F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:04: Herzlich willkommen zum FAZ-Podcast für Deutschland.

00:00:07: Es ist endlich wieder Montag,

00:00:10: Montag

00:00:10: der achtzehnte Mai und ich bin es wieder

00:00:13: Coronabutras aus Berlin.

00:00:16: Ja und für letzte Woche muss sich mich noch entschuldigen da war Ich auf einer längeren Reise nach Japan Und zwar

00:00:23: mit dem

00:00:23: Bundesverkehrsminister Patrick Schneider und einer Delegation aus Leitenden Ministeriums Mitarbeitern und dem Chef der Autobahngesellschaft Michael Gündner.

00:00:34: Es kommt hin und wieder mal vor, dass Journalisten da mitreisen können.

00:00:37: Natürlich auf eigene Kosten – also der Verlag hat gezahlt ist ja klar!

00:00:42: Aber diesmal war es besonders interessant denn ich habe die Gelegenheit genutzt als alte Bahnberichterstatterin, die hier nochmal bin, mit Herrn Schneider ein Interview im legendären Schinkkanzenzug zu führen über die deutsche Bahn.

00:00:57: Na klar!

00:00:58: Und darüber was in Japan besser läuft und was wir wiederum daraus lernen können?

00:01:03: Ich freue mich sehr, dass Sie heute mit dabei sind.

00:01:24: Aber bevor wir so richtig durchstarten gibt es jetzt noch eine kleine Einführung in das japanische Zugsystem, das hierzulande ja immer auch was Verheißungsvolles hat!

00:01:37: Der berühmte Geschwindigkeitszug in Japan heißt Chinkansen und ist ein echtes

00:01:42: Raumwunder.

00:01:44: Ursprünglich

00:01:44: war damit übrigens nur das Hochgeschwindig- keits Netz gemeint aber inzwischen nennt man die Züge und Verbindungen.

00:01:51: Der Schinkansenn, in den wir gleich einsteigen werden ist erstaunlich niedrig weil er eben

00:01:56: ehrlich verläuft

00:01:58: und man anders als bei der Deutschen Bahn keine Stufen hoch klettern

00:02:01: muss.

00:02:02: Wie ein Pfeil schießt er fast geräuschlos durch die Landschaft mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit von deutlich mehr als zweihundert kmh.

00:02:11: Die deutschen Züge schaffen diese Geschwindigkeiten selten weil sie relativ oft halten.

00:02:18: Die beliebteste Strecke in Japan verläuft zwischen Osaka und Tokyo.

00:02:23: Die Streckel ist fünfhundertfünfzehn Kilometer lang und dauert etwa zweieinhalb

00:02:27: Stunden.

00:02:28: zum Vergleich, im Auto braucht man etwa sechs Stunden für die

00:02:32: gleiche Strecse.

00:02:34: Und wenn wir es hier nochmal mit Deutschland vergleichen könnte man an die Streckeln zwischen Frankfurt und Benin denken.

00:02:40: Die ist mit vierhundertzwanzig Kilometern deutlich kürzer Aber dafür braucht die Bahn im besten Fall rund vier Stunden.

00:02:50: Ein Fass noch schöner als die Geschwindigkeit ist die

00:02:53: Ruhe, die in japanischen Zügen herrscht und deshalb räume ich ein

00:02:57: fallen wir mit unserem Interview etwas aus dem Rahmen.

00:03:02: eine ältere japanische Frau ermahnt mich noch

00:03:05: sehr freundlich

00:03:06: aber bestimmt doch bitte leise zu sein.

00:03:10: Aber es ist dann auch schnell besämpftigt, als sie hört wer

00:03:13: neben ihr in der

00:03:14: Reihe sitzt.

00:03:15: So aber jetzt

00:03:16: legen wir auch wirklich los!

00:03:24: Ja ich habe jetzt also die einzigartige Gelegenheit mit dem deutschen Bundesverkehrsminister im Zug in Japan zu sitzen.

00:03:33: Im ganz berühmten Schinkansen.

00:03:36: er sitzt mir Er geht nicht gegenüber, sondern nebenan.

00:03:40: Er sitzt neben mir im ersten Klasseabteil.

00:03:43: Herzlich willkommen Herr Schneider!

00:03:45: Schön dass ich Sie hier begrüßen darf.

00:03:47: Ja vielen Dank Frau Wutras.

00:03:48: für mich auch eine Premiere.

00:03:50: Genau jetzt müssen wir mal erstmal klären wo befinden wir uns genau?

00:03:54: Wir haben schon gesagt in einem Zug in Japan was machen wir wohin fahren werden.

