00:00:17: Stille, Dunkelheit.
00:00:21: Nichts und dann plötzlich etwas.
00:00:27: ein winzig kleiner Beginn von etwas riesig großen Leben.
00:00:34: Jeder von uns hat so begonnen aber niemand kann sich daran erinnern.
00:00:39: Was ist das?
00:00:41: The Sound of Silence Der Beginn des Circle Of Life Unser ganz persönlicher kleiner biografischer Urknall Der sogenannte Zinkfunken, eine kleine Explosion die entsteht wenn eine Eizelle befruchtet wird.
00:00:58: Eigentlich kann man das nur sehen aber unser Assound Designer Niklas Kleber hat sich überlegt wie das klingen könnte.
00:01:04: er hat sozusagen den Beginn unseres Lebens vertont.
00:01:11: Jetzt ein anderes Geräusch einen wenig Vertrauter würde ich vermuten Die meisten kennen es wahrscheinlich aus Film oder Fernsehen.
00:01:17: vielleicht hat der ein oder andere ist auch schon in echt gehört.
00:01:21: dann sich einem Moment an dem man lieber nicht so gerne zurückdenken will.
00:01:29: Zwei Geräusche, beide haben mit uns zu tun – mit jedem von uns!
00:01:33: Der Anfang und das Ende Leben und Tod.
00:01:43: Das ist die Sommerserie im FAZ Podcast für Deutschland.
00:01:46: Mein Name ist Simon Strauss Ich bin Redakteur empfehlter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Und für diese Serie reise ich in einen besonderen Ort nach Lindau am Bodensee wo sich jedes Jahr im Frühsommer Nobelpreisträger aus aller Welt treffen gemeinsam mit hunderten jungen Wissenschaftlern.
00:02:03: Die absolute Forschungsredite trifft auf ihren Nachwuchs, die vielleicht die revolutionären Entdeckung von morgen machen werden.
00:02:34: ewig leben.
00:02:35: Mittlerweile ist das nicht mehr eine Frage des Wünschens, Glaubens oder Hoffens.
00:02:39: heute ist es eine Frage von Möglichkeit und Machbarkeit, von Wissenschaft und Technik.
00:02:49: Es gibt einen Mann der auf diese Frage eine ziemlich klare Antwort hat.
00:02:53: er heißt Peter Thiel.
00:02:54: die meisten kennen ihn als Mitgründer von PayPal als einer der einflussreichsten und umstrittensten Figuren des Silicon Valley.
00:03:00: aber Peter Thiele ist noch etwas anderes.
00:03:03: Er ist ein Prophet der Unsterblichkeit.
00:03:06: Er hat Forschungsprojekte finanziert, die das Altern aufhalten sollen oder sogar versprechen unsere biologische Uhr zurück zu
00:03:14: drehen.".
00:03:15: In Interviews hört man von ihm immer wieder dasselbe – Das Altern ist ein Problem, Der Tod ist ein problem.
00:03:21: und Probleme sagt Peter Thiel Die lassen sich lösen.
00:03:26: Ich denke die meisten von uns reagieren auf Alter und Tod mit einer Mischung aus Akzeptanz und Verleugnung.
00:03:34: Sie denken, ja es wird uns halt passieren.
00:03:36: Wir können nichts dagegen tun
00:03:38: und dann?
00:03:39: Es wird
00:03:39: anderen passieren nicht mehr selbst!
00:03:42: Diese
00:03:42: schizophrene Einstellung finde ich ziemlich nervig.
00:03:45: anstelle von Akzeptanz und Verleugnung sollten wir das Altern-und den Tod bekämpfen.
00:03:52: Peter Thiel sieht das so.
00:03:53: Die meisten akzeptieren den Tod einfach oder sie verleugen ihn.
00:03:58: Beides findet er ist falsch.
00:03:59: Stattdessen sollten wir als Menschheit gegen das Alter kämpfen.
00:04:09: Im Zug nach Lindau lese ich ein Artikel im Wall Street Journal.
00:04:12: Daran wird beschrieben, wie der russische Präsident Vladimir Putin die sogenannte Longevity-Forschung zum Staatsprojekt gemacht hat.
00:04:32: Im September, twenty-fünfundzwanzig jedenfalls erklärt er dem chinesischen Staatspräsidenten Norshalon genau das.
00:04:46: Durch eine Mikrofonpanne hat die Welt das mitgehört.
00:04:54: Schi sagt hier früher war es selten dass jemand älter als siebzig wurde und heute sagt man dass man mit siebzicht noch geradezu wie ein Kind ist Und Putin fügt an ihn zu.
00:05:07: Mit der Entwicklung der Biotechnologie können menschliche Organe kontinuierlich transplantiert werden.
00:05:12: Und die Menschen können immer jugendlicher leben und sogar
00:05:15: Unsterblichkeit
00:05:16: erlangen!
00:05:18: Mit seinem Traum von ewiger Jugend ist Putin nicht soweit weg, von den Milliardären im Silicon Valley – und wahrscheinlich auch gar nicht so weit weg von den Träumen von Milliarden Menschen auf dieser Welt.
00:05:34: Auf meiner Zugreise fällt mir noch jemand ein, der sich mit der Verjüngung des Lebens beschäftigt hat einer, der mir am Ende viel näher steht als all diese Milliarden-und Milliardäre.
00:05:43: Mein Großvater, Eduard Strauss.
00:05:46: Geboren in den letzten Jahren war promovierter Chemiker, verlor im Ersten Weltkrieg sein linkes Auge und gründete später einen pharmazeutrisches Unternehmen.
00:05:54: Er hat auch ein Buch geschrieben mit dem Titel «Nicht zu früh sterben».
00:05:59: Das erschien im Leipziger Japan-Verlag.
00:06:03: Mein Großvatte hatte seinen Leben lang mit Arzneimitteln und ihren Wirkungen zu tun und er beschäftigte sich mit derselben Frage die auch Thiel und Putin heute umtreiben.
00:06:12: Wie leben wir länger, ohne alt zu werden?
00:06:15: Mitten im Gräuel des Zweiten Weltkriegs klingt der Titel seines Buches etwas makaber.
00:06:20: Nicht so früh sterben als ob man den Tod aus eigener Kraft aufschieben könnte.
00:06:27: Geschrieben ist der Text in bildungsbürgerlich überzeugenden Stil eines Medizinratgebers, der Hoffnung auf eine leicht umsetzbare Lebensverlängerung machen will.
00:06:36: Gleich zu Beginn heißt es In der Tat kann ich der geringste Zweifel darüber bestehen, dass zu allen Zeiten innige Naturverbundenheit die beste Gewehr für die Erziehung einer langen Lebensdauer bot.
00:06:49: Wie nun können wir diese Tatsache in nutzbringender Weise Rechnung tragen?
00:06:54: Ausführliche Waldspaziergänge verbessern die Lebensqualität.
00:06:59: Diesen Rat, den der Ratgeber gibt hat mein Großvater selbst befolgt.
