F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:05: Wie wird man einmal auf uns zurückschauen?

00:00:23: Als Helden oder als Feiglinge, als Revolutionäre oder als Kinder die von der Revolution gefressen wurden.

00:00:31: Was ist das für ein Moment in der Geschichte der Menschheit jetzt wo sich so vieles, so rasend schnell ändert?

00:00:37: Technologien springen nach vorne, Autoritäten brechen weg.

00:00:40: Arbeitsplätze Rechtsstaaten Medienhäuser alles wackelt.

00:00:45: Es gibt in diesem Augenblick des radikalen Wandels die Richtung vor.

00:00:50: Wer sagt, was richtig ist und was falsch?

00:00:52: Worauf können wir uns

00:00:53: verlassen?".

00:00:55: Seit jeher war die Wissenschaft ein Stabilitätsanker der menschlichen Existenz.

00:00:59: Seit je her hat sie Fragen beantwortet und Suchenden den Weg gewiesen – aber ist das heute auch noch so?

00:01:07: oder gilt Wissen inzwischen bei uns nur als eine Meinung unter anderem?

00:01:12: Wie wird man einmal auf unsere Epoche zurückschauen?

00:01:15: als Moment des Neu-Anfangs oder des Zusammenbruchs.

00:01:31: Sie hören die Sommerserie im FAZ Podcast für Deutschland, mein Name ist Simon Strauss und ich bin Redakteur im Föhtor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

00:01:38: Und in diesem Sommer reise ich an einen besonderen Ort nach Lindau am Bodensee wo sich zum siebzigsten Mal Nobelpreisträger aus aller Welt treffen gemeinsam mit hunderten jungen Wissenschaftlern, die vielleicht die entscheidenden Entdeckungen von morgen machen werden.

00:01:55: in Lindau, in der aufregendsten Denkfabrik unserer Gegenwart.

00:02:27: Im Zug nach Lindau lese ich ein Artikel von meinem Kollegen Joachim Müller, jungen Co-Leiter unseres Wissenschaftsressorts.

00:02:33: Er handelt von einem Generalangriff der aktuellen amerikanischen Regierung auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft.

00:02:39: Ein Angriff, der sich zum Beispiel darin zeigt das Forschungsgelder nur noch an solche Projekte vergeben werden sollen, die Zitat nachweislich die politischen Prioritäten des Präsidenten voranbringen.

00:02:50: Eine seiner Prioritäten ist z.B.

00:02:51: Die Wiederbelebung der fossilen Energieerzeugung eine andere der Kampf gegen den sogenannten Klimaalarmismus.

00:02:57: Dieser Kampf gilt dann im Zweifelsfall auch Wetterstationen oder der Ozeanforschung.

00:03:01: Eine italienische Freundin von mir, die gerade in Harvard an Mitteln gegen Demenz forscht, erzählt mir vor Kurzem das zum Beispiel das Wort Diversity momentan zur sofortigen Ablehnung von Fördermittelanträgen führt – auch wenn es etwa um genetische Diversität

00:03:14: geht.".

00:03:35: Die Lage der Wissenschaft ist ernst, sagt etwa Martin Keller, Präsident der größten deutschen Forschungsorganisationen der Helmholtz-Gemeinschaft.

00:03:44: Aber nicht nur populistische Politik bedroht gerade die Freiheit der Wissenschaft – es gibt noch eine andere Bedrohung, KI!

00:03:56: hat das Potenzial die gesamte Wissenschaftswelt auf den Kopf zu stellen, Forschung und Lehre in eine tiefe Sinnkrise zu stürzen.

00:04:03: KI droht nicht nur Unmengen an Jobs zu vernichten und uns alle abhängig von wenigen Tech-Konzern zu machen sie entwertet auch menschliche kognitive Leistungen und damit die Wissenschaft im Ganzen.

00:04:20: Im guten alten DB-Zug ist die Temperatur noch ganz anders Die Klimaanlage läuft, die Verspätung hält sich ausnahmsweise mal in Grenzen Draußen.

00:04:33: der heißeste Tag in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

00:04:37: Autobahnen aufgeplatzt, Notaufnahmen überfüllt.

00:04:40: Der Klimawandel zeigt sich von seiner radikal realen Seite.

00:04:45: Ich trete aus dem Bahnhof und erwarte eigentlich die Zukunft Irgendwas Futuristisches Menschheitsmäßig Monumentales das mich hier in Empfang nimmt.

00:04:54: Stattdessen Oldtimer-Schau laufen Lindau Classic Kraftfahrzeuge, Motorhäulen, Benzinduft in der Luft.

00:05:12: Bei einundvierzig Grad im Schatten zeigen die alten Verbrenner was sie noch so drauf haben.

00:05:16: Das Publikum feiert das Nostalgisch bejubelt es eine Technologie die zumindest mal mit verantwortlich ist für die Klimakrise Die wir gerade am eigenen Leib erleben.

00:05:27: Oben am Himmel fliegt einen Zeppelin vorbei und ich denke an Casimion Carolina Das alte Theaterstück von Ödeln von Horvath aus dem Jahr, das auf dem Münchner Oktoberfest spielt und von der Härte sozialer Klassenunterschiede handelt.

00:05:41: An einer Stelle sieht der arbeitslose Proletarier Casimir ein Zeppelin an Himmel und brüllt voller Zorn.

00:05:48: Der Zeppelin verstehst du mich?

00:05:49: Das ist ein Luftschiff!

00:05:51: Und wenn einer von uns dieses Luftschiffs sieht dann hat er so einen Gefühl als Täter auch mitfliegen.

00:05:56: Derweil haben wir bloß die schiefen Absätze Und des Maul können wir uns an das Tischeck hinhauen.

00:06:21: wie das, was Casimir damals auf dem Oktoberfest gebrüllt hat.

00:06:25: Auch hier trifft sich eine kleine elitäre Schicht um über Gott und ihr Welt nachzudenken.

