00:00:04: Es lebt in unseren Händen, um die Welt zu ändern.
00:00:30: Gerade ist die Auftaktveranstaltung der Lindauer Nobelpreisträger-Tagung zu Ende gegangen.
00:00:34: Sie richtet sich an die Stadtbevölkerung und findet am Abend vor der offiziellen Eröffnung statt, auf der Bühne.
00:00:40: Jose Manuel Barroso, ehemaliger EU-Kommissionspräsident.
00:00:44: Er hat Jahrzehnte zwölf Stellvertreten für alle EU-Bürger den Friedensnobelpreis entgegengenommen – und dann noch der Friedensnobelpreistrigger von zwei Tausend Zweiundzwanzig, Alice Bjajacki… Der Mann, den ich jetzt treffe!
00:00:59: Er betritt den Raum gemeinsam mit seiner Frau und einem Dolmetscher.
00:01:02: Englisch will er nicht sprechen, erst vor einem halben Jahr ist der aus der Haft freigekommen nachdem die USA einige Sanktionen gegen seinen Heimatland Belarus fallen gelassen haben.
00:01:11: Vor vier Jahren wurde er in Stockholm mit dem Friedenssobelpreis ausgezeichnet.
00:01:15: Von dem Nobelpreis erfährt er durch einen Mithäftling.
00:01:18: Eine offizielle Mitteilung erreicht ihn dort nicht.
00:01:20: Dafür ein Brief vom städtischen Finanzamt mit der Frage ob er sein Preisgeld auch ordentlich versteuern würde.
00:01:28: Wie war das für ihn, hinter Gittern von so einer Weltehrung zu erfahren?
00:01:38: Ich denke dass abgesehen davon auch gewöhnliche Mitgefangene die für kriminelle Taten verurteilt wurden gut mit politischen Gefangenen
00:01:46: umgehen.
00:01:48: Dutzende von einfachen Kriminellen helfen mir in diesen Situation.
00:01:52: Mit kleinen Dingen,
00:01:53: ein
00:01:53: Hinweis hier eine Warnung dort, eine Information.
00:01:57: Diese Unterstützung durch die Mitgefangenen war sehr stark für mich und natürlich stärkte auch der Nobelpreis moralisch Die Tatsache dass ich Nobelpreisträger war, stärkte mich innerlich sehr.
00:02:30: Ich
00:02:37: habe Angst vor einem Auto überfahren zu werden.
00:02:39: Mehr nicht, wirklich!
00:02:41: Wenn man sich in einer solchen Ausnahmesituation befunden hat, wie ich, dann hat man vor anderen Dingen keine große Angst mehr.
00:02:48: Auch im Gefängnis hatte ich keine Angst!
00:02:50: Ich wusste wofür ich eingesperrt worden war...
00:02:53: ...ich
00:02:53: wusste dass ich es durchhalten musste und was dann kommt das
00:02:57: kommt.".
00:02:59: Bieljadski setzt sie schon sehr lange für Menschenrechte ein.
00:03:02: Im Jahr nineteen-sechs neunzig hatte er die Organisation Jassna gegründet.
00:03:06: zu Deutsch Frühling, eine Reaktion auf die autoritäre und revisionistische Politik des seit fourneunzig regierenden Lukashenko.
00:03:14: Über die Jahre dokumentiert er wie das Lukaschenko-Regime mit politischen Gefangenen umgeht – bis er selbst einer wird.
00:03:22: Zum ersten Mal wird der Zwei-Tausend-Eilf zu vier einhalb Jahren lagerhaft verurteilt, kommt dann zwei Jahre später wieder frei.
00:03:48: Ich frage ihn, ob er eigentlich findet dass uns im Westen unsere Werte zu selbstverständlich geworden sind.
00:03:58: Nein, das sehe ich nicht so.
00:03:59: Das alles ist gewachsen es kam nicht aus dem Nichts Es hat sich in ihren Gesellschaften entwickelt und dieser Prozess hatte seinen Preis.
00:04:07: Nichts wird einem einfach so gegeben.
00:04:10: Und natürlich muss das, was man hat geschätzt werden!
00:04:13: Aber man muss es auch stärken wie einen Garten, den man ständig beschneiden und gießen
00:04:17: muss.
00:04:18: Tut man das nicht?
00:04:19: Verwildert er – und nichts Gutes fix mehr
00:04:22: rein.".
00:04:23: Das ist
00:04:24: die
00:04:30: Sommer-Serie im FAZ Podcast für Deutschland.
00:04:34: Mein Name ist Simon Strauss Ich bin Redakteur im Föhtor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Und für diese Serie reise ich an einen sonderen Ort nach Lindau am Bodensee, wo sich jedes Jahr im Frühsommer Nobelpreisträger aus aller Welt treffen.
00:04:49: Gemeinsam mit hunderten jungen Wissenschaftlern.
00:04:52: Die absolute Forschungselite trifft auf ihren Nachwuchs diejenigen, die vielleicht die revolutionären Entdeckung von morgen machen werden.
00:05:02: Sechs Folgen?
00:05:03: Sechs große Menschheitsfragen!
00:05:06: Ich bin mittendrin in Lindau in der aufregendsten Denkfabrik unserer Gegenwart.
00:05:11: Mehr daran am Weltgeist war ich noch
00:05:14: nie.".
00:05:15: Sie hören Folge vier, in dieser Episode geht es um Abschreckung und Aufrüstung, um Hunger und Wohlstand und um die alles entscheidende Frage, wem nützt der Krieg?
00:05:26: Und wer kann Frieden schaffen?
00:05:30: Am Rande der Lindauer Tagung treffe ich mich mit José Manuel Barroso.
00:05:34: Zehn Jahre lang war er das bekanntste Gesicht Europas.
00:05:37: Von dem Jahr zwei-tausend vier bis vierzehnt war Präsident der Europäischen Kommission und seine Amtszeit fällt unter anderem die EU Erweiterung, der Vertrag von Lissabon und die Bewältigung der Finanz- und Eurokrise.
00:05:50: nach seinem Ausscheiden sorgte sein Wechsel zur Investmentbank Goldman Sachs für Aufsehen und einige Kritik.
00:05:58: Heute sitzt mir ein Mann gegenüber, dem man die Last der Erfahrung irgendwie anmerkt und er überraschenderweise einen literarisch geprägten Blick auf die Weltlage hat.
00:06:08: Gleich zu Beginn zitiert er den russischen Schriftsteller Dostoyevsky.