00:07:04: Er war in der Kleinstadt Bad Ems, in der er wohnte ein disziplinierter Spaziergänger und träumte Zeit eines Lebens von einem Haus im Grünen.
00:07:13: Aber auch die psychosomatischen Gründe für ein zu kurzes Leben sah meinen Großvaters schon deutlich vor sich.
00:07:19: Beschreibt?
00:07:20: So konnte es nicht ausbleiben, dass die immer größer werdenden Anforderungen, die der Daseinskampf an das Geistseeleorgan in der Großhirnrinde stellte sich irgendwie auch auf die von diesem her beeinflussbaren inneren Lebensvorgänge auswirkten.
00:07:36: Und in dieser Tatsache, die uns im weiteren Jahr beschäftigen wird haben wir die Ursache dessen zu erblicken, dass das Leben des Menschen im Allgemeinen viel zu früh endet!
00:07:45: Von diesen Punkte also müssen wir auch ausgehen, wenn wir unser Leben auf die normale Dauer bringen wollen wie sie aufgrund der in der übrigen Säugerwelt zu beobachtenden Gesetzmäßigkeit mit etwa hundertzwanzig Jahren zu veranschlagen ist.
00:07:59: Im Mittelpunkt unserer Betrachtung steht daher... ...die Seele!
00:08:12: Ein längeres Leben nicht durch Gentechnik sondern durch Verbundenheit mit der Natur und eine bessere Sorgfalt im Umgang mit unserer Seele.
00:08:21: Ich schaue aus dem Fenster Denke an meinen Großvater, den ich nie kennengelernt habe.
00:08:26: Schon neunzehnteinundsiebzig ist er gestorben lange bevor ich geboren bin.
00:08:29: Heute im Sommer zweitausendsechsenzwanzig lese ich sein von Erfahrungstichte und Lebensklugheit durch drungenen Text.
00:08:37: Draußen ziehen die Obstplantagen vorbei, die man rund um den Boden sie findet.
00:08:42: Die Äpfel sind noch jung Noch nicht reif zur Ernte.
00:08:45: Ich bin in Gedanken wieder bei der Frage Können wir ewig leben?
00:08:49: Und füge ins Geheim dazu Sollten wir das?
00:08:55: Auf einmal erinnere ich mich an eine Szene, die ich neulich in einem Berliner Restaurant erlebt habe.
00:09:00: Zwei Frauen mittleren Alters – die eine Ärztin und die andere Anwältin.
00:09:03: Ich sitze am Nebentisch und höre ihrem Gespräch.
00:09:06: zu Kurz geht es um die Kinder, den Urlaub, das Haus auf dem Land Aber bald schon dreht sich ihre Unterhaltung ausschließlich um ein Thema Wie ihr Eltern am besten aufzuhalten sei Ungelogen.
00:09:18: anderthalb Stunden lang unterhalten sich die beiden Frauen darüber, welche Hormonersatztherapien die besten Ergebnisse erzielen würden und was für Supplements die Förderung der zellulären Müllabfuhr verbessern können.
00:09:30: Auch die Worte Biohacking- und Kältekammer
00:09:33: fallen!
00:09:35: In Großstädten weltweit sprießen derzeit spezialisierte Longivity Center und private Präventionspraxen aus dem Boden.
00:09:43: Kampf
00:09:43: gegen das Alter wird gerade zu einem derbestimmenden Lifestyle-Themen der gehobenen Mittelschicht.
00:09:49: Diese Kreise wollen, dass Alte nicht mehr als unaufhaltsames Schicksal verstehen sondern als eine Krankheit die man medizinisch und vor allem technologisch verlangsam aufhalten ja besiegen kann.
00:10:01: Die Frage nach dem Jungen bleiben ist natürlich nicht neu.
00:10:04: Neu ist aber wie sicher wir inzwischen sind, dass wir unser Leben künstlich verlängern können.
00:10:09: Und vergleich zu unseren Vorfahren, leben wir ja schon viel länger.
00:10:12: Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich in Deutschland zum Beispiel seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts mehr als verdoppelt und doch ist uns das nicht genug.
00:10:19: Wir würden alles dafür tun den Kreislauf von werden-und vergehen zudurchbrechen oder nicht?
00:10:42: Mein lieber Joachim!
00:10:43: Wie alt bist du
00:10:44: eigentlich?!
00:10:49: Ich treffe hier auch hin zum Frühstück in meiner kleinen Lindauer Gästewohnung.
00:10:52: Das Museum Karatzen hat mir für die Dauer der Tagung großzügigerweise eine Bleibe zur Verfügung gestellt, ein frisch renoviertes Dachgeschossstudio im Hof einen Laufen der Brunnen auf der gegenüberliegenden Seite schindeln, die Kirchglocke läutet jede halbe Stunde.
00:11:07: Wir sitzen auf der kleinen Dachterrasse und schauen in die Sonne.
00:11:10: Ich arbeite daran, dass ich unter sechzig bleibe.
00:11:13: Aber es ist schwer!
00:11:14: Es gibt ... Altern passiert ja Schubweise und ich hab so einen Schub verspürt.
00:11:18: Da ist noch gar nicht so lange her.
00:11:20: Und das tut dann irgendwo auch weh.
00:11:22: Also dann kämpft man.
00:11:24: Ja, ich kämpfe dagegen, dass sich beschleunigt.
00:11:27: Vom Gefühl her vor allem.
00:11:30: Ist Altern vor allem ein Gefühl?
00:11:31: Ja, es ist das gefühlte Alter viel wichtiger als das reinkronologische Alter.
00:11:38: Das gefüllte Alter hängt mit dem biologischen Alter zusammen.
00:11:43: Die beiden sind wichtig.
00:11:45: Das biologische alter ist wie der Körper beschaffen und auch der Geist beschaffen.
00:11:50: Und das hängt ganz mit dem gefühlten Alter zusammen.
00:11:52: Dass wir das spüren, wenn wir aufstehen, schlafen gehen und Sport machen.
00:11:57: Wenn wir Sport machen ... Sport kann ja daran viel ändern.
00:12:01: Das gefüllte Alter ist individuell ganz wichtig.
00:12:05: Eine Erfahrung, die man spät macht aber eine wichtige Erfahrung.
00:12:10: Man macht es schon relativ früh, würde ich auch sagen.
00:12:13: Mit siebenunddreißig hat man das Gefühl, dass man sich anders fühlt als mit sieben und zwanzig.
00:12:19: Das sind jetzt Platituden.
00:12:21: Am Ende ist ja die interessante Frage aber folgende...
00:12:24: ...das
00:12:25: Leben ist generell gesehen statistisch länger geworden?
00:12:29: Also die Menschen leben heute statistischerweise länger als vor fünfzig Jahren!
00:12:34: Warum
00:12:34: eigentlich?!
00:12:35: Ja, meistens wenn so was passiert.
00:12:37: Das sind wirklich Verdopplungen von Lebenserwartung in einem Jahrhundert.
00:12:43: Dann sind das mehrere Faktoren und die wichtigste ist sicher der Abnahme der Kindersterblichkeit ganz profan.
