00:00:06: Herzlich Willkommen zum FAZ.
00:00:08: Podcast für Deutschland.
00:00:09: Es ist endlich wieder Montag, Montag der einundreißigste August und ich bin es weder Coronabudras aus Berlin.
00:00:18: Ja, es wird ja gerade viel geredet über die Wahl in Sachsen-Anhalt, über die AfD und die Union aber eine politische Kraft ist ganz besonders interessant nämlich die Linkspartei Denn die steht vor allem wirklich im wichtigen Wahlmonat, vielleicht dem wichtigsten überhaupt.
00:00:36: Denn zum einen wird ihre Stimme womöglich ausschlaggebend sein dafür wer in Sachsen-Anhalt regiert und außerdem besteht die Möglichkeit dass sie in Berlin am Ende des Monats die stärkste Kraft wird und dann womöglich die regierende Bürgermeisterin stellt ja und dann geht es den Immobilienkonzern an den Kragen.
00:00:59: Also alles gute Gründe, sich mal mit der Co-Chefin der Linken ihnes Schwerten hat zu treffen.
00:01:04: Das habe ich heute Nachmittag getan.
00:01:07: Schon ihr Büro in Berlin ist übrigens ein Ausflug wert auch weil sie gerade Geburtstag hatte.
00:01:12: Sie ist sieben und dreißig Jahre alt geworden und da stehen noch einige Geschenke auf dem Tisch.
00:01:17: Ein großer Bottich Bortsner Senf zum Beispiel Chili Schoten und Blumen Und ganz unscheinbar liegt da übrigens auch noch eine FZ herum.
00:01:28: Da können Sie sich ja vorstellen, dass ich das interessant fand.
00:01:32: Hoffe sie auch!
00:01:33: Freu mich sehr, dass Sie heute mit dabei
00:01:35: sind.".
00:01:39: Jetzt bin ich einmal am Hackischen Markt vorbei geradet und sitze jetzt im Brot der Linken in der kleinen Alexanderstraße nur einen Tortenwurf entfernt vom Alexanderplatz und gegenüber der Volksbühne.
00:01:53: Und mir gegenüber sitzt Ihnen Schwertner, Co-Chefin der Linken und bekennende Maxistin.
00:02:00: Wenn ich das richtig sehe auch FHZ-Leserin?
00:02:03: Hallo Frau Schwertner schön dass ich bei Ihnen sein darf!
00:02:06: Das ist
00:02:06: richtig und schön dass Sie bei mir sind.
00:02:08: Ja
00:02:08: jetzt müssen sie uns das kurz erst mal erzählen.
00:02:10: Ich wollte ja nicht gleich mit dem Klassenkampf anfangen
00:02:13: Aber
00:02:14: diese Kombination aus bekennender Maxistinnen und der FH Z Leser die interessiert mich natürlich.
00:02:20: Es stimmt tatsächlich, ich abonniere die FHZ zum Teil aus Überzeugung und Leidenschaft.
00:02:25: Aber auch eben ... Überzeugungen?
00:02:27: Ja also in jetzt keine Angst nicht weil ich ökonomisch irgendwie auf der Seite stehe aber tatsächlich habe ich ja bei der Zeitschrift das Argument gelernt mit dem Philosophen Wolfgang Fritz Hauck, der auch sehr strenger FH Z-Leser ist als ich glaube einer der eifrigsten, der jeden Tag liest und es zusammenfasst in seinem Tagebuch von Wolfgang Fritz Hauk.
00:02:49: beim Argument waren angewiesen, auch jeden Tag die FAZ zu lesen.
00:02:52: Weil man muss eben den Klassengegner gut kennen und wer den Standpunkt der Klassengegenseite am besten zusammenfasst.
00:02:59: zum ökonomischen Teil das ist die FA Z. also ja
00:03:03: sehr schön und umgekehrt sitze ich jetzt nun hier um ihre Meinung zu hören.
00:03:07: also das freut mich auch sehr.
00:03:08: vielleicht können Sie noch mal sagen wo wir schon bei Maxistin sind.
00:03:11: woran würde denn ein unbeteiligter Beobachter bei Ihnen erkennen?
00:03:15: dass sie maxistin
00:03:17: an meiner politischen Haltung oder in meinem Büro.
00:03:20: Wir haben beides, was immer Sie
00:03:22: berichten.
00:03:23: Ja also hinter Ihnen sind ja erstmal Rosa Luxemburg und Kalibknecht, dass wir uns in der Geschichte der arbeiterinnen Bewegung befinden und auch maxistischer Traditionen.