00:06:14: In Dostroyevskis Die
00:06:16: Brüder Karamazov gibt es eine Figur,
00:06:17: die sagt
00:06:18: mein Vater mochte die Menschheit im Allgemeinen
00:06:21: aber er hasste jeden
00:06:22: einzelnen Menschen im Besonderen.
00:06:25: Und ich denke,
00:06:25: das zeigt uns, worauf es heute
00:06:27: ankommt.
00:06:27: Nämlich dass wir keine Liebe
00:06:29: zur Menschheit im Allgemeinen
00:06:30: brauchen,
00:06:31: sondern die Liebe zu den einzelnen
00:06:32: Menschen.".
00:06:35: Tatsächlich sieht Barroso die einzige Lösung für die Probleme unserer Welt in der Konzentration auf das Einzelne Individuum.
00:06:44: Es
00:06:44: ist ganz klar... angesichts des derzeitigen polarisierten,
00:06:48: fragmentierten und instabilen
00:06:50: globalen
00:06:51: Systems.
00:06:52: Angesichts des Zusammenbruchs
00:06:53: der multilateralen Ordnung
00:06:55: werden wir
00:06:55: keine großen
00:06:56: Fortschritte
00:06:56: erzielen
00:06:57: wenn wir weiterhin in Kategorien
00:06:58: wie Regierungen,
00:07:00: Staaten,
00:07:00: Interessen-
00:07:01: und Machtdenken.
00:07:03: Wir müssen den
00:07:03: Fokus auf die Menschen
00:07:04: richten –
00:07:05: auf konkrete
00:07:05: Menschen
00:07:06: nicht auf ein abstraktes
00:07:07: statistisches Konzept
00:07:08: der Menschheit
00:07:09: sondern auf jeden Einzelnen insbesondere auf die Kinder.
00:07:13: Darauf kommt es nicht.
00:07:18: Der Menschheit sagt will betrügen, dieser berühmte Ausspruch des umstrittenen Staatsrechtler Carl Schmidt ist inzwischen zu einem Kalenderspruch für all jene Verkommen die die Idee universeller Menschenrechte reflexhaft ablehnen.
00:07:31: Schmitt argumentiert ursprünglich dass Staaten die im Namen der Menschheit handeln sich oft nur als Vertreter universeller Werte
00:07:37: geben
00:07:38: tatsächlich aber eigene politische Interessen verfolgen.
00:07:42: Barroso greift diesen Gedanken auf und verweist auf die Bedeutung der individuellen Menschenwürde.
00:07:48: Frieden schafft man nicht durch Liebeserklärungen an die gesamte Menschheit, sondern so Barroso nur durch den Einsatz für das Schicksal einzelner.
00:07:56: Einsatz für Menschen wie Bialjadski.
00:08:00: Das stimmt zweifelsohne!
00:08:01: Aber ist es immer nur so?
00:08:03: Oder braucht es mitunter nicht doch auch die Sorge, um unsere Spezies als Ganzes und Friedensstiften zu wirken?
00:08:09: Denken wir zum Beispiel an die Abrüstung.
00:08:11: Die Abwendungen der nuclearen Bedrohung.
00:08:13: aber denken wir ja auch an das was wir da künstlichen Intelligenz jetzt werden entgegensetzen müssen, um als Menschheit im Ganzen... ...zu bestehen!
00:08:22: Die Frage nach Krieg und Frieden beschäftigt die Lindauer Nobelpreistriertagung von Beginn an.
00:08:30: Juli, neunzeitfünfundfünfzig.
00:08:32: am anderen Ende des Bodensees liegt die Insel Mainau Der Sitz des Grafen Bernadotte, jemen schwedischen Adligen der bei der Gründung der Tagung so eine wichtige Rolle gespielt hat.
00:08:43: Dort in Mainau geht die Nobelpreisträger-Tagung traditionell zu Ende.
00:08:48: Achtzehn Nobelpreissträger unterschreiben an diesem Juli-Tage ein Dokument.
00:08:52: Die Idee eine gemeinsame Erklärung abzugeben kommt während der Tagungen in Lindau auf.
00:08:58: Initiiert wird sie offenbar von den deutschen Atomforschern Max Born und Otto Hahn.
00:09:03: Die gemeinsame Text passt auf eine einzige Dienerviersite und beinhaltet nur eine einzige eindringliche Warnung.
00:09:11: Eine Warnungen vor dem drohenden
00:09:14: Atomkrieg.".
00:09:15: Der Schlusssatz lautet, alle Nationen müssen jetzt zu der Entscheidung kommen freiwillig auf die Gewalt als letztes Mittel der Politik zu verzichten.
00:09:33: Die Reaktionen der Weltpolitik schweigen.
00:09:36: Keine Konsequenzen, kein Nuklearwaffenbahn!
00:09:40: Und doch markiert die Meinau-Deklaration den Ursprung der Friedensbewegungen.
00:09:44: Sie hat den Grundstein für die Abrüstungspolitik gelegt – ein Grundstein mit einem besonderen symbolischen Gewicht.
00:09:51: Wenn die gleichen Wissenschaftler, die Atomwaffen mit ihren Theorien und ihrer Forschung überhaupt erst möglich gemacht haben, fordern jetzt dazu auf diese Technologie zu verdammen.
00:10:02: Wie kam es dazu?
00:10:03: Was hat diese Männer bewogen, diesen Schritt zu tun?
00:10:06: In diese Frage zu beantworten müssen wir noch ein paar Jahre zurückgehen.
00:10:10: Hören wir in einen Vortrag den der Chemiker Otto Hahn mit Fritz Strassmann und Liese Meitner Entdecker der Kernspaltung.
00:10:32: schon nach wenigen Jahren einen so drastischen Beweis ihre Durchführbarkeit erbringen würden, wie es die Atombomben in Nagasaki und Hiroshima gezeigt haben.
00:10:44: Und ich glaube das heute alle Menschen und alle Völker, die guten Willen sind doch die Hoffnung haben dass die segensbringenden Wirkungen der in der gesteuerten Maschine geregelten Kernenergie den Sieg davon tragen möge über die Schrecken der zur Zerstörung führenden ungesteuerten Reaktionen, die zu den Bomben führen.
00:11:31: Das ist für
00:11:32: mich die wahre
00:11:32: Erholung.
00:11:33: Wenn ich ruhig schaffen darf, was ich in Afrika ja nicht kann, dann bin ich durch den Betrieb im Spital und alles eingenommen.