00:12:49: Die Medizin hat Fortschritte gemacht.
00:12:50: Das ist das Allerwichtigste.
00:12:53: Dann geht die Statistik automatisch hoch.
00:12:54: Es gab damals auch schon vor hundert Jahren, gab es auch schon Hundert-Jährige.
00:12:59: Auch fette Achtzigjährige waren selten Aber insgesamt natürlich nach hinten hat sich auch was getan.
00:13:05: Nach hinten hin hat man auch medizinisch einiges machen können, bei Therapien?
00:13:10: Bei der Frühdiagnostik und Früherkennung
00:13:12: usw.,
00:13:12: das wirkt sich aus.
00:13:15: in den Industrieländer muss man sagen.
00:13:16: Man muss immer hier unterscheiden ist es in verschiedenen Weltregionen sehr unterschiedlich.
00:13:20: Auch die Lebenserwartungen.
00:13:22: Es sind viele medizinische Faktoren, es sind sociologische Fakten, die da eine Rolle spielen.
00:13:28: Wir sind sicher auch ökonomische Fakteur.
00:13:31: Arm sein oder reich zu sein ist ein Unterschied.
00:13:34: In der Lebenserwartung, das sind sechs, sieben, acht Jahre je nachdem wo man lebt.
00:13:38: Das sind also schon auch Unterschiede.
00:13:40: Hängt natürlich dann auch wieder medizinischen Versorgungen zusammen.
00:13:42: ich glaube es sind eben mehrere Faktoren und ein wichtiger Faktor der jetzt zunehmend so in den Blickereh.
00:13:49: Das ist dieser medizinische Teil und dieser Wellness, dieser Lebensführungsteil, Lebensstil würde ich mal sagen.
00:13:56: Dieser Wellness spielt bei uns in unserer heutigen Gesellschaft eine große Rolle.
00:14:00: Da setzen viele die Hoffnung drauf, ne?
00:14:02: Hundert Jahre ist so die Marke.
00:14:04: ja also jeder Mensch kann hundert werden.
00:14:06: das ist so das Ziel sagen wir mal als Menschheit.
00:14:09: Wir abschließen jetzt aber nochmal gefragt da gibt es hier eine Menge was man auch machen kann wenn ich das richtig verstehe was auch des genetische angeht.
00:14:16: Also die Russen haben jetzt gerade enorm viel Geld investiert in Versuche am Gen rumzuschrauben.
00:14:24: Auch bei der Frage stellt sich dann nicht irgendwann auch eine moralische Frage ist da nicht auch eine moralpolitische Ebene drin.
00:14:33: Weil zum Beispiel, man ja auch sagen könnte ne Gesellschaft die immer älter wird... ...ist das eigentlich politisch gewollt?
00:14:41: Ja,
00:14:42: die Frage, die ich mir dabei stelle, ist eher warum diskutieren wir nicht genau darüber denn die Optionen kommen?
00:14:50: natürlich wird versucht im Genom Stellen zu finden, die man quasi umprogrammieren kann.
00:14:56: Man weiß Weil jeder vom Embryo von der befruchteten Eizelle bis zum erwachsenen Menschen läuft ein Programm ab.
00:15:03: Dieses Programm ist mehr oder weniger auch
00:15:05: festgeschrieben."
00:15:06: Auf dem Genom, wie wir am Ende aussehen.
00:15:09: Wie schnell wir alternen und ob wir pupatieren.
00:15:13: Das sind Dinge, die durch Lebensstil wieder sind ... Lebensumstände, Ernährung
00:15:17: usw.,
00:15:18: alles beeinflusst.
00:15:19: Aber es gibt ein genetisches Programm, das läuft immer weiter
00:15:24: bis
00:15:25: zum Lebensende.
00:15:27: Und während dieser Lebenszeit verändert sich das Genom täglich.
00:15:32: In Tausenden Millionen von Zellen jeden Tag ändert sich das.
00:15:35: Da kommt so kleine Marker drauf auf dieses Genom.
00:15:39: Und diese Marker verändern die Aktivität der Zellen und damit der Organe, und erschweren quasi die Funktion der Organee.
00:15:46: Also ich habe wirklich einen funktionalen Einfluss.
00:15:49: Dieses Programm, dieses Lebensprogramm das da abläuft, das zu beeinflussen ist natürlich ein großer Traum.
00:15:54: Das rückgängig zumal reprogrammieren, umzusteuern... Einflugschneisen zu finden, wie man daran schrauben kann.
00:16:05: Dass man möglicherweise eines dieser entscheidenden Gene ... Es sind immer viele Gene, die beteiligt sind, dass wir das unterumstenen und ich glaube, dass es kommt sowieso kommt.
00:16:16: Diese Möglichkeiten werden angeboten, sie werden heute schon in den USA auch angebunden, da arbeiten auch viele dran, auch Wissenschaftler.
00:16:23: Wir müssen eigentlich gesellschaftlich darüber debattieren.
00:16:27: Veranstaltungen wie jetzt Länder auch ganz entscheiden, dass Wissenschaftler zusammensetzen um sich über diese moralischen ethischen oder juristische Aspekte Gedanken zu machen.
00:16:37: Dass das diskutiert werden muss rausgetragen und dann diskutiert wird.
00:16:42: Wenn du mich fragst bei ganz persönlich finde ich nichts Schlimmes daran wenn jemand versucht gesünder älter zu werden weil wenn er am Genom schrauben würde und es würde funktionieren.
00:16:53: aber das ist weit weg noch Das sind wir noch lange nicht.
00:16:56: Aber wenn es funktionieren wird, dann würde ich sagen ist derjenige, der das tut wahrscheinlich sehr viel bewusster im Umgang mit seinem Alter und mit seinem Leben auch in der Gesundheit insgesamt.
00:17:05: Stichwort Vorsorge unterwegs.
00:17:09: Und da spart man auch viel Geld.
00:17:10: eher spart viel Geld die Gesellschaft spart Geld.
00:17:12: vielleicht ist am Ende eine volkswirtschaftliche Rechnung ob diese ganze longevity am ende dazu führt dass man die gesundheit Die Gesundheitsspanne, das ist ja das Ziel, longevity die Gesundheitsspanne zu erweitern.
00:17:25: Dass das am Ende auch dazu führt dass die Gesundheitsökonomie entlastet ist.
00:17:30: Hoffentlich funktioniert.
00:17:30: es kann man sagen schon jetzt fehlen ja die bekanntermaßen die Pflegekräfte für die Alten und wir leben in einer überalterten Gesellschaft wo's eben sehr häufig ja auch um sehr einsam um die alten aussieht.
00:17:44: Ich gehe mit einem etwas mulmigen Gefühl aus dem Gespräch mit Joachim.
00:17:48: was passiert da eigentlich gerade?
00:17:49: Schrauben werden etwas an denen wir so richtig nicht schrauben sollten?
00:17:52: Tut mir da nicht etwas Verbotenes und könnte uns das nicht alles bald ziemlich um die Ohren fliegen?