00:03:31: Ich glaube das ist hier jetzt unverkennbar.
00:03:33: Ist ja auch das Haus hier, das Kalib-Nichthaus mit einer gewissen Geschichte.
00:03:36: Also wenn man reinkommt kommt man nicht umhin.
00:03:38: aber ich finde an dem politischen Ansatz im Alltag das ist eigentlich der für wichtigere Punkt dass wenn ich jetzt unterwegs bin in Sachsen-Anhalt, zum Beispiel werde ich ja auch oft gefragt und was machen Sie am Wahltag?
00:03:49: Da kommen wir wahrscheinlich auch gleich noch drauf.
00:03:51: Aber für mich ist wichtig wann anfangen Menschen an sich politisch zu organisieren und sich selbst zu wehren.
00:03:56: das ist für mich die größte Erkenntnis des Maxismus nicht nur die ökonomische Analyse einerseits des Kapitalismus und seiner Widersprüche sondern andererseits eben auch.
00:04:05: Es ist diese gesamte Geschichte der Arbeiterinbewegung und überhaupt der Bewegung von Unterdrückten dadurch geprägt, sich zu wehren.
00:04:11: Sich zusammenzuschließen und gemeinsam für eine andere Politik, für eine anderen Visionen von Politik einzustehen.
00:04:17: Und das ist für mich jeden Tag egal ob ich bei einem Streik bin gibt es Menschen die zum allerersten Mal in ihrem Leben streiken.
00:04:22: Es gibt Genossinnen, die zumallerersten mal an die Haustür gehen und was tun und das erste Mal das Gefühl haben was politisch zu bewegen, egal wie deprimierend, dass alles ist um sie herum.
00:04:33: Sobald wir anfangen uns gemeinsam zu organisieren können wir was verändern und das ist für mich eine der mehr eine maxistische Maxime eben Das was alle kennen.
00:04:42: alle haben die Welt interpretiert.
00:04:43: es kommt darauf an Sie zu verändern.
00:04:45: Und diese Philosophie der Praxis das ist auch etwas was ich gelernt habe bei Wolfgang Verzaugt.
00:04:49: Das ist eigentlich der Punkt.
00:04:51: Es kommt drauf an sie zu ver ändern.
00:04:55: Jetzt gucken wir mal ganz banal auf das kommende Wochenende.
00:04:58: Jetzt sind wir wieder sehr, sehr schmal quasi auf die, gucken auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, die ja auch für Die Linke enorm wichtig ist.
00:05:09: möchte übrigens, dass vielleicht nochmal deutlich sagen Sie stehen hier jetzt wirklich vor total wichtigen Wochen für sie als Partei.
00:05:18: nicht nur jetzt das Wochenende in der Landtagswahl Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wo sie womöglich einen AfD-Ministerpräsidenten verhindern.
00:05:27: Kommen wir gleich nach dazu wie das vielleicht passieren kann.
00:05:31: Sondern auch hier in Berlin zwei Wochen später dann, wo Sie womöglich die erste linke Bürgermeisterin stellen.
00:05:38: Da müsste zwar einiges passieren aber ich frage mal was wäre Ihnen denn wichtiger?
00:05:42: AfD Verhindern oder selber Bürgemeister?
00:05:46: Nicht sie, denn es sind natürlich andere Kandidaten.
00:05:50: Es ist tatsächlich eine paradoxe Situation.
00:05:53: also dass das beides zusammenfällt ist ja wirklich Zufall mit den Wahlterminen aber es zeigt ich finde die Gemeinsamkeit ist dass wir ne Partei sind die erstens Hoffnung geben und der einen wieder anderen Seite.
00:06:04: Also Wir sind für diejenigen die unbedingt die AfD verhindern wollen Die einzige sichere Bank.
00:06:09: einerseits weil wir das ganz klar sagen auch sagen wir machen auch in Sachsen-Anhaltpolitik anders als alle anderen Parteien ehrlicherweise mitverantwortlich sind für den Aufstieg der Rechten.
00:06:19: Das heißt, das ist unser Ansatz in Sachsen-Anhalt und es ist der gleiche politische Ansatz im Berlin.
00:06:23: nur Gott sei Dank sind die Verhältnisse so dass wir damit sogar stärkste Kraft werden könnten und wirklich antreten können das auch umzusetzen und wirklich auch was für die Berlinerinnen und Berliner spürbar zu verändern.
00:06:35: also Es klingt erst mal eben paradox und total unterschiedlich.
