nicht falsch.

00:20:54: So und die wird ja jetzt oft mit modernen Abwehrraketen abgeschossen.

00:20:58: Die kostet glaube ich eine Million oder so oder noch mehr mitunter.

00:21:01: Genau

00:21:02: also da fängt es an

00:21:03: bei

00:21:04: Schulter gestützten Systeme, die aber schon hohe sechsstellige bis siebenstellige Beträge ausmachen können, ganz zu schweigen von komplexen Raketensystem die dann noch deutlich teurer sind.

00:21:17: Und das heißt der Ansatz der Firma ist, habe ich ja ganz schön gesagt unsere Abfangdrohne darf niemals teurer sein als der Angreifer.

00:21:24: wie schaffen die das?

00:21:25: Wie machen die es?

00:21:27: Genau.

00:21:27: also man fragt sich sowieso Start-up, dass gerade mal nicht einmal drei Jahre alt ist.

00:21:33: Wie kann das so etwas bauen?

00:21:36: Wie bei diesen ganzen jungen Unternehmen ist?

00:21:39: der Kern liegt eigentlich in der eigenen Software und der künstlichen Intelligenz die diese Unternehmen mitbringen.

00:21:47: Und der Hard Body, der Körper drumrum Der ist eigentlich nicht so technisch ausgetüftelt.

00:21:56: Also wenn man Ich kann dir mal ein Beispiel geben.

00:21:58: Da wird es greifbar, wenn man bei Teiten in der Zentrale in München ist.

00:22:03: Der steht an Raum mit drei D-Druckern und dort drucken die dann die Teile aus.

00:22:10: Die Tragflächen den Rumpfkörper drum rum und eigentlich sitzt das Wissen in der Steuerung

00:22:17: Verraten die, was deren Modell kostet oder ist sowas geheim?

00:22:20: Also es sei eigentlich geheim.

00:22:22: Es

00:22:22: kann ja nicht mehr als dreißtausend sein schon mal.

00:22:24: Das kann nicht mehr as dreißig tausend Dollar sein.

00:22:26: Es heißt immer so etwas bis zwanzigtausende Euro oder so.

00:22:30: das ist jetzt diese Metistrone.

00:22:32: Die hat bestimmte Eigenschaften kann immerhin bis zu drei hundfünfzig Stundenkilometer schnell fliegen Und fünfzwanzig Kilometer Reichweite man hat auch.

00:22:42: man arbeitet auch an größeren modellen.

00:22:45: Die werden dann preislich natürlich ein bisschen anders sich darstellen, aber so ungefähr in dieser Range dürfte das liegen.

00:22:52: Du hast gerade schon gesagt Skalieren ist natürlich eine gute Lösung für die.

00:22:57: Wir hören nochmal Ballasch-Nach zur Produktionsmenge?

00:23:01: Wir werden da die Produktion bis zu dreitausend Stück pro Monat hochskalieren.

00:23:06: Stückweise bedeutet es ist aber auch für uns der erste Schritt, da wir das nicht aufhören.

00:23:12: Aber ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Punkt nicht nur für uns als Firma sondern auch für Deutschland.

00:23:18: Sven, dreitausend im Monat ist ja schon gar nicht so wenig.

00:23:22: Wer kauft das Zeug?

00:23:24: Das werden ja schon über dreißigtausende im Jahr.

00:23:26: Wissen wir wer die Käufer sind?

00:23:29: Also Zeiten wie auch die anderen Start-ups Stark Helsing

00:23:34: etc.,

00:23:35: habt ihr ja schon erwähnt in der Sendung hat auch einen Standort in der Ukraine.

00:23:40: Arbeiten dort mit den ukrainischen Kräften zusammen.

00:23:44: So, dort kommen also diese Drohnen schon zum Einsatz und die Bundeswehr ist ein weiterer Kunde.

00:23:49: aber man versucht auch im europäischen Ausland bei NATO-Partnern.

00:23:55: Dort gibt es Herrn Nordstefolge schon große Nachfrage und wie er uns im FAZ Interview verraten hat sind seine Pläne auch dort Perspektivisch weiter Produktionsstandorte aufzubauen und wird das formuliert.

00:24:11: Das Interesse ist natürlich besonders groß, je näher die größer die geografische Nähe zu Russland ist kann man sich auch vorstellen dass die Bedrohungslage dort ganz anders empfunden wird.

00:24:21: Total!

00:24:22: Und das Golfstaaten eventuell Interesse haben?

00:24:25: Hat er das voran?

00:24:26: Das habe ich Ihnen auch gefragt.

00:24:27: es liegt natürlich geradeauf der Hand.

00:24:29: in Dort merkt man auch, dass die Luftabwehrsysteme, die man dort installiert hat zur Neige gehen.

00:24:36: Und ich habe ihn gefragt ob da die Anrufe schon kam aus der Golfregion?

00:24:41: Es hat er nicht bestritten und hat gesagt es hat ein bisschen allgemeiner gefasst kann natürlich nicht darüber erste Kundenanfragen ins Detail gehen aber hat gesagt die Nachfrage sei schon sehr groß im Moment.

00:24:51: Du hast gerade das Interview erwähnt.

