F.A.Z. Podcast für Deutschland

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00:00:03: Ja, es beendet mich gerade.

00:00:04: Oder?

00:00:05: Gerade!

00:00:05: Das war die Frage.

00:00:06: In diesem Augenblick endet auch unser Interview... Was ist die Zukunft

00:00:09: der Fotografie?

00:00:10: Ja, das werden wir nie erfahren weil ich jetzt auf Ausdruck mache.

00:00:13: Das ist unser Tod.

00:00:17: KI beendete mich gerade, dass ist unser Tot.

00:00:21: Es tauchen bei dieser wilden Lindauer Geistesparty immer wieder unerwartete Überraschungsgäste auf.

00:00:26: Plötzlich steht da zum Beispiel die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Tür.

00:00:31: Auf einmal winkt er bayerische Prinz Ludwig durchs Fenster und plötzlich lehnt er auch der berühmte Fotograf Jim Rakete an der Wand.

00:00:39: Fotografiert eine Gruppe von jungen Nachwuchswissenschaftlern, eher der die Größen der Rockgeschichte von Jimmy Hendrix, Ray Charles, David Bowie bis zu Mick Jagger vor der Linse hatte, fotografiert hier die Wissenschaftstars von morgen.

00:00:52: Ich trinke einen Kaffee mit ihm und frage was Nobelpreisträger und Popstars eigentlich gemeinsam haben?

00:00:57: Nobelpreissträger

00:00:58: haben mich immer sehr interessiert weil ich immer dieses Sektenhaft wissenschaftlich, sehr interessiert dadurch auch die Diskussionen darüber.

00:01:07: Wann werden Menschen eigentlich kreativ und in welchen Zusammenhängen ist es machbar?

00:01:11: Hat mich immer sehr

00:01:12: beschäftigt.".

00:01:13: Wir plaudern ein bisschen über dies und das bevor ich nochmal Ende.

00:01:16: die Gretchenfrage dieser Folge stelle dich all meinen Gesprächspartnern hier in Nindau.

00:01:20: stelle wie hältst du's mit der KI?

00:01:22: so emotional wie Jim Rakete reagiert allerdings kein anderer darauf

00:01:26: Ja es beendet mich gerade

00:01:27: oder Gerade,

00:01:28: es endet mich gerade.

00:01:29: In diesem Augenblick endet auch unser Interview?

00:01:32: Ja, das werden wir nie erfahren, weil ich jetzt auf Ausdruck bin.

00:01:36: Das ist unser Tod!

00:01:38: KI-Unser Tod – was soll das heißen?

00:01:40: Ist das nicht ein bisschen übertrieben, ein bisschen überdramatisiert?

00:01:44: oder ist das genau der Satz den sich hier in Linda und sonst niemand traut laut

00:01:48: auszusprechen?!

00:01:49: Eines ist mir schnell klar, die KI steht während der gesamten Tagung wie ein Elefant im Raum.

00:01:54: Auf jedem Pendeln, jeden Pausengespräch bei allen Interviews ist irgendwann die Rede von ihr.

00:01:59: Werden die gewaltigen Veränderungen beschworen, die sie auslösen könnte?

00:02:03: Veränderung, die unser aller Leben aber eben vor allem auch die Wissenschaft fundamental verändern – ja möglicherweise sogar vernichten könnten!

00:02:11: Das ist die Sommerserie im FAZ-Podcast für Deutschland.

00:02:14: Mein Name ist Simon Strauss, ich bin Redakteurempfehler der Frankfurter Allgemeinzeitung und für diese Serie reise ich an einen besonderen Ort nach Lindau am Bodensee wo sich jedes Jahr im Frühsommer Nobelpreisträger aus aller Welt treffen gemeinsam mit hunderten jungen Wissenschaftlern.

00:02:29: Die absolute Forschungslied

00:02:31: trifft

00:02:31: auf ihren Nachwuchs auf die vielleicht die revolutionären Entdeckungen von morgen machen werden.

00:02:38: Sechs Folgen, sechs große Menschheitsfragen und ich bin mitten drin in Lindau.

00:02:42: In der aufregendsten Denkfabrik unserer Gegenwart.

00:02:45: Näher dran am Weltgeist war ich noch nie!

00:02:48: Das ist Folge sechs.

00:02:49: jetzt geht es um Science & Fiction das Szenario wie unsere Zukunft aussieht Wie menschlich?

00:02:55: Wie künstlich sie wird.

00:02:56: Die Menschheitsfrage heißt löst die KI unsere Probleme oder löscht sie uns aus?

00:03:18: Es ist kurz vor sieben Uhr am Morgen.

00:03:20: Ich bin im Hotel Bayerischer Hof gegenüber vom Lindauer Bahnhof bei einem sogenannten Science Breakfast.

00:03:25: Nach einer tropisch heißen Nacht noch ziemlich verschlafen, setze ich mich in eine der hintersten Reihen und schaue auf mein Handy.

00:03:31: Das Thema Diskussion vorne auf der Bühne lautet die Wirkung von KI auf die Wissenschaft.

00:03:36: Die ersten fünfzehn Minuten dämre ich ein bisschen vor mich hin aber dann bin ich plötzlich hellwach.

00:03:46: Ich denke, KI wird die Welt wahrscheinlich auf eine Weise verändern wie es zu meinen Lebzeiten nichts anderes getan hat.

00:03:52: Oder immerhin in einem Maß wie die Atombombe, wie das Internet oder wie die Dampfmaschine sie verändert hat.

00:03:58: Es ist sehr schwierig, die Zukunft vorherzusagen Deshalb kann ich nicht genau sagen wie es laufen wird Aber die KI ist ziemlich mächtig!

00:04:05: Ich habe keine Ahnung was mir das letztlich bringen wird aber ich denke immer tiefer und schneller.

00:04:10: Mein Gehirn ist die ganze Zeit wie im Rausch.

00:04:15: Es ist wie damals, als ich Zweiundzwanzig war und mit meiner Promotion begonnen hatte.

00:04:22: Der Mann der das sagt, der so euphorisch über die KI zu sein scheint heißt Brian Schmidt.

00:04:28: In den USA geboren hat er es Jahrzehnteilf, den Nobelpreis für Physik bekommen – für die Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums durch Beobachtungen entfernter Supernovae.

00:04:37: Ein Mann also, der sich auf die dichte Beschreibung weit entfernt wirkender Phänomene versteht... Es werden an diesem Morgen unterschiedliche Metaphern gebraucht, um über KI zu sprechen.

00:04:46: Das wird über die KI als Werkzeug gesprochen aber auch als Sparing-Partner und einer Stelle dann auch als potenzieller Hersteller von Medikamenten.

00:04:54: Was denn nun?

00:04:55: Ich frage mich immer wieder im Verlauf dieses Lindauer Gipfeltreffens.