00:06:38: Hier auf der einen Seite reden wir über Vergesellschaftung, sozusagen die rote Bürgermeisterin LFR-Reib und auf der anderen Seite AfD verhindern.
00:06:45: aber im Prinzip ist es das Gleiche dass wir antreten für ein anderes Politikmodell einzustehen.
00:06:50: Und wozu zählen Sie mehr Sachsen-Anhalt oder Berlin?
00:06:54: Also ich war jetzt, würde ich sagen ungefähr gleichmäßig in beiden Bundesländern aktiv.
00:06:59: Ich meine, ich lebe in Berlin und bin natürlich in Lichtenberg viel einfach von Haus aus sozusagen dabei und fühle das ja auch.
00:07:05: aber natürlich politisch wissen wir doch alle dass wenn das in Sachsen-Anhalt kippt dann kippte es an der ganzen Bundesrepublik Dann ist das ein qualitativer Kipppunkt.
00:07:15: dann ist es nicht einfach nur wir probieren mal aus wie das ist mit einer AfD-Regierung, sondern es ist natürlich klar dass ein Dominoeffekt einsetzt und was das für die Menschen in Sachsen-Anhalt bedeutet.
00:07:24: Das kann man sich glaube ich kaum ermessen.
00:07:26: deswegen... Ich würde nicht sagen das eine ist wichtiger als das andere, sondern ich würde sagen bei Beidem ist unsere absolute Aufgabe ganz klar zu bleiben und bei uns selbst zu bleiben.
00:07:36: was am Ende heißt wirklich wir bleiben an unseren Themen.
00:07:39: Wir stehen für die Bezahlbarkeit des Lebens Und das machen wir in Sachs-Anhalt wie im Berlin.
00:07:44: Es sind nicht die Aussies dümmer als die Wessis, es ist nicht irgendwie das Problem von einigen wenigen in Sachsen-Anhalt.
00:07:49: Sondern es ist unser aller
00:07:50: Problem.".
00:07:59: Sie sind drittstärkste Kraft, also wir haben in der Tat die AfD im Moment bei etwa vierzig Prozent.
00:08:05: Dann kommt eine lange Zeit nichts.
00:08:06: Dann kommen die CDU mit ungefähr zweiundzwanzig, dreinzwanziger Prozent und dann
00:08:12: sie
00:08:13: mit etwa dreizehn Prozent im Moment.
00:08:15: letzte Umfrage war es glaube ich Forschungsgruppe Wahlen und zwar sie deutlich vor der SPD das heißt auf sie wird es ankommen.
00:08:24: nun wird ja oft auf die CDU geguckt und geschaut, wie können sie überhaupt mit den Linken zusammenarbeiten?
00:08:33: Da gibt es ja auch in der Tat gestern wieder den Kanzler, der gesagt hat.
00:08:38: Mit den Radikalen machte er's nicht, weder auf der rechten noch auf der linken Seite.
00:08:42: damit waren Sie ja gemeint also die linke gemeint.
00:08:46: aber mich würde umgekehrt auch mal interessieren Wie einfach ist das denn für Sie und ihre Klientel überhaupt mit der CDU zusammen zu arbeiten?
00:08:54: Denn dass stelle ich mir auch nicht einfach vor.
00:08:58: Na ja, also erst mal ... Ich hab das Sommerinterview geschaut und denk mir dann immer, ich weiß nicht wie Friedrich Merz da durchkommen will, ob er rechnen kann.
00:09:05: Also jeder, wenn man die Grundrechenarten beherrscht, sieht man was will die CDU denn machen?
00:09:10: Allein das finde ich, muss ich ehrlich sagen verantwortungslos.
00:09:13: Wenn ein Bundeskanzler sich noch drei Wochen vor der Wahl hinsetzt und das Gefühl hat, er müsste sowieso mit niemandem reden.
00:09:19: Weil das natürlich am Ende des Tages passieren muss, laufen soll und dann erneute Neuwein oder so ein Sachsen-Anhalt.
00:09:28: Ich weiß einfach nicht, wie er sich das vorstellt.
00:09:30: man kann hoffen und beten dass die CDU insgesamt doch irgendwie einen Plan hat aber ich glaube nicht.
00:09:35: also insofern es hängt tatsächlich sehr viel davon ab wie die CDU agiert und diese Zerreißprobe für sich klar hat.
00:09:41: und für uns gilt eben ganz eindeutig zu sagen wir tun alles Was unsere Macht steht, die AfD von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten.