00:03:59: ganz genau kann ich nicht sagen wo wir uns befinden aber wir sind auf der Fahrt von Tokyo nach Osaka.

00:04:06: Den Fuji haben wir schon rechts liegen gelassen.

00:04:08: Und ich glaube, wir kommen in einer guten Stunde

00:04:10: an.

00:04:11: Genau und jetzt müssen Sie mal sagen der Schinkansen ist ja wirklich so ein Sehnsuchtsort für deutsche frustrierte Bahnfahrer.

00:04:18: was macht denn Der Schinkansen für sie eigentlich so besonders?

00:04:23: Man kann das mit der deutschen Situation nicht eins-zu-eins vergleichen.

00:04:27: Der Schinkansen ist ein Hochgeschwindigkeitszug, der auf einer eigenen Trasse fährt.

00:04:33: Diese Trasse ist auch eingezäunt und das führt dazu dass er absolut zuverlässig ist.

00:04:38: aber die Japaner machen das auch gut.

00:04:41: Auch auf den Bahnhöfen ist das Management einfach perfekt.

00:04:43: Sie stehen an einem markierten Punkt.

00:04:46: genau da befindet sich hier Wagon Da steigen sie ein Und es gibt so Durchsagen hier, der Schinkansen hat heute dreißig Sekunden Verspätung.

00:04:53: Also da würden wir jubeln und uns freuen.

00:04:56: Genau das wären

00:04:57: auch Sichterredewerte.

00:04:58: Hier gibt's Linien die werden vom Schinkansen im drei-Minuten-Takt bedient.

00:05:03: also das ist eine ganz andere Situation aber eben auch von den Rahmenbedingungen her.

00:05:08: Aber es ist natürlich etwas was Bahnfahren hier sehr sehr attraktiv macht.

00:05:14: Ja in der Tat Sie haben jetzt schon ein paar Aspekte genannt.

00:05:18: Die eigene Trasse, das heißt kein sogenannte Mischverkehr.

00:05:21: Kein Güterverkehr.

00:05:22: also vor uns fährt kein Güterzug.

00:05:25: Das führt ja auch immer wieder zur Verspätung.

00:05:28: Ja bei uns fährt alles über das gleiche Netz mit ganz ganz wenigen Ausnahmen.

00:05:31: Also die schnellbaren Strecke zwischen Frankfurt und Köln ist eine die allein dem ICE vorbehalten ist aber dass es die absolute Ausnahme.

00:05:40: Ansonsten wenn sie etwas auf der Streckel haben Auch eine technische Störung schlägt das auf alle verkehre durch Und dann haben sie natürlich eine ganz andere Ausgangssituation, als dass hier der Fall

00:05:52: ist.

00:05:52: Ja aber dann klären wir doch gleich mal vorne weg.

00:05:55: also das historisch gewachsen und ändern kann man es nicht?

00:05:59: Ich halte das für unrealistisch jedenfalls mittelfristig auch nur ändern zu wollen.

00:06:06: Wir bräuchten ein eigenes Schnellbahnnetz Das müssen wir noch dazubauen.

00:06:10: Nun ist Deutschland ja auch sehr dicht besiedelt, wir sehen was passiert wenn wir überhaupt an Neubaustrecken denken.

00:06:16: und seien sie noch so kurz das ist von enormen Protesten oft begleitet.

00:06:22: also ich halte es für unrealistisch dass wir das hinbekommen.

00:06:25: Also Sie haben einen zweiten Punkt auch noch genannt nämlich die eingezollene Strecke.

00:06:30: Wir sagen Personen auf dem Gleis Tiere auf dem gles all das ist nicht möglich.

00:06:36: Das können Sie hier zum größten Teil ausschalten in Japan.

00:06:39: Das führt eben auch zu dieser absoluten Zuverlässigkeit.

00:06:43: Aber gibt kein Bordbistro?

00:06:46: Ja, das WLAN ist jetzt auch nicht besonders gut.

00:06:48: also da können wir durchaus konkurrieren.

00:06:50: Da sind wir durchaus besser was den Service betrifft, also müssen wir uns nicht verstecken.

00:06:57: Aber dieses BordBistro ist natürlich auch ein guter Stichpunkt denn der sehr immer wieder Störfaktor muss beladen werden dann funktioniert nichts Funktioniert es manchmal nicht, denn oft funktioniert's auch.

00:07:12: Aber manchmal hat man die Situation, dass dann was ausfällt im Bordpistro und das wiederum ist ein Frustrationsfaktor.

00:07:19: Wäre es besser wenn wir keins hätten an

00:07:21: Bord?

00:07:22: Nein!

00:07:22: Es wird besser mit dem Bord Pistro an BORD.