00:11:42: Und da kann ich nur so nebenbei schaffen in
00:11:44: der Nachtstunde.
00:11:45: Aber wenn ich
00:11:46: so
00:11:47: aufsehe darf wie jetzt in Europa und mir Sachen nachher setze ich mich gleich an die Arbeit.
00:11:52: das ist für me
00:11:53: das helleste
00:11:54: Ruhm.".
00:11:55: Das ist die Stimme von Albert Schweitzer.
00:11:57: Er ist der erste Friedensnobelpreis Trigger, der an der Lindauer Tagung teilnimmt.
00:12:02: Wer war dieser heute weltberühmte Mann?
00:12:05: Schweizer wird achtzehnfünfundsiebzig im älsäßischen Kaisersberg geboren, studiert Philosophie und Theologie in Straßburg verfasst eine viel beachtete Bachbiografie und wird Professor für Theologie.
00:12:18: Mit dreißig hängt er dann seine Universitätslaufbahn an den Nagel und studiert Medizin.
00:12:23: Dann geht er mit seiner Frau Helene nach Afrika ins heutige Gabun und baut dort ein Krankenhaus auf.
00:12:28: Sein Hauptaugenmerk gilt fortan der Behandlung von Libra-Kranken.
00:12:33: Im Jahr twoundfünfzig bekommt er den Friedensnobelpreis dann allerdings für seinen Einsatz gegen das Atomache Wettrüsten.
00:12:40: In seiner Nobelpreisrede warnt er eindringlich vor der Gefahr eines Atomkriegs.
00:12:45: Wenige Monate zuvor ist er in Lindau, was er dort sagt hat große Folgen.
00:12:51: Werner Heisenberg, einer der bedeutendsten Physiker des Zwanzigerhunderts überdenkt die humanitäre Seite der Wissenschaft.
00:13:00: Zwei sehr unterschiedliche Männer – Urwaldarzt und Quantenmechanik.
00:13:06: Vielleicht ist das der eigentliche Geist von Lindau, dass hier Begegnungen möglich werden, die sonst nicht stattfinden würden?
00:13:13: Heisenburg wird später noch von einem besonderen Abend mit Albert Schweizer in Lindau berichten!
00:13:32: Von den leider nur seltenen Begegnungen mit Albert Schweizer ist mir ein nächtliches Treffen in einer alten Barockkirche der Stadt am deutlichsten im Gedächtnis geblieben.
00:13:41: Wir waren damals alle etwas ermüdet von den Vorträgengesprächen und Diskussionen der Lindauer Tagung.
00:13:46: Albert Schweitzer hatte sich erboten, einigen wenigen von uns noch spätabends auf der Orgel der Stiftskirchen Bach vorzuspielen.
00:13:54: Vertiefte sich dabei liebevoll in die ihm so vertrauten Einzelheiten dieser
00:13:59: Kunstgebilde.".
00:14:00: Uns wurde dabei unmittelbar deutlich, dass seine Sorgfalt im Eingehen auf die Bachsche Musik und seine Sorgefalt in Umgang mit Menschen der gleichen
00:14:10: Wurzel entsprang.
00:14:12: Ob es nun die Barsche Orgelmusik war oder Schweizers eindringliche Worte zuvor zum möglichen Atomkrieg In jedem Fall führt sein Aufenthalt in Lindau zu einer Erkenntnis
00:14:22: Nicht
00:14:22: nur Politik nicht nur Gesellschaft hat sich schuldig gemacht sondern auch die Wissenschaft.
00:14:28: sie hat eben nicht nur eine humanitäre ist jedoch eine sehr düstere Todbringenseite.
00:14:35: Das Gefühl, dass Heisenberg und die anderen seitdem haben lautet wir müssen die Geister, die wir riefen irgendwie wieder loswerden.
00:14:43: Dieses Gefühl verfolgt manche Nobelpreisträger in Lindau Bis heute.
00:14:54: Ich möchte erwähnen, dass es kürzlich Simulationen gab bei denen zwei KI-Systeme gegeneinander Krieg führten.
00:15:00: Sie hatten verschiedene Möglichkeiten auf die jeweils andere Seite zu antworten.
00:15:04: In fast allen diesen Simulation wurde sehr schnell auch die nukleare Aktion bedient.
00:15:09: Es gab offenbar von Seiten der KI keine Bedenken.
00:15:13: Schon die Idee,
00:15:14: sich um etwas zu sorgen hat für die KI ja gar keinen Sinn.
00:15:17: Wir bekommen ein sehr ernstes Problem wenn man der KI erlaubt über Atomwaffen zu
00:15:22: verfügen.".
00:15:39: Aber hier auf dem Panel geht es um etwas anderes.
00:15:42: Hier warnt er in Nachfolge von Heisenberg eindringlich vor einer sich verschärfenden Nuklearenbedrohung, insbesondere in Verbindung mit den neuartigen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz.
00:15:53: Niemals
00:15:53: dürften ihr Entscheidungen über den Einsatz nuklearer Waffen überlassen werden.
00:15:58: Morna warnt eindränglich davor und verweist auf Simulationen, in denen zwei KI-Systeme miteinander Krieg führten – und ziemlich schnell bis zum Einsatz von Atomwaffen eskalierten!
00:16:08: Im Saal sitzen über sixhundert Nachwuchswissenschaftler aus achtundachtzig Ländern.
00:16:13: Auch acht von neun Atommächten sind vertreten, nur Nordkorea
00:16:17: fehlt.".
00:16:18: Aber was kann die Wissenschaft tun außer Appelle zu formulieren?
00:16:22: Das junge Publikum wird aufgefordert sich darüber Gedanken zu machen und Vorschläge einzureichen – einer hat es in sich!
00:16:30: Es gab den Vorschlag, ich werde nicht sagen von wem, dass unsere Freunde aus der Biologie sich zusammentun um genetisch
00:16:38: modifizierte
00:16:39: Ratten zu züchten die
00:16:40: wir dann aussetzen.
00:16:41: Ratten, die
00:16:42: durch die genetische Modifikation
00:16:44: in der Lage sind
00:16:45: radioaktives Material zu verdauen und
00:16:47: die lassen wir einfach die Arbeit für uns tun.
00:16:55: Das ist doch mal eine grandiose Idee mutierte Rattenzüchten, die radioaktives Material verdauen können und so unschädlich machen.
00:17:03: Was nur werden die Tierschützer dazu sagen!