00:09:50: Das haben wir immer gesagt, das werden wir auch weiter so tun und schauen uns das am Ende in der Konstellation ganz genau an... Aber welchen
00:09:56: Preis fordern Sie?
00:09:58: Na ja, welche Preise fordern wir?
00:10:00: erst mal sind wir mit den Genossinnen und Genossen vor Ort ganz eng im Gespräch.
00:10:04: Ich glaube, dass ist auch was, was der CDU wahrscheinlich ein bisschen abgeht.
00:10:07: Und ich bin eben sehr selbst vor Ort und spüre die Angst der Leute, auch unsere eigenen Leute, die sagen, das ist ein absolutes Dilemma!
00:10:15: Für alle Beteiligten, auch für uns ist es vollkommen klar.
00:10:17: Aber wir gehen damit verantwortungsvoll um.
00:10:20: Wir planen verschiedene Szenarien und überlegen uns wie wir dann agieren.
00:10:24: Wir sprechen mit den Genossinnen vor Ort.
00:10:27: Und was planen Sie denn so?
00:10:28: Also was würden sie sozusagen sich zugestehen lassen oder worauf würden sie pochen, um zu sagen ja ein Zwenschulze wählen wir als Ministerpräsident?
00:10:39: Das kann ich erstens sowieso gar nicht vorwegnemen, weil das wie gesagt ist was wir intern besprechen und es ist auch gleichzeitig etwas.
00:10:45: Wir haben das.
00:10:45: in der letzten Woche hat Eva von Angern unsere Spitzenkandidaten das hier auch noch mal deutlich gemacht welche um welchen inhaltlichen Punkte es uns geht.
00:10:51: also weil wir können ja viel überwalt taktische Dinge sprechen.
00:10:54: Es ist aber nicht das was die Menschen interessiert sondern es gehen Arbeitsplätze verloren in der Chemieindustrie, weder die Landes noch die Bundesregierung hat irgendein Plan dafür wie man damit umgeht.
00:11:06: Wie man mit dem Chemiedreihek umgeht?
00:11:07: Hat kein Plan dafür, wie man mit diesem Haushaltsloch insgesamt umgeht.
00:11:12: das ist ja ein Berlin-Problem aber natürlich in Sachsen an halt auch.
00:11:15: es fehlt das Geld bei den Kommunen, damit fehlt das geld bei den Kindern und so weiter.
00:11:19: also es gibt sachlich so viele Probleme.
00:11:21: Und haben Sie die Lösung dafür?
00:11:25: Wir haben zumindest mal Vorschläge und sagen, es braucht ja ein Investitionsprogramm in die Industrie.
00:11:31: Wir brauchen Krankenhäuser an kommunaler Hand, weil wir hören von den Leuten, dass sie kaum zu den Ärzten kommen.
00:11:37: Das ist das, was wir an den Haustüren hören.
00:11:41: Ich würde darüber gerne reden.
00:11:44: Was ist der Unvereinbarkeitsschluss der CDU?
00:11:46: Juckt eigentlich niemanden im Land.
00:11:49: Sondern mir sagen eben Leute ... zu einem Arzt, zu einer Ärztin.
00:11:54: Ich wünsche mir wieder dass wir eine medizinische Versorgung auf dem Land haben.
00:11:58: dann müssen wir halt darüber sprechen.
00:11:59: das kann ein inhaltlicher Punkt sein auf den man sich einigt aber das findet ja überhaupt nicht statt in der Debatte weil es nur darum geht was denken eigentlich Sven Schulze oder Friedrich Merz von der Linken?
00:12:09: und das ist mir ehrlich gesagt so wenig und das auch wirklich die Menschen nicht verstehen.
00:12:13: Und
00:12:13: deswegen drehe ich es auch wirklich bewusst um und frage, was macht das eigentlich mit Ihnen und mit Ihrer Partei?
00:12:18: Denn Ihr Co-Chef Luigi Pantisano hat ja schon eine ziemlich breite Seite gegen die CDU gefahren, hat sich von der CDU distanziert und die Partei als Faschisten bezeichnet.
00:12:31: Das passiert ja auch nicht einfach nur so!
00:12:35: Ja, wir haben den.
00:12:36: Wir haben die Debatte auch seitdem und ich habe das auch im Bundestag im Nachgang auch sehr deutlich gesagt.
00:12:41: es geht nicht darum die CDU als Verschissen zu bezeichnen.
00:12:43: Das war falsch.
00:12:43: aber zu sagen Die Idee von vielen Unionern Sie könnten die AfD kopieren in ihren Inhalten hat nicht dazu geführt dass die AfD kleiner geworden ist.