00:17:59: Auf dem Weg zur Inselhalle, wo die Tagung stattfindet, zünd ich in einer Lindauer Kirche vorsichtseilamer eine Kerze an.
00:18:06: Hoffentlich schaut unser Schöpfer gnädig auf uns und unsere eigenen Schöpfungsversuche!
00:18:15: Angekommen in der Insel Halle treffe ich einen Mann, der aus einer heiligen Stadt kommt... Venkatraman Ramakrishnan, Spitzname Venki.
00:18:23: In two-fünfzig wird er in einer indischen Tempelstadt geboren und wächst als Sohn zweier Wissenschaftler auf, studiert Physik, promoviert dann aber in Biologie.
00:18:32: Zwei-tausendneun bekommt er den Nobelpreis für Chemie, seine Forschung zur Struktur und Funktion des Ribosomes – jener winzigen Fabrik in jeder Zelle die Proteine herstellt.
00:18:43: Den Glückwunsch anruft der schwedischen Akademie verpasst er fast wegen eines platten Fahrradreifens!
00:18:50: Vor einigen Jahren hat er einen Buch geschrieben, dass den Titel meines Großvaters umdreht.
00:18:55: Es heißt Warum wir sterben?
00:18:58: Meine erste Frage an Venki lautet allerdings wann fangen wir eigentlich damit an?
00:19:09: Interessanterweise eraltern wir nach manchen Kriterien tatsächlich ab dem Moment unserer Geburt, eigentlich schon ab dem moment der Empfängnis.
00:19:16: Schon im Mutterleib lassen sich Veränderungen in den Metholussierungsmustern beobachten – das sind Marker des Alters!
00:19:22: Nur überwiegt in der frühen Lebensphase die Entwicklung so stark dass das Alter kaum ins Gewicht fällt?
00:19:28: Die Frage ist also wann wir anfangen abzubauen Und darauf gibt es viele verschiedene Antworten.
00:19:41: Die Intelligenz zum Beispiel beginnt bereits ab den Zwanzigern zu sinken.
00:19:45: Ich meine natürlich den bloßen IQ-Wert, nicht den für das jeweilige Alter angepassten.
00:19:50: Ähnlich
00:19:50: ist es bei der Körperkraft – die Hundertmeter Laufzeit beginnt in unseren Zwanzigern schlechter zu werden und kann zwar mit modernen Methoden wie man es bei Roger Federer gesehen hat bis Ende XXX auf höchstem Niveau spielen aber das erfordert enorme Arbeit.
00:20:08: Selbst er konnte nicht mehr denselben Matchplan fahren wie in seinen Zwanzigern, sondern musste seine Kraft für die wichtigen Momente aufsparen.
00:20:16: Das Alter ist eben eine der unvermeidlichen Tatsachen des Lebens.
00:20:33: Denkys Buch über den Tod verspricht keine Lösung des Problems.
00:20:36: es verspicht kein Jungbrunnen und keine Pille gegen das Altern.
00:20:40: Ramakrishnan will erklären, was passiert wenn wir älter werden.
00:20:43: Warum das Leben irgendwann endet und warum sich daran auch in absehbarer Zeit wenig ändern wird?
00:20:51: Ich frage Ihnen, was wollen Wissenschaftler die über das Alternforschen eigentlich genau erreichen?
00:20:55: ein längeres oder ein gesünderes Leben?
00:21:01: Wir interessieren uns für die Gesundheitsspanne nicht für die Lebensspanne.
00:21:04: Das heißt, wir wollen dass Menschen länger gesund bleiben.
00:21:07: Nicht das sie länger leben.
00:21:09: aber wenn man das eine ohne das andere anstrebt nimmt man an, dass man bis ins hohe Alter gesund bleibt und dann plötzlich abbaut und stirbt.
00:21:16: Aber meine Frage ist Wenn man länger gesund ist warum sollte man dann plötzlich verfallen?
00:21:21: Es gibt keinen Beweis dafür Dass man mit einer längeren Gesundheitsspanne die langsam verfallen nicht einfach nur nach hinten verschiebt Und der Mensch tatsächlich länger lebt.
00:21:30: Dann hätten wir eine alternde Bevölkerung, die hundert bis hundertzwanzig wird.
00:21:33: Statt achtzig bis hunderte.
00:21:35: Gesundheit, Spanne statt Lebensspanne?
00:21:48: Ramakrishan stellt selbst die unbequeme Folgefrage – wenn der Körper länger gesund bleibt, warum sollte er dann plötzlich sterben?
00:21:54: Die Grenze zwischen gesünder Altern und länger Leben ist vielleicht doch fließender als wir denken!
00:22:00: Die Milliardäre des Silicon Valley investieren in Longevity Forschung, Putin lässt in Schweinen menschliche Organe züchten.
00:22:06: Was hält Ramakrishnan von all dem?
00:22:08: und vor allem was würde es bedeuten wenn das wirklich funktioniert?
00:22:15: Da bin ich agnostisch, aber ich weise in meinem Buch darauf hin wenn wir das Leben radikal verlängern.
00:22:20: Wenn etwa alle mehr als hundert werden wird dass die Gesellschaft auf unvorher siebare Weise verändern.
00:22:26: Das birgt ein Potenzial Ungleichheit zu verschärfen.
00:22:33: Warum?
00:22:34: Weil
00:22:34: wir mit dem Alter auch Vermögen, Macht und Einfluss anholfen.
00:22:38: Und in westlichen Demokratien hat der ältere Teil der Bevölkerung bereits einen unverhältnismäßig großen Einfluchs auf die Politik.
00:22:46: Wenn sie eine Politik verfolgen, die in irgendeiner Form gegen die Interessen älteren Menschen gerichtet ist werden Sie abgebildet.
00:22:58: Sie werden also Ungleichheit vergrößern.
00:23:00: Sie werden eine einseitige Politik erzeugen, dabei wollen sie doch eine Gesellschaft die wirklich neutral ist was die Bevorzugung bestimmter Generationen angeht.
00:23:13: Ein wichtiger Punkt Eine ältere Gesellschaft ist keineswegs eine bessere im Sinne von gerechtere dynamischere glücklichere.
00:23:20: Wer profitiert am Ende also wirklich von der Long Jevity?
00:23:23: Wer hat Zugang zu den Therapien?
00:23:25: und was passiert mit der Gesellschaft, in der die Älteren nicht nur mehr werden sondern nur die reichen mächtigen Alten überleben.
00:23:32: Ich frage ihn trotzdem ob das Eis nicht ein bisschen zu ungerecht ist gegenüber dem Fortschritt, den wir erlebt haben.
00:23:37: Immerhin sind wir heute schon doppelt so alt wie vor hundertfünfzig Jahren.
00:23:40: Hat da nicht schon eine radikale Form von Lebensverlängerung stattgefunden Und war die
00:23:45: nicht gut?
00:23:52: Wenn ich gegen radikale Lebensverlängerung argumentiere, lautet der Widerspruch.
00:23:56: Vor hundertfünfzig Jahren lebten wir im Durchschnitt nur halb so lang wie heute.