00:17:07: Von der Mainau-Deklaration vor siebzig Jahren bis zu diesem Panel im Juli, heute die Angst vor einem Atomkrieg lässt Lindau nicht los.
00:17:17: Es ist als ob diese Nobelpreisträger immer noch mit der Schuld ihrer Vorfahren ringen nach Möglichkeiten einer moralischen Wiedergutmachung suchen.
00:17:24: Ist das so?
00:17:25: oder warum verwandeln sich die Nobelpreisträger treffen?
00:17:28: Immer wieder zum Forum des mahnenden Weltgewissens.
00:17:32: Warum ist das so,
00:17:33: Joachim?".
00:17:34: Weil sie natürlich hier zusammensetzen und darüber sprechen – und zwar mit jungen Leuten auch!
00:17:41: Und junge Leute drängen andere Probleme, aktuelle Probleme, mit denen sich auch Wissenschaftler, auch Nobelpreissträger dann, die vielleicht lange aus dem Geschäft raus sind beschäftigen müssen.
00:17:53: Für Sie Eine Demonstration, dass sie immer noch sich Gedanken machen.
00:17:58: Was ihre Entdeckung, ihre Erfindung, was auch immer bedeutet für die Welt?
00:18:04: Der Nobelpreis wird ja für eine nützliche Erkenntnis vergeben und das ist natürlich schon in diesen Nobelpreisträgern, da spürt man in den Gesprächen sehr wohl!
00:18:13: Ist natürlich schon an den Köpfen auch drin.
00:18:16: Sie spüren diese Verantwortung.
00:18:18: Insbesondere geht es eben um diese Frage Abrüstung, Nukleare, Deeskalationen wenn man so will Atomkrieg.
00:18:25: Ich habe mich bei dem Panel vorhin jetzt aber gefragt meine ist das nicht ein bisschen anakronistisch wie hier drüber diskutiert wird?
00:18:30: Wir leben ja in Zeiten der Aufrüstungsäuphorie.
00:18:33: könnte man sagen dass die Fans High hat da sehr viele europäische Staaten jetzt auch ergriffen.
00:18:39: Die viel beschworene Kriegszüchtigkeit des aller Orten also Ist es nicht auch so ein bisschen eine Retro-Wunsch alter weißbärtiger Männer die wir da gerade miterlebt haben?
00:18:50: Ja, das ist sicher so.
00:18:52: Weil es natürlich die Realpolitik, das diplomatische Geschäft ... Das ist ja nicht ihres!
00:18:58: Die haben natürlich Ideale an denen sie festhalten wollen.
00:19:02: und diese Ideale... Da gehört das Manifest von Nr.
00:19:05: neunzehnundfünfzig dazu dass man eben keinen Atomkrieg will, dass man keine Massenvernichtung will.
00:19:11: dieses
00:19:12: Dieses
00:19:13: große Szenario einer Massenvernichtung, das ist das was Wissenschaftlern auch immer in den Knochen steckt.
00:19:19: Weil sie viele Erfindungen aus der Wissenschaft haben diesen Charakter möglicherweise seit der Kernspaltung im Prinzip, möglicherweise eine Massenvernichtungsphase, möglichweise große Schäden die es anrichten wenn du so willst.
00:19:33: sogar Beim Klimawandel ist es so, dass man weiß, man hat Technologien auch hervorgebracht.
00:19:39: Auch mit Hilfe von Nobelpreis gekrönten Technologin die dann am Ende einen negativen Charakter und einen echten Schaden anrichten.
00:19:49: Die Idee der Abrüstung hat viel für sich.
00:19:51: Der würde sich intuitiv gegen den Sinn einer Entwaffnung der Welt aussprechen.
00:19:56: Schon beim Einzelmenschen sehen wir Beispielsweise mit Blick auf die vielen Shootings und schrecklichen Ammerkläufe in Amerika, zu welchem Missbrauch der individuelle Waffenbesitz führt.
00:20:06: Wozu führt das dann erst bei Staaten?
00:20:09: Aber die weniger populäre Idee der Aufrüstung hat ebenfalls etwas für sich.
00:20:14: Die Einschüchterung des Gegners verhindert den Ausbruch des Krieges.
00:20:17: Die psychologische Wirkkraft der Abschreckung ist ein durch das relevante Faktor bei der Sicherung internationaler Ordnung.
00:20:25: Das sahen auch die Wissenschaftlerin Lindau schon so!
00:20:28: Was seit fünfundfünfzig heißt es in ihrer Erklärung, Zitat wir leugnen nicht dass vielleicht heute der Friede gerade durch die Furcht vor diesen tödlichen Waffen aufrecht erhalten wird.
00:20:37: Trotzdem halten wir das für eine Selbsttäuschung wenn Regierungen glauben sollten sie könnten auf lange Zeit grade durch die Angst vor diesem Waffen den Krieg vermeiden.
00:20:45: Angst
00:20:46: und Spannungen haben so oft Krieg erzeugt.
00:20:50: In Linder werden die Jungen von den alten Wissenschaftlern nicht nur in Sachen Forschungsalpha und akademischen Wettbewerb geschult.
00:20:56: Sie machen ihnen auch vor, wie man sich als Verantwortungsträger als Weltgewissen inszeniert.
00:21:02: Sie mischen ein bisschen Pathos in ihre sonst so nüchterne Sprache und suggerieren es gibt Themen zu denen die Wissenschaft nicht schweigen darf.
00:21:11: Das entspricht dem jugendlichen Widerstandsinteressierten Geist der Nachwuchswissenschaft dadurch aus.
00:21:17: aber es kann sie auch überfordern denn Was qualifiziert den Quantenphysiker eigentlich dazu, sich zur Weltlage zu äußern?
00:21:24: Was kann der Neurowissenschaftler beitragen wenn es um Demokratieprobleme geht – ehrlich gesagt wahrscheinlich nicht viel mehr als jeder einzelne von uns.
00:21:33: Und doch verleiht die Autorität des Nobelpreises eben mitunter zum Meinungsäußerung jenseits der fachlichen Expertise!
00:21:41: Die Frage, ob Wissenschaft schweigen darf stellt sich nicht nur im Hinblick auf die moralpolitischen Großthemen.
00:21:46: Sie stellt sich zum Beispiel auch mit Blick auf die konkreten Bekämpfung von Kriegsursachen.