00:12:52: Im Gegenteil sie ist jetzt doppelt so stark in Sachsen-Anhalt als die CDU.
00:12:57: Und das heißt man kann die AfD offensichtlich nicht damit schlagen damit dass man ihr einfach nacheifert.
00:13:03: Das war aber bisher offensichtlich die Strategie der CDU.
00:13:07: Und in diesem Sinne tragen sie dazu bei, dass die AfD so stark geworden ist.
00:13:11: Also indem sich eben zum Beispiel nicht um die Arbeitsplätze kümmern an Sachsen-Anhalt.
00:13:15: Indem die Armutsquote so hoch ist und Sachsen hat das.
00:13:18: natürlich sorgt es für Frust bei den Menschen und dieses Gesau dieser Politik diese ignorante Politik auch nicht über diese Probleme zu reden und was man da wie man es lösen kann sondern einzig und allein der AfD nachzuplappern.
00:13:32: Aber
00:13:33: bedeutet auch im Umkehrschluss, dass die CDU sich schon ziemlich ändern müsste damit sie bereit sind eins wenn Schulze zuwählen?
00:13:41: Ja aber darum geht es ja auch.
00:13:42: also dafür wählen ja Leute die linke die will nicht die Linke damit sie sagt er stimmt wir machen eh finde das alles gut was die CDU macht sondern wie ich meine wir rufen bundesweit zu protesten auf gegen Friedrich Merz ist.
00:13:52: ich glaube viele Millionen Bundesbürger sehen, dass wir ich ja noch länger im Urlaub bleiben können.
00:13:58: Und trotzdem wären Sie bereit da zu kooperieren?
00:14:03: Insofern und das sagen auch viele Umfragen unserer eigenen Leute, die Zahlen haben sie wahrscheinlich auch, dass uns allen dieses Dilemma bewusst ist und dass selbst viele Linkenwähler sagen so mir ist es so wichtig die AfD von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten dass ich finde, das demokratische Parteien reden müssen.
00:14:19: Das ist das eine.
00:14:20: aber natürlich ist vollkommen klar und es hat Eva von Angern auch gesagt wir werden da nicht einfach der CDU hinterherlaufen.
00:14:26: was denken die denn?
00:14:27: Also das ist jetzt... Die wurden abgewählt oder die werden wahrscheinlich abgewählt nächste Woche in Sachsen-Anhalt.
00:14:33: Friedrich Merz ist kurz davor als Bundeskanzler abtreten zu müssen.
00:14:37: mit welcher Arroganz sitzt man sich in einer Sommerinterview Und tut so als hätte man mit dem Ergebnis nichts zu tun?
00:14:44: und das könnte man bei dem Ergebnis Einfach mit vollkommener Arroganz eben sagen, wir reden hiermit niemandem.
00:14:50: Das finde ich eher das Beunruhende muss ich ehrlich sagen.
00:14:52: Ich kann es nachvollziehen.
00:14:53: auf der anderen Seite muss man auch sagen dass sich schon immer wieder Sprengstoff liefern.
00:14:58: das Pantisanum-Zitat habe ich erwähnt da haben sie sich davon distanziert.
00:15:02: Da wäre aber meine Argumentation naja das kommt ja von UNKU her.
00:15:06: jetzt hatten wir gerade gestern eine Wahlkampferanstaltung der Linken in Berlin wo's auch zu einem schon einen Skandal kam.
00:15:16: Da skandierte ein Rapper Jalla, Jalla in die Fader und hat auch noch andere Gewaltaufrufe gegen den Staat Israel auf offener Bühne mehrmals wiederholt.
00:15:27: Also auch das etwas was eigentlich.
00:15:29: also ich habe schon gesehen sie und auch vor Elef Arab haben sich schon distanziert.
00:15:34: nichtsdestotrotz passiert es immer wieder und dass ist im Grunde genommen ja auch schon etwas was einen Großteil ihrer Basis denkt und wo Sie in diese Richtung marschieren.
00:15:46: Wie gehen Sie mit dieser Diskrepanz um?
00:15:50: Also genau, das ist das eine des LFRs, bis sich da auch schon ganz klar dazu geäußert hat.
00:15:54: Und ich finde es auch ehrlicherweise ein bisschen unverhältnismäßig und das haben wir jetzt schon öfter gehabt dass die gesamte Bundes CDU sagt Die Linke ist radikale und unwählbar, weil etwas in den Köln passiert ist.
00:16:06: Und ich merke auch das oft
00:16:08: ... Aber steht es nicht für irgendwas?