00:06:29: Wir sitzen nicht im Zeppelin sondern auf einer Insel aber das Bild ist das gleiche abgeschieden von der Lebensrealität vieler Menschen und ihren Problemen macht sich eine Gruppe Gedanken zur Zukunft der Menschheit.

00:06:43: Jeder von uns kann zumindest ein paar Nobelpreisträger aufzählen oder?

00:06:47: Nein?

00:06:48: Gar kein?

00:06:49: Doch!

00:06:50: Albert Einstein, Marie Curie, Max Planck, Robert Koch, Nelson Mandela, Martin Luther King Thomas Mann und ein paar weitere fallen uns vielleicht auch noch ein.

00:06:59: Herausragende Persönlichkeiten die in ihrem jeweiligen Bereich großartiges geleistet haben.

00:07:04: Menschen, die wegen ihrer geistigen Leistung über Nacht zu Helden werden.

00:07:08: Der Ruhm des Nobelpreises hat noch die schüchternste introvertierteste Person ergriffen um mit sich fortgerissen.

00:07:15: Meine Damen und Herren Wissenschaft braucht Freiheit und Demokratie braucht freie Wissenschaft.

00:07:22: Doch gegenwärtig zeigt sich die Faszination des autoritären Wächs an vielen

00:07:28: Orten.".

00:07:29: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier bei der Eröffnung der fünfundsebzigsten Lindauer Nobelpreisträgertagung, staatsdragend wie immer.

00:07:36: Demokratie und Wissenschaft sind vom selben Geschlecht.

00:07:40: Klingt toll aber ich würde vorsichtig widersprechen wenn.

00:07:43: Wissenschaft ist nicht gleich Demokratie jedenfalls nicht in dem Sinne dass sie demokratischen Prinzipien folgt.

00:07:49: Wissenschaft war und ist das Werk von einzelnen wenigen.

00:07:53: Sie hängt von der Exzellenz einer Elite ab, deren Forschung und Nachdenken mit viel Steuermitteln gefördert wird – in der Hoffnung dass wenn etwas klappt, wenn etwas Neues funktioniert, dann den Lauf der Welt zum Besseren ändern könnte.

00:08:10: Gerade so, wie sie sich hier in Lindau präsentiert ist eine elitäre Angelegenheit.

00:08:14: Elitär eben im Sinne von Excellent!

00:08:16: Die Meinung der Mehrheit zählt nicht – das geht um Erkenntnis und nicht um Bauchgefühl.

00:08:22: Und doch muss die Wissenschaft in unseren Tagen immer stärkere Anstrengungen unternehmen, um ihre Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln.

00:08:30: Seit der Covid-Pandemie seit den umstrittenen Einfluss der Klimaforschung auf die Politik hat das Misstrauen in die Wissenschaft eine scharfe politische Präsanz bekommen.

00:08:42: Wissenschaft ist für viele inzwischen Schiffe für Abgehobenheit, etwas für Menschen die sich Veränderungen leisten können, die immer alles besser wissen.

00:08:51: Wissenschaft, so muss man das sagen, ist inzwischen in die politischen Grabenkämpfe hinein geraten.

00:08:56: Ihre Autorität bröckelt, ihre Freiheit wird vielerorts bedroht sowie die Kirche könnte auch die Wissenschaft bald immer mehr Anhänger verlieren.

00:09:05: Wir brauchen schon teure Experten, wenn die KI uns das alles viel besser, viel einfacher und vor allem viel billiger erklären kann.

00:09:13: Man kann den gegenwärtigen Zeitgeist an verschiedenen Stellen messen bei AfD-Parteitagen oder auf Autobahnpoiletten anhand von Geburtenraten oder der aktuellen Bestselleriste – oder bei einem Gipfeltreffen der klügsten Köpfe unserer Zeit.

00:09:28: Das andere haben wir andauernd.

00:09:31: aber die Chance hinter die Kulissen des Weltgeists zu schauen Die haben wir nicht so oft.

00:09:45: Lindau, eine Insel im Bodensee mit dem Festland nur durch ein Damm und eine Brücke verbunden.

00:09:50: Mittelalterlicher Stadtkarn, enge Gassen, Hafenpromenade, Dralländer-Eck Deutschland, Österreich, Schweiz bei klarem Wetter Blick auf die Alpen Und der einzige Leuchtturm Bayerns Der südlichste Deutschlands.

00:10:05: Ich komme ehrlicherweise mit einem etwas flauen Bauchgefühl hier an.

00:10:09: Noch nie habe ich mich als Berichterstatter so unsicher gefühlt.

00:10:12: Noch nie war ich als Beobachter in einem Feld, in dem ich mich so wenig auskenne.

00:10:17: Ich bin von Hause aus geisteswissenschaftler, Theaterkritiker, Assoziativdenker hier im Linderau.

00:10:23: beim spitzen Treffen der Naturwissenschaften fühle ich mich irgendwie intellektuell underdressed – ernsthaft!

00:10:29: Aber vielleicht ist ja das auch genau das richtige Outfit?

00:10:32: Der beste Zugang zur großen Welt der Wissenschaft.

00:10:35: Einfache Fragen stellen.

00:10:36: Fragen die sich die meisten Menschen auch stellen, je nach Teil der Menschheit, die nicht am Gipfel treffen teilen.

00:10:43: Vielleicht kriege ich dafür die eine oder andere Ohrfeige?

00:10:45: Das kann ich mir schon vorstellen, dass ein Nobelpreisträger mal sagt, are you serious diese Frage?

00:10:49: Danke um mich gehe!

00:10:50: Aber vielleicht kriege Ich so auch bessere Antworten auf die großen Menschheitsfragen als jemand, der versucht krampfhaft auf Augenhöhe mit Nobelpresträgern zu sprechen.

00:11:01: Zu Beginn meines Lindauer-Abenteuers habe ich mich mit jemandem verabredet, der mir während meiner Zeit hier immer wieder beiseite stehen wird.

00:11:08: Der mir helfen wird, die Dinge einzurordnen und zu verstehen.

00:11:11: Joachim Müller Jung, Co-Leiter unseres Wissenschaftsressorts.