00:24:01: Also fragen nicht die Leute würden sie in diese Zeiten zurückwollen?
00:24:05: Wenn man bereit ist, eine Verdopplung der Lebenszeit zu akzeptieren und das für großartig hält, warum sind sie gegen eine weitere Verdopplung?
00:24:12: Logisch gesehen hätten Sie natürlich recht.
00:24:14: Aber mein Punkt ist ein anderer.
00:24:16: Unsere Lebenszeit hat sich im Vergleich zu früher verdoppelt weil wir die Faktoren ausgeschaltet haben, die sozusagen unnötigerweise zum Tod von Menschen geführt haben.
00:24:25: Kinderkrankheiten viele Infektionskrankkeiten viele Krebsarten, frühe Herzerkrankungen Das alles war nichts dass unvermeidlich und allgegenwärtig.
00:24:34: Aber das Alter ist etwas anderes.
00:24:37: Wenn wir das Leben jetzt radikal verlängern würden, täten wir etwas anderes als bisher, denn auch früher lebten einzelne Menschen bis neunzig – Michelangelo wurde fast neunzig.
00:24:46: Was wir jetzt anstreben wäre also etwas grundlegend anderes.
00:24:49: Etwas von dem ich sagen würde?
00:24:51: Es ist wesentlich
00:24:55: radikaler.".
00:25:20: Was wir bisher geschafft haben, ist vermeidbare Todesfälle zu verhindern.
00:25:25: Aber jetzt geht es ja um was anderes!
00:25:27: Jetzt geht es um das Vermeiden des Alterns an sich.
00:25:30: Am Ende unseres Gespräches frage ich Ramakrishan ob ihn die Beschäftigung mit dem Alter anders auf sein eigenes Leben schauen lässt Ob er jetzt weniger Angst vor seinem eigenen Tod hat.
00:25:46: Nun, ich würde nicht sagen, dass es einen Unterschied macht.
00:25:48: Aber ich würde sagen, schau!
00:25:49: Ich bin jetzt
00:25:50: seventy-vier.
00:25:51: Natürlich
00:25:51: denke ich mehr ans Ende als noch mit fünfzig.
00:25:54: Ich sollte auch erwähnen das mein Vater vor anderthalb Jahren gestorben ist.
00:25:57: Er wurde fast neunundneutzig und solange der Vater lebt denkt man ach da ist eine Generation vor mir.
00:26:04: aber wenn die Eltern weg sind merkt man...ich bin der nächste.
00:26:16: Der ehrliche Satz des weltberühmten Biologen und Lebensforschers berührt mich irgendwie.
00:26:24: Die Angst für dem Tod eint am Ende ja alle Klassen, Milieus- und
00:26:28: Schichten.
00:26:29: Ja verbindet sogar die verschiedenen historischen Epochen miteinander.
00:26:33: Keiner kann sich der Furcht vor dem eigenen Tod entziehen.
00:26:37: Egal wie berühmt, egal wie erfolgreich, egal, wie reich!
00:26:42: In den vielleicht bekanntesten Theaterstück des zwanzigsten Jahrhunderts in Hugo von Hoffmannstals jeder Mann Ganz seit elf in Berlin Uhr aufgeführt und heute der Höhepunkt jeder Salzburger Festspiele geht es um das Sterben eines reichen, gottlosen Mannes.
00:26:56: Und es geht um sein Flehen, um eine Fristverlängerung.
00:26:59: Long Javity Sehnsucht im Ernstfall sozusagen!
00:27:02: Der Titel des Stücks verweist aus Wesentliche... Jeder Mann also wir alle würde im Angesicht des Todesfuhr alles dafür geben noch ein klein bisschen länger weiterleben zu dürfen.
00:27:32: Was wissen wir?
00:27:33: Das weiß auch die Wissenschaft.
00:27:35: Deshalb boomt die Longevity-Forschung gerade so.
00:27:46: Was wir erleben, ist schon etwas wie eine Revolution und Sterblichkeit war noch nie so greifbar für uns wie jetzt.
00:27:52: aber zu welchem Preis?
00:27:54: Die Sehnsucht nach dem ewigen Leben ist so alt wie die Menschheit selber.
00:27:58: lange bevor es Forschungen dazu gab haben Menschen davon geträumt den Tod zu überlisten.
00:28:03: Die alten Griechen erzählten sich etwa folgende Geschichte Eos, die Göttin der Morgenröte liebte den Sterblichen Titonoss so sehr dass sie Zeus Barty im ewiges Leben zu schenken.
00:28:15: Zeus gewährte es aber Eos hatte vergessen auch ewige Jugend zu erbitten.
00:28:21: Titonos lebte und lebte lebte und lebete und wurde älter und älters und älters kleiner und kleiner bis am Ende nur noch seine keifende Stimme übrig blieb sagt der Mythos, sei die Zikade entstanden.
00:28:40: Ewiges Leben ohne ewige Jugend und vielleicht dann doch nicht zu erstrebenswert.
00:28:55: Der Traum, auch der zwei Frauen am Lebentisch im Berliner Restaurant.
00:29:10: Immer wieder in jeder Epoche dieselbe Sehnsucht.
00:29:14: und heute?
00:29:17: Vor drei Jahren habe ich die undenkbarste und verrückteste Frage gestellt, die man sich vorstellen kann.
00:29:23: Sind wir die erste Generationen, die nicht sterben wird?
00:29:26: Und um das herauszufinden, hab' ich ein Team von dreißig medizinischen Profis angeheuert.
00:29:31: Wir haben das biologische Alter aller meiner Organe gemessen!
00:29:34: Dann haben wir das Beste von dem angewendet was die Wissenschaft jemals zum Thema Gesundheitsspanne und Lebensspanne herausgefunden hat.
00:29:42: Es hat funktioniert.
00:29:44: weltweit die besten Biomarker.
00:29:47: Ich bin der gesündeste Mensch auf dem Planeten
00:29:49: Erde.".
00:29:54: Brian Johnson, Unternehmer Gründer von Braintree verkauft an PayPal für achthundert Millionen Dollar.
00:30:01: Heute investiert er sein Vermögen in ein einziges Projekt – sich selbst!
00:30:06: Er nennt es Blueprint.
00:30:08: Täglich schluckt er hunderte Pillen, lässt sich Lasern therapieren und vermessen.
00:30:12: Er nimmt Mixturen aus Süßwasseralgen, Aminosäuren und zimmt zu sich sogar seine Erektionen soll er überwachen lassen um Erkenntnisse über seine Gesundheit zu gewinnen.
00:30:21: Die letzten Nachrichten die wir von ihm erhalten scheinen seine ganze Unternehmung allerdings in Frage zu stellen.
00:30:27: Mein Magen frisst sich selbst auf schreibt der auf X. offenbar ist Johnson an einer Autoimmun-Gastritis erkrankt.
00:30:34: mein Großvater schrieb einen Ratgeber gegen das Frühe sterben.
00:30:38: Peter Thiel kämpft gegen den Tod Brian Johnson programmiert sich um.
00:30:42: Und was sagt die Wissenschaft?