00:07:26: Wir haben das Sofortprogramm ja aufgelegt für mehr Komfort in den Zügen und da spielen die Bord-Pistros eine große Rolle Einmal was die Ausstattung geht, sodass sie sich darauf verlassen können.

00:07:36: Dort bekommen Sie immer noch etwas.

00:07:38: aber zum anderen auch die Wartungsintervalle.

00:07:40: Manchmal sind das Kleinigkeiten, die Sie nur ändern müssen.

00:07:44: Bei der Vorstellung des Sofortprogramms haben die Bahntechniker das ja gezeigt.

00:07:48: bei den Kaffeemaschinen macht man einfach das was die Japaner Predictive Maintenance nennen also man tauscht Teile einfach vorher aus bevor sie die Lebensdauer erreicht haben und dann haben sie viel zuverlässigeren betrieb dort.

00:08:03: Aber auf das Boardpisto wollen die Deutschen nicht verzichten.

00:08:06: Das kann man schon mal deutlich sagen und auch der Bundesverkehrsminister.

00:08:09: Nein, wenn sie lange Fahrten haben dann wissen Sie das zu schätzen.

00:08:14: Das spielt eine große Rolle gerade auch für Geschäftsreisen oder für Menschen in den Urlaub fahren.

00:08:19: Da soll ja gleich am Bahnsteig bestenfalls beginnen da gehört es einfach im Zug mit dazu.

00:08:25: Jetzt wollen wir mal in der Tat bei der Bahn bleiben relativ schnell durchgegriffen.

00:08:31: am Beginn ihrer Amtszeit haben, schon im August den damaligen Bahnchef Richard Lutz vor die Tür gesetzt und dann mit Frau Palla eine Nachfolge gefunden.

00:08:43: Jetzt ist ein Konzernumbau im Gange der noch ziemlich umfassend ist und wo man auch das Gefühl hat er kommt aber neuer neue Unruhe in den ganzen Betrieb, in den Konzernen hinein und das strahlt irgendwie auch aus.

00:08:59: Wie ist denn Ihre Ansicht?

00:09:02: Wie blicken Sie auf den Konzernern um Bau?

00:09:04: Ist das notwendig oder ist es sozusagen der einzige gernbare Weg?

00:09:09: Ja ich hatte das für notwendig.

00:09:10: wir haben in unserer Agenda ja auch einige Punkte vorgeschlagen die in die Richtung zielen.

00:09:16: Ich glaube, der Konzern muss insgesamt agiler werden und schlanker werden.

00:09:19: Entscheidungen müssen schneller getroffen werden auch regional getroffen wird.

00:09:25: Und das ist genau das Konzept für das Frau Palla steht.

00:09:28: Das geht nicht von heute auf morgen.

00:09:29: Es ist ein großer Konzert mit gewachsenen Strukturen.

00:09:33: Das wird viel Kraft erfordern umzusetzen.

00:09:37: aber das traue ich Frau Paller unbedingt zu dass sie das hinbekommt und man kann es mit den Investitionen vergleichen die wir vornehmen müssen.

00:09:45: Das hat ein Ausmaß angenommen, dass das erst mal werden muss.

00:09:48: Also wir brauchen einen langen Atem dafür – das gilt für den Konzern und das gilt auch für was wir als Bund dort zu investieren

00:09:56: haben.

00:09:57: Nun ist es ja aber tatsächlich so, dass wenig Verbesserung jetzt sichtbar ist?

00:10:02: Meinen Sie denn wie lange müssen wir denn jetzt warten bis man tatsächlich etwas spürt, dass es zu wellesiger ist, dass's pünktlicher wird?

00:10:09: Ich glaube schon, dass wir das merken werden allein an den Zahlen!

00:10:14: Wir haben, dass auch die Bahn selbst in sechsundzwanzig das Tal erreicht und dann wird es aufwärts gehen.

00:10:20: Und wir haben ja mit der Taskforce-Bahn einige schnell wirkende Maßnahmen ergriffen.

00:10:26: Auch das wird man spüren aber sind nicht die großen Sprünge.

00:10:29: Die großen Sprünge werden wir erst dann machen wenn wir bei der Infrastruktur deutlich vorangekommen sind.

00:10:36: Da müssen Sie einfach sehen, in zwölf Jahren vierzig Hochleistungskoalition zu sanieren muss erst mal gemacht sein.

00:10:43: Und je mehr wir davon geschafft haben, so zuverlässiger besser wird das Netz und dann werden auch die Pünktigkeitswerte besser werden.

00:10:50: Und bleibt es denn bei diesen zwölf Jahren?

00:10:51: Weil wir haben ja schon gesehen ... Das ist ja schon die erste Verzögerung, ne?

