00:00:04: Bevor es losgeht, ein kurzer Hinweis auf unsere Podcast-Serie Die VW Story.
00:00:09: Falls Sie die noch nicht gehört haben machen sie das unbedingt!
00:00:12: Die ersten vier Folgen sind schon verfügbar und die fünfte erscheint morgen.
00:00:16: Darin dreht sich alles um China und E-Autos?
00:00:19: Und welche Rolle der Elektro-Pionier Elon Musk da spielt?
00:00:23: Ich habe den fühlen Feind Europas ja.
00:00:25: Den muss man bekämpfen wo man
00:00:27: kann.
00:00:28: Das sagt der ehemalige VW-Chef Herbert Dies heute über den Tesla Chef.
00:00:31: eigentlich mal sein großes Vorbild.
00:00:34: Wie Musk wollte auch dies mit VW in China voll auf Elektro setzen und warum das gescheitert ist, wie VW jetzt versucht in Fernos doch noch die Kurve zu kriegen?
00:00:43: Das hören Sie in Folge fünf ab morgen früh auf Apple Podcasts, Spotify oder FAZ!
00:00:49: Und in dem Zusammenhang lohnt sich aktuell noch mehr unser FAZ Plus-Abo.
00:00:53: Alle exklusiven Podcast folgen, können Sie dann drei Monate lang für nur einen Euro im Monat
00:00:59: hören!
00:00:59: So, jetzt aber zu unserem Thema heute.
00:01:02: Russland hat Kiew ja zuletzt am Wochenende massiv angegriffen droht auch mit weiteren Schlägen hat Ausländer und Diplomaten aufgefordert die Stadt zu verlassen.
00:01:12: Und mit dem Militäranalysten Franz-Stefan Gadi spreche ich darüber was hinter den russischen Signalen steckt wie sich der Luftkrieg gerade entwickelt und wir sprechen über sein neues Buch das morgen erscheint.
00:01:23: darin skizziert er Wie schnell ein Krieg in Europa Auch Länder jenseits der Front in der Ukraine Ihnen direkt treffen kann.
00:01:31: Herzlich willkommen also beim FAZ-Podcast für Deutschland an diesem Mittwoch, den siebenundzwanzigsten Mai!
00:01:36: Ich bin Kathi Schneider und ich freue mich, dass Sie dabei sind.
00:01:44: Ja und jetzt bin ich mit ihm verbunden dem Militäranalysten Franz Stefan Gadi.
00:01:48: Hallo schön das Sie da sind.
00:01:49: Danke für die Einladung
00:01:51: Herr Gadi, erst mal zu den aktuellen Ereignissen.
00:01:53: Russland hat zuletzt ja ein Großangriff auf Kiev gestartet und hunderte Drohnen und Raketen vor allem die O-Rechnik losgeschickt.
00:02:01: Außerdem hat Putin gesagt dass Ausländer die Stadt verlassen sollen.
00:02:05: was ist das gerade?
00:02:06: gezielte Panikmache gegen die Unterstützer vor allem?
00:02:09: Ich glaube Russland will hier zeigen dass es Möglichkeiten zur Eskalation hat vor allem in der Dimension Luft also in der Luftkriegsführung und dementsprechend wollte glaube ich Russland hier unterstreichen dass es durchaus fähig ist, größere Zerstörung in den Städten anzurichten mehr von der ukrainischen kritischen Infrastruktur zu zerschlagen.
00:02:27: Und man muss das natürlich im Kontext sehen des mangelnden Erfolges an der Front und dass Russland hier möglicherweise den Schwerpunkt teilweise in den nächsten Wochen und Monaten auf die Luftkriegsführung eben verlagert, wobei ich muss auch immer wieder unterstreichen, Trendwende an der Front zu sprechen, weil das in den letzten Tagen immer durch die Medien gegeistert ist.
00:02:49: Also noch keine Trendwände aber warum konzentriert sich die Wucht dieser Angriffe gerade ausgerechnet auf die Hauptstadt?
00:02:56: Einerseits, weil dort wichtige Rüstungs- und industrielle Zentren sich befinden andererseits.
00:03:01: Weil natürlich hier ein großes internationales Publikum vorhanden ist.