00:11:15: zum fünften Mal ist er inzwischen in Lindau und hat viel Erfahrung mit den Nobelpreisträgern und ihren Erkenntnissen.

00:11:21: Ich treffe ihn am berühmten Lindauer Leuchtturm denn Joachimm ist ja wirklich so etwas wie mein Lotse auf dieser Reise.

00:11:29: Draußen würde man sagen das sind die Elites, es sind die Denker, die nichts anderes tun als denken, die sich hier kassanieren quasi auf der Insel.

00:11:38: Die leben hier für eine Woche, leben schön, gehen spazieren und denken.

00:11:44: Und das mit jungen Wissenschaftlern, hunderten von jungen Wissenschaftern und dann zu eben so ne Gruppe von Eliten, von Helden der Wissenschaft.

00:11:53: Also das ist ein ganz besonderes Flair und es auch ne ganz besondere Veranstaltung weil's keine normaler Fachkunkreis ist sondern es ist einfach eine besondere Konferenz die hier zusammen kommt.

00:12:05: Um die Forschung in erster Linie?

00:12:07: Oder geht es auch um

00:12:09: das

00:12:09: Wort Verantwortung, was sie empfinden für die Welt.

00:12:12: Zuerst

00:12:13: geht's um Verantwortung ist glaube ich wirklich ... Das eigentliche Forschungsthema dass ja viele mitbringen von diesen jungen Spitzenforschern vor allem Von den Nobelpreisträgern zum Teil auch.

00:12:24: Das kommt vor!

00:12:25: Das wird auch vorgetragen und ausgetauscht.

00:12:27: aber eigentlich merkt man natürlich Es geht in den Gesprächen Zwischen den Nobelpreisträgern geht es dann immer um ganz große Themen.

00:12:40: Eigentlich geht's nicht nur um das Fachthema, die können sich auch ein Chemiker und ein Physiker, wie sie hier jetzt zusammenkommen oder ein Chemiger und eine Mediziner vielleicht noch weniger ... Oder einen Friedens-Norwellpreistreger, die haben nicht fachlich so viel auszutauschen!

00:12:54: Die können wirklich sich über große Themen und wollen auch, sie wissen dass man auf sie hört.

00:12:59: Das sind Leute die sich hier treffen, die wissen das man auf Sie hört und sie wissen das aus der Geschichte.

00:13:04: Das ist ein historischer Ort weil da schon viel passiert ist auf Linder auf der Ebene und deswegen glaube ich is das von Anfang an hat es ein anderes Vorzeichen wie eine Fachkonferenz?

00:13:14: Also das Weltwissen trifft sich hier aber es zeigt sich eben vor allem als Weltgewissen.

00:13:19: so könnte man's vielleicht sagen.

00:13:26: Die Lindauer Nobelprästikertagen findet seit deinerzeit einundfünfzig statt, in diesem Jahr also schon zum fünfundsebzehnten Mal.

00:13:32: Im Zentrum steht jedes mal eine andere Nobeldisziplin – Medizin, Chemie und Physik.

00:13:37: Seit den zweitausender Jahren finden regelmäßig auch Tagungen im Bereich Wirtschaftswissenschaften und auch interdisziplinäre Tagungen statt.

00:13:45: Auch in diesem Ja sind verschiedene Disziplinen vertreten.

00:13:48: Ein kurzer Blick in die Geschichte genügt, um zu verstehen welche Bedeutung dieser Kongress hatte und weiterhin hat.

00:13:54: Eine ziemlich illustre Runde an Forscherpromis hat Lindau über die Jahre besucht – Werner Heisenberg und Nils Bohr pionieren der Quantenmechanik, Otto Hahn entdecken der Kernspaltung zusammen mit Fritz Strassmann und Lise Meitner.

00:14:07: Letztere, Lise Maitner war übrigens auch oft in Lindau obwohl sie trotz neunundvierzig Nominierungen nie den Nobelpreis bekommen.

00:14:16: Konrad Lorenz, der Verhaltensforscher mit den Gänsen.

00:14:19: Friedrich von Hayek, John Nash bekannt durch den Film A Beautiful Mind und Russell Crowe.

00:14:23: Mit der Zeit wurde die Lindauer Tagung immer internationaler, immer vielfältiger.

00:14:27: auch Friedensrubelpreisseger konnte man hier treffen wenngleich eher selten.

00:14:35: In diesem Jahr sind rund siebzig Nobelpreistägerinnen und Träger nach Lindau gekommen.

00:14:39: Sie residieren im wunderschönen Grand Hotel Bad Schachen, direkt neben dem Luxus-Hotel gibt es einen Jugendstil schwimmert mit direkten Zugang zum Bodensee.

00:14:48: Wenn man hier durch die Drehtüren tritt kann es sein, dass mal einer Ikone der mRNA Forschung oder einem Popster der Proteinwissenschaft in die Arme läuft.

00:14:58: Die Stars hier werden nicht auf der Straße erkannt – jedenfalls nicht von uns!

00:15:03: Die sechshundert jungen Nachwuchsforscher aus aller Welt, die erkennen sie natürlich sofort.

00:15:07: Und bitten Sie auch wie Filmsstars um Autogramme und Selfies.

00:15:21: Lerner hat Bernhard Dott als schwedischer Prinz geboren, verzichtet er auf seinen Platz in der Thronfolge, um eine bürgerliche zu heiraten.

00:15:28: Er lässt sich auf der ererbten Blumeninsel Mainau nieder und unterstützt die Gründung der Lindauer Nobelpreisträger Tagung.

00:15:36: Später wird er ihr Schirmherr.

00:15:39: Heute leitet seine Tochter Grefin Bettina Bernadotte als Präsidentin des Kuratoriums, die Geschicke der Nobelpreissträger Tagungen.

00:15:46: Sie ist mit dem Kongress aufgewachsen hat idyllische Kindheitserinnerung daran.

00:15:51: Meine älteste Erinnerung ist ein Mittagessen auf der Mainau in den

00:15:56: Achtzigerjahren.

00:15:58: da kam ich Tollerweise früher von der Schule nach Hause, weil eben die Nobelpreisträger auf der Mainau waren.