00:21:52: Zum Beispiel beim Thema Klimawandel bei der Förderung des gesundheitlichen Zustands der Gesellschaft und eben auch der Nahrungssicherheit.
00:22:00: Unter anderem über dieses Thema spreche ich mit einer jungen Forscherin aus Nigeria
00:22:05: Mojino
00:22:06: Lua Akintunde.
00:22:09: Ok, basically say my research the backbone of
00:22:35: my research.
00:22:37: Meine Forschung als Mikrobiologin ist darüber, wie wir Mikroorganismen einsetzen können um das Leben besser zu machen.
00:22:43: Derzeit setze ich Mikro-Organismen ein, um etwas gegen Plastikmüll zu unternehmen.
00:22:47: Das ist die einfachste Art in der ich es sagen kann Die Benutzung von Mikro Organismen und den von ihnen produzierten Stoffen.
00:22:58: MikroOrganismus sind nicht nur schlecht.
00:23:00: Mikroben haben eine Wirkung.
00:23:01: Sie werden eine Menge Probleme lösen.
00:23:03: Ich sehe in Ihnen eine Lösung für viele globale Probleme und Herausforderungen, weil sie Stoffe hervorbringen die die Bodenqualität und das Pflanzenwachstum verbessern.
00:23:12: Die Frage ist wie wir sie einsetzen können oder wie wir Sie noch besser machen können in dem was sie tun?
00:23:20: Wir treffen uns am Seeufer.
00:23:22: ein leichter Wind tut so als könnte er die drückende Hitze vertreiben.
00:23:26: Mojnoluva ist eine selbstbewusste junge Frau die weiß was sie kann Eine Spitzenforscherin dazu Mutter einer Tochter.
00:23:34: Sie bestimmt, wann wir weiterlaufen und wann wir stehen bleiben.
00:23:37: Und wenn sie lacht, muss man sofort
00:23:39: mitlachen.".
00:23:41: Mojonoluba forscht an einem Weg um Plastik von Mikroorganismen zersetzen zu lassen – aber die Bakterienforschung ist nicht alles für sie, das merkt man sehr schnell!
00:23:52: Mit leuchtenden Augen spricht sie Kampfes lustig über die Veränderungen, die ihr Heimatland gerade nötig hat, um Frieden zu finden….
00:23:59: Ein Land geprägt von religiösen und ethnischen Konflikten.
00:24:03: Und ein Land in dem die Mittelschicht erodiert, die Wirtschaft stagniert... ...und viele junge Menschen ans Weg gehen denken!
00:24:13: Es gibt da eine weite Kluft.
00:24:15: Damals hatten wir eine Unterschicht, eine Mittelschicht und eine Oberschicht.
00:24:18: Heute sieht es danach aus dass die Mittelsschicht verschwindet.
00:24:21: Die Wirtschaft ist angeschlagen.
00:24:23: Die Regierung scheint zu sagen das sie daran arbeitet aber ich denke es gibt diese Ungleichheit zwischen den Klassen.
00:24:29: viele Menschen können sich kaum ihre täglichen Mahlzeiten Schule und Bildung leisten Und das ist ein großes Problem.
00:24:38: Diese junge Frau hat etwas vor.
00:24:40: Sie will es verändern.
00:24:42: Wenn sie über Politik spricht, dann hat man für einen Moment das Gefühl ihr spräche eine zukünftige
00:24:48: Politikerin.".
00:24:52: Ich denke, dass Frieden in Nigeria möglich ist.
00:24:54: Wir haben über viele Jahre koexistiert trotz der verschiedenen Volksgruppen.
00:24:58: Es wäre schwierig wenn sich Nigeria aufteilen würde weil unsere Gesellschaft so stark durchmischt ist.
00:25:04: Frieden In Nigeria ist möglich aber ja es braucht einen bewussten Willen und große Anstrengungen.
00:25:09: wir brauchen eine andere Einstellung.
00:25:11: dann werden wir ein Licht am Ende des Tunnels sehen können.
00:25:14: Ich glaube fest daran, dass es für Nigeria einen Licht am Ende des Tunnels gibt und das wir eines Tages einen Zustand umfassenden Friedens in Nigeria erreichen werden.
00:25:23: Ich glaube wirklich daran aber wir müssen lernen in Einigkeit
00:25:27: zusammenzuleben.".
00:25:31: Ein Obama-Sound etwas mitreißend energetisches liegt in ihrer Stimme.
00:25:35: Das ist eine junge Frau der man sofort sehr vieles zutraut die man für ihre Kraft und ihren Mut bewundert.
00:25:41: Spreche ich hier gerade Mit der zukünftigen Präsidentin Nigeria's?
00:25:48: In jedem Fall spreche ich mit einer Frau, die einen besonderen Spirit hat.
00:25:52: Die die Welt kennt aber eben auch genau weiß was ihre Heimat auszeichnet.
00:26:00: Man braucht den Willen Den Antrieb, den Ich gebe nicht auf Spirit.
00:26:03: Den gibt es in Nigeria.
00:26:04: Wir Nigerianer haben den Nicht-Aufgeben-Spirit.
00:26:07: wir machen weiter bis wir erreicht haben das wir wollen
00:26:12: Dieser Nicht-Aufgeben-Spirit, dieser Drang zu kämpfen bis man hat was man will.
00:26:17: Das drückt diese junge Nigerianerin auf sehr eindrucksvolle Weise aus und hat zum Schluss dann auch noch eine klare Ansage an die westliche Welt.
00:26:27: in Petto Die Scientific Community aus Afrika ist jetzt
00:26:31: im Kommen.
00:26:36: Ich hatte immer die Vorstellung, später wieder in Nigeria zu sein und dort ein Labor zu haben, in dem ich forschen kann.
00:26:41: An etwas zu forschen das uns hilft und weiterbringt.
00:26:44: Ich glaube nämlich dass die Forschung in Europa und in der westlichen Welt unsere Probleme nicht lösen wird.
00:26:49: wir müssen selbst Lösungen dafür finden.
00:26:52: Der globale Norden wird nicht kommen um uns zu retten.
00:26:54: Wir müssen uns selbst helfen!
00:26:56: Wir können auch hier Ideen, Expertise entwickeln aber wir müssen zurückgehen unser eigenes System einen Land aufbauen.
00:27:05: Wenn ich hier so zuhöre, dann frage ich mich kurz.
00:27:08: Fühlt sie sich in Lindau eigentlich gerade Fehl am Platz?