00:03:06: das heißt also die verschiedenen Botschaften, die ganzen internationalen Besucher eben in diesem Krieg fahren ja zuallererst immer nach Kiew um sich mit politischen Entscheidungsträgern und Trägerinnen anderen Vertretern der Ukraine zu treffen.
00:03:19: Also hier ist klar auch der Informationskrieg ein Teil Rechnung des Gremels, warum diese Angriffe stattfinden.
00:03:27: und vor allem möchte man natürlich auch demonstrieren dass mal eine militärische Großmacht nach wie vor ist.
00:03:33: Die Nachwiffe fähig ist selbst die Hauptstadt des Gegners mit schweren Angriffen eben zu erschüttern.
00:03:38: Putin oder beziehungsweise Russland spricht ja offen auch von Angriff auf Entscheidungszentren.
00:03:43: heißt das, dass man auch mit solchen Enthauptungsschlägen sozusagen rechnen muss?
00:03:48: Das ist nicht auszuschließen!
00:03:49: Das wäre ne Neudimension dieses Krieges selbstverständlich Aber es würde reinpassen in einer Eskalationsstrategie, dass man solche Schläge durchführt.
00:04:01: Und würden Sie aber insgesamt sagen – Sie haben uns gesagt noch keine Trendwende – ist das ein Zeichen der Schwäche gerade von Russland?
00:04:08: Also will Putin wieder in die Offensive kommen?
00:04:10: Russland
00:04:11: verfolgt nach wie vor das Ziel den Rest des Donbasses zu erobern bzw.
00:04:16: zu integrieren in die russische Föderation.
00:04:18: Ich glaube, das sind die Minimalziele und wenn man sich die Frontlage anschaut hat hier Russland in den letzten Monaten keine nennenswerten Erfolge erzielt.
00:04:26: Der Russland versuchten nach wie vor eine Art Zangenbewegung, die zwei strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Sloviansk einzukreisen und dann die ukrainischen Verteidiger in diesem Kessel quasi zur Aufgabe oder zum Rückzug zu zwingern.
00:04:41: Es versucht auch weiter eben hier vorzustoßen.
00:04:44: von Schassefja Konstantin Jevga will die Stadt Konstantin Jaffka oberen, wo ich sehr viele Male auch war in den vergangenen Jahren.
00:04:53: Es ist nicht schwierig mittlerweile reinzukommen und rauszukommen.
00:04:56: Im
00:04:57: Donbass richtig?
00:04:57: Genau, das ist ... Konstantint Jaffkar liegt im Donbas und im Süden eben von Kramatorsk und ist eine der heiß umkämpften Städte gerade im südlichen Donnetsk.
00:05:11: Und hier ist auch im Moment der Hauptfokus der russischen Angriffs.
00:05:15: Und was man sagen kann ist, dass in den letzten Monaten die russischen Verluste sehr hoch waren.
00:05:22: anmerken, dass die russischen Verluste auch in den ersten Monaten im Jahr twenty-fünfundzwanzig hoch waren.
00:05:28: Dass es dort sehr viele mechanisierte Angriffe gegeben hat, mechanisierten Angriffen finden oft statt eben bevor quasi das Blätterwerk zurückkehrt was der Infanterietahnung ermöglicht auf dem Gefechtsfeld und ein einfacheres Vorgehen weil man länger unentdeckt bleiben kann.
00:05:43: Das kommt erst im späten Frühling, im Frühsauma zurück und dadurch werden Infanterieangriffe stark reduziert auf mechanisierte Angriffe, die im letzten Jahr nicht erfolgreich waren.
00:05:55: Die auch in diesem Jahr nicht erfolgreich sind.
00:05:57: aber man muss sehr vorsichtig sein eben dass man von der jetzigen Trends darauf schließt was in den kommenden Monaten alles passieren wird.
00:06:05: und diesen Fehler beginnt man schon oft in der Vergangenheit was die Ukraine betrifft eben und es gibt keine lineare Entwicklung in der Kriegsführung normalerweise.
00:06:16: Also dieses Plan könnte sich auch wieder wenden, wobei auf dem Makro eben eine Russlands-Position in diesem Krieg doch schwächer ist.
00:06:24: jetzt im Mai des Jahrtausends sechsundzwanziger also es im Mai zweitausend zwanzig war weil einerseits Russland hier groß größere Probleme hat im Bereich der Rekrutierung die gab es im letzten Jahr noch nicht.