00:04:58: Ist die KI ein Tool, ein Werkzeug etwas das wir in der Hand halten dass wir steuern oder steuert sie schon jetzt uns?

00:05:06: verändert Sie unser intellektuelles Verhalten unser kognitives Bewusstsein Die Art wie wir uns wissen schaffen unser Leben leben, ist sie eine Technologie wie der Taschenrechner oder eine Geistesbewegung wie die Aufklärung.

00:05:20: An diesem Morgen ist davon die Rede dass es im Wissenschaftsbetrieb inzwischen von KI geschriebene Paper gibt die von KI reviewed werden das sich also ein eigenständiger Kreislauf der Erkenntnisproduktion entwickelt.

00:05:33: Es gibt eine aktuelle Studie in der renommierten Fachzeitschaft Nature, die herausgefunden zu haben meint das KI zwar den Karrieren von Wissenschaftlern aber nicht unbedingt der Wissenschaft selbst nützt.

00:05:42: Das heißt sie beschleunigt die Karrieresprünge und das Schreiben von Reviews & Papers führt aber zugleich zu einer Verengung des Fokus.

00:05:49: Man könnte auch sagen Sie hemmt die menschliche Entdeckerfreude und wissenschaftliche Kreativität.

00:05:53: Algorithmen haben also keine Kreativity kein Innenleben.

00:05:58: kurz denke ich an In dem der künstlicher schaffende Replikant Roy Betty die wunderschönsten, kreativsten Worte findet bevor er aus dem Leben scheidet.

00:07:03: Stimmt es, dass die KI nicht selbst denkt?

00:07:05: Dass sie eine bloße Rechenmaschine ist?

00:07:08: Mein Kollege Piotre Heller sagt ja.

00:07:10: Er ist Wissenschaftsredakteur und KI-Experte bei uns in der FIZ und hat mir vor meiner Reise nach Linder erklärt das die künstliche Intelligenz nur auf Grundlage von unglaublich großen Datenmengen funktioniert.

00:07:21: Auf dieser Grundlage ermittelt sie, wir wissen nicht ganz genau wie Wahrscheinlichkeiten.

00:07:25: Etwa die Wahrscheinlichkeit dafür dass ein bestimmtes Bild eine Katze und kein Hund zeigt oder dafür das in einem bestimmten Kontext einen Wort auf ein anderes folgt.

00:07:34: Wir wissen nicht genau wie sie das macht aber nach allem was wir wissen nimmt sie nichts selbst wahr Denkt nicht Urteilt nicht Fühlt nicht.

00:07:42: Sie findet nur statistische Muster in Daten Und damit wirkt es so als würde sie denken Obwohl sie's eigentlich nicht tut.

00:07:48: Das eine ist die Science, das andere ist die Fiction.

00:07:51: Und was ist wenn das eine doch zum anderen wird?

00:07:55: Ich verabrede mich mit Brian Schmidt zum Interview.

00:07:57: Auch von ihm will ich wissen wie enthiasstisch er mit Blick auf KI wirklich ist – was er erhofft aber auch was er fürchtet.

00:08:04: Brian ist ein Linder-Urgestein.

00:08:05: Er isst schon zum zwölften Mal hier bis Mitinitiator von zwei meinauer Erklärungen zum Klimawandel und zum Einsatz von Atomwaffen.

00:08:14: Seine Auftreten, seine Ausstrahlung lassen mich an Max Weber's Begriff Verantwortungsethik denken.

00:08:19: Was die Wissenschaft herausfindet verändert unsere Welt und unserem Leben Und sie versteht am besten was aus unserem Handeln folgt oder folgen könnte.

00:08:27: Wissenschaftler tragen da eine besondere Verantwortung.

00:08:30: Das heißt das in Sachen KI.

00:08:37: Ich bin wirklich hin und hergerissen.

00:08:39: Es ist persönlich eine aufregende, ich würde sogar sagen transformative Erfahrung mit KI zu arbeiten so viele Dinge damit tun zu können.

00:08:46: aber KI bedeutet auch einen extremen Bruch Und es fällt mir schwer voraus zu sagen was das noch für uns bedeuten wird.

00:08:53: Was sich den Studierenden hier sage Ihr habt die Chance zu über Menschen zu werden, im Vergleich zu dem was ihr sonst sein würdet wenn ihr wisst wie man KI gebraucht und sie für eure Zwecke einsetzt.

00:09:04: Ihr müsst darüber nachdenken wie ihr durch sie über euch hinauswachsen könnt.

00:09:08: das ist die positive Seite.

00:09:14: Aha, auf der einen Seite die Möglichkeit ein Superhuman zu werden wenn man sich auflädt mit all dem Wissen das die KI zur Verfügung stellt.

00:09:21: Der Mensch als Batterie also die durch KI eine unglaublich neuartige Ladung erhält.

00:09:26: Das ist die Eine Die Helle Seite.

00:09:28: Aber was ist mit der Anderen?

00:09:33: Der Nachteil ist, dass KI Macht konzentriert.

00:09:36: Ich glaube, dass sie das tun wird.

00:09:37: Sie wird eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen die es derzeit noch gibt überflüssig machen und so wie die industrielle Revolution die Verhältnisse komplett verändert hat, wird sie die Verhältnisse irgendwie verändern.

00:09:49: Die wirklich dystopische Sorge in Bezug auf KI ist, daß es wirklich einfach ist mit KI Schaden anzurichten und schlimme Dinge zu tun.

00:09:57: Es ist tatsächlich ziemlich schwer damit Gutes zu bewirken.

00:10:00: Mit KI ist es außerordentlich leicht Falschinformationen in großem Umfang zu verbreiten.

00:10:05: Es wird eine Revolution in Bezug darauf geben, was wir für real

00:10:09: halten.".

00:10:09: Deshalb mache ich mir Sorgen dass KI alle möglichen Arten von falschen Informationen hervorbringen könnte.

00:10:15: Und dann sind da noch automatisierte Drohnen.

00:10:17: Ich meine, wir befinden uns mitten im Ukraine-Krieg.

00:10:20: Eine Möglichkeit das Geschehene zu interpretieren ist dass durch Drohne und KI die Kosten für die Tötung eines Menschen auf einen sehr geringen Dollar Betrag gesunken sind.

00:10:30: Wissen Sie früher kostete es wahrscheinlich einem halbe Million Dollar ein Menschen zu töten.

00:10:34: jetzt sieht es so aus als könnten sie es für ein paar tausend schaffen mit den Drohnten.

00:10:39: ja und das ist eine beängstigende Entwicklung.

00:10:42: Sie haben also in gewisser Weise Recht, in Verbindung mit der KI kann man es sich wahrscheinlich leisten eine Massenvernichtungswaffe zu entwickeln die durch Milliarden von Drohnen sozusagen individuell zielgerechtet eingesetzt wird.