00:16:10: Das kommt ja nicht aus dem Nichts!
00:16:11: Es ist schon so, dass sie viele neue Mitglieder gewonnen haben, die auch einen klar anti-israelischen und pro-palestinensischen Kurs ... Ja, verfolgen.
00:16:22: Das wäre ja auch für sich genommen noch nicht das Drama, wenn die entscheidenden Schritte ... Israel-Kritik wird man ja ... muss man ja äußern aber umgekehrt werden immer wieder Grenzen überschritten?
00:16:36: Aber das ist genau der Punkt.
00:16:38: Es findet nicht im luftlären Raum statt.
00:16:39: und was wir jetzt erlebt haben in den letzten zwei Jahren seit dem siebten Oktober und seit dem Krieg in Gaza, der sich daraufhin ausgebreitet hat, den großen Leiden dass der politische Mainstream alle anderen Parteien viele Teile der Medien weggeschaut haben und eben nicht darüber gesprochen haben, welche Kriegsverbrechen die israelische Regierung verübt hat.
00:16:59: Auch das Militär.
00:17:00: Ich finde den Auftritt nicht richtig.
00:17:02: Das stimmt aber ich will nur sagen, dass so viele auch insbesondere junge Menschen sehr wütend sind, viele migrantischen Menschen wütent sind auf allen anderen politischen Parteien weil dieses Leid nicht anerkannt wurde wenn man es nicht sagen kann und bis heute auch wiederum andersherum die CDU weiter steht und einfach diese Kriegsverbrechen weiter nicht nur schützt, sondern wir Waffengeliefert haben.
00:17:23: Also wo die Mehrheit der Dürre in Völkung...
00:17:25: Das ist aber immer wieder thematisiert.
00:17:26: Ich würde nur sagen es gibt dann eine Unverhältnismäßigkeit.
00:17:28: also die ganze Zeit wird bei uns über Antisemitismus gesprochen und wir sagen ganz klar wir haben dafür Pläne, LFR hat einen Plan vorgelegt gegen Antisemitismus für Berlin.
00:17:38: Wir sagen ihr dürft nicht streichen bei Förderprogrammen Demokratieprojekten wo es genau darum geht darauf zu schauen und Jüdinnen und Juden zu schützen da wird gekürzt von der Bundesregierung Und dann erzählen sie uns wir tun aber nichts dafür.
00:17:52: Wo ich mir denke das ist einfach auch hohen Auch hohen der Opfer auch hohe jüdischen Lebens und man darf mit dem Antisemitism Begriff Nicht nicht so hantieren dass man in jeder Zeit verwendet um den politischen Gegner zu diskreditieren.
00:18:04: können Sie machen, mich stört das persönlich nicht.
00:18:07: Wobei es schwer
00:18:08: fällt in Neukölln jetzt beim gestrigen Abend nicht vom Antisemitismus zu sprechen?
00:18:15: Ich würde nur sagen die Intifada ist trotzdem eine Widerstandsbewegung der Palästinenserinnen.
00:18:19: also das ist jetzt per se noch nicht antisemitisch.
00:18:21: aber da ich will nur trotzdem sagen es gibt diesen politischen Kontext und in diesem politischen Context würde ich sagen gibt es eine Unverhältnismäßigkeit.
00:18:32: Die CDU benutzt das jetzt als Wahlkampfmittel, das verstehe ich sehr wohl weil sie überhaupt nicht wollen dass es eine linke Bürgermeisterin gibt.
00:18:39: Weil die Angst davor haben, dass es andere Politik in dieser Stadt gibt.
00:18:41: aber ich wäre mich wirklich vehement dagegen den Antisemitismus zu instrumentalisieren und auch jüdische Menschen zu instrumentalizieren dauerhaft einfach aus dem eigenen Verschulden, dass sie nicht mehr was Völkerrechts sprechen können.
00:18:54: Dass Sie es nicht mehr schaffen in den letzten anderthalb zwei Jahren das Völkerrecht zu verteidigen.
00:18:59: Das ist der Grund warum wir keinen Platz haben im Sicherheitsrat, warum er uns verwehrt wurde.
00:19:03: Weil die internationale Gemeinschaft das Gefühl hat, die Bundesregierung schafft es nicht.
00:19:08: Völker Recht hier überhaupt noch anzuerkennen?
00:19:10: Das ist die größere Frage um dies mir geht und ich will nicht ablenken von der Köln.