00:06:35: dann strauchelt auch um die Wirtschaft.
00:06:38: Dann ist es aber auch so, dass auf der ukrainischen Seite die Ukrainer in der Drohnerngerichtsführung teilweise die Parität an einzelnen Frontabschnitten auch die Überlegenheit wieder herstellen konnten und das die ukrainische Streitkräfte im Vergleich zu vergangenen heute auch nicht schrumpfen wie sie es noch im ganzen Jahr.
00:06:56: Das heißt also die ukranischen Streitkäfte sind im Großen und Ganzen was die Anzahl der erkämpften Truppen betrifft relativ stabil.
00:07:06: Und alle diese Faktoren verschlechtern die strategische Lage für Russland in diesem Konflikt und deshalb auch der Grund meines Erachtens nach, dass Russland hier strategische Operationen also mehr auf der Luftkriegsebene versucht eben auch das Kriegsgeschehen zu beeinflussen.
00:07:24: Jetzt gab es ja nach dem Großangriff auf Kiew und auch der Aufforderung Russlands, dass ausländische Kräfte Kiew verlassen sollen.
00:07:33: Es gab von der EU und Deutschland die Antwort, man würde sich nicht einschüchtern lassen, die russischen Botschafter wurden einbestellt... Wird ja alles sicher wenig bringen?
00:07:41: Also die Frage, was ist denn die wirksamste Reaktion gerade auf dieser Angriffswelle.
00:07:46: Einfach
00:07:46: das weiterzutun, was die EU, die NATO und die Partner und Verbündeten der Ukraine bereits getan haben in der Vergangenheit.
00:07:53: Das heißt, die Ukraine weiterhin militärisch unterstützen.
00:07:57: die Fusionierung der ukrainischen und europäischen Rüstungsindustrien voranzutreiben, die Ukraine nach wie vor in einer Gefäßfeldaufklärung zu unterstützen.
00:08:07: Wo es geht.
00:08:07: aber gleichzeitig – das muss man auch wieder unterstreichen – muss man aber auch die Hand offen halten für den Dialog, für die Gespräche mit dem Kreml mit der russischen Führung weil letztendlich sind die militärischen Mittel hier nur Ein Mittel zum Zweck.
00:08:22: Man will ja letztendlich Frieden schaffen, aber ein Frieden der natürlich auf militärische Abschreckung passiert.
00:08:28: Aber jeder Friede oder selbst jeder temporäre Waffenstillstand passiert auch auf dem Theolog und die Diplomatie.
00:08:35: Und in dieser Hinsicht müssen die militärischen Fähigkeiten der Ukraine und die europäische, amerikanische oder westliche Unterstützung, wenn man das so sagen kann.
00:08:43: Der Ukraine den Wegebenen eben auch für einen ehrlichen Dialog auf Augenhöhe um diesen Krieg zu einem temporären Waffenstillstand zu führen.
00:08:54: Sie sagen jetzt die Hand für solche Gespräche offen halten?
00:08:57: Jetzt ist aber die letzten Monate in der Hinsichte ja gar nichts passiert!
00:09:01: Das stimmt, aber es ist nicht abnormal in der Militärgeschichte... Gespräche verlaufen auf Monate jahrelang im Sand.
00:09:07: Man muss es trotzdem versuchen, es kostet einem meines Erachtens wenig eben diese Gespräche zu führen.
00:09:13: Es hilft auch vertrauensbildende Maßnahmen vielleicht langsam wieder aufzubauen und man darf nie vergessen.
00:09:18: Jeder Konflikt der eine Nuklearmach denur wird kann eine nukleare Dimension erreichen und in dieser Hinsicht ist es so dass die Gesprächskanäle offen bleiben sollten.
00:09:28: das heißt aber nicht und das möchte ich noch einmal hier sagen, dass man alles für barre Münze nimmt.
00:09:33: Man muss was von der anderen Seite kommt und man muss natürlich und darf nie in dieser Hinsicht die militärische Dimensionen, die militäre Stärke und die militärische Realität auf dem Gefechtsfeld oder im gesamten Kriegschaplatz außer Acht lassen.
00:09:47: Und hier ist es so das die Ukraine deutlich besser dasteht im Jahr zwanzig sechsundzwanzig als zwanzivfünfundzwanzzig.