00:16:04: Dürfen wir früher

00:16:05: heimkommen

00:16:06: und an dem Mittagessen teilnehmen?

00:16:09: Und dann saßen wir mit dem Preisträger, meinem Bruder und ich.

00:16:13: Wir haben ein Experiment mit ihm gemacht.

00:16:16: Er hat so einen Schlauch dabei und wir haben Wasser von einem Glas ins andere geschüttet.

00:16:22: Was wir total toll fanden.

00:16:23: uns wurde auch alles platt schnass also für uns großartig dass wir das durften.

00:16:28: Es gab natürlich strenge Blicke vom Nachbartisch aber nachdem wir da so toll angeleitet wurden war es okay Erinnerung und sogar ich habe da mitgenommen,

00:16:42: wie

00:16:43: cool und spannend wissenschaftliches Experimentieren sein kann.

00:16:48: Was für Aha-Momente das sind!

00:16:51: Die Initiative zur Tagung ging von zwei Lindauer Ärzten aus Franz Karl Hain und Gustav Wilhelm Parade.

00:16:57: die Gründung der Lindauer Nobelpreistiger tagen gehört in die Geschichte vom Neuanfang der deutschen Wissenschaft nach NS Herrschaft und Zweiten Weltkrieg.

00:17:06: Was als ein eher übersichtiges Treffen von sieben Nobelpreisträgern mit Ärzten aus ganz Deutschland begann, wurde über die Jahre zu einem internationalen Forum der Naturwissenschaften.

00:17:15: das bestreben.

00:17:16: Die deutsche Forschung nach dem Krieg wieder salonfähig zu machen war ein ziemlicher Erfolg.

00:17:21: aber bei aller Erfolgsgeschichte hat es ganze auch eine düstere Seite.

00:17:26: noch während in diesem Jahr die Jubiläumstagung läuft veröffentlicht das Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein Interview mit dem Historiker Nils Hansson.

00:17:34: Der spricht von einem blinden Fleck in der Tagungsgeschichte.

00:17:38: Gustav Wilhelm Parade war Teilgänger, der NSDAP und Zitat auch sonst in den Nationalsozialismus involviert.

00:17:45: Auch die Unterstützung der Tagungsidee durch den National-Sozialisten und Göringfreund Hans von Euler-Kelpin, Chemie Nobelprastiker von neunzehnundzwanzig wirft einen düsteren Schatten auf den Gründungsmythos von

00:17:57: Lindau.".

00:17:58: Wenn man diesen Hinweisen folgt und genauer hinschaut, finden sich auch bei einigen Teilnehmern der ersten Lindauer Tagung Verstrickungen mit dem NS.

00:18:08: Da gibt es also offensichtlich noch einiges aufzuarbeiten.

00:18:18: Eine gute Ansprechpartnerin für eine solche Aufarbeitung ist Beate Hein Bennett die Tochter des Eingründers Franz Karl-Hein.

00:18:26: Hier hören wir ihn im O-Ton aus dem Jahr oneundfünfzig

00:18:34: die erste Europatagung der Nobelpreisträger, für Breitsträger der

00:18:40: Medizin und der angrenzenden Gebiete zu eröffnen.

00:18:45: Lindau-Die Inselstadt verbindet sich mit Mainau, der Schlossinsel und gemeinsam wollen sie alles tun um der ersten Europatage zum vollen Erfolg zu verhelfen.

00:18:57: Als Kind hat Bertha Hain am Küchentisch sitzend Einladungsbriefe eingetütet, Matritzen geschrieben, Programme verfielfältigt.

00:19:04: Heute lebt die Theaterkritikerin und Dramatogen in New York City aber zu den Nobelpreistriger Tagungen reißt sie seit zweitausend jedes Jahr an.

00:19:13: Eine distinguierte Frau aus der New-Yorker Oberschicht sitzt davor mir und erzählt aus der Gründungszeit der Nobelpreisstrigger Tagung.

00:19:22: Ich bin nünftundviertzig geboren also ich bin damit quasi Aufgewachsen, ich war als fünfjähriges Mädchen bei der ersten Meinaufart dabei.

00:19:32: Aber dann bin ich damit aufgewachsen und ich war sehr hellhörig.

00:19:37: Und hab viel beobachtet und zugehört ... Dadurch auch, weil meine Eltern mit einigen Nobelbeisträgern auch wirklich freundschaftlich verbunden waren ... die auch Jahr für Jahr jedes Jahr immer wieder kam, z.B.

00:19:58: Heißenberg-Budenand, dann Max Born, der seinen Nobelpreis erst in den Fünfzig bekam, obwohl sein Schüler Heißsenberg den schon neun zu neun zwanzig bekommen hatte.

00:20:10: und meine Eltern haben in den frühen Jahren, also noch bis in die sechzehr Jahre rein jeden Mittwoch nachmittag bei sich ... Die befreundeten mit manchen eingeladen, also auch unter anderem.

00:20:25: vor allen Dingen mit dem Borns waren wir sehr intensiv verbunden.

00:20:29: Und Albert Einstein hat ihm vorgehalten ... wie er in die ... neunzigneunundvierzig war in dieses Land der Mörder wieder zurückkehren

00:20:38: konnte.

00:20:40: und Born antwortete ihm damals ja weißt du?

00:20:44: In Edinburgh, wir wären verhungert ich hatte kein Recht auf Pension.

00:20:50: Göttingen hat mir angeboten, mich wieder zu ... Hat mir eine Pension angewenden und das hat uns.

00:20:57: Und abgesehen davon war nicht alle Mörder!

00:21:01: Das hatte auch dem Einstein schon geschrieben.

00:21:04: Beate

00:21:05: Heine erzählt von einem Erlebnis, dass sie als junges Mädchen im Wohnzimmer ihre Eltern erlebt hat.

00:21:10: Am Tisch sitzen Werner Heisenberg, Adolf Buttenandt und Max Born ein enger Freund der Familie.

00:21:19: ausgezeichnet für seine Arbeiten über Sexualhormone.