00:19:13: Ich will nur sagen wenn wir diese Debatte wirklich mal auf Augenhöhe und vernünftig führen Dann sagen sie mir ganz genau an welchen Stellen haben wir als Partei aus ihrer Sicht, wenn wer Antisemitische?
00:19:24: und dann kann ich Ihnen sagen, an welchem Stellen haben Sie in den letzten zwei Jahren komplett versagt?
00:19:28: bei internationalem Recht.
00:19:30: Und bei allem was Menschlichkeit und Humanismus ist, was die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland denkt.
00:19:35: Ich würde noch auf einen anderen Punkt zu sprechen kommen, der hier in Berliner Wahlkampf ja auch eine Rolle spielt.
00:19:40: Auch zur vehementen Abwehrreaktion führt.
00:19:43: das ist die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen.
00:19:48: vielleicht können wir es einmal ganz konkret durchsprechen wie sie sich das überhaupt vorstellen.
00:19:52: also es heißt ja deutsche Wohnen und Co.
00:19:57: enteignen so war der Titel dieses Volksentscheides Und sie sind jetzt im Grunde genommen die einzige Partei, die sich das zu eigen gemacht hat und tatsächlich durchexerzieren möchte.
00:20:07: Also wie wollen Sie deutsche Wohnen?
00:20:09: Und Wunowia zum Beispiel um mal zwei große Wohnungsbaugesellschaften, die inzwischen fusioniert sind oder jedenfalls Wunowie hat Deutsche Wohnen geschluckt.
00:20:18: Wie wollen Sie das konkret umsetzen?
00:20:21: Ich habe das Glück in meinem Vorleben vor meiner Parteikerjahre war ich ja bei Deutschwohn- und Co.
00:20:26: in der eigenen Aktiv.
00:20:27: Insofern hab ich diesen Prozess wirklich ... sehr, sehr intensiv begleitet und auch hunderte Unterschriften gesammelt.
00:20:33: Deswegen weiß ich sehr gut erstens dass es ein jahrelanger Prozess war eben weil sich die Mietenkrise in Berlin so krass verschärft hat.
00:20:40: also Die mieten sind in den letzten zehn Jahren um bis zu achtzig Prozent gestiegen.
00:20:45: Also das ist
00:20:46: jetzt Neuvermietung knapp sechzehn
00:20:49: Euro Genau und das ist etwas was natürlich alle Menschen gespürt haben wo in etwa zeitgleich ja auch durch die Berliner Linke Mietendeckel eingeführt wurde.
00:20:58: Aber da gab es die Debatte zur Vergesellschaftung schon und da gab's die Kampagne schon, weil man eben gesagt hat um an den Grund dieser Mietenkrise zu kommen müssen wir die vielen privaten Wohnungen wieder in die öffentliche Hand zurücknehmen.
00:21:11: Man wusste zu dem Zeitpunkt nicht mehr, wie viele das überhaupt betrifft ... Wie viele Blackbox
00:21:15: waren?
00:21:16: Wir als Kampagne hatten damals schon, eben wir wussten es nicht, wenn man mit einem Studienauftrag gegeben und behauptet mir zu wissen, um wie viele Wohnungskonzerne geht's eigentlich.
00:21:24: Und jetzt wissen wir ... Es sind etwa einen Dutzend, es gingen damals um zweihundertzwanzigtausend Wohnungen.
00:21:29: Man wusste das schlicht vorher nicht.
00:21:30: wie viele Konzerne besitzen über dreitausend Wohnung?
00:21:33: nur um mal ein Beispiel zu sagen ist bei den Superreichen genauso.
00:21:36: dadurch dass wir es gar nicht wussten war das wirklich so eine Blackbox?
00:21:40: was ist eigentlich?
00:21:41: Wem gehört
00:21:42: eigentlich die Stadt?
00:21:43: also zweihundzwanzigtausend wohnung von insgesamt eine Million Wohnungen, die es hier in Berlin gibt.
00:21:50: Und das hat natürlich trotzdem einen enormen Effekt auf den Marktpreis ist.
00:21:54: und wenn man sich das eben vorstellt.
00:21:56: Es gibt einfach zehn Wohnkonzerne und im Wohnhof wäre es natürlich einer der größten aber auch Heimstaaten
00:22:01: usw.,
00:22:02: denen sehr viele Wohnungen gehören, die natürlich den Preis mit nach oben treiben.
00:22:06: also dass Wobei
00:22:08: da die Durchschnittsmieten, wenn ich das richtig gesehen habe, liegen bei acht Euro.
00:22:13: Bei Monovia zum Beispiel?
00:22:15: Das ist ja schon deutlich unter Durchschnitt!