00:30:44: Die Forschung hat inzwischen Erkenntnisse gewonnen, von denen mein Großvater nicht einmal träumen konnte.
00:30:48: Viele der Begriffe auf die ich in diesem Zusammenhang stoße, kenne ich nicht auf Anhieb.
00:30:53: Telomerase, epigenetische Reprogrammierung Sinolytica.
00:30:57: Klingt alles ein bisschen nach Science Fiction für mich!
00:31:00: Gut dass ich meinen treuen Begleiter Joachim dabei habe und ihn kurz fragen kann...
00:31:05: Telomerase ist ein Enzym, das in dieser Langlebigkeitsbranche in der Szene auch lange hochgehandelt wurde.
00:31:14: Telomerasse ist ein Entzym, dass im Zellen vorkommt und dafür sorgt, dass gewisse Masse die Zellen nicht altern.
00:31:23: Das tun sie indem Sie die Telomere nämlich die Enden der Chromosomen im Erbgut verändern.
00:31:31: Die Kappen auf den Chromosome wie jeder Mensch hat.
00:31:35: Die Kappen müssen vorhanden sein, die müssen möglichst lange sein.
00:31:41: Dürfen nicht erodiert sein und wenn das so ist dann altert man.
00:31:45: Wenn sie allerdings aufgebaut werden und es kann die Telomerase, dann kann man länger leben.
00:31:51: Dann kann die Zelle länger leben, vor allem aber am Ende auch die verschiedenen Organe.
00:31:56: Also das ist die Telomerase und die Telomeere für dieses Jahr an.
00:32:01: den Novelpreis gab übrigens an zwei Frauen damals, ganz seltener Fall zwei Frauen.
00:32:06: Carol Greider und vor allem Elizabeth Blackburn die ist berühmt geworden ja noch lange damit gearbeitet.
00:32:12: Die hat zum Beispiel gezeigt dass man durch die Lebensstiländerung wenn du dich gesund ernähresst.
00:32:17: Wenn du viel schläfst, gesund schläft und wenn du dann auch noch Sport machst kannst du diese Telomere Verkürzung verhindern ganz automatisch.
00:32:28: Dann brauchst Du eine Telomerase gar nicht.
00:32:31: die Telomerase als Long-Gividi Medikamente zu verwendet ist, ohnehin gefährlich.
00:32:37: Deswegen sind dann viel davon abgekommen weil ... Auch bei Krebszellen, nämlich die telomeraseaktivis.
00:32:43: Die Krebszenen leben davon in ihrer Langlebigkeit.
00:32:46: Krebszelnen sind ja deswegen wuchern sie, weil sie quasi eine hohe Telomerase-Aktivität haben.
00:32:52: Also wieder ein Dual Use Problem?
00:32:54: Ein Dual Use-Problem in der Zelle und damit auch jetzt in der Longevity-Szene.
00:32:59: Und jetzt gibt es eine neue Hoffnung und die heißt eben Senolytica.
00:33:02: Was hat's da mit auf sich?
00:33:03: Senolytticas sind Zellen... Die Zombie-Zellen aus dem Körper entfernen, aus den Organen.
00:33:09: Wir bei uns sterben ja ständig Zellen ab und diese absterbenden Zellen können in einem bestimmten Zustand verharren, indem sie aber nicht richtig tot sind sondern so halbtot quasi.
00:33:21: Und dann bilden sich quasi durch Immunreaktion Entzündungen.
00:33:26: Entzindungen sind auf Dauer sehr schädlich macht das Gewebe kaputt, das macht die Organe kaputt.
00:33:33: Und diese Sennolytica kann man verwenden um diese Zombizellen quasi zu entfernen und dann hat man natürlich auch Jahre gewonnen unter Umständen.
00:33:45: Jetzt haben
00:33:45: wir über also verschiedene Enzyme und Möglichkeiten der Einnahme von Mitteln gesprochen.
00:33:51: aber jetzt gibt es ja einfach mal den Blick in die Natur und die Frage zum Beispiel da gibt es Tiere Die berühmten Elefantengedächtnisse, also Elefanten werden ja sehr alt zum Beispiel.
00:34:04: Aber es gibt auch andere Tiere.
00:34:05: Was können wir denn lernen?
00:34:06: jetzt mal abschließend gefragt?
00:34:07: Wenn wir in die Natur schauen für unsere longevity-Fragen.
00:34:10: Die Natur ist so reich an langlebigen Tieren das wäre dann natürlich dass die Wissenschaft da viel sucht und sie findet.
00:34:17: Das besondere Elefante ist, dass Sie keinen Krebs kriegen.
00:34:23: Das haben sie mit den Nacktmullen.
00:34:24: Mit ganz kleinen Elefanten zu Nagetieren, winzige mausgroße Nagetier die werden zwanzig dreißig Jahre alt obwohl kein nagetier der welt so alt werden kann.
00:34:34: also fünf sechs jahre ist dann schon viel frage warum?
00:34:38: weil sie ein gen haben sogar in dem fall zwei gehen aber ein besonderes gen dass wir menschen übrigens auch haben nur bei uns macht es eben das nicht was es bei den nackt mulen macht Sorgt nämlich dafür, dass DNA-Schäden, die so im Laufe der Jahre dann in der DNA der Zellen entstehen.
00:34:57: Dass diese repariert werden.
00:34:58: DNA-Reparatur also Gene spielt auch eine große Rolle.
00:35:01: Genreparatur ist wie Sennolytika eben wie Telomere, die zum Genomya gehören.
00:35:07: Ist das ein wichtiger Punkt?
00:35:08: Also Gene und das ist bei Grönlandhain genauso, bei Grünlandwahlen.
00:35:12: Grönlandshaie können nachweislich über vierhundert Jahre.
00:35:16: Grünlands Wale können über zweihundert Jahre werden.
00:35:19: nachweisig Ungewöhnlich hängt natürlich an ihrer Lebensweise in der Arktis zusammen, langsamer Stoffwechsel.
00:35:25: Kältekammer?
00:35:28: Aber auch da gibt es eben zelluläre Mechanismen die man nutzen will in der Longivity-Szene um davon zu profitieren und das auch bei uns anzuwenden.
00:35:41: Zombie-Zellen nackt Mulle Elefanten mit zwanzig Tumor-Suppressor gehen.
00:35:46: ich merke die Natur ist uns infilm voraus Und die Wissenschaft versucht gerade von ihr abzuschauen.
00:35:52: Manche Menschen haben das Wunder des überlangen Lebens allerdings auch ganz von alleine geschafft.
00:36:01: Das ist Jean Calment an ihrem hundertzwanzigsten Geburtstag.
00:36:06: Achtzeitfünfundsiebzig wird sie in Arles-Südfrankreich geboren, da ist Bismarck noch Reichskanzler, da gibt es noch keine Glühbirne, noch kein Auto, noch keinen Telefon.
00:36:15: Jean Calement wird all das erleben und noch viel mehr... Sie behauptet sogar Vincent van Gogh noch persönlich begegnet zu sein.