00:27:12: Bei diesen doch am Ende sehr westlich geprägten Treffen von am Ende doch vor allem aus dem Westen stammenden Nobelpreisträgern?
00:27:23: Ja, manchmal denke ich so.
00:27:25: Aber gleichzeitig auch dass zumindest zwei Menschen aus Nigeria gekommen sind und ich glaube wenn wir uns weiter öffnen und nach draußen gehen werden wir sehen das Veränderung möglich ist.
00:27:34: Wir können das erreichen was hier schon erreicht wurde und auch das tun was hier getan wird vielleicht sogar noch mehr.
00:27:40: Vielleicht müssen noch mehr Nigerianer oder allgemein mehr Afrikaner wirklich nach draußen Gehen Und die westliche Welt kennenlernen um Ideen und den nötigen Anstoß zu bekommen.
00:27:49: stehen, wir haben nirgendwo ein Retter.
00:27:52: Wir müssen uns selbst
00:27:53: retten.".
00:28:00: In diesem Moment wird Linda auch zu einem Ort wo sich die Scientific Community bildet und sich damit wirklich eine neue Zukunft für die Wissenschaftswelt eröffnet.
00:28:12: Mojono Lufa hat schon bei der ersten Kontaktaufnahme einen Wunsch geäußert – ein Treffen mit David!
00:28:18: Bisli, den ehemaligen Chef des World Food Programs der im Jahr-Zwanzig den Friedensnobelpreis für dieses Programm bekommen hat.
00:28:26: Wie es der Zufall so will habe ich im Anschluss gleich ein Interviewtermin mit ihm und nehme Mojonoluwa einfach mit.
00:28:40: Zu unserem Treffen kommt David Bisli ein bisschen zu spät.
00:28:43: wir beide sind ein bisschen aufgeregt.
00:28:44: immerhin ist das einen Typ der mit allen Mächtigen dieser Welt am Tisch gesessen und verhandelt hat.
00:28:50: Bisli ist kein Wissenschaftler.
00:28:52: er ist Politiker Republikaner, ehemaliger Gouverneur von Thouse Carolina.
00:28:57: Er weiß sehr gut wie oft Krisen und Kriege auf dieser Welt den Hunger verschärft haben und wie der Hunger selbst dazu beiträgt bestehende Konflikte weiter zu befeuern.
00:29:07: Hunger ist meistens kein Naturphänomen.
00:29:10: das ist vielleicht die unbequemste Wahrheit die Beasley hier mit uns teilt.
00:29:15: er entsteht weil Nahrung als Waffe eingesetzt wird, weil Felder verbrannt werden, weil Häfen blockiert sind.
00:29:22: Hunger erzeugt Krieg.
00:29:24: Menschen, die Hungern haben nicht zu verlieren, Gesellschaften unter Dürre- und Nahrungsmittelknappheit leiden sind instabiler Anfälliger für
00:29:30: Gewalt.".
00:29:31: Und das Problem wächst!
00:29:33: Der Klimawandel wird Dürren häufiger machen – Wasser wird knapper.
00:29:37: In den letzten Jahren hat die Vereinigten Nationen eine Reihe von Zielen für nachhaltige Entwicklung bis zum Jahr hierher formuliert.
00:29:44: Das zentrale Ziel der Agenda lautete den Hunger auf der Welt innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre zu beenden….
00:29:51: Dieses Ziel scheint heute nicht mehr erreichbar.
00:29:54: Ich frage Beasley, ob er dieses Ziel jemals für realistisch gehalten hat?
00:29:57: Gerade mit Blick auf die wachsenden Zahl von Milliardären!
00:30:00: Privates Spenden hätten entscheidend dazu beitragen können das Ziel zu erreichen.
00:30:04: Passiert ist aber nichts.
00:30:08: Komm schon Elon Musk Du hast Billionen von Dollar.
00:30:11: Hey komm schon Besos Gib mir kein Kleingeld Du kannst das Problem lösen.
00:30:16: Lass uns das zusammen angehen.
00:30:18: Ja ich will nicht nur Almosen.
00:30:20: Hat jemals jemand fünf und fünfzig Milliarden Dollar gesammelt?
00:30:24: Ich weiß es
00:30:25: nicht.
00:30:25: Und denke ich, dass auch kleinere Spenden helfen?
00:30:28: Ja klar, denke ich das!
00:30:29: Sie helfen aber sie sind nicht die Lösung.
00:30:35: Milliarden gegen den Hunger von Millionen aus Menschlichkeit – Nicht nur um Kriege zu vermeiden Das seien wohltätige Spenden allein nicht die Lösung, sagt Beasley.
00:30:45: Es gingen nicht nur darum in akuten Hunger-Kiesen Lebensmittel bereitzustellen sondern um langfristige
00:30:50: Lösungen.".
00:30:53: Die Lösung liegt in einem langfristigen Ansatz und der wirtschaftlichen Stärkung damit jeder Mensch Arbeit Hoffnung und echte Chancen hat.
00:31:02: Einfach nur Lebensmittel verteilen hilft nur kurzfristig.
00:31:05: Deshalb bin ich der Meinung dass jeder Dollar der für humanitäre Hilfe ausgegeben wird als eine Chance zur wirtschaftlichen Verbesserung für ein Dorf oder eine Gemeinde gesehen werden sollten.
00:31:16: Aber wie schaffe ich in irgendeinem Dorf, wo auch immer auf der Welt des Liegenmark eine Situation, in der die Menschen dort keine Hilfe von außen mehr brauchen?
00:31:24: Die langfristige Antwort lautet Lieferkettensysteme und wirtschaftliche Stärkung.
00:31:32: Beasley erzählt mir, wie er es geschafft hat den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in seiner ersten Amtszeit dazu zu bewegen das World Food Program weiter zu unterstützen.
00:31:41: Es war sehr hart.
00:31:43: Es war sehr viel harte Arbeit, aber es lag nicht nur an Trump.
00:31:47: Auch im Kongress haben nicht alle mitgezogen.
00:31:49: Sie waren nicht grundsätzlich gegen Auslandshilfe, haben aber gesagt, es gibt auch hier in Amerika einen Bedarf in Bildung zu investieren.
00:31:57: Dieses Argument hört man auch in Deutschland.
00:31:59: Wir müssen unsere Infrastruktur, unsere Straßen und Brücken finanzieren.
00:32:04: Wir haben Finanzierungsbedarf im Gesundheitswesen.
00:32:07: Warum sollte ich das Geld meiner Steuerzahler wenn wir hier selbst all diese Bedürfnisse haben.