00:10:54: Das ist etwas worüber wir uns meiner Meinung nach Sorgen machen

00:10:59: müssen.

00:11:03: Es ist sehr einfach böses mit KI zu tun, aber es ist ziemlich schwer Gutes zu tun.

00:11:07: Das ist ein Satz von Brian der mir in Erinnerung bleibt.

00:11:10: Ein Satz, der schwer wiegt und unruhig macht.

00:11:12: Er verweist auf die sogenannte Dual-Use Problematik.

00:11:15: Wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien können etwa für zivile oder kriegerische Zwecke eingesetzt werden.

00:11:21: Die Kernspaltung ist das altbekannte Beispiel dafür.

00:11:24: Wenn es um Dual Use geht muss man auch an KI denken.

00:11:28: Das KI-Modell Mythos der Firma Entropic versetzt beispielsweise Regierungen gerade in Angst und Schrecken.

00:11:34: Die Entwickler selbst hatten davor gewarnt, die KI könne Sicherheitslücken bei staatlichen Institutionen finden.

00:11:39: Zugleich verweigert Entropic sich seine KI für militärische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

00:11:45: Die US-Regierung hatte Entropic unlangs aufgefordert den Zugang für Nichtamerikaner zu sperren.

00:11:50: – also doch nichts mit dem Traum vom Superhuman?

00:11:53: Mit der Vorstellung dass der Mensch Beflügel von Technik zu ganz neuen Ufern aufbrechen könnte?

00:11:59: Ja, hallo Simon.

00:12:01: Ich spiele hier in Atlanta Brainiac.

00:12:05: Mittendrin, während ich an der Lindauer Inselhalle von einem Supergehörn zum nächsten hasste zwischen jungen und alten Wissensgiganten herumschwirre, bekomme ich eine Sprachnachricht von Lars Eidinger auf dem Handy – den berühmten Schauspieler!

00:12:18: Lars dreht gerade einen neuen Film und zwar nicht irgendwo ein und nicht irgendwo.

00:12:21: Lars steht in Hollywood für den nächsten Superman-Blockbuster vor der Kamera.

00:12:26: Er spielt den Charakter Brainiac, den gefährlichsten Gegner von Superman.

00:12:29: Ein hochintelligentes außerirdisches Wesen dessen Obsession es ist das gesamte Wissen des Universums zu versammeln.

00:12:37: Lars erzählt mir davon.

00:12:39: In dem Fall verbündet sich tatsächlich Lex Luster der gemeinhin der Bösewicht bei Superman is mit Superman um gegen Brainiak zu kämpfen.

00:12:51: Ja eigentlich AI also die künstliche Intelligenz, synthetische

00:12:55: Intelligenzen

00:12:56: zu bekämpfen, der Kampf Mensch gegen Maschine.

00:13:00: Und ich habe hier einen Comic von aus dem Jahr fournzehnt sechzig.

00:13:03: also es gibt ein Planet wo der Brainiac herkommt das Zuhause ist und die haben riesige Maschinen gebaut die dann irgendwann zu den Mechanikern oder zu den Menschen den Bewohnern sagen Ja, diese Maschinen bauen dann

00:14:17: Wer nicht seine Stimme höre, denke ich.

00:14:19: So hat man sich die künstliche Intelligenz also früher vorgestellt als grün heutiger außerirdischer mit futuristischer Technologie.

00:14:26: Als im Juli, das erste Mal ein Superman-Comic erschien, reist Brainyac zur Erde um das Wissen der Menschen in Glasflaschen abzufüllen.

00:14:35: Das war noch eine ziemlich harmlose Vorstellung von künstlicher Intelligenz.

00:14:39: Heute lässt sich das vernetzteste Bewusstsein der Large Language Models, dass sie in verschiedene Formen und Maschinen übertragen kann, bildlich nur sehr schwer darstellen!

00:14:47: In Fernsehbeiträgen wird es oft hilflos mit blinkenden Rechnern oder Wellen versucht.

00:14:52: In Wahrheit können wir uns kein Bildnis von dem machen, was uns da gerade zu beherrschen beginnt.

00:14:57: Ja?

00:14:57: Das sage ich mit Absicht etwas biblisch!

00:15:00: Du sollst dir kein Bildnismachen lautet eines der zehn Gebote.

00:15:03: Es richtet sich ursprünglich gegen die Herstellung und Verehrung von Götzenbildern.

00:15:07: Was bedeutet es dass wir uns von der künstlichen Intelligenz kein Bildness machen können?

00:15:12: Ich komme am Ende vielleicht nochmal auf diese metaphysische Dimension zurück.

00:15:16: Für jetzt stelle ich die Frage, was unterscheidet die menschliche von der künstlichen Intelligenz?

00:15:21: Was haben wir in unserem Kopf, dass die Datenmaschine nicht hat.

00:15:24: Ein Mann, der seit einiger Zeit genau über diese Frage eingehend nachdenkt ist der new-wissenschaftler Thomas Südhoff.

00:15:32: Er forscht seit Jahrzehntausende an der USA zu Synapsen und deren Bewegungsmechanismen.

00:15:41: Was sagt dieser Mann zum Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz?

00:15:46: Funktioniert sie ähnlich oder

00:15:47: nicht?".

00:16:10: Und man kann

00:16:12: die Gewichtung

00:16:14: der Knotenpunkte verändern.

00:16:16: Aber letztlich handelt es sich um etwas, was fest verschaltet ist.

00:16:21: Außerdem ist an einem Computer jeder Knotepunkt mit einer begrenzten Anzahl von Eingängen und Ausgängen verbunden.

00:16:32: Das Gehirn funktioniert ganz anders.

00:16:36: Die Verschaltung über die Knotenkunkte ist extrem dynamisch.

00:16:41: Die verändert sich ständig.

00:16:42: Jedes Nervenzeller hat Tausende von diesen Kunden, nicht nur hunderte, sondern tausende, manchmal zehntausende und Zusatzrichter des Kundenpunkten kommunizieren Gehirnzellen miteinander auch über andere Wege.

00:16:59: Das heißt es gibt da schon eine oberflächliche Ähnlichkeit aber letztlich ist die Art wie ein Gehirnen Information über Netzwerker

00:17:10: Verarbeitet

00:17:11: anders.

00:17:12: Und wir verstehen das nicht, muss ich dazu sagen.

00:17:15: Das Gehirn ist fundamental zur Zeit nicht verstanden.

00:17:20: Also es müsst ihr immer wieder betonen.

00:17:23: Wir müssen ja schon so viel wissen

00:17:25: und

00:17:26: bereiten.

00:17:26: Ich meine, das Beste, Arzt zu verdeutlichen wie das Gehirnen anders funktioniert, ist vielleicht das Gedächtnis ein Computer?

00:17:35: Und AI natürlich als die Algorithmen der ... Verarbeitet hat ein unendliches Gedächtnis, das

00:17:44: hundertprozentig

00:17:46: genau ist.