00:09:54: also einen Diktatfrieden wird es meines Erachtens nach zumindest in den nächsten Monaten nicht geben.
00:10:02: Ich würde gerne mit Ihnen jetzt mal ein bisschen mehr über die EU sprechen, über Europa, über das Baltikum.
00:10:09: letzte Woche schon wurde ja eine mutmaßlich von Russland abgelenkte Drohne der Ukraine über dem Baltikum über Estland abgeschossen und gestern hat sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit den Präsidenten der drei baltischen Staaten getroffen und hat Folgendes gesagt Wir könnten in enger Abstimmung mit der NATO eine umfassende Bestandsaufnahme der bestehenden Thronabwehr und Frühwarnsysteme in der gesamten Region vornehmen, um gemeinsam kritische Lücken zu identifizieren.
00:10:40: Und anschließend dort wo der Bedarf am größten ist die Unterstützung zu verstärken und diese Lücken zu schließen.
00:10:49: Von der Leyen hatte ja schon im Herbst für eine eigene Rolle der EU bei der Drohnenabwehr geworben, stichwort eigener Dronenwahl an der Ostflanke – es war nachdem russische Drohne über Polen abgeschossen worden sind.
00:11:01: Deutschland und Frankreich waren damals dagegen.
00:11:03: ein Fehler würden Sie sagen?
00:11:04: Ich glaube
00:11:04: das Wichtigste ist hier der Aufbau von nationalen Verteidigungsfähigkeiten was die Drohnernabwehr betrifft.
00:11:10: also Deutschland, die Bundeswehr muss eigene Systeme hier entwickeln bzw.
00:11:15: unter eigenem Kommando haben.
00:11:17: Die Verteidigungsanstrengungen an sich sind primär auf nationaler Ebene zu finden.
00:11:21: Das wird sich auch nicht ändern und ich glaube dieser Hinsicht hatte Deutschland und Frankreich recht.
00:11:26: meiner Meinung nach was natürlich hier Wichtiges zu verstehen ist dass wir tatsächlich enorme Defizite in der Dronenabwehr oder in der gesamten Luftverteidigung haben die wir schnellstmöglich schließen, lassen Sie mir nur ein Beispiel geben.
00:11:41: Bis Ende des Jahres wird Russland möglicherweise über hundert zwanzigtausend Geran II, also Shahid ähnliche Dronen produzieren, die alle Ziele in Deutschland erreichen können, hundzwanzig tausend.
00:11:54: Deutschland ist so gut wie wehrlos gegen einige Hundert von diesen Dronern in Wirklichkeit und wir werden also Deutschland jetzt komplett wehrlose sollte es hier einen Massenangriff geben und auch andere NATO-Länder.
00:12:07: Also hier müssen wir schleunigst aufschließen, weil wie gesagt man darf nicht von einem fehlenden Erfolg der russischen Bodentruppen darauf schließen dass sie militärische Betrohungen durch Russland gegenüber der NATO dadurch merklich auch sinken würde, weil Russland einen Vorteil hat.
00:12:25: es hat massiv viel gelernt das diesem Krieg in der Ukraine in der Luftkriegsführung Mit Präzisionswaffensystemen über längere Distanzen und Deutschland eben als die strategische Tiefe der NATO würde wahrscheinlich besonders von solchen Angriffen betroffen sein in einem generellen NATO-Russlandkrieg.
00:12:47: Also man darf den Gegner hier... Keinsterweise unterschätzen.
00:12:51: Dann ist es aber ja passend, dass gestern also am Dienstag der ukrainische Chefunterhändler zu Gesprächen in Berlin war mit Vertretern der Bundesregierung und da ging es ja auch insbesondere um das Drohenabkommen zwischen Berlin und Kiev.
00:13:04: Das soll dazu Sprache gekommen sein?
00:13:06: Ja, das ist gut wobei ich immer wieder unterstreichen muss, dass eine Grundsatzfrage nach wie vor unbeantwortet ist würde Deutschland gegen Russland den Krieg ziehen um die Ukraine zu verteidigen?
00:13:17: Alles andere ist Makulatur meiner Meinung nach.
00:13:20: Man kann natürlich Partnerschaft und Kooperation anschließen, man kann das alles tun aber die große Frage ist wird das irgendeinen großartigen Einfluss haben auf die Entscheidungsfindung im Kreml was letztendlich ein Faktor ist?