00:32:22: Also argumentierte ich so... Wenn Sie es nicht aus Menschlichkeit oder Nächstenliebe tun wollen, dann sollten sie es aus Gründen der nationalen Sicherheit und ihrer wirtschaftlichen Interessen tun.
00:32:33: Ich sagte dann, lassen Sie mich das anhand eines konkreten Beispiels erklären?
00:32:53: oder des Bundestages, sprach mit den Ausschüssen, trat im Fernsehen auf, im Radio und in den Printmedien um zu erklären was passiert wenn man die Ursachen eines Problems nicht bekämpft.
00:33:09: Ein gutes Beispiel dafür war Europa einschließlich Deutschland.
00:33:13: Man ging die Ursache dessen was in Syrien geschah nicht in hinreichende Maßnahmen.
00:33:18: Das Ergebnis war, dass eine Million Flüchtlinge nach Deutschland kamen.
00:33:22: Mit Kosten von onehundertfünf und zwanzig Milliarden Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren.
00:33:28: Rechnen Sie selbst!
00:33:28: Das sind siebzig Euro pro Tag.
00:33:30: Einen Syrer in Syrien kann ich für fünfzig Cent am Tage erneuern.
00:33:34: Also rechnen sie nach.
00:33:36: Siebzig euro geht über fünfzig cent.
00:33:38: Das ist das Hundertvierzig-Fache Hundertfünfundzwanzig Milliarden Dollar an deutschen Steuergeldern, die für Straßen und Brücken das Gesundheitswesen um die Bildung hätten ausgegeben werden können.
00:33:49: Die standen dafür aber nicht zur Verfügung, weil die Ursachen des Problems nicht angegangen wurden.
00:33:55: Betrachten Sie es also analytisch und objektiv?
00:33:58: Dann sparen sie das Geld Ihrer Steuerzahler!
00:34:01: Und wissen Sie was?
00:34:02: Wenn man so viele Menschen täglich mit Lebensmitteln versorgt wie wir, dann fühlt man auch Befragungen durch.
00:34:07: Die Menschen wollen ihre Heimat nicht verlassen.
00:34:10: Aber wenn sie ihre Kinder nicht ernähren können, dann tun sie das – was jede Mutter und jeder Vater tun würde!
00:34:19: Tatsächlich zogen sie zunächst zwei, drei, vier oder fünf Mal innerhalb ihres eigenen Landes um bevor sie ihre Heimat verließen und damit Jahrtausende ihres kulturellen Erbes und ihrer Kultur zufließen.
00:34:39: Ich möchte natürlich auch von ihm wissen ob er meint den heutigen Trump noch überzeugen zu können.
00:34:49: Ich habe mich sehr, sehr oft mit ihm getroffen.
00:34:52: Ich hab' mich mit der gesamten Führungsriege des Weißen Hauses getroffen.
00:34:56: ich habe hart daran gearbeitet aber ich kann's ihnen nicht sagen!
00:34:59: Ich weiß es einfach nicht.
00:35:00: das einzige was ich Ihnen sagen kann ist wenn ich jetzt dort wäre dann würde ich auf die Straße gehen.
00:35:06: die Trommeln schlagen Alarm läuten ja und ich glaube ehrlich gesagt nicht dass man dann die Beiträge für das world food program In dem Maße gekürzt hätte, wie es passiert ist.
00:35:17: Vielleicht liege ich falsch aber jetzt ist das nicht mehr meine Aufgabe.
00:35:27: Die Vereinigten Staaten waren damals der großzügigste Geber von humanitären Hilfen.
00:35:32: Ich habe es auf einen Niveau gebracht dass es vorher nie gegeben hat Jedes Mal, wenn ich mich mit führenden Politikern im Kapitol traf vom Weißen Haus bis zum Repräsentantenhaus und zum Senat.
00:35:43: Ja dann sprachen wir vom Wunder von der Pennsylvania Avenue.
00:35:46: Ich hätte sie alle zusammenbringen können aber ich traf sie einzeln Trump Pompeo die Führungsriege des Weißens Hauses Und ich erklärte ihnen was passieren würde Wenn wir nichts tun.
00:35:59: Man muss es ihnen aber auf einfacher Art erkehren.
00:36:02: man geht ja nicht mit UN Fachbegriffen rein.
00:36:06: Das IPC-Level liegt in Syrien bei vier.
00:36:08: Die würden einen nur anschauen und sagen, was zum Teufel reden sie da?
00:36:13: Man muss sowas sagen wie Kinder werden sterben, Länder werden destabilisiert, es wird Kriege und Konflikte geben.
00:36:20: ISIS und Al Qaeda werden die Migrationssysteme unterwandern und das wird euch am Ende viel mehr kosten.
00:36:27: Das haben Sie verstanden und Sie haben reagiert!
00:36:31: Ich will Ihnen ein einfaches Beispiel geben.
00:36:40: Von Mittelamerika bis zur Grenze der Vereinigten Staaten haben Kinderunterkünfte US-Sechzig Millionen Dollar pro Woche gekostet, drei Tausend Siebenhundertfünfzig Dollar pro Kind und Woche.
00:36:52: Stattdessen hätte ich einen Resilienzprogramm in Guatemala, in Honduras, El Salvador oder Ecuador für ein bis zwei Dollar pro kind um Woche durchführen können.
00:37:03: Also sagte ich, Herr Abgeordneter oder Herr Präsident A. Sie wollen drei tausend siebhundfünfzig Dollar pro Kind und Woche ausgeben?
00:37:10: Oder B. Ein bis zwei Dollar pro kind und Woche?
00:37:14: Oder C. Und dann sagte ich es gibt kein C Es gibt nur a oder b. Egal ob sie links oder rechts standen alle sagten nun da machen wir das.
00:37:32: Man muss die Dinge also so darstellen, dass sie von der Person mit der man spricht klar verstanden werden.
00:37:38: Im ersten Jahr wurde ich von vielen UN-Führungskräften heftig kritisiert.
00:37:42: Sie sagten mir – Sie sollten solche Dinge nicht sagen!
00:37:44: Wir sprechen nicht so.
00:37:46: und ich sagte – Schauen Sie, Sie können es so ausdrücken wie Sie wollen.
00:37:50: Ich werde es so sagen als ich es sage Und am Ende des Jahres schauen wir wer mehr Geld bekommen hat Und wissen Sie was?