00:24:52: Das ist ja, glaube ich morgen in der Zeitung oder?

00:24:55: Es kommt am Samstag in der Ausgabe der Zeitungen und auf Fatsnet wird es natürlich auch zu finden sein.

00:25:00: Sobald es also online ist werde ich den Link auch nochmal nachträglich reinhängen.

00:25:04: aber wenn Sie's jetzt heute hören... Also an diesem Donnerstag ganz frisch dann wahrscheinlich noch nicht, aber übermorgen spätestens dann oder einfach auf Fadsnet kommen.

00:25:12: meisten von Ihnen sind ja hoffentlich sowieso da.

00:25:15: was ich noch super interessant finde.

00:25:17: Testet werden diese Abfangdrohnen ja, also die Firma ist bei München irgendwo.

00:25:22: Die werden ja nicht irgendwie über dem Chiemsee getestet sondern direkt im Kriegsgebiet.

00:25:28: Ja genau Also

00:25:30: nicht nur gekauft von der Ukraine, sondern auch mit den Ukrainern dann sozusagen entwickelt.

00:25:34: Die werden dort zusammen mit Partnern entwickelt.

00:25:36: also diese ganzen Start-ups suchen sich ja partnerballerschen.

00:25:41: Nordsch hat das auch noch mal ganz klar gesagt.

00:25:43: er sieht sich nicht als solitäre Lösung.

00:25:45: er sieht seine die Sicherungsdrohnen die Abfang drohen die sie bauen als Teil eines verbundes.

00:25:52: denn Es ist ja klar, wir kaprizieren uns immer so ein bisschen in der Ukraine auf diesen Drohnenfaktor.

00:25:58: Es liegt natürlich auch daran, dass die Ukraine nur erschwerten Zugang an Waffen hat, die wirklich das nennt man Deep Strike fähig sind, die also im Hinterland wirken können.

00:26:09: Wir kennen diese ganzen Patriot-Diskussionen und wir Deutschen kennen die Diskussion ja auch.

00:26:16: Also wie kann ich im Feindesland wirklich ein paar Hundert Kilometer hinter der Front die Basen des Gegners ausschalten.

00:26:23: Wenn man jetzt überlegen würde, was würde den NATO-Raum treffen?

00:26:27: Dann hätten wir ein ganz anderes Sortiment und ein anderes Arsenal an Waffen um uns zu verteidigen.

00:26:33: darin wäre das eine Größe, ein Faktor.

00:26:37: aber ja sie werden in der Ukraine mit Partnern dort entwickelt unter Echtzeitbedingungen.

00:26:43: Das erprobt die Waffen.

00:26:44: und man muss auch ehrlich sagen, wenn man hier mit Drohneentwicklung spricht.

00:26:48: Ist es auch nicht einfach, hier Slots zu bekommen für Testflüge, für Manöver?

00:26:52: Wir leben in einem Land das zum Teil der dicht bevölkert ist wie der Minister zu jeder Zeit betont und auch die Industrie.

00:27:03: Es ist eine unfassbar hohe Dynamik im Markt und man muß Tempo machen, dass kann morgen schon veraltet sein was man gestern entwickelt hat.

00:27:12: Kurzer Marktüberblick vielleicht noch zum Schluss.

00:27:15: Du hast ja auch aufgeschrieben, wie viele deutsche Unternehmen da jetzt gerade in den letzten Jahren entstanden sind, durchgestartet sind?

00:27:21: Wie steht da Deutschland da im internationalen Vergleich auch?

00:27:25: Also ich glaube mal wir haben hier eine sehr rege Gründerszene der... Ich würde mal München als das Hub bezeichnen.

00:27:32: die meisten Unternehmen sitzen dort.

00:27:34: es hat mit der Hochschullandschaft zu tun weil Es

00:27:36: wäre Uni mit Karl-Marzana zum Beispiel

00:27:39: Genau und vor allem auch die technische Universität.

00:27:41: Wir haben mit Unternehmertum eigentlich den Inkubator in Deutschland, der den wichtigen Schritt von der Universität in die Wirtschaft anschiebt.

00:27:52: Das ist ganz wichtig dass die Ideen nicht nur im universitären Raum bleiben sondern wirklich Anwendung finden.

00:27:58: wir haben ein industrielles Umfeld.

00:27:59: also München ist eigentlich the place to be für diese Unternehmen.

00:28:02: gerade das sieht man auch wo sie alle herkommen Und ich glaube, da muss man sich nicht verstecken.

00:28:07: Es gibt auch in anderen europäischen Ländern gute Ansätze, wir sind nicht die einzigen aber das ist ja auch gut so wenn es auf großer Breite gefördert wird.

00:28:15: Dankeschön Sven Astheimer!

00:28:16: Danke schön Andreas.

00:28:23: Das war's für heute beim FAZ Podcast für Deutschland.

00:28:27: Ich bedanke mich fürs Zuhören und ich bedanque mich für die Mitarbeit heute

00:28:31: vor allem bei

00:28:32: Kathi Schneider und wünsche Ihnen einen schönen Abend bis morgen ciao.

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

Sie können den Podcast auch hier hören: www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

Abonnieren

Follow us