00:21:22: Aber Boutenant ist eben auch NSDAP-Mitglied, Direktor des Kaiser Wilhelms Institut für Biochemie in Berlin Dalem.

00:21:30: Nach dem Krieg wird der Präsident der Max Planck Gesellschaft an die NS Zeit so heißt es, wollte er sich nicht erinnern.

00:21:38: Wissenschaft in Gefahr?

00:21:39: Das gab's schon einmal!

00:21:42: Der andere Max Born, Physiker einer der Queter-der-Quanten-Mechanik, ist von den Nationalsozialisten von seinem Göttinger Lehrstuhl vertrieben wegen seiner jüdischen Herkunft.

00:21:52: Er emigriert nach Cambridge dann nach Edinburgh und kehrt erst�hrenfünfzig nach Deutschland zurück.

00:21:58: Im selben Jahr erhält er den Nobelpreis für Physik, für Arbeiten von ihm die Jahrzehnte lang zurücklagen.

00:22:04: Putenang sagte ja die Wissenschaftler, die in Deutschland blieben sind a priori suspect, Speiden.

00:22:19: Und in meinem Blickfeld war Max Born, saß in einem Rehnstuhl und sein Blick ging nach innen ... Der Blick nach unten, nach innem.

00:22:32: Und dieses Schweigen ist mir unvergesslich und dieser Blick ist mir umvergesserlich.

00:22:36: Ich war damals vielleicht sechzehn-seventeen aber wie gesagt Wusste viel.

00:22:41: Eine bedrückende Szene.

00:22:42: Butenand, der selbst in Deutschland geblieben war und unter den Nazis Karriere gemacht hat, äußert sich auf großspurige und selbstvergessene Weise über seine früheren Kollegen.

00:22:51: Der andere, Max Born, als er dreiunddreißig eminkriert, schweigt beschämt eine Szene aus dem Wohnzimmer jenes Lindauer Arztes, auf dessen Initiative beide Wissenschaftler hier in Lindau wieder zusammengekommen sind.

00:23:06: Die Szene zeigt die Spannung der Gründungszeit wie unter einem Brennglas.

00:23:13: Zum Schluss unseres Gesprächs erzählt mir Beate Heinoch davon, wie sich hier in Lindau ehemalige Kollegen die während des Kriegs ins Exil gegangen waren zum ersten Mal wieder sahen.

00:23:23: Dafür steht diese Tagung eben auch dass Wissenschaft und die Suche nach Wahrheit immer eine menschliche Angelegenheit ist von einer persönlichen Beziehung lebt und das die Wissenschaft umgekehrt dazu beitragen kann Menschen wieder zu verbinden und Grenzen zu überwinden.

00:23:59: Wissenschaft ein grenzenloses, friedliebendes Kulturgut.

00:24:02: Das ist die positive, die leicht verklärende Sichtweise.

00:24:06: Es gibt auch den Nüchtern, den realistischen, den sociologischen Blick.

00:24:10: Schauen wir einmal mit ihm auf die Wissenschaft und insbesondere auf das was Anlass dieser Sommerserie ist – der Nobelpreis!

00:24:17: Generell kann man zwei Kategorien unterscheiden, wofür er verliehen wird für neue Methoden und für Erklärungen von Prozessen.

00:24:24: Die meisten Nobelpreise werden für Methoden verliehnen weil neuem Methoden meistens schnell klar erkennbar und persönlich zuortbar sind.

00:24:32: Nobelpreis für die Erklärung von Prozess- und Abläufen sind den Gegenden seltener.

00:24:37: Zunächst ist aber erstmal die entscheidenden Fakten zur wichtigsten Frage nämlich wie bekomme ich den Nobelpreiss?

00:24:49: Schritt eins, Sie wollen einen Nobelpreis gewinnen?

00:24:51: Dafür sollten sie zunächst eines wissen.

00:24:54: Bewerben können Sie sich nicht!

00:24:55: Sie müssen vorgeschlagen werden und nein, Sie dürfen sich nicht selbst vorschlagen – auch dann nicht wenn Sie sicher sind den Friedensnobelpreis verdient zu haben.

00:25:04: Diese Vorschläge gehen an die Nobelkomitees.

00:25:06: Für jede Preiskategorie gibt es ein eigenes.

00:25:10: Die Vorschlage werden für genau fünfzig Jahre streng geheim gehalten.

00:25:15: Schritt zwei nehmen wir mal an jemand hat sie vorgeslagen.

00:25:19: Für ihren eigenen Seelenfrieden wäre es vermutlich besser, davon nichts zu erfahren.

00:25:23: Denn sie konkurrieren jetzt mit hunderten Spitzenwissenschaftlern, Top-Literaten oder Friedensstiftern!

00:25:29: Die Novellkomitees prüfen die eingegangenen Vorschläge und einigen sich auf einen Kandidaten den Sie dann für die Preisvergabe empfehlen.

00:25:36: – die Entscheidung treffen die von Alfred Nobel benannten Institutionen.

00:25:41: Schritt drei Sollte Anfang Oktober ihr Telefon klingeln und eine schwedische Nummer im Display erscheinen, heben Sie unbedingt ab.

00:25:48: Vielleicht will man ihnen mitteilen, dass sie den Nobelpreis in einer der wissenschaftlichen Kategorien gewonnen

00:25:53: haben.

00:25:54: Sollten Sie wie die meisten Nobelpreisträger in den USA leben, dürfte der Anruf übrigens nachts

00:25:59: kommen

00:25:59: – wegen der Zeitverschiebung!

00:26:00: Wenn Sie ihn nicht abheben werden Sie von der Preisverleihung spätestens durch ihre Freunde oder Verwandte erfahren … Oder durch die Reporter, die plötzlich vor ihrer Tür stehen.

00:26:09: Fühlen Sie sich bereit ein Interview zu geben?

00:26:11: Es wird sicher nicht das letzte sein um das man Sie von heute an bittet….

00:26:15: Schritt vier.

00:26:16: Wenn Sie bereit sind, den Nobelpreis anzunehmen, reisen sie Anfang Dezember nach Stockholm.