00:13:32: Was die konventionelle Abschreckung vor neuerlichen russischen Abenteuern gegen den Ato oder gegen Europa betrifft und in dieser Hinsicht müssen wir uns wirklich mit sehr unbequemen Themen auseinandersetzen, was das betrifft.
00:13:46: Weil auch so ein Dronenabkommen natürlich voraussetzt dass es hier gewisse Verpflichtungen gibt im Ernstfall, dass Deutschland hier aktiv wird gegen Russland und ich weiß nicht ob wir diese Grundsatzdebatte in Deutschland tatsächlich offen und ehrlich führen.
00:14:03: Ja, was man merkt ist immer mehr dass das alles schnell noch viel näher sein kann als es ja ohnehin schon ist und das ist eine gute Überleitung Herr Gadi zu ihrem Buch.
00:14:12: Das sie ja morgen erscheint.
00:14:14: Das heißt überfall wenn der Krieg zu uns kommt.
00:14:16: darin geht jetzt primär um ihr heimatland österreich und das beschreiben Sie als Drehscheibe in einem großen europäischen krieg.
00:14:25: Was meinen Sie konkret?
00:14:28: etwas schlechten Nachrichten für Deutschland.
00:14:30: Österreich wird nur zu einer wichtigen Drehscheibe der NATO, obwohl Österreich kein NATO-Mitgliedsland ist wenn die Drehcheibe Deutschlands sozusagen kollabiert ist.
00:14:39: also wenn man sich die Karte anschaut dann gibt es vier Länder die quasi die strategische Tiefe der NATO sind.
00:14:46: Das wäre einerseits Deutschland, dann Tschechien, Österreich und Slowenien.
00:14:50: Hier durch diese vier Länder müssten im Ernstfall mehrere hunderttausend soldateneilierte Soldaten eben gelotzt werden über die Straßen-Eisenbahnverbindungen und gleichzeitig auch Tausende von Gefechtsfahrzeugen, Hunderttausehnte Tonnennachschub im Allgemeinen und Russland hätte ein großes Interesse dass diese Nachschubwege, bevor sie Polen erreichen oder eine neue Ostfront sozusagen an die NATO-Ostflanke gelangen.
00:15:18: Dass diese Truppenbewegungen und Nachschupptransporte schon in der Tiefe des Raums gestoppt werden.
00:15:24: Und Russland hat die Fähigkeiten hierzu.
00:15:27: In meiner Analyse, wo es tatsächlich hauptsächlich um Österreich geht ist es aber so, dass die Russen relativ schnell innerhalb von wenigen Tagen eben die Drehscheibe Deutschland ausschalten Durch den Einsatz von Cyber-Angriffen, die Bahnstreckenlammlinge, ballistische Raketen gezielt im Hefen zerstören.
00:15:47: Marschelokörper, die im Brücken Verkehrsknottenpunkte ausschalten, die die kritische Infrastruktur auch zerschlagen und dann so kleine Saboteurtrupps, die auch Anschläge verursachen bzw.
00:15:57: auch teilweise Kasernen angreifen um im Chaos in der Bundesrepublik zu schaffen.
00:16:02: Und ich war erstaunt und entsetzt, tatsächlich wie ich recherchiert habe für dieses Buch mit wie wenig Mitteln Russland eigentlich diese Drehscheibe Deutschland lahmlegen könnte.
00:16:11: Das gleiche gilt eben für die Drehschäbe Tschechien Und dann selbstverständlich auch für die Drescher bei Österreich und Slowenien.
00:16:18: Die gering
00:16:19: sind denn die Mittel, die dafür aufgewendet werden müssen?
00:16:21: Ja also ich habe das im Buch kalkuliert.
00:16:24: im Gesamten während wahrscheinlich ein paar tausend Drohnern.
00:16:26: Also nicht hunderttausende Drohnen, ein paar Hundert Marschflugkörper ballistische Raketen und ein paar Tausend Serboteure am Boden Das mag jetzt nach einer großen Anzahl klingen.
00:16:38: Aber der Zechig ist es so, dass Russland seit Ausbruch des Krieges, zwanzig, zweieinzwanzig seine Raketenproduktion zwischen drei bis verfünffacht hat mittlerweile in Millionen Drohnen im Jahr herstellt und vor allem die Fähigkeit hat über hunderttausend Dronen mit größerer Reichweite herzustellen Mit vierzig bis fünfzig Kilogramm Sprengstoff, die im Ziel in Deutschland treffen können.