00:36:22: Sie wird dann zwei Weltkriege überleben, das Fernsehen kennenlernen, die Mondlandung und das Internet.
00:36:30: Mit uem achtzig Jahren beginnt sie mit dem Fechten!
00:36:34: Fünfzehn Jahre später fährt sie noch immer Fahrrad und lebt über zehn weitere Jahre weitgehend selbstständig.
00:36:40: Mit Hundert Siebzehn versucht sie dann, endlich mit dem Rauchen aufzuhören – nicht aus gesundheitlichen Gründen sondern weil sie jetzt blind ist und niemanden um Feuer bitten möchte.
00:36:50: Am vierten August nineteenundneunzig stirbt Jean Calment mit hundertzwanzig Jahren!
00:36:57: Kein Mensch dessen Alter dokumentiert ist hat länger gelebt.
00:37:02: Ihr Geheimnis?
00:37:03: nach eigenen Angaben, Olivenöl Knoblauch Gemüse und regelmäßiger Entschluck Portwein.
00:37:11: Auf die Frage wie diese Frau so alt werden konnte warum sie nicht früher gestorben ist hat auch die Wissenschaft keine klare Antwort.
00:37:18: Es ist leichter zu sagen warum jemand stirbt als einen Grund dafür zu finden warum er so lange lebt.
00:37:23: Hundertzweiundzwanzig Jahre ohne Labor ohne Nahrungsergänzungsmittel.
00:37:28: Ich frage mich was hätte Jean Calment wohl von Brian Johnson gehalten?
00:37:33: Mich beeindruckt ihre Stierunerschöpfliche Lebenskraft.
00:37:36: Und, dass sie eine Fächterin war – das beeindruckend mich als langjährigen Degenfechter natürlich auch!
00:37:43: Vielleicht liegt ja sogar im Fechtsport das eigentliche Geheimnis eines langen und erfüllten Lebens... Hier in Linda aus jedenfalls einer der Nobelpreistträger Jean Calment dicht auf den Fersen.
00:38:03: Sein Name?
00:38:04: Walter Gilbert.
00:38:05: Der heute vierneinzigjährige hat neunzehnachtzig vor über vierzig Jahren den Nobelpreis für Chemie erhalten, dafür dass er eine Methode entwickelt hat die menschliche DNA zu lesen sozusagen den Quelltext unseres Lebens.
00:38:18: Wie ist er so alt geworden?
00:38:23: Ich mache Sport, ich habe einen Heimtrainer und ich gehe viel spazieren.
00:38:27: Ich habe Glück!
00:38:27: Meine DNA ist schon etliche Male sequenziert worden und wir haben darin nie etwas Schrecklich Gutes gefunden was ja auch schön ist aber wir haben auch nie etwas schrecklich Schlimmes darin gefunden.
00:38:39: Wissen Sie, ich wünschte, ich hätte ein echtes Erfolgsrezept.
00:38:42: Ja!
00:38:43: Ich bin Vegetarier – das ist die eine Sache, die ich tatsächlich empfehlen würde.
00:38:51: Er
00:39:01: achtet auf seine Gesundheit, geht spazieren verzichtet auf Fleisch und nimmt ein bisschen B-Zwölf.
00:39:05: Dass er seine eigene DNA kennt wie andere den Inhalt ihres Kühlschranks spielt dabei vielleicht auch eine Rolle.
00:39:12: Nach seiner Emeritierung hat sich Walter Gilbert der Fotografie gewidmet Wissenschaft und Kunst.
00:39:16: für ihn ist das kein Widerspruch.
00:39:18: heute macht er nicht mehr so viele Bilder wie
00:39:20: früher
00:39:20: denkt aber noch längst nicht ans Aufführen.
00:39:27: Ob ich Träume habe?
00:39:28: Ziele Ich mache immer noch ein bisschen Kunst, ein paar Ausstellungen und ich schaffe noch so zwanzig bis dreißig Bilder im Jahr.
00:39:35: Aber nicht bei Hunderte wie früher!
00:39:37: Ich quatsche mit meinen Enkelkindern, spreche mit Leuten – ich habe Kontakte.
00:39:42: Ich bin auch weiterhin interessiert an neuen Ideen in der Wissenschaft.
00:39:46: Nicht mehr eigene Forschung was ein bisschen schade ist aber meine Ziele sind weiter hin immer noch dazu zu
00:39:56: lernen.".
00:39:56: Kreativität in Brian Johnson's durchgetakteten Jungbrunnen-Tag stand es dafür, keinen Platz mehr zu geben.
00:40:04: Ich denke an den Satz aus dem Buch meines Großvaters – im Mittelpunkt unserer Bemühungen um ein längeres Leben muss die Seele stehen!
00:40:13: Das Leben nur als biologisches Faktum zu betrachten ist eine genauso fatale Haltung wie es einfach unbewusst an sich vorbeiziehen zu lassen.
00:40:21: Das Entscheidende könnte doch am Ende sein das Leben als ein Geschenk zu eigenen Hände nehmen kann.
00:40:28: Egal ob mit dreißig oder mit neunzig, der Blick kann in eine offene Zukunft gehen wenn wir nicht einfach nur jungen bleiben wollen sondern Lust auf neue junge Erfahrungen haben den Lebensfunken so wie wir ihn zu Beginn dieser Folge gehört haben immer im Ohr behalten.
00:40:43: und doch drängt sich bei mir an dieser Stelle ein etwas schwerer Gedanke dazwischen was?
00:40:49: Wenn der Körper da nicht mehr mitspielt, wenn er krank wird, ein lebenswichtiges Organ versagt einen Schmerz ihn lähmt obwohl der Lebenshunger im Kopf und dem Herzen noch so groß ist.
00:41:03: Ich treffe Oleksandra Czabanovska, sie ist Doktorantin an der Universitätsmedizin Rostock kommt ursprünglich aus der Ukraine und ist eine jener jungen Wissenschaftlerin die hier in Lindau eingeladen sind.
00:41:19: Also wir führen sogenannte Zähreprogrammierung durch.
00:41:32: Das heißt, die Zellen in unserem Herzen werden umgewandelt, um eben diese Funktion eines Schrittmachers zu übernehmen und für die Zukunft bedeutet das dass die Menschen irgendwann nicht mehr auf einen Implantat
00:41:46: angewiesen sind,
00:41:47: sondern die können jetzt vereinfacht gesagt mit so einer Spritze,
00:41:52: mRNA-Spritze
00:41:53: direkt im Herzen so einen eigenen biologischen Schrittmacher entwickeln.
00:41:57: Die Zellen werden mit einer mRNA-Spritze umprogrammiert.
00:42:00: Die Technologie, die wir aus den Corona-Impfstoffen kennen könnte auch hier helfen.
00:42:04: Die Grundlage dafür hat ein japanischer Forscher gelegt der den Nobelpreis dafür bekommen hat.
00:42:10: Er hat gezeigt, ausgereifte Zellen lassen sich in frühere Entwicklungsstadien zurückversetzen Sie lassen sich gewissermaßen verjüngen und aus dieser Entdeckung ist dann ein ganzes Forschungsfeld geworden.