00:26:21: Sie werden Vorträge halten, Presse Statements geben und laufen sich warm für die große Zeremonie zur Preisverleihung.

00:26:27: Diese findet immer am zehnten Dezmber statt dem Todestag von Alfred Nobel Mit dabei nicht nur viel Prominenz aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sondern auch die schwedische Königsfamilie.

00:26:39: Sie erhalten eine goldene Medaille mit dem Porträt des Stifters, einer Urkunde und das Preisgeld.

00:26:45: Das liegt für jede Preiskategorie bei elf Millionen schwedischen Kronen.

00:26:49: Das sind knapp eine Million Euro.

00:26:54: Nobelpreise gibt es für wissenschaftliche Exzellenz, literarisches Genie, politischem Gut.

00:26:58: soweit so gut.

00:26:59: aber nun zu der etwas heikleren Frage ist das überhaupt nötig?

00:27:04: Man hat gefragt Braucht die Wissenschaft den Nobelpreis?

00:27:07: Ist der Nobelpreist am Ende ein wissenschaftliches oder nicht für mehr ein kommunikatives Unternehmen.

00:27:14: Unser Völter-Herausgeber Jürgen Kaube hat sich mit Rudolf Stichwe darüber unterhalten, einem der führenden Wissenschaftssoziologen Deutschlands Schüler und Lehrstuhl Nachfolger des weltberühmten Niklas Luhmann.

00:27:24: Stichweh hat den Nobelkreis soziologisch untersucht und so etwas wie eine Theorie zu diesem Weltereignis formuliert.

00:27:32: Unterhaltsam gelehrte Gespräch zwischen den beiden senden wir in voller Länge als Zusatzfolger am Ende dieser Serie.

00:27:38: Hier jetzt aber schon einmal zwei, drei kleine Ausstädte zum

00:27:41: Vorgeschmack.".

00:27:42: Das Olympia des Wissenschafts-Systems.

00:27:46: Dann nach dem Eighth

00:27:58: und

00:28:02: Sechsundneinzig

00:28:04: noch, also fünf Jahre vorher

00:28:06: glaube ich

00:28:06: die ersten olympischen

00:28:07: Spiele waren?

00:28:08: Ja, nee es war noch früh!

00:28:09: Dieser Artikel erscheint am vierten Jahr nur sieben neunzig.

00:28:11: Also gerade im Jahr davor hat es dir...also die verstehen richtig dass Olympia eine große Sache wird Und denken, dass Stockholen jetzt auch eine große Sache bekommen.

00:28:24: und sie haben ja auch recht behalten.

00:28:25: Das ist ein Weltereignis.

00:28:27: gibt wenig Konkurrenz, Olympia zählt dazu.

00:28:30: oder die Fußballweltmeisterschaft und überall in den Funktionssystemen gibt es so etwas auch aber für das Wissenschaftssystem.

00:28:37: ich wüsste nicht was sich als Konkurrenten anführen sollte.

00:28:40: Es gibt kein vergleichbar bedeutsames Ereignis, dass in gewisser hinsichtlich obwohl es nur ein paar Disziplinen sind Aber das auch wieder zum Vergessen bringt Das ist ja eigentlich eine hochselektive Auswahl von Disziplinen.

00:28:54: Und sich an die ganze Welt adressiert, als ob die ganz weltlich dafür interessierte was weiß ich das Hicks wo so ein ist und sagt dass es für euch wichtig und da berichtet und damit stolz verknüpft zum Beispiel nationalen Stolz und solche Dinge nicht?

00:29:10: Und das geht dann bis zur Preisverleihung der Idee also die Übergabe die in sich wiederum so einer Art kleines mit dem König

00:29:21: Ein königliches Weltereignis, also etwas das in der Kategorie Olympia und Fußball-Weltmeisterschaft spielt.

00:29:27: Aber den Nobelpreis ist nicht nur das ein mediener Ereignis der Sonderklasse – es ist auf individueller Ebene auch ein ungehöriger Einschnitt, ein großes Ruhmeszeichen ja aber so stich wie eben eine Zumutung zum Teil einen Sargdeckel oder eine Sackgasse für den Wissenschaftler hinter dem Nobelpreisträger

00:29:45: Die Fußballer erst mal ein paar Monate feiern und trinken.

00:29:50: Fußballer können sich das so lange ja nicht erlauben, aber es ist schon ... Ich glaube einen Nobelpreis wirft einen schon raus in der ... Also ich würde tippen mehr als fünfzig Prozent haben eine Art Bruch in der Karriere.

00:30:03: also die Kosten sind eigentlich auch hoch wenn man wirklich einen

00:30:07: völlig

00:30:09: auf Wissenschaftsgebiet ... Der eigentlich nur Wissenschaftler ist der Nobelpreise nicht immer ein Glück würde ich denken Nichts, sondern auch ein Unglück.

00:30:16: Also im Grunde der Weltpreisträger wechselt von der Produktion, von Wissenschaft alles in allem... zur Kommunikation über Wissenschaft.

00:30:24: Deswegen sitzt er auch in Lindau und ist da nicht viel platziert.

00:30:27: Und manche lernen das, und manche lern das nicht.

00:30:28: Natürlich wenn man es nicht lernt lässt man's lieber.

00:30:30: aber die Leute sind ja in der Nobelpreise extrem klug davon kann also sie haben eine gute Chance das zu lernen.

00:30:37: Und in diesem System der Kommunikations von Wissenschaft das ist in gewisser Hinsicht auch aus den Nobelpreisen hervorgegangen.

00:30:44: Nicht vollständiges Gebliede viele andere Ursachen Aber der Nobel Preis ist auch hier vielleicht die größte Ursache Und so funktioniert das ja auch noch.

00:30:52: Deswegen ist für Nobelpreisträger eine gute Idee, Bücher zu schreiben und manchen gelingt es ja auch.

00:30:58: Manche Popularisierung der Wissenschaft ist extrem gut.

00:31:02: Das geht aber natürlich nur in Grenzen!