00:16:58: das ist tatsächlich eine große Herausforderung Und in meinem Buch lege ich ein Szenario da was ihm passiert wenn diese Drehscheiben temporär immer außer Gefecht gesetzt werden.
00:17:06: Und dass natürlich es dann so ist, dass Österreich das ja ein neutrales Land ist und der Zugzwang kommt, NATO-Transporte eben durch Österreich durchzulassen, dass wir als neutrales land hier in Österreich uns eine Debatte bis dato nicht gestellt haben.
00:17:20: was passiert mit der Neutralität eigentlich wenn der Krieg ausbricht?
00:17:23: arbeiten wir mit Deutschland zum Beispiel zusammen oder nicht?
00:17:26: können deutsche Luftverteidigungssysteme auf österreichischem Boden stationiert werden?
00:17:31: wie schaut es mit der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union?
00:17:34: aus, das versuche ich in dem Buch eben darzulegen und es stellt ihm einige unbequemme Fragen.
00:17:39: Und ich glaube als letzten Punkt der Wichtigste zu verstehen, der glaube ich eine Selbstverständlichkeit in Deutschland ist, Deutschland würde in einem generellen NATO-Russlandkrieg Ziel von diesen Angriffen werden – in Österreich ist nach wie vor die Meer im Umlauf wegen der Neutralität nicht ziel von russischen Angriffen werden würden, wenn wir uns raushalten aus solchen Konflikten.
00:18:02: Und ich zeige im Buch aber dass das nicht die Politik entscheidend ist sondern die Geografie und dafür... Egal, was kommt.
00:18:08: sollte es zu so einem Krieg kommen und Deutschland getroffen werden würde von russischen Angriffen und Tschechien und Slowenien Österreich mit Sicherheit auch eine volle Ladung abbekommen würde.
00:18:17: Das heißt wenn ich sie da aber richtig verstehe käme ist also laut ihrem Szenario zu einem Kriegruslands mit der NATO dann wäre Deutschland das erste Ziel und dann würde das relativ schnell wegen eben dieser Drehscheibe Österreich auf ihr Heimatland überschwappen sozusagen?
00:18:35: Genau!
00:18:36: Meine Hypothese wäre, dass diese vier Länder relativ gleichzeitig alle getroffen werden würden.
00:18:41: Einfach aus militärischer Notwendigkeit.
00:18:45: Weil wir eben über die Gefahr im Baltikum gesprochen haben – Sie waren ja auch immer wieder dafür weil es jetzt auch gerade so aktuell ist – welche Signale würden Ihnen denn zeigen, Herr Gadi das Russland den Sprung vom Ukrainekrieg zur direkten NATO-Konfrontation vorbereiten würde?
00:19:03: Natürlich müsste man sich sehr genau Truppenverschiebungen anschauen, ob es in Russland eben eine neue Mobilisierungswelle geben würde.
00:19:11: Ob's größere Militärübungen an der Westgrenze zu Russland oder in Weißrussland gehen würden.
00:19:15: aber man darf nie vergessen dass militärische Mittel kein Selbstzweck sind sondern eingebetet sind in einer gesamtpolitischen Strategie eines Landes und in dieser Hinsicht muss man natürlich dann auch sehr klar darauf schauen was ist die Rhetorik das Kremers?
00:19:29: gibt es hier quasi Brüche in den sogenannten Drehbüchern, also gibt es etwas Ungewöhnliches wie zum Beispiel ein Ultimatum das tatsächlich gestellt wird was in der Vergangenheit selten der Fall war.
00:19:39: Hier erinnere ich an die ultimaten Russlands, an die NATO und die Ukraine beziehungsweise an die USA im Dezember zwanzig-einundzwanzig über einen klarer Bruch Trendbruch zu sehen wie Russland in der vergangenheit diplomatische Beziehungen mit dem Westen pflegt.
00:19:54: dem, man darf auch nie unterschätzen inwiefern Menschen auch Realitätsverweigerer sind die einfach schlechte Nachrichten nicht hören wollen.
00:20:03: Also im Januar zwanzigzwanzig war es ja doch so dass ein großer Prozentsatz der deutschen Bundesregierung nicht an einen russischen Angriff geglaubt hat.