00:10:56: Wir hatten eigentlich die vierzig Korridore bis zwanzig dreißig im Plan.

00:11:01: Es war ihr Vorgänger Volker Wissing, der das so vorgegeben hatte.

00:11:05: Jetzt liegen wir bei den vierzig korridoren, die saniert werden müssen, als Enddatum, schaffen wir das?

00:11:16: Wir müssen das Konzept regelmäßig überprüfen und dann gegebenenfalls anpassen.

00:11:20: Nicht jeder Hochleistungskoodor ist wie der andere.

00:11:23: Das muss man auch in den Auswirkungen sich genau anschauen.

00:11:28: Wir muten ja auch den anderen Verkehr dort einiges zu, den Umleitungsverkehren aber auch den Ersatzverkehr.

00:11:35: das muss alles funktionieren und wir lernen dabei.

00:11:37: von Sanierung zur Sanierung werden wir lernen wie können wir es noch besser machen?

00:11:43: Und ist nicht ausgeschlossen dass es zu der einen oder anderen Verschiebung oder umgehende Reihenfolge kommen wird.

00:11:50: ist dieses Datum, das hat natürlich auch den Hintergrund, weil es die laufzweite Sondervermögen sind.

00:11:57: Und wir daraus vor allem die Hochleistungskoalition bezahlen.

00:12:01: Sagen Sie was ist in Ihrer Prognose?

00:12:03: Kann man das als Bundesverkehrsminister so sagen?

00:12:05: aber sie sind ja immer ein Eigentümer.

00:12:09: Was ist Ihre Prognos für die Pünktlichkeit in diesem Jahr?

00:12:15: Ich glaube, wir können froh sein.

00:12:17: wenn wir vorne eine sechs stehen haben wird es also über sechzig Prozent sein.

00:12:20: Und nicht fünfzig?

00:12:22: Ich hoffe dass wir über sechszig Prozent sind werden.

00:12:24: aber Sie merken schon an der Diskussion alleine das das ambitioniert ist und das sagt etwas über den Zustand im Moment aus.

00:12:33: Das muss man ehrlich einräumen sonst schafft man neue Enttäuschungen Wenn man das anders darstellen würde.

00:12:39: ich wäre froh wenn wir über Sechzig prozent liegen Und ich vertraue auch auf die Aussage der Bahnchefin, dass wir den Boden erreicht haben und dann nach oben gehen.

00:12:51: Und immerhin ist es ja so, dass wir in diesem

00:12:53: Jahr Glück

00:12:54: hatten.

00:12:54: Keine Jahrhundertflut bis jetzt.

00:12:56: Kein großes Unwetter!

00:12:58: Wir haben natürlich im Januar diesen sehr starken Winter gesehen der im Norden auch für große Verwerfungen gesorgt hat.

00:13:06: also das sind ja immer noch die Unwegsamkeiten, die man vor die Klammer ziehen muss.

00:13:11: Das ist immer für die Deutsche Bahn ein Riesenproblem sowas.

00:13:14: Ja, die Schwierigkeit für den Jahr im Jahr ist nicht unbedeutend von dem Winter bestimmt.

00:13:23: Früher bei anderer Technologie hat uns das jetzt nicht so aus der Schiene geworfen.

00:13:27: Warum eigentlich nicht?

00:13:29: Das waren vor allem Diesel-Locks von anderen Kaliber, die konnten durch andere Mengen noch durchfahren.

00:13:36: Heute ist die Technologie da anfälliger... funktioniert eben nicht mehr so, wie das früher funktioniert hat.

00:13:42: Aber in der Schweiz und Österreicher schon?

00:13:46: Ich kann Ihnen nicht sagen, wie die einzelnen Konzepte auch des Räumens sind.

00:13:50: Der beheizten Weichen da sind wir noch nicht ideal ausgestattet aber auf dem Weg dorthin.

00:13:56: Das wird ja auch bei den Hochleistungskohedersanierungen Schritt für Schritt eingebaut.

00:14:02: Es ist jedenfalls Fakt, dass wir im Moment mit dieser Wetterlage nicht zurechtkommen bei der Deutschen Bahn.

00:14:07: Das ist bedauerlich, müssen wir besser werden aber es führt dazu, dass in den sechsundzwanzig das was im Januar passiert ist aufholen müssen.

00:14:15: dort gab's ein richtiges Loch bei der Pünktlichkeit und das schlägt natürlich ins Kontor.

00:14:20: Ja in der Tat und die Sanierung Hamburg-Berlin wurde auch verzögert.

00:14:25: dadurch also Da gibt es in der Tat noch einige Baustellen.