00:17:48: Da verändert sich nichts.

00:17:51: Unser menschliches Gedechenes ... Ist miserabel!

00:17:57: Aber das ist geplant miserabel.

00:18:00: Das ist nicht so, dass es einfach schlecht ist.

00:18:02: Es ist notwendigerweise schlecht vergessen.

00:18:06: Ein Teil des Anlehrprozesses.

00:18:09: Wir... Erinnern uns an Ereignisse, indem wir bestimmte besonders herausragende Momente ernannten.

00:18:23: Und wenn wir etwas erzählen, was passiert ist und was wir erlebt haben, dann erfinden wir die Brücken zwischen diesen Stücken, die wir wirklich ernanben.

00:18:33: Das heißt unser Gedächtnis erfindet.

00:18:37: Deswegen sind wir auch als Menschen, als Augenzeugen zum Beispiel.

00:19:03: Das ist für eine klare Unterscheidung schon mal ganz hilfreich.

00:19:05: Die KI hat ein totales Gedächtnis, erinnert alles und kann nichts

00:19:09: vergessen.".

00:19:10: Der Mensch aber, so beschreibt es der neue Wissenschaftler hat sozusagen ein schlechtes Gedächtnis das alles Mögliche hinzu erfindet und vor allem ständig vergessen muss um kreativ zu bleiben.

00:19:20: Die künstliche Intelligenz weiß alles.

00:19:23: die menschliche Intelligenz kann träumen – so und etwa vielleicht?

00:19:26: Es gibt eine Szene bei dieser Lindauer Tagung in der sich diese Unterscheidungen wunderbar spiegelt.

00:19:32: Da sitzt John Jumper auf der Bühne bei einem Podiumsgespräch zur KI und gesteht zu, dass er ein ziemlich schlechtes Gedächtnis habe.

00:19:40: You should read your questions again because I have a short memory.

00:19:43: Jumper ist mit Abstand der gefragtesten KI-Wissenschaftsstar bei dieser Tagung.

00:19:48: In den Jahren des Jahrhunderts hat heute erst forty-fünfjährige Amerikaner den Nobelpreis für die Entwicklung einer KI Software gekriegt, die existierende Daten zur Protein benutzt hat um Vorhersagen der dreidimensionalen Struktur von Proteinen zu treffen und somit Krankheiten wie Krebs besser zu verstehen.

00:20:03: JUMPER arbeitet nicht an einer staatlichen Uni Er arbeitet bei Google.

00:20:08: Joachim, erklär uns mal kurz was ist das Revolutionäre an AlphaFold?

00:20:11: Ja John Jumper ist ein Novellpreisträger der bei AlphaFOLD eines der wichtigsten Probleme in der Strukturbiologie, der Molekularbiologie gelöst hat.

00:20:21: Wir wissen nicht wenn wir eine den A-Sequenz haben, wissen wir welche Aminosäuren da drin stecken in diesem Text quasi chemisch betrachtet.

00:20:32: Aber wie wissen ich wenn man diese Aminosauern aneinanderketten?

00:20:35: Wie dann das Protein am Ende aussieht?

00:20:37: und Proteine sind das nicht nur was wir essen und was wir als Medikamente verwenden sondern dass ist das was unseren Körper aufbaut, was die Zellen auch über das Leben aufbauen.

00:20:45: ohne das sind die wichtigsten mit die Wichtigsten neben der Erbsubstanz eben auch wichtigsten Großmoleküle die wir im Körper haben Und herauszufinden, wie die genau aussehen.

00:20:57: Wie die genau funktionieren?

00:20:58: Das ist das Verdienst von AlphaVol.

00:21:00: Die haben nämlich ein Algorithmus entwickelt mit Hilfe von Big Data und sehr vielen Daten, die übrigens ohne KI zur Verfügung gestellt wurden quasi einen Algorithm gefunden der allein aus der Sequenz der Gene vorher sagen kann, wie das Protein aussieht.

00:21:21: Wirkstoffentwicklung, die Chemieindustrie kann Materialentwicklungen modernen neue Materialien völlig verändern.

00:21:30: John Jumper ist eine der gefragtesten Gesprächspartner sofort wenn er irgendwo auftaucht.

00:21:34: Er ist eine Traube von jungen Studentinnen und Studenten nur um ihn herum.

00:21:37: Nur mit uns!

00:21:38: Mit der Presse will er nicht sprechen.

00:21:41: Ja, John Jumpa ist ne superinteressante Figur als ein Software-Entwickler Bioinformatiker, der bei Google arbeitet.

00:21:50: Und das ist nicht nur einer der weltgrößten und mächtigsten Konzerne sondern der muss natürlich auch wenn er neue Technologien entwickelt.

00:21:58: KI gehört dazu natürlich auch darauf achten dass das nicht Hunden hinauspussauend wird das nicht zu viel nach außen dringt und deswegen hat er offenbar die Anweisung bekommen, er darf mit uns als Presse nicht sprechen.

00:22:12: Er hat es trotzdem getan.

00:22:14: übrigens wir haben kurz mit ihm sprechen können.

00:22:17: Mein Eindruck war ja im Moment hat er großen Respekt davor Google in die Presse zu

00:22:22: bringen.".

00:22:23: Am Ende des Podiumsgesprächs mit John Jumper meldet sich dann noch ein junger Forscher aus dem Publikum zu Wort.

00:22:28: Für mich war zumindest die Wissenschaft immer noch eine

00:22:32: kreative und menschliche Unternehmung.

00:22:34: Ich würde Sie gerne alle bitten, etwas über diese menschlichen Seite zu sagen

00:22:37: – also

00:22:38: in Bezug auf Ihr Forschungsfeld!

00:22:39: Wenn morgen

00:22:40: eine allgemeine

00:22:41: Kippe, sag mir mal Cloud

00:22:43: Code oder Cloud

00:22:44: Science oder was vergleichbares ist?

00:22:46: Etwas wie

00:22:46: AlphaFold hervorbringt?

00:22:47: Ganz

00:22:48: allein?!

00:22:49: Wie würden

00:22:49: sie sich damit fühlen?

00:22:51: Oder anders formuliert, mit dem Zukunft flatt ein K.I.-System einen Nobelpreis für eine wissenschaftliche

00:22:55: Entdeckung

00:22:56: bekommen?

00:22:56: Oder gibt es etwas Menschliches in der Wissenschaft, an den wir festtreten

00:23:00: sollen?".

00:23:04: Die letzte Frage

00:23:04: ist leicht zu beantworten – Der Nobelprei wird nur an menschliche Wesen verlieren!

00:23:09: Also

00:23:09: nein das wird

00:23:10: nicht passieren.

00:23:12: Wissenschaft ist für den jungen Forscher nach wie vor ein Bereich, der von menschlicher Intelligenz und Kreativität bestimmt wird.