00:42:21: Darauf aufbauend forscht Alexander jetzt an etwas potenziell revolutionär einem biologischen Herzschrittmacher der den künstlichen ersetzen könnte.
00:42:30: Millionen von herzkrankenden Menschen weltweit könnten davon profitieren.
00:42:36: Ich frage sie Wie weit sie mit ihrer Forschung wirklich ist?
00:42:40: Kurz zögert Sie, dann gibt's ihr eine ehrliche Antwort.
00:42:43: Noch nicht sehr weit!
00:42:44: Es liegt noch ein langer, ein steiniger Weg vor Ihr Ein Weg wie bei Katalinen Kariko, jene zum Wissenschafts-Star gewordene Biochemikerin die Jahrzehnte lang zu mRNA geforscht hat und im Jahr zwanzig dann den Nobelpreis bekommen hat.
00:43:00: Mit ihr spreche ich in der nächsten Folge.
00:43:01: Kariko hat heute Morgen einen Vortrag gehalten, der vor allem vom Scheitern in ihrer wissenschaftlichen Karriere handelte.
00:43:08: Alexandra war wie ich dabei und sie sagt jetzt ganz klar... Das ist mein Vorbild.
00:43:14: Auf jeden Fall, sie ist auch so eine Frau und ein starkes Vorbild für mich persönlich weil Sie ja auch in diesem Feld arbeiten.
00:43:22: Und sie hat auch gezeigt wie ihr Karriereweg
00:43:24: gelaufen ist.
00:43:26: So wie eine Achterbank hoch und runter, hoch und herunter und sie hat nicht aufgegeben.
00:43:30: Sie hat hier wirklich bis zum Ende treu ihrem Forschungsthema
00:43:35: geblieben
00:43:36: Und sie hat auch einen Preis dafür
00:43:38: jetzt.
00:43:38: Nicht wegen des Nobelpreises, sondern wegen Karikos Ausdauer, wegen des Scheiterns und immer wieder besser Scheiters!
00:43:47: Dann frage ich Sie nach Ihrer Herkunft, nach Ihrer Heimat?
00:43:51: Alexander kommt aus Odessa dieser wunderschönen ukrainischen Stadt die jetzt von russischen Bomben bedroht wird.
00:43:59: Mit achtzehn ist Alexander nach Deutschland gekommen.
00:44:01: seitdem forscht sie hier Während wir in Lindau spazieren gehen, am Bodensee in dieser fast unwirklichen Idylle kämpfen Menschen in ihrem Alter auf dem Schlachtfeld.
00:44:13: Ich frage Sie direkt, ob sie das nicht manchmal irre macht?
00:44:16: Diese zwei Welten, diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen.
00:44:20: Ja, das ist natürlich ein großes Thema ... Man hat es ständig im Hinterkopf... In der Heimat ist es nicht einfach, dass die Menschen dort konfrontiert sind mit Leben und Todfragen täglich.
00:44:37: Auch Wissenschaftler, die dort sind ... Das ist ein großer Vorteil hier zu sein.
00:44:44: Ich bin auch froh, hier sein zu dürfen!
00:44:47: Du vorschst am Leben während deines Alters in der Ukraine den Tod finden?
00:44:54: Ja, das kann man
00:44:55: so sagen.
00:44:56: Das ist sehr traurig.
00:44:57: im Umkehrschluss Hoffe ich mal, dass ich auch mit meiner Forschung irgendwie
00:45:02: im Leben
00:45:03: das Leben wieder erhalten
00:45:05: kann.
00:45:06: Zum Schluss frage ich Sie noch wie sie diese unsere gegenwärtige Zeit eigentlich beschreiben würde?
00:45:14: Kurz zögert sie.
00:45:15: vielleicht war es jetzt eine etwas zu philosophische Frage.
00:45:18: dann holt sie aus.
00:45:20: Ich würde die Zeit beschreiben als faszinierend einerseits Aber auch unglaublich instabil andererseits, denn man weiß ja nicht richtig wie der nächste Tag ist.
00:45:33: Was dann kommt politisch
00:45:35: betrachtet?
00:45:36: Es passiert jeden Tag was Neues aber ich würde sagen es ist trotzdem hoffnungsvoll.
00:45:44: also ich bin positiv was die
00:45:45: Zukunft angeht.
00:45:47: Ich
00:45:47: finde wir als Menschheit haben echt schon viel geschafft und ich denke Wir werden auch noch sehr viel schaffen können, also in positiven Sinne sehr viel Entwicklung schaffen können.
00:45:59: Mit
00:45:59: dieser hoffnungsvollen der zukunft zugewandten Stimme im Ohr verabschiede ich mich aus dieser Folge.
00:46:05: Ich weiß nicht ob wir bald ewig leben können werden.
00:46:09: Die Wissenschaft sagt Nein!
00:46:10: Nicht wirklich die Tech-Welt und die Lifestyleindustrie macht uns glauben doch irgendwie schon.
00:46:16: Vielleicht ist aber auch die viel wichtigere Frage Ist die Jugend wirklich eindeutig der beste Lebensabschnitt?
00:46:23: Oder gibt es nicht auch das ideale Alter?
00:46:26: Ist die Entdeckung oder die Erfahrung besser?
00:46:31: Das wären zum Abschluss jetzt so meine Fragen, die ich sehr gerne weitergeben würde.
00:46:35: Wer eine Antwort darauf schicken mag, der macht mir eine große Freude und gern auch sonst alle Kritik, alle Verbesserungshinweise, alle weiterführenden Erkenntnisse an podcastetfaz.de.
00:47:02: Erinnern wir uns ruhig häufiger daran!
00:47:06: Funken, einem winzigen Aufleuchten das am Anfang steht und uns anfeuert.
00:47:12: Uns Kraft und Hoffnung gibt ein Aufleuchtung dass bis zum letzten Atemzug in uns ist Und dann Verlischt es.
00:47:22: Das Leben endet irgendwann irgendwie.
00:47:27: Selbst wenn wir den Tod nicht fürchten Dann fürchten wir doch die Krankheit des Leiden.
00:47:31: Wie gehen wir mit der Angst davor um und welche Chancen haben wir unseren gefährlichsten Entgegner, den Krebs zu besiegen?
00:47:39: Diese Menschheitsfrage stellen uns in der nächsten Folge.
00:47:59: In der Rolle des Leuchtturmwerters und Wissenschaftsvermittlers Joachim Müller-Jung.
00:48:03: Coautoren und Redaktion Pia Heinemann, Piotra Heller und Andreas Kruppock.
00:48:07: Koordinationen und Recherche Max Stange.
00:48:10: Aufnahmmusik Sounddesign Niklas Kleber Schnitt Kevin Gremel und David Rucklacher.
00:48:17: Grammaturgie und Regie, Michael Götz.
00:48:19: Besonderer Dank geht an Birgit Schardt Thomas Gruba Daniela Thiel Und das Kuratorium für die Lindauer Nubelpreis Triggertagungen sowie an das Museum Karatzen in Lindau.