00:14:29: Welchen Stellenwert hat denn eigentlich die Deutsche Bahn in der Bundesregierung?

00:14:33: Das ist ja auch nicht ganz unwichtig, wie auch insbesondere der Kanzler darauf guckt.

00:14:38: Na, der Held der Stellenwett ist schon besonders hoch und ein großes Interesse des Kanzlers.

00:14:45: da und da gewesen, insbesondere bei den Entscheidungen die wir im letzten Jahr getroffen haben.

00:14:50: Das sehen Sie allein auch an den Finanzmitteln, die wir bereitstellen.

00:14:53: Wenn wir in dieser Wahlperiode etwa ein Hundertsequenzen Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur investieren dann entfallen darauf Einhundert sechs Milliarden auf die Schiene.

00:15:04: also das ist der bei weitem größte Teil, obwohl es nicht der Verkehrsträger ist, der am stärksten genutzt wird.

00:15:10: Ja, interessanter Punkt dass das natürlich ein sehr kostenintensiver Posten ist.

00:15:15: aber wie ist es denn eigentlich in der Tat?

00:15:18: Raushalt ist ja ein Riesenproblem.

00:15:20: Sie haben natürlich mit dem Sondervermögen jetzt eigentlich das große Los gezogen, fünfhundert Milliarden Euro die Infrastruktur der wichtigste Post in diesem Zusammenhang.

00:15:30: trotzdem wurde der Kernhaushalt dramatisch zusammen gestürzt.

00:15:35: Laufen wir da nicht in Probleme rein?

00:15:37: Wir haben einen großen Fokus auf Erhaltungsinvestitionen gelegt.

00:15:42: Das gilt für die Schiene und das gilt für diese Straße, und diese Erhaltungsinvestitionen werden im Sonnervermögen abgebildet.

00:15:50: Warum eigentlich?

00:15:51: Das ist ja jetzt nicht ein Notgedrungen so... Also jedenfalls ist es nicht besonders eingängig, dass ihr Etat im Kernhaushalt um zehn, zwölf Milliarden Euro gekürzt wird.

00:16:03: Ja, man kann das anders machen.

00:16:05: Hätten

00:16:05: Sie es gerne anders gemacht?

00:16:06: Selbstverständlich.

00:16:07: Ich arbeite auch daran und kämpfe dafür dass wir zumindest eine größere Flexibilität erhalten.

00:16:13: Das ist das größte Problem.

00:16:15: Die Mittel im Sondervermögen sind eben sehr eng beschwenkt auf die Zwecke, die dort verankert sind.

00:16:21: Das ist Erhaltungsschiene das ist Ausbau der Digitalisierung Schiene und ist Erhaltung Brücken und Tunnel.

00:16:27: Das heißt für Neu- und Ausbau haben wir de facto kein oder kaum Mittel zur Verfügung.

00:16:32: Dass die Abfinanzierung der laufenden Maßnahmen muss noch dort passieren.

00:16:38: Das hat einfach damit zu tun dass wir im Haushalts finanziert sehr eng eingeschränkt sind und das Sondervermögen eben Schulden sind, die ich nicht einfach übertragen kann in der Haushaltsfinanzierung.

00:16:51: Das läuft eben parallel.

00:16:53: Mir wäre es lieber wenn wir beispielsweise alle Schienentitel Neu- und Ausbau- und Erhaltung zusammen im Sondervormögen hätten.

00:17:00: Dann hätte ich die Möglichkeit da viel flexibler zu reagieren und den der Haushaltfinanzierungen zum Beispiel die Straße komplett abzubilden.

00:17:09: Weil das ist nämlich genau ein Punkt, dass wir jetzt aber Das Problem haben, da sind ja Milliarden die schon seit Jahren quasi vorgeplant sind durch die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung.

00:17:20: Das ist ein bestimmtes Konstrukt mit dem der Bund immer die Deutsche Bahn mit Geld für die Infrastruktur versorgt.

00:17:27: das ist schon seit jahren eingeplant und findet sich auf einmal hoch im Sondervermögen will sagen nicht so hundertprozentig zusätzlich zu sein, zu dem was man eigentlich geplant hat.

00:17:38: Also die ganze Debatte Zusätzlichkeiten möchte ich hier auch noch mal einführen.

00:17:42: das war ja sozusagen das Ziel dass man zusätzlich Geld hat.

00:17:46: daran gibt es jetzt immer wieder starke Zweifel.

00:17:49: wie rechtfertigen Sie das sozusagen solche Posten auch ins Sondervermögen

00:17:53: geschickt wurden?

00:17:56: muss das insgesamt betrachten und wir investieren in dieser Legislaturperiode mehr als in der letzten Legislatur periode in den Verkehrsträger Schiene.