00:23:18: Jetzt scheint KI die Wissenschaft aber zu übernehmen.

00:23:21: Damit stellt sich auch die Frage, ob künftig vielleicht sogar eine KI einen Nobelpreis erhalten könnte?

00:23:27: Der Moderator weist diese Vermutung selbstsicher zurück – aber dann meldet sich auch nochmal John Jumper zu Wort!

00:23:38: Nur eine kleine Ergänzung.

00:23:40: Ich denke, wir schaffen diese Systeme um zu unserem Verständnis der Biologie beizutragen.

00:23:45: Dieses bessere Verständnis dient dazu die Medizin weiterzuentwickeln und das heißt im Endeffekt dass irgendein Mensch aus dem Krankenhaus entlassen und wieder nach Hause gehen kann Wenn es ein KI-System gibt Das extrem gut darin ist so etwas hervorzubringen was ich in meiner Karriere hervorgebracht

00:24:01: habe.

00:24:02: Also wenn das heißt dass mehr Menschen wieder nach hause können dann wäre ich begeistert.

00:24:09: Jumper, der bald zu Antropic wechseln wird relativiert die Gefahr von KI ein bisschen.

00:24:14: Er glaubt an die Werkzeughaftigkeit von KI und sieht in ihr nur eine neue Generation von Simulationstechnik.

00:24:20: Damit steht er konträr zu den warnenden Stimmen, die es bei dieser Linderhörtagung eben auch gibt.

00:24:25: Einer, der besonders heftigen Warner aus gesundheitlichen Gründen kurz was sich abgesagt hat ist der britisch-kanadische Informatiker Joffrey Hinton.

00:24:35: im selben Jahr wie Jumper wurde ihm der Nobelpreis für Physik zugesprochen und zwar für die Untersuchung der Entdeckungen, die Maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen.

00:24:44: Beim feierlichen Bankett zur Verleihung des Nobelpreises hielt hinten am zehnten Dezember-Zw.A.

00:24:50: eine eindrucksvoll warmende Rede!

00:24:54: Es wird

00:24:55: eine längerfristige existenzielle Bedrohung, die entsteht wenn wir digitale Wesen erschaffen.

00:25:01: Die intelligenter sind als wir selbst.

00:25:04: Wir haben

00:25:04: keine Ahnung ob wir die Kontrolle darüber

00:25:06: behalten können

00:25:07: aber wir haben inzwischen Belege dafür dass unsere Sicherheit nicht

00:25:11: die höchste Priorität

00:25:12: haben wird wenn diese Wesen von Unternehmen erschaffen werden die auf kurzfristig Gewinne aus sind.

00:25:18: Wir brauchen dringend

00:25:19: Forschung dazu,

00:25:20: wie wir verhindern können, dass diese neuen Wesen die Kontrolle an sich reißen wollen.

00:25:24: Sie sind längst keine Science-Fiction

00:25:26: mehr.".

00:25:28: Da haben wir also mal fundamental unterschiedliche Stimmen zur Wirkkraft von KI.

00:25:34: Auf welche Seite schlagen wir uns?

00:25:35: Sind wir eher futuristisch oder eher kulturpessimistisch gesinnt?

00:25:39: Sehen wir die Risiken oder sehen wir eher die Chancen?

00:25:42: Ich frage Joachim nach seiner Meinung, nach seinem Bauchgefühl mit Blick auf KI.

00:25:46: Wir sitzen an einem Brunnen in der Lindauer Altstadt die Sonne brennt und Kinder lachen.

00:25:50: Die Welt von gestern scheint noch keine Ahnung von der Welt von morgen zu haben.

00:25:55: Wir erleben gerade eine destruktive Phase Mit KI und den Potenzialen Effekten.

00:26:02: Was ist das denn für dich?

00:26:04: Kann man wirklich sagen AI ist einfach nur ein Werkzeug?

00:26:07: Nein,

00:26:08: es ist mehr als ein Werkzeug.

00:26:09: Aber man sieht an diesen Reaktionen auch der Wissenschaftler selbst, sein Nobelpreisträger hier das eine große Orientierungslosigkeit ist.

00:26:17: Da ist wirklich nicht klar wo die Reise

00:26:20: hingeht.

00:26:21: mit

00:26:21: KI will man's nutzen und will man Fortschritte erzählen?

00:26:26: Will man wirklich die großen Fragen beantworten oder will man sich davon führen lassen?

00:26:32: dem ausliefern.

00:26:33: Also die Frage, du Leus ist hier ganz klar.

00:26:35: also KI isst Du Leus?

00:26:37: Ist es zum Guten oder ist es zum Bösen?

00:26:40: und wir wissen erstaunlich wie orientierungslos die Wissenschaft ist.

00:26:43: Was macht dir am meisten Angst wenn du jetzt an KI denkst und dann hast du einen Gespräch?

00:26:48: Also du ganz persönlich

00:26:50: Ja der Kontrollverlust.

00:26:51: Wir wissen ja im Prinzip dass die KI noch längst nicht

00:26:56: fertig ist.

00:26:57: Das hat ja

00:26:58: erst angefangen.

00:26:59: Ich bin nicht sicher, wohin die Reise da geht,

00:27:01: ob das gut

00:27:02: oder

00:27:03: nicht.

00:27:03: Man hat doch so ein bisschen das Gefühl... Die Unsicherheit, die man immer so sagt ist der Ausgangspunkt von Wissenschaft haben wir auch gesagt.

00:27:08: Einfach Unsicherheitsweifel!

00:27:11: Das ist alles eher was Positives.

00:27:12: Hier merken noch ein bisschen auch diese Form von Orientierungshuskern.

00:27:17: Diese Form von.

00:27:18: Wir wissen nicht wo die Reisen hingeht wie du sagst?

00:27:20: Wir wissen dich, ob sich nicht potenziell das gesamte Universitäts Das ganze Geschäftsmodell eigentlich von Bildung.

00:27:34: Der letzten zweitausend Jahre steht auf

00:27:35: dem Spiel,

00:27:36: also ist es nicht wirklich so?

00:27:41: Wir erleben hier gerade wirklich Diskussion im live Moment.

00:27:45: Ja, das war ja gestern auch zu erleben.

00:27:47: da wurde ja die Frage stellt werden wir noch hier sein?

00:27:49: eigentlich in der Zukunft gibt es dieses Treffen von Wissenschaftlern jungen und Nobelpreisregeln überhaupt nicht wenn wir alle virtuell unterwegs seien.

00:27:58: Es ist eine Interesse also für Leute die heute anfangen zu studieren Die Heute versuchen wirklich die Weichen zu stellen.

00:28:05: Für die ist nicht ganz klar wie viel brauchen sie KI und wie können sich darauf verlassen?

00:28:10: Die Frage ist ja das entscheidende, was auch viel Unsicherheit ist.