00:37:57: Ein Jahr später haben sie ihren Kommunikationsteams, meine Videos gezeigt.
00:38:02: Mit einigen Leuten von früher bin ich heute noch befreundet.
00:38:06: Einer kam letztes Jahr zu mir und sagte, meine Güte!
00:38:08: Von Ihnen haben wir gelernt nicht mehr in einem Jaguar zu sprechen den keiner versteht.
00:38:13: Immerhin bittet man die Leute darum Druck auf ihre Regierungen auszuüben damit die aktiv werden und konkurriert dabei mit all den anderen Forderungen.
00:38:23: Es ist so formulieren, dass sie den Wählern in dreißig bis sechzig Sekunden erklären können warum man Geld in ein anderes Land schicken sollte obwohl es eigentlich auch zu Hause gebraucht wird.
00:38:35: Man muss es einfach unverständlich darlegen und das ist manchmal gar nicht leicht.
00:38:50: und will am Ende von den bekennenden Christen Beasley wissen, welche Rolle sein Glaube eigentlich bei seiner Arbeit spielt.
00:39:00: Es ist
00:39:00: mein Glaube
00:39:01: der mich antreibt.
00:39:02: Was ich glaube, ist der Kern dessen wer ich bin.
00:39:06: Das Fundament meines Glaubens ist eine einfache Lehre die alle Religionen und Kulturen überschreitet Liebe Deine Nächsten wie Dich selbst.
00:39:16: Das hat mich mein ganzes Leben lang angetrieben.
00:39:19: Wie respektiert man andere?
00:39:21: Wie kümmert man sich um die Armen, wie vergibt man einander?
00:39:25: All das ergibt sich aus dieser einen einfachen Lehre.
00:39:29: Wenn sich einfach jeder auf der Welt daran halten würde, dann wäre es eine viel, viel bessere
00:39:35: Welt.".
00:39:43: David Beasley propagiert Nächstenliebe mit Gefühl die frohe Botschaft des neuen Testaments.
00:39:49: Damit erreicht er die junge Nachwuchswissenschaftlerin aus Nigeria sofort.
00:39:53: Die beiden Scherzen beim Abschied vertraut miteinander, spätestens jetzt haben sie einen engen Draht.
00:39:59: Wer weiß wozu diese Verbindung in Zukunft noch führen wird?
00:40:07: Krieg und Frieden.
00:40:09: vielleicht ist es am Ende auch eine Frage von den richtigen Begegnungen im richtigen Moment von Vertrauen, dass Menschen untereinander aufbauen.
00:40:16: Von Fügung die gar nicht nur in unserer eigene Hand liegt.
00:40:21: Scientific Diplomacy sagen die einen, Nächstenliebe sagen die anderen.
00:40:25: Am Ende ist klar es geht beim Frieden um die Bekämpfung von Kriegsursachen wie Hunger Krankheit Klimawandel.
00:40:32: Es geht um Abrüstung und nukleare Deeskalation aber es geht auch um den Aufbau einer Gemeinschaft aus
00:40:40: guten Kräften.
00:40:42: Genau das hat Friedenssobelpreisträger Bialjacki angemahnt.
00:40:45: Den bösen Jungs etwas entgegensetzen, eine Bande bilden um den Banditen zu widerstehen.
00:40:55: Die bösen jungs schließen sich zusammen auf ideologischer Grundlage.
00:40:59: unterstützen sie einander.
00:41:01: heute während wir hier sprechen ist Lukaschenko zu Besuch bei Putin bereits den zweiten Tag.
00:41:06: Sie reden sicher über nichts Gutes.
00:41:09: Ich bin überzeugt, dass sie jetzt neue Pläne zur Destabilisierung ganz Europas – insbesondere Osteuropa-Schmieden.
00:41:15: Und darauf muss man reagieren!
00:41:17: Einfach abwarten und darauf hoffen, dass es sich von selbst erledigt?
00:41:20: Das wird nicht
00:41:21: passieren.".
00:41:30: Vielleicht ist der Frieden auf dieser Welt gerade wirklich so gefährdet wie lange nicht mehr.
00:41:34: Vielleicht geht es jetzt wirklich wieder darum Verantwortung zu spüren und zu übernehmen... Verantwortung für das, was uns hier im Westen lange Zeit zu selbstverständlich erschienen ist.
00:41:44: Sicherheit und Freiheit, Recht und Gerechtigkeit.
00:41:48: Das zeigt Lindau eben auch.
00:41:50: nicht nur die Exzellenz der Forschungselite auf dem roten Teppich sondern auch die Gefährlichkeit des historischen Augenblicks Und wie wir tatkräftig auf ihn reagieren können.
00:42:10: Unsere Bemühungen um eine friedliche Zukunft der Menschheit dürfen nicht bei der Verhinderung bewaffneter Konflikte enden.
00:42:23: Wir hätten wenig erreicht, wenn die Menschen in Zukunft nicht mehr durch
00:42:29: Kriege
00:42:31: sondern durch Umweltkatastrophen
00:42:33: ungekannten
00:42:34: Ausmaßes in ihrer Existenz bedroht würden.
00:42:39: Umweltschutz
00:42:41: dient daher auch der Sicherung des Friedens.
00:42:45: Sie ist, wenn man so will, verlängerte
00:42:49: Friedenspolitik.".
00:42:50: Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!
00:43:08: Wie retten wir uns vor ihm?
00:43:19: Das war Folge vier der Sommerserie im FAZ-Podcast für Deutschland.
00:43:23: Schreiben Sie gerne Ihr Feedback, Ihre Kritik auch ihr Lob an podcastatfz.de.
00:43:28: Mein Name ist Simon Strauss und ich bin Ihr Host in dieser Sommarserie In der Rolle des Leuchtturmwärters und Wissenschaftsvermittlers Joachim Müller Jung.
00:43:35: Co-Autoren und Redaktion
00:43:36: Pierre
00:43:37: Heinemann, Piotre Heller und Andreas Kruppau.
00:43:39: Koordinationen und Recherche Max
00:43:41: Stange.
00:43:42: Aufnahmen Musik Sounddesign Niklas Kleber, Schnitt Kevin Gremel und David
00:43:47: Rucklacher.
00:43:48: Grammaturgie und Regie Michael Gölz.
00:43:51: Besonderer Dank geht an Birgit Schaar Thomas Kuba Daniela Thiel Und das Koratorium für die Lindauer Nobelprästige Tagung sowie an das Museum Karatzen in Lindau.