00:31:06: Nicht alle vertragen den Nobelpreis, nicht alle kommen da gut weg sagt Stichwäh.

00:31:10: Manch einer kriegt davon einen Schlag weg von dem er sich nie wieder erholt.

00:31:15: Eine interessante Aussage.

00:31:16: Darauf werde ich jetzt achten, wenn ich Ihnen gleich gegenüber sitze inwieweit diese Menschen vom Nobelpreis erschlagen sind.

00:31:35: Auch interessant ist die Frage wie die Nobelpreisträger und ihr glanzvolles Weltgeist treffen hier vor Ort?

00:31:41: Hier in Lindau betrachtet wird.

00:31:43: Am Rande eines Grillfestes am Ufer des Bodensees treffe ich die junge dynamische Bürgermeisterin der Stadt und ich frage sie ob der Lindaus-Spirit der Nobelpreissträger Tagung auch auf ihre Kommune ausstrahlt.

00:31:55: Linda, es hat je hergeprägt auch vom Reisen und vom Handel.

00:31:59: Es gab früher den Mai-Länderboden der Mailand und Lindau verbunden hat.

00:32:03: Und das sind einmal natürlich Waren transportiert

00:32:05: worden aber da sind natürlich auch Ideen

00:32:09: Aufklärungen Konzepte transportiert wurden was sich natürlich hier auch sozusagen bemerkbar gemacht

00:32:14: hat in der Bevölkerung.

00:32:16: Man merkt in der Wirklich so eine Schnittstelle ist zwischen verschiedenen auch

00:32:21: kulturellen Einflussbereichen.

00:32:22: Wir haben hier in Österreich das Vorallbergerrische, wir haben

00:32:24: auf deutscher Seite das Schwäbische,

00:32:26: das Bayerische und das Allgäuerische Und da gibt es einfach ganz unterschiedliche Einflüsse.

00:32:31: Das merkt man auch hier bei uns in der

00:32:32: Stadt.

00:32:32: und

00:32:33: dann natürlich das große Glück, dass jetzt inzwischen seit seventy-fünf Jahren auch die Linder Nobelpreistreigartage hier stattfinden und unsere kleine Stadt, die ja keine Universität hat oder keine andere Hochschule oder Wissenseinrichtung wirklich immer die klügsten Köpfe der Welt bringt.

00:32:47: Und für uns finde ich ein wirklich großes Glück und

00:32:50: Privileg und

00:32:50: auch einen Standortvorteil!

00:32:52: In der Tat ein ziemliches Ding, dass das zentrale Treffen der internationalen Nobelpreisträger nicht in Berlin, Frankfurt oder München stattfindet sondern hier in Lindau am Bodensee.

00:33:03: Aber gerade diese Abgeschiedenheit könnte auch die Besonderheit der Stimmung hier erklären.

00:33:09: Was erwartet sich eigentlich Joachim?

00:33:11: Mein Lotse aus dem Wissenschaftsressort von dieser Tagung – ich frage ihn!

00:33:16: Es sind viele Nobelpreisträger hier, so viel wie noch nie.

00:33:19: Ich hab auch noch nie so viel erlebt und hoffen mir natürlich vor allem tolle Gespräche also Wissenschaftler dem Format wiederzutreffen auch und viele wird man wieder treffen das ist selten vor allem in einer Woche wiedertreffen.

00:33:35: Hier haben wir eine interdisziplinäre Tagung mit Physik Chemie, Medizin oder Physiologie.

00:33:42: Man darf dann auch hoffen, dass die Nobelpreisträger über den Tellerrand hinausblicken und sich Gedanken um andere große Probleme

00:33:51: machen.

00:33:51: Vor der Lindauer Inselhalle reihen sich sechshundert junge Menschen.

00:33:55: Ich laufe langsam an ihnen vorbei, musste sie versuche zu hören was sie miteinander tuscheln.

00:34:00: Ehrlich gesagt, lauf ich damit einen ziemlichen Vorurteil.

00:34:04: Nachwuchswissenschaftler aus der Physik und Chemie Das können doch nur weltfremde Nerds sein, mit dicken Brillen, krummer Haltung fettigen Haaren.

00:34:13: Vorteil!

00:34:13: Bauchgefühl!

00:34:14: Quatsch mit Soße!

00:34:15: Denn was ich hier in Linda vor der Inselhalle sehe ist das ganze Gegenteil davon.

00:34:19: Ich sehe junge neugierig wirkende Menschen im heiteren Gespräch voller Elan- und sozialer Kompetenz.

00:34:26: Drinnen in der Halle findet jetzt die feierliche Auftaktveranstaltungen statt – mit dabei Sprengstoffhunde, Polizei, politische Prominenz… Und ein Moderator, der wirklich Adam Smith heißt... wie der berühmte britische Ökonom, der den Ausdruck der unsichtbaren Hand geprägt hat.

00:34:42: Das passt!

00:34:44: Ein Streichquartett der Wiener Philharmoniker spielt Hayden ein aufwendig produzierter Film und wird gezeigt, wer die Linda aus Story für Instagram-Generation nachzählt.

00:34:54: Dann tritt Bettina Bernadotte die heutige Präsidentin des Kuratoriums ans Mikrofon.

00:34:59: Science is a shared human endeavor, sagt sie.

00:35:02: Wissenschaft eine gemeinsame menschliche Angelegenheit Klingt heilig, aber stimmt das mit Blick auf den revolutionären Effekt der KI noch so?

00:35:12: Diese Frage wird uns im Laufe dieser Sommerserie immer wieder beschäftigen und beunruhigen.

00:35:22: Im Publikum sitzen über sechsuntert junge Nachwuchssissenschaftler aus aller Welt deren Zukunft von dieser Frage abhängt.

00:35:29: In der kommenden Woche werden sie in unterschiedlichen Formaten mit die Nobelprästikern zusammentreffen.

00:35:34: Es gibt Talks und Vorträge, Panels und Podien.

00:35:36: Aber auch gemeinsame Spaziergänge und Frühstückstermine mit Mobile-Prestigern.