00:28:15: Können wir uns drauf verlassen, können Sie wirklich Lücken schließen, können sie... Das ist das Tool!

00:28:20: Das Tool ist ein Werkzeug.

00:28:21: Wenn es ein Tool ist dann haben wir die Kontrolle und da wissen wir zu nutzen so dass wir nicht mehr Unsicherheitsschaffen aber im Moment ist ja ganz offensichtlich eine gewisse Autonomie auch erreichen wird.

00:28:38: Aber wie gesagt, jetzt abschließend ist es ein historischer Moment und du bist jetzt zwanzig mal hier gewesen.

00:28:43: so aufregende Zeit war selten

00:28:45: oder?

00:28:46: War selten, gab's zwei drei Mal glaube ich wenn ich jetzt die Geschichte rekapituliere.

00:28:50: aber so einen Moment wie dieser wo spürbar war an jeder Stelle Es gibt ne neue Welt Und wir sehen sie morgen nie mehr so wieder wie sie jetzt, wie er sich jetzt glaub' ich hab in den zwanziger Jahren

00:29:04: noch nicht gehabt.

00:29:06: Ein disruptiver historischer Moment, eine Zeitenwende wie unterm Brennglas.

00:29:10: So kommt es mir hier in Linda vor.

00:29:12: Natürlich das Schlagwort KI habe ich auch schon vorher gehört und selbst benutzt aber eben als das als Schlag Wort.

00:29:19: die wirklich existenzielle Dimension dieser ja was Erfindung ist mehr erst hier unter den Nobelpreisträgern

00:29:26: bewusst geworden

00:29:27: Und nicht nur unter ihnen sondern gerade auch im Gespräch mit den Young Scientists zum Beispiel Mit dem hier.

00:29:33: Ich glaube, es wird eine ganz andere Welt

00:29:35: sein.

00:29:35: Also wenn man sich vorstellt was war vor fünfzig Jahren der Standpunkt ohne Internet?

00:29:40: Ohne die moderne Kommunikation, die wir jetzt haben wird genauso in fünfzig Jahre vieles ganz anders

00:29:47: sein.".

00:29:48: Das ist Jan Kochanowski.

00:29:50: er ist Doktorant am Institut Politiknik de Paris und forscht zur Festhalten Quanten-Informationstheorie im Teilgebiet der Mathematik und Physik.

00:29:59: Also zur Frage, wie man Informationen speichern und die Welt der Quantenphysik übertragen kann.

00:30:05: Er forscht also, so könnte man sagen am next big thing – Quantencomputing!

00:30:10: Es ist die Moment am meisten gehypte Grundlagenforschung.

00:30:13: Auch die Wirtschaft, die großen Tech-Konzerne haben das verstanden.

00:30:16: Google investiert viel Microsoft investiert viele Amazon investiert Viel.

00:30:20: es gibt einen ihren Hype um Quanten Computing Denn dass Versprechen lautet es wird alles viel besser und viel schneller machen.

00:30:28: Mein Kollege Dietmar Dat hat vor kurzem in der FAZ einen Text geschrieben, indem es heißt... Technologische Souveränität.

00:31:00: Wer ist weiter?

00:31:01: Europa,

00:31:02: die USA,

00:31:02: China?

00:31:03: Die Volksrepublik hat ihren Quantensatelliten

00:31:05: Mitzius schon vor zehn Jahren

00:31:07: in die Erdumlaufbahn geschossen.

00:31:09: Trump macht Geräusche in Richtung Regierungsbeteiligung an Quantenfirmen.

00:31:13: In Berlin gibt's

00:31:13: jetzt etwas namens LEAP – eine Koordinationsadresse für ein Quantenbusiness-Ökosystem.

00:31:19: Manche Verlautbarungen aus Politik

00:31:20: und Finanzwelt klingen als wünschte man sich Technik ohne Wissenschaft!

00:31:25: Das klingt jetzt

00:31:26: nochmal nach einer weiteren Zukunft.

00:31:28: Quantencomputing ist noch mal was ganz anderes als KI, es sind zwar fundamental unterschiedliche Technologien – was klar ist.

00:31:35: wir steuern jetzt in eine Zukunft, in der diese beiden zentralen Erfindungen unser aller Leben revolutionieren wird.

00:31:41: Davon ist auch Jan, der junge Spitzenphysiker aus Paris überzeugt!

00:31:45: Ich spreche mit ihm am Ufer des Bodensees über all das, was sich durch Quanten Computing in nahezukunft verändern wird.

00:31:51: Es wird klassisch für Sie Ximulationen ablösen.

00:31:55: Also wie wir Wissenschaft betreiben werden.

00:31:58: in Zukunft zu Biologie, Physik und Chemie wird das klassische Computer in gewissen Teilen ab lösen.

00:32:05: auch wie wir Daten verschlüsseln und kommunizieren werden bietet es einfach deutlich bessere Möglichkeiten viel Potenzial an schneller Systeme simulieren zu können Datensicherer verschlüssen zu können.

00:32:21: Wird das mal?

00:32:23: in näherer Zukunft eigene Erkenntnisse produzieren können oder wird es eine Datenverarbeitungstechnologie bleiben?

00:32:33: Ich denke, es wird auch eigene Erkennisse vorbringen.

00:32:36: Also

00:32:36: einmal um

00:32:38: da hinzukommen wo wir hinkommen wollen

00:32:40: was Quantencomputer

00:32:40: sind die eine sinnvolle Größe haben wird man unglaublich viele Fortschritte in Materialwissenschaften auch in Informatec und Algorithmen brauchen.

00:32:49: von daher in den Prozess dahin zu kommen.

00:32:51: Ich glaube, ich komme da einiges heraus.

00:32:54: Aber auch wenn wir, sagen wir mal, Quantencomputer haben wird das einige unglaublich viele Daten liefern mit denen man dann mit KI zusammen beispielsweise irgendwie neue Medikamente entwickeln kann.

00:33:04: also eins der großen Probleme von dem wir wissen dass Quanten Computer besser sind ist Primzahl Zerlegung was jetzt sehr akademisch klingt aber was sehr wichtig ist für Verschlüsselung.

00:33:15: zum Beispiel die meisten unserer Passwörter für Banking apps oder wie auch immer.

00:33:19: es sind verschlüsselt

00:33:21: mit

00:33:22: RSA.

00:33:23: Und

00:33:25: wenn man ein Quantencomputer von einer gewissen Größe hat, dann wird man das entschlüsseln können und Verschlüsselung

00:33:30: brechen

00:33:31: kann.

00:33:31: Dafür sind unsere aktuellen Quantenkomputern noch zu klein

00:33:34: aber

00:33:36: es besteht eine gute Chance dass wir demnächst in den nächsten fünf bis zehn Jahren tatsächlich das experimentell physikalisch umsetzen können.