00:18:06: Das heißt, es sind deutlich mehr Mittel zur Verfügung und wir verausgaben die auch.

00:18:11: Jedenfalls haben wir das im Jahr.

00:18:15: Das lässt sich eben nur dann, finde ich rechtfertigen.

00:18:19: Wenn man sagt damit wären auch Werte geschaffen die wir nicht heute konsumieren sondern die auch folgen nachkommende Generationen verwenden können etwas davon haben das ist gut investiertes Geld.

00:18:29: und dass es bei den Verkehrsinvestitionen der Fall also insofern zusätzlichkeit haben wir ja formal festgemacht.

00:18:37: Ich sehe auch gar keinen anderen Weg, weil sie keine wirklich feste Vergleichsbasis haben.

00:18:42: was war denn vorgesehen?

00:18:43: Was war auch davon finanziert und was nicht?

00:18:47: zusätzlich zu den zusätzlichen Mitteln die wir haben also ein Auswahl der Projekte dann zu sagen die waren eigentlich schon fest aber sie waren noch gar nicht finanzierte ist schlechter Ding so möglich.

00:18:58: deshalb Kann ich gut damit leben, wenn man dieses formale Kriterium hat.

00:19:03: Dass man zugrunde gelegt hat in zehn Prozent Investitionen im Kernhaushalt?

00:19:08: Genau das muss man ganz kurz erklären.

00:19:10: Denn die Zusätzlichkeit ist ja dann gegeben, wenn im Kernhaus halt zehn Prozent Mittel in Investition fließen.

00:19:17: Dann erst kann sozusagen der Sondervermögen angetast werden.

00:19:22: Wobei auch die zehn Prozent ein bisschen unambitioniert sind, wenn mans mit dem Haushalt vorher... Betrachtet oder vergleicht?

00:19:30: Da war die ja höher als zehn Prozent.

00:19:32: Hat man extra niedrig gerechnet, damit man schnell an Sonnevermögen kann?

00:19:36: Das weiß ich nicht normal.

00:19:37: Ich muss als Verkehrsminister der eine komplizierte finanziose Architektur hat, die sich aus verschiedensten Quellen speist.

00:19:44: Verbrechungshaushalt liegt noch Geld im KTF liegt noch Geld

00:19:48: von uns.

00:19:50: Kann ich das wirklich nur insgesamt sehen?

00:19:52: Und insgesamt haben wir deutlich mehr, mit den sechzig Prozent mehr zur Verfügung als dazu.

00:19:58: Also das ist schon gegeben und damit werden wir auch zusätzliches anstellen.

00:20:01: Sie haben ja im Sommer schon wie Löwe gekämpft sich da nicht nur Freunde gemacht in der Bundesregierung mit Lars Klingweil also unserem Bundesfinanzminister sozusagen weil sie immer wieder argumentiert haben mir fehlt eigentlich das Geld für den Neu-und Ausbau.

00:20:15: was ein Problem.

00:20:16: Haben Sie jetzt genug?

00:20:18: Nein, das was dort baureif werden wird in den nächsten Jahren.

00:20:22: Das steht über den Daumen geballt ja fest da gibt es mal Gerichtsverfahren und verzögert sich das.

00:20:28: auch bei der Bahn können die Verzögerung eintreten aber wir wissen welche Projekte im Planungsstand sind so dass wir bald Baureife erreichen werden und das sind die Projekten die wir dann umsetzen könnten im Neue-und-Ausbau Und sie sind im Wesentlichen eben nicht finanziert

00:20:44: Was eine bittere Aussage ist.

00:20:45: oder Jetzt

00:20:47: habe ich im letzten Jahr so gekämpft, weil ich das für schwer vermittelbar halte, dass wir viel Geld zur Verfügung haben.

00:20:54: Aber es nicht in baureife Maßnahmen stecken können.

00:20:58: Auf die manche sehr lange warten und die, wenn ich das bei der Bahn sehe zum Beispiel Kapazitäten erweitern würde und auch auf den Zustand des Netzes dann einzahlen.

00:21:07: oder wo ich Straßenbauprojekte habe für die Bürgerlange gekämpft haben – auch zum Geheirungen oder auch Lückenschlüsse bei Autobahnen Engpass beseitigen.

00:21:17: Das können wir im Moment im größten Teil nicht

00:21:21: abbilden.".

00:21:23: Und was bedeutet das?

00:21:24: Sie haben ja immerhin Kanzler und dem Bundesfinanzminister vergangenes Jahr das Versprechen abgerungen, dass alle baureifen Projekte gebaut werden können.

00:21:33: Wie belastbar ist denn diese Aussage dann?