00:20:12: aber auch in Kiew selbst die Ukrainer im Januar zwanzichzwanzzig die politische Führung ein großteil nicht an einem russischer Angriff an eine vorigen Version geglaubte und wo die Zeichen sich hier stark vertichtet hatten und russische Panzer tatsächlich direkt an der Grenze bereits gestanden sind.
00:20:27: Also ich würde mal meinen, wir können – obwohl wir modernste Aufklärungsfähigkeiten haben was unsere Geheimdienste betrifft, Nachrichtendienste bedrifft und die allgemeine Aufkehrungsfähigkeit in unserer Streitkräfte das es dennoch so sein könnte, dass wir in Zukunft auch von Russland wieder überrascht werden was einen neuen Krieg betrifgt.
00:20:48: Jetzt sagen Sie, dass man schon dazu geneigt war schlechte Nachrichten oder die Augen vor schlechten Nachrichten verschließen zu wollen.
00:20:56: Das ist ja auch genau das worauf sie in ihrem Buch Aufmerksam machen wollen.
00:20:59: Dass es tatsächlich ein realistisches Szenario ist, dass wir uns vor Augen führen müssen – Österreich wie auch Deutschland!
00:21:07: Wie ohne jetzt alarmistisch zu werden, für wie realistisch halten Sie das denn nach Ihrer Recherche?
00:21:13: Nach Ihrem Buch auch.
00:21:14: Ich glaube die gefährlichste Zeit ist die Zeit unmittelbar nach einem Waffenstillstand.
00:21:19: einen temporären Waffenstil stand in der Ukraine sei es spät in diesem Jahr wobei das meines Erachtens nach unwahrscheinlicher ist als im Jahr zwanzig siebenundzwanzig und dann die ersten zwei Jahre danach wo nämlich die europäische Nachrüstung und der Aufwuchs unserer Streitkräfte in Europa nach wie vor wirklich in Fahrt kommen muss.
00:21:41: Und aber die russische Stärke oder die relative militärstärke Russlands größer ist, als es danach sein
00:21:50: wird.".
00:21:51: Und hier macht sich wahrscheinlich nach so einem Waffenstillstand ein Verwundbarkeitsfenster auf und das sehe ich als die vielleicht gefährlichste Phase.
00:21:59: Man darf nie vergessen, Russland hat mit großer Sicherheit seine Zukunft mit diesem Krieg verspielt und ich nenne das immer ein Hammer- und Nagelproblem – das einzige was Russland übrig bleibt und seine Politik.
00:22:15: den Europäern aufzuzwingen, sind letztendlich die Streitkräfte.
00:22:19: Und wenn also die Streidkräfte der Hammer sind dann sind plötzlich alle Probleme der internationalen Politik für Russland ein Nagel.
00:22:29: ich will weder alarmistisch noch pessimistisch in meiner Analyse sein sondern realistisch und realistische gesehen ist es so dass die Kriegsgefahr über die nächsten Jahre zunehmend wird.
00:22:41: Das bedeutet aber nicht, dass es tatsächlich stattfinden muss und wir können vor allem Schritte setzen um das so gut wie möglich zu verhindern indem wir im einerseits darauf setzten, dass wir die konventionelle Abschreckung gegenüber Russland wieder herstellen und auf der anderen Seite auch gleichzeitig dafür sorgen, dass für die Gesprächskanäle mit Russland offenhalten.
00:23:01: Ja!
00:23:02: Nicht ganz so rosig gehen wir aus diesem Gespräch, aber realistisch wie Sie sagen.
00:23:06: ich danke Ihnen Franz-Stefan Gardi für das Gespräch.
00:23:09: Vielen Dank!
00:23:14: Ja, das war der FAZ Podcast für Deutschland.
00:23:16: Für heute vielen Dank.
00:23:17: dass Sie wieder mit dabei waren ist ein sehr ernüchterndes Bild ums Gelände auszudrücken, dass Franz Stephan Gadi da zeichnet aber wie er sagt realistisch.
00:23:29: was meinen sie?
00:23:30: Schicken sie uns gerne ihr Feedback dazu an podcastfaz.de.
00:23:35: Ich freue mich sehr wenn sie morgen wieder mit dabeis sind und wünsche ihnen jetzt erstmal einen schönen Abend.