00:33:47: Zum Schluss habe ich Jan, der erst siebenundzwanzig Jahre alt ist gefragt wie er sich die Welt in fünfzig Jahren vorstellt.

00:33:53: Also die Science-Fiction Frage par excellence.

00:33:57: Dann würde ich hoffen dass wir als Mensch halt irgendwie trotzdem mehr

00:34:01: zusammenkommen das wir mehr so ein

00:34:03: Gefühl von Community haben und uns gegenseitig wichtig sind und praspektieren und wertschätzen.

00:34:10: was aktuell bisschen schwieriger aussieht ist mein Eindruck dass wir uns allen gegenseitig wichtig sind, aber uns selbst weniger wichtig.

00:34:40: Im Vergleich zur Größe der Lawine die da auf uns zurollt wirkt unsere Rede von und über KI irgendwie seltsam klein, seltsamt hilflos.

00:34:50: auch in Lindau ist das so.

00:34:51: Selbst die größten Geister, die klügsten Köpfe unserer Zeit werden seltsamm einsilbig und defensiv wenn sie über KI sprechen.

00:34:59: Sie können nicht genau sagen ob wir sie nutzen oder ob wir von ihr benutzt werden.

00:35:04: Bei den vielen Diskussionen zu KI in Linda gibt es Fragen und Problembeschreibungen.

00:35:09: Aber Antworten, Lösungen gibt es keine!

00:35:12: Keiner weiß offenbar gerade auch nur annähernd wohin die Reise geht.

00:35:16: Der einzige Satz der Gebetsmühlenartig wiederholt wird lautet man kann KI nutzen aber man muss vorsichtig sein.

00:35:22: KI ist eine revolutionäre Technologie die enorme Chancen bietet aber auch mit enormem Risiken verbunden ist.

00:35:28: Eine ziemlich Six-Seven Haltung also... Nicht nur ich bin über diese Haltung verwundert.

00:35:34: Auch etwa Oleksandra, die ukrainische Nachwuchswissenschaftlerin aus Folge zwei teilt mit mir ihr Erstaunen.

00:35:40: Also ich fand es auch erstaunlich dass so viele Wissenschaftler auch total ratlos

00:35:44: sind

00:35:44: was wir nun damit machen.

00:35:46: also viele sagen klar ist das positiv die KI wird ja auch die wissenschaft unglaublich beschleunigen aber man weiß natürlich nicht Wie man das am besten nutzt, sodass die menschliche Kreativität darunter nicht leidet.

00:36:00: KI?

00:36:01: Das ist kein Werkzeug!

00:36:03: Das ist vielleicht nicht immer mehr nur eine Technologie.

00:36:05: Dahinter könnte sich eine ganze Epoche verbergen – ein Zeitalter.

00:36:09: So wie das Wort Aufklärung ja auch nie nur die Anwendung des eigenen Verstandes meinte, sondern immer auch eine Zeitenwende einen Epochenbruch andeutete.

00:36:17: Was das genau bedeuten könnte, das ist eine Nein-das ist vielleicht gerade DIE größte Frage der Menschheit... In Lindau bekomme ich ein Gefühl, eine Ahnung für die Bedeutung dieser Frage.

00:36:28: Aber auf die Frage selbst kriege ich keine richtige Antwort.

00:36:32: Überraschenderweise hilft mir bei der Suche nach einer Antwort einen Ort, der mir nicht im Traum eingefallen wäre.

00:36:39: Es ist gewissermaßen der absolute Gegenort zu Lindau zur Wissenschaft, zur rationalen Erkenntnis.

00:36:45: es ist

00:36:46: der Vatikan von dem aus im Moment eine der klügsten Antworten auf alle KI-Fragen kommt.

00:37:12: Papst Leo, der Vierzehnte, den man hier Ende Mai im Jahr ist, hat unlängst ein Enzykliker mit dem Titel Magnifika Humanitas vorgestellt in der er sich über den Schutz des menschlichen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz Gedanken macht.

00:37:27: Darin heißt es zum Beispiel?

00:37:29: Im Zeitaltern der Künstlichenintelligenz, indem die Menschenwürde durch neue Formen der Entmenschlichung bedroht ist besteht unsere dringende Aufgabe darin zu tiefst-menschlicht bleiben.

00:37:39: Wir müssen die Größe des Menschseins bewahren, deren Glanz keine Maschine je ersetzen

00:37:45: kann.

00:37:46: Und weiter?

00:37:47: Die Qualität einer Zivilisation bemisst sich nicht an der Macht ihrer Mittel sondern an ihrer Fähigkeit zur Fürsorge und daran den anderen als Gesicht und nicht als bloße Funktion zu erkennen.

00:37:58: Dass das KI-Thema auch eine metaphysische Dimension hat davon bin ich nach dem Besuch der Lindauer Nobelprästigertagung überzeugter als zuvor.

00:38:06: Die Wissenschaft hat mir gezeigt, zu was sie fähig ist.

00:38:09: Was sie zu einem besseren Leben und späteren Tod zur Heilung bisher unheilbarer Krankheiten und auch dazu beitragen kann den Klimawandel zu bremsen und Frieden zu stiften.

00:38:19: Aber sie hat mir eben auch gezeigt, dass sie nicht kann die Tragweite ihrer eigenen Innovation zu erfassen.

00:38:27: Was klar ist, durch KI werden menschliche Leistungen entwertet.

00:38:30: Auch dadurch dass kreative Leistung Texte Fotografien vieles mehr von der KI verwertet werden ohne irgendeine Vergütung für die Menschen, die dahinter stecken.

00:38:40: Daher ruhelt vielleicht auch der emotionale Unmut von Jim Rakete vom Beginn dieser Folge.

00:38:45: Indem wir künstliche Intelligenz in die Entscheidungsfindung einbeziehen wird außerdem unklar wer eigentlich wofür genau verantwortlich ist und zur Rechenschaft gezogen werden kann.

00:38:54: Es ist allerdings nicht so, dass die KI das Ruder übernimmt sondern, dass wir den Konzernen, die sie anbieten zu viel von unserer eigenen Bewusstseinsbildung überlassen.

00:39:04: Unsere Verantwortung an diese Konzerne abgeben.

00:39:08: Auf diesen Kontrollverlust kann man jetzt mit Furcht und Sorge, Kulturpessimismus und Ilo Temporosehnsucht reagieren oder man reagiert darauf mit einem neuen Futurismus Mit einer radikalen Bejahung der Möglichkeiten, nachdrücklicher Bekräftigung dessen was vor uns liegt.

00:39:24: Die italienischen Futuristen riefen Anfang des Zwanzigerhunderts berühmterweise.

00:39:28: Wir erklären, dass sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat – die Schönheit der Geschwindigkeit!

00:39:35: Ein Rennwagen dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosiven Armen gleichen….

00:39:41: ein aufheulendes Auto das auf Kartetschen zu laufen scheint ist schöner als die Nike von Samotrake.