00:21:37: Gut, wir sind in einer ganz schwierigen Haushaltssituation.

00:21:40: Nicht nur im Jahr der Haushalt wird ja gerade verhandelt, aber auch im Jahr zum Zweiten.

00:21:46: Wir müssen alle unseren Konsolidierungsbeitrag erbringen – das ist vollkommen richtig und machen wir da keine Illusionen.

00:21:57: zumindest einen Teil dieser Projekte angehen können, weil einfach wichtige Dinge dabei sind.

00:22:04: So und das werden wir jetzt sehen ich werde darum kämpfen dass wir Baureife-Projekte die wichtig sind dann auch wirklich umsetzen können.

00:22:13: Dann werden wir sozusagen Herrn Klingball und Herrn Merz mal beim Wort

00:22:17: nehmen,

00:22:17: aber jetzt wo wir im Fern schönen Japan sind.

00:22:21: Vielleicht sagen Sie nochmal was eigentlich der Sinn war hier dieser Reise?

00:22:25: Warum sind sie hergekommen?

00:22:27: Was wollen Sie erreichen?

00:22:29: Also zunächst einmal geht es darum dass wir insgesamt unsere Geopolitik ja neu ausrichten.

00:22:37: die Welt hat sich dramatisch verändert.

00:22:41: Wir kooperieren vor allem mit den Staaten, mit denen uns gemeinsame Werte verbinden.

00:22:46: Wir müssen diversifizieren in der Wirtschaft und da ist Japan sicherlich einer der Staaten die uns hier nahesteht.

00:22:54: Wir haben im Verkehrsbereich zum Teil schon gewachsene Kooperationen auch gemeinsame Projekte und wir können voneinander sehr viel lernen.

00:23:06: also ich habe mir als Schwerpunkt ausgesucht dass Und Sie anschauen, sie gehen die Japaner mit Unterhaltung um.

00:23:15: Vor allem von Autobahnen.

00:23:16: Die haben das gleiche Problem wie wir

00:23:18: hier.

00:23:20: Infrastruktur, die immer älter wird.

00:23:22: Die zur gleichen Zeit gebaut wurde bei denen in den fünftiger-sechziger Jahren, bei uns in den sechzigersiebziger jahren.

00:23:28: beide haben sehr viele brückenbauwerke die japanen noch viel mehr tunnel als

00:23:33: wir.

00:23:33: das kommt alles in die jahre.

00:23:34: das muss unterhalten werden.

00:23:36: es muss auch vordermann gebracht werden und bei den japanern kommen noch dazu gerade im ballungsräumen tokyo oder osaka dass das unter laufendem Verkehr stattfinden muss, sonst bricht dort der Verkehr zusammen.

00:23:48: Wir machen Vollstärkungen für eine halbe Stunde?

00:23:50: Das ist hier in manchen Fällen überhaupt nicht denkbar und das ist hochinteressant.

00:23:56: wie Japaner damit umgehen wie sie vorausschauend diese Unterhaltung machen, wie Sie das mit hohem technologischen Einsatz machen.

00:24:06: Mit Drohnen, mit KI, mit Robotik und bei uns gibt es diese Ansätze auch.

00:24:11: aber zu schauen wo sind die Stärken des einen was kann der andere dazu geben ist hoch interessant und Es gibt schon Kooperationen zwischen unserer Autobahn GmbH und der NEXCO.

00:24:22: Das ist die Gesellschaft die das in Japan betreibt.

00:24:25: das wollen wir vertiefen Und ich finde es auch schön, gute Interesse daran wenn spezialisierte japanische Baufirmen Kooperation mit unserer Bauwirtschaft eingehen und das auch einbringen was sie an Know-How haben in diesem Bereich.

00:24:41: Dann wird's auch womöglich billiger für den deutschen Start?

00:24:45: Überall da wo wir... Profitieren können.

00:24:48: davon wird es günstig egal ob wir investieren, ob wir unterhalten.

00:24:52: Wenn wir das mit modernen Methoden tun wenn wir schneller bauen können, wenn wir lebensdauern von Bauwerken verlängern können mit einer intelligenten vorausschauenden Unterhaltung dann wird es unter dem Strich natürlich deutlich günstiger.

00:25:07: Aber die deutsche Bahn jetzt zeige ich schon die Deutsche Bahn die Japanische Bahn ist ja wirklich sehr anders aufgestellt als Die Deutsche Bahn Konzern, der durchaus profitabel ist.

00:25:20: Nicht überall aber vor allen Dingen im Raum Tokio, wo er liegt?

00:25:25: Naja, dieser JRA East die wir besucht haben also eine dieser Bahnunternehmen ist ein Aktiengesellschaften.