00:35:41: Und es gibt sogar Morning Yoga!

00:35:43: Ich werde überall mit dabei sein.

00:35:45: Ich werde Gespräche führen mit sehr alten und sehr jungen Wissenschaftlern... ...und ihnen Fragen stellen die uns alle bewegen.

00:35:53: Es wird um das Leben gehen?

00:35:55: Die Frage wie wir unser Alter verlangsamen können?

00:35:57: Und ob wir vielleicht sogar den Tod aufhalten werden?

00:36:01: Aber es wird auch im Gegenteil vom Leben gehen und das Ende Und wie es uns ereilt.

00:36:06: In Deutschland erkrankt nachweislich jeder Zweite an Krebs, jeder von uns kennt jemanden oder hat selbst Erfahrungen dieser furchtbaren Krankheit gemacht.

00:36:14: Wie ist der Stand der Krebsforschung heute?

00:36:16: Wie nah sind wir dran am Durchbruch bei den Therapien.

00:36:20: Diese Fragen aus dem Mund von internationalen Krebs-Forschern beantwortet zu bekommen ist eine einmalige Chance.

00:36:26: Auch diese Tagung, auch dieser Podcast finden in Kriegszeiten statt.

00:36:30: Die drängende Frage die ich an die Wissenschaft und vor allem auch an prominenten Politiker, den Linda zu Gast entstellen will lautet wer kann Frieden schaffen?

00:36:38: Und geht das wirklich ohne Waffen?

00:36:42: dann die Natur dass sich wandelnde Klima.

00:36:44: was kann die Wissenschaft was kann etwa die chemische Forschung beitragen zum Kampf gegen die fortschreitende Klimakrise der Folgen und Symptome wir in diesem Sommer wieder hautnah erleben?

00:36:54: und zuletzt die Frage nach der künstlichen Intelligenz, nach dem was Science ist und was Fiction.

00:37:00: Und ob nicht an der einen oder anderen Stelle gerade beides miteinander verwischt?

00:37:07: Da bin ich also in Lindau eine Stadt, die ich sonst wahrscheinlich nie besucht hätte!

00:37:10: Der See glitzert in der Abendsonne Die Leute sitzen lachend am Wasser und zeigen drüben auf das Ufer der Schweiz.

00:37:17: Wer hätte gedacht dass gerade in diesem beschaulichen kleinen Städtchen einmal der Weltgeist Station machen wird?

00:37:25: Was erwarte ich von dieser Woche, die vor mir liegt?

00:37:29: Vielleicht vor allem eines.

00:37:30: Ein Gefühl zu bekommen für die Zeit in der wir leben.

00:37:34: Normalerweise mehrt sich dieses Gefühl aus dem was ich politisch erlebe und diskutiere unter den Schlagworten Populismus Radikalisierung Spaltung jeden Tag Dutzendfach in meinen Feets und Gesprächen auftauchen.

00:37:47: Ich bin gespannt was für ein Epochengefühl ich bekomme wenn ich einmal fast ausschließlich nur mit Wissenschaft dann über unsere Zeitspreche Und Fragendiskutiere, die größer sind als das tagespolitische Klein-Klein.

00:38:00: Fragen, die auf nichts geringeres zielen als auf Gegenwart und Zukunft der Menschheit – und damit ausnahmsweise mal nicht eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD meinen!

00:38:14: Die Linda of Story?

00:38:16: Der Linda of

00:38:16: Spirit?!

00:38:17: Von beiden wollen wir in dieser FAZ Podcast Serie erzählen, ausgeruht und konzentriert Unterhaltsam.

00:38:24: Immerhin ist Sommer und die meisten, die diesen Podcast hören werden das hoffentlich unter einem Sonnenschirm oder mit den Füßen im Meer tun.

00:38:31: Was wir

00:38:31: bieten wollen, ist

00:38:32: beste wissenschaftliche Hinterhaltung auf höchsten Nobel-Niveau aber so dass es was ist, was vorleser wie ich verstehen.

00:38:41: Rückmeldungen und Reklamationen bitte immer sofort an podcast.frz.de.

00:38:52: Interessanterweise altern wir nach manchen Kriterien tatsächlich ab dem Moment unserer Geburt.

00:38:56: Eigentlich schon ab dem moment der Empfängnis.

00:38:59: Schon im Mutterleib lassen sich Veränderungen in den Methylussierungsmustern beobachten, das sind Marker des Alterns.

00:39:05: Nur überwiegt in der frühen Lebensphase die Entwicklung so stark dass das Alter kaum ins Gewicht fällt.

00:39:15: Das ist Prof.

00:39:15: Ramakrishnan, ein indischstämmiger Ribosomen-Forscher der Zwei-Tausendneuen den Nobelpreis für Chemie erhalten hat.

00:39:23: Mit ihm spreche ich über die Menschheitsfrage ob wir bald ewig leben können werden?

00:39:29: Wer eine Antwort darauf hören und außerdem wissen will was das mit Peter Thiel und meinem Großvater zu tun hat, der muss bitte Folge zwei hören!

00:39:43: Schreiben Sie gerne Ihr Feedback, Ihre Kritik auch ihr Lob an podcast.frz.de.

00:39:48: Mein Name ist Simon Strauss und ich bin Ihr Host in dieser Sommerserie In der Rolle des Leuchtturmwärters und Wissenschaftsvermittlers Joachim Müller-Jung.

00:39:56: Co-Autoren und Redaktion Pierre Heinemann, Piotre Heller und Andreas Krobock.

00:40:00: Koordinationen und Recherche Max Stange.

00:40:03: Aufnahmen Musik Sounddesign Niklas Kleber.

00:40:06: Schnitt Kevin Gremmel und David Rucklacher.

00:40:09: Dramaturgie und Regie Michael Gölz.

00:40:12: Besonderer Dank geht an Birgit Shah, Thomas Gruber, Daniela Thiel und das Koratorium für die Lindauer Nobelpreistriger Tagung sowie an das Museum Karatzen in Lindau.

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

Sie können den Podcast auch hier hören: www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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