00:39:48: Wer schreibt gerade an dem futuristischen Manifest des XXI.

00:39:51: Jahrhundert?

00:39:52: Wahrscheinlich eine KI.

00:40:13: Wir sind am Ende dieser Folge angekommen und damit auch am Ende meiner Lindauer Abenteuerreise.

00:40:19: Eine Woche lang habe ich hier die Weltelite der Naturwissenschaft gesprochen, habe ihnen große Menschheitsfragen gestellt zu Leben und Tod Krankheit und Heilung Krieg und Frieden gegen Wart und Zukunft.

00:40:29: Sie haben ihre Sorgen und Hoffnungen anvertraut mir von revolutionären Methoden berichtet von solchen die es schon gibt und solchen die das ganz bald geben könnte.

00:40:39: Ich habe die absoluten Superstars der Forschung und ihren wirklich eindrucksvollen Nachwuchs getroffen.

00:40:45: Aber ich habe auch Menschen kennengelernt!

00:40:48: Das selbstbewusste Lachen von Mojino Luva geht mir nicht aus dem Kopf, genauso wenig wie das eindrucksvolle Glaubensbekenntnis der mRNA-Forscherin Kariko – die crazy Idee von Leuten wie Benjamin List, die wirklich vom rastlosen Forschergeist getrieben zu seinen Scheinen und dem vieles andere unterordnen… Manchmal sogar die eigene Gesundheit wie bei Barry Marshall, der Mann mit dem Selbstversuch.

00:41:14: Ich habe Männern die Hand gegeben, die mit Obama und Trump am Tisch saßen.

00:41:24: Ich habe hier von Nobelpreisträgern den Ellenbogen in den Bauch rammen lassen.

00:41:28: Ich hab einen Mann in die Augen geschaut der noch vor einem halben Jahr für seinen Freiheitskampf im Belarusischen Gefängnis saß.

00:41:34: Aber ich habe Wissenschaft auch als ernste Angelegenheit erlebt, als mahnde Instanz und eindrucksvolle Autorität.

00:41:48: Eine Autorität die der Menschheit die Richtung beisen will aber die mitunter selbst am richtigen Weg zweifelt.

00:41:54: Die Wissenschaft hat eine humanitäre Seite.

00:41:57: sie ist am Ende das Werk von Menschen für Menschen.

00:42:00: Aber sie hat auch eine höhere Bedeutung.

00:42:03: Sie geht von Bedingungen aus die sie selbst nicht garantieren kann.

00:42:07: Und eine dieser zentralen Bedingung lautet Freiheit Der Linda aus Spirit, den ich vom Boden sie mitnehme ist genau das.

00:42:14: Ein Gefühl für die historische Umbruchszeit und ihre

00:42:17: Fragen

00:42:18: und eine unbändige freie Lust darauf zu antworten.

00:42:23: Die sechshundert jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt zusammen mit den alten Nobelpreisträgern Da ist sie doch!

00:42:30: Die Bande, die sich bilden muss um die Banditen in die Flucht zu schlagen.

00:42:34: Für eine Woche war auch ein bisschen Teil dieser Bande Und alle, die bis hierhin zugehört haben waren das auch.

00:42:43: Ganz am Ende habe ich dann das gemacht, was sich die ganze Zeit verlauter Terminen und Treffen nicht geschafft haben.

00:42:49: Kinder, Hunde, die Sonne ein lauer Wind und ich auf der Suche nach den großen Fragen der Menschheit

00:42:58: springen

00:43:00: in den See.

00:43:04: Ich bin in den Seegesprung, in den wunderschönen klaren Bodensee.

00:43:08: Bin tief getaucht und hab beim Hochkommen die Alpen gesehen.

00:43:15: Wie aufregend es ist, die Menschheitsgeschichte genau jetzt.

00:43:18: Genau in diesem Moment zu

00:43:20: erleben.".

00:43:43: Co-Autorin und Redaktion Pierre Heinemann, Piotre Heller und Andreas Kruppock.

00:43:48: Koordination und Recherche Max Stange.

00:43:50: Aufnahmmusik Sounddesign Niklas Kleber.

00:43:54: Schnitt Kevin Gremel und David Brucklacher.

00:43:57: Dramaturgie und Regie Michael Götz.

00:44:00: Besonderer Dank geht an Birgit Schaar Thomas Kuba Daniela Thiel Und das Koratorium

00:44:04: für die Lindauer.

00:44:05: Nobelprästil der Tagung sowie Andas Museum Karatzen in Lindau.

00:44:12: Damit sind wir am Ende dieser FAZ-Sommerserie angelangt.

00:44:16: Nein, nicht ganz am Ende!

00:44:17: Denn wie versprochen gibt es noch das Gespräch zwischen Jürgen Kaube und Rudolf Stichwee zu Vergangenheit, Gegenwart und vor allem Zukunft des Nobelpreises als olympischer Auszeichnung.

00:44:27: Wozu hat mich ihn erfunden?

00:44:28: Und braucht es den Nobelpreis bald überhaupt

00:44:31: noch?!

00:44:32: Das

00:44:32: hören Sie nächste Woche, wenn wir wieder ins Regelprogramm des FAZ Podcasts für Deutschland zurückkehren.

00:44:37: Zusammen mit meiner Kollegin Katrin Jakob werde ich die interessantesten Zuschriften von Ihnen lieber höher und höher vorstellen Und im Anschluss senden wir dann das wirklich sehr aufschlussreich anregende Gespräch zwischen Kaube- und Stichweh.

00:44:49: So!

00:44:50: Und jetzt?

00:44:51: Wirklich ganz am Ende noch eine kleine Überraschung Ich nehme sie mit auf die Dachterrasse meiner kleinen Lindauer Gästewohnung.

00:45:00: Heiße Sommernacht, ein paar Gläser Weißwein stehen auf dem Tisch und Niklas, unser Sounddesigner hat seine Gitarre mitgebracht.

00:45:08: Fängt an zu sehen!

00:45:27: Martha – das berühmte traurig schöne Lied von Tom Waits Oben die Sterne, hier unten wir Menschen.

00:45:34: Es ist Sommer, der Vorhang fällt und alle Menschheitsfragen sind offen nur die eine nicht.

00:45:42: was uns ausmacht?

00:45:43: Die Liebe oder viel mehr?

00:45:46: Die Erinnerung daran wie schön sie

00:45:48: war Und deshalb

00:45:50: für immer

00:45:59: sein.

Über diesen Podcast

Der Nachrichten-Podcast der F.A.Z. mit exklusiven Interviews zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Der Podcast für Deutschland bietet Montag bis Freitag um 17 Uhr hintergründige und kontroverse Diskussionen mit F.A.Z.-Redakteuren.

Sie können den Podcast auch hier hören: www.faz.net/podcasts/f-a-z-podcast-fuer-deutschland/

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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