00:25:35: der Staat hält null Prozent.

00:25:36: Sie ist voll privat am Markt und sie ist eben nicht nur im Bahnverkehr unterwegs sondern auch im Millenbereich, die entwickeln also ein ganzes Bahnhof Vierteln mit Wolkenkratzern und allem Traumatran.

00:25:50: Den größten Bahnhof der Welt zum Beispiel in Tokio, drei Komma sechs Millionen Menschen jeden Tag?

00:25:55: Jeden Tag.

00:25:55: ja.

00:25:56: das muss man sich mal anschauen um wirklich zu sehen was da los ist und wie es gemanagt wird.

00:26:01: aber eben nicht nur der Verkehr.

00:26:03: Dann müssen Sie auch sehen, dass diese Struktur der japanischen Eisenbahn eine ganz andere ist was das Streckennetz angeht.

00:26:10: Hier haben wir den Schinkansen als Vorzeigeprojekt, das ist Rückgrat der Schieneninfrastruktur.

00:26:15: aber je weiter sie aus dem Ballungsräumen rauskommen umso weniger Bahnverkehr finden sie dann abseits dieser Hauptstrecke.

00:26:23: Das sind großes Problem für ländliche Regionen.

00:26:26: da haben wir einen anderen Auftrag auch als deutsche Bahn und in der Versorgung Der Bevölkerung sowohl in Ballons wie den ländlichen Räumen.

00:26:35: Da wird um jeder Haltestelle gekämpft, ganz erbittert.

00:26:38: Egal ob sie profitabel läuft oder nicht, egal ob da Leute im Zug sitzen oder nicht... Also ist in der Tat vieles ähnlich.

00:26:46: Wie gesagt die alte eine Infrastruktur aber auch vieles neu.

00:26:49: was nehmen Sie denn jetzt mit?

00:26:50: Was ist ihm bis jetzt am

00:26:52: intensivsten

00:26:53: in Erinnerungen

00:26:54: geblieben?

00:26:55: Wir haben in zentralen Punkten der aktuellen Verkehrspolitik den gleichen Ansatz.

00:27:01: Die deutschen Japaner und damit meine ich nicht nur die Politik, sondern auch die Unternehmen, die dort agieren.

00:27:07: Das ist beim autonomen Fahren so.

00:27:09: Ich denke wie gehen wir daran?

00:27:10: Wie gehen wir an die Regulatorik und wie bringen wir es auf die Straße?

00:27:15: Das ist bei den Bauwerken so.

00:27:18: auf der Straße also... Brückentunnel, dieses tolle Konzept dass die Japaner bei der Unterhaltung haben.

00:27:25: Die bewundern allerdings unsere Autobahn nach wie vor.

00:27:29: also da gibt es an vielen Stellen eine intensive und gute Zusammenarbeit die wir noch vertiefen können.

00:27:35: Wir haben ja auch Wasserstoffprojekte hier besucht.

00:27:38: Da kooperieren deutsche und japanische Firmen schon sehr erfolgreich miteinander.

00:27:43: Also das funktioniert auf allen Ebenen, ich nehme mit, dass es dann noch weiteres Potenzial gibt, das wir heben wollen.

00:27:50: Genau jetzt lasse ich Sie aber mal in Ruhe Schinkansen fahren.

00:27:53: Herzlichen Dank Herr Schneider!

00:27:55: Vielen Dank Frau Wutras.

00:27:59: Das war ja also der FFZ-Podcast für Deutschland heute mit einer Sonderedition aus Japan.

00:28:06: Grüße gehen raus an alle Mitreisenden, die unser Interview im Schinkansinn ertragen mussten insbesondere an die Mitarbeiter der Deutschen Botschaften, die nachvollziehbarerweise um das Ansehen der Bundesrepublik bei unseren engen Verbündeten in Japan bankten.

00:28:24: Für die Störung möchte ich mich natürlich entschuldigen aber ich sage zu meinen Entlastungen es war mehr als nur Show.

00:28:31: Ich bin wirklich der Überzeugung dass Gespräche anders und besser verlaufen wenn man sie in so einer Umgebung führen darf.

00:28:40: Wie fand sie es denn?

00:28:41: Mähnen Sie sich gerne wie immer unter podcast.de.

00:28:45: Mein Dank geht raus an die Kollegen Kevin Gremmel, Niklas Kleber und Johanna Westermann für die Mitarbeit an dieser Sendung.

00:28:54: Morgen begrüßt sie an dieser Stelle und für den Rest der Woche meine Kollegin

00:28:58: Livia Gerster.

00:28:59: ich sage machen sie's gut

00:29:01: und bis bald tschüss!

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

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von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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