Militärexperte Lange: „Frühjahrsoffensive der Russen kommt überhaupt nicht in Fahrt“
Gute Nachrichten für die Ukraine: Nach einer monatelangen Hängepartie einigt sich die EU auf die Freigabe eines 90 Milliarden Euro Kredits für Kiew und ein 20. Sanktionspaket gegen Russland. Möglich geworden war dies nach der Wahlniederlage von Viktor Orbán in Ungarn und der Reparatur der Druschba-Pipeline, über die bis heute russisches Öl in die EU, in die Slowakei und nach Ungarn, fließt.
Während der Kredit die ukrainische Kriegskasse auffüllt, gilt das auch für russisches Öl und die Kriegskasse des Kreml. Denn die verlängerte Waffenruhe in Nahost bedeutet vor allem Ungewissheit und anhaltend hohe Ölpreise. Die USA haben außerdem eine Lockerung der Sanktionen gegen den russischen Ölsektor verlängert. Was die Trump-Regierung als Maßnahme sieht, um die Auswirkungen des Irankriegs auf den Ölpreis zumindest etwas abzufedern, ist für Kiew ein weiteres Indiz für eine schmerzhafte Wahrheit: Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr für die Ukraine, Alternativen müssen her.
Und hier ist der Krieg in Nahost nicht nur ein Problem, sondern eine Chance: Ukrainische Militärtechnologie half mehreren Golfstaaten, iranische Drohnen abzuwehren, die Ukraine steht nicht länger ausschließlich als Opfer russischer Aggression und Hilfsempfänger da – sondern als Partner, Innovator, Ressource. Auch mit Deutschland unterzeichnet die Ukraine zuletzt ein Abkommen zur gemeinsamen Produktion für Drohnen – was zu russischen Drohungen gegen deutsche Unternehmen führt.
Wie sich die Lage für die Ukraine aktuell darstellt und ob es die Ukrainer schaffen, ihre Innovationen in der Rüstungstechnologie in diplomatische Erfolge umzumünzen, das besprechen wir in dieser Folge des F.A.Z. Podcast für Deutschland mit dem Sicherheitsexperten Nico Lange.
Host: Felix Hoffmann
Bei den Druckwellen heben sie nicht mal mehr die Augen
Moskau droht Europa mit Angriffen auf konkrete Ziele
Russland will keine Schwäche bei der Drohnenabwehr zeigen
Hören Sie unsere exklusiven Podcast-Folgen auf Apple Podcasts, FAZ.NET oder in der FAZ-App und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel: Testen Sie FAZ+ jetzt 3 Monate lang für nur 1 € im Monat – hier geht’s zum Angebot.
Mehr über die Angebote unserer Werbepartner finden Sie HIER.
Kommentare
Neuer Kommentar