00:22:17: Naja und trotzdem steigen wir eben und wir haben jetzt gerade kürzlich also wir machen es sehr systematisch dass wir auch solche illegalen Wuchermieten überprüfen.
00:22:26: wo der Senat auch versagt, wo wir jetzt allein hunderte Proben schon haben.
00:22:30: Weil es einen Mietspiegel gibt in Berlin seit Mai und die Konzerne solche Mietspegeln immer wieder benutzen um dann die Mieten hochzutreiben und werden jetzt schon nach den Hunderten Prüfung, die wir gemacht haben von Mieterinnen.
00:22:42: Die uns die Erhöhungen geschickt haben gemerkt dass auch ein sehr sehr großer Anteil auf was bis zu achtzig Prozent einfach falsch sind also das sie wirklich illegal erhöhte Mieten haben manchmal nur zum Teil weil es dann einfach neue Angaben gibt die Wohnung sei so und so besser bestückt und deswegen muss es teurer werden.
00:23:00: manchmal ist es wirklich komplett von der Hand zu weisen diese Miet-Erhöhung das heißt Es geht ja nicht nur um die Anzahl der Wohnungen, sondern auch um das ganze ... um die Art von Profil, die diese Wohnungskonzerne haben.
00:23:11: Denn jemand wie Vonovia, die haben ja kein Interesse daran, dass einfach saniert wird weil sie das so schön finden für die Mieterinnen und Mietern.
00:23:17: Sondern die drücken natürlich versuchen den Preis für sich zu drücken, um möglichst viel Profit zu machen.
00:23:22: und deswegen geht es für uns Natürlich geht es darum, dass die Mieten gesenkt werden sollen.
00:23:26: Dass der Mietmarkt entspannt wird.
00:23:28: Also deswegen fordern wir auch ein Mietendecke für die kommunalen, für die landeseigenen
00:23:31: Wohnungen... Aber wie soll das genau passieren?
00:23:33: Wie Sie vergesellschaften.
00:23:35: Das heißt sie werden enteignet und dann wird so eine Entschädigung gezahlt.
00:23:39: Haben Sie eine Ahnung, wie teuer das werden würde für den Berliner Senat?
00:23:43: Das
00:23:44: ist ja eine der offenen Fragen.
00:23:46: Es gab nach dem gewonnenen Volksentscheid ... Das muss man auch immer wieder sagen.
00:23:50: Daran muss man alle Parteien erinnern.
00:23:53: Eine Million Berlinerinnen und Berliner waren dafür.
00:23:55: Und es war vollkommen klar was es geht.
00:23:59: Da wurde nicht drum herum geredet, sondern es war klar, es geht um Enteignung.
00:24:04: war eigentlich erst mal eine Empfehlung, daraus sollte Politik entstehen.
00:24:07: Was dann entstanden ist, eine Kommission die eingesetzt wurde meiner Meinung nach eigentlich um das Vorhaben zu verhindern.
00:24:12: aber was die Kommission dann nach einem Jahr Arbeit ungefähr herausgefunden hat.
00:24:16: Erstens der Gesellschaftung ist rechtlich sicher also ist rechtssicher es machbar und es ist auch bezahlbar.
00:24:23: Es muss nämlich nicht zum Verkaufswert Also es muss nicht.
00:24:27: zudem die Zahl die kursiert die Das muss nicht sein, weil die Bevölkerung würde in Aktienanteilen bezahlen.
00:24:34: Und was preihen Sie denn stattdessen an?
00:24:35: Also nur damit man mal so ein ...
00:24:37: Na ja, also die Kampagne selbst hat ... Wie gesagt, ich war Teil dessen und deswegen habe ich die Frage schon sehr oft beantwortet, rechnend mit elf bis achtzehn Milliarden Euro, die das kosten würde, wenn man das unterhalb verkauft wird.
00:24:49: Das ist aber eine Entscheidung, die nicht der Senat trifft, sondern die Gerichte treffen, weil wir hier tatsächlich Neuland betreten, weil es etwas isst bis ja nicht in der Größenordnung gemacht wurde.
00:24:59: Enteignet wird permanent, also für Autobahnen wird permanent enteignete.
00:25:03: Das macht auch die CDU.
00:25:04: Also nur um
00:25:05: das nochmal ...
00:25:06: Genau, aber nicht in den Größenordnungen und es geht ja wirklich darum, dass Grund- und Boden, und es steht explizit zu im Grundgesetz, Grund-und Boden vergesellschaftet werden kann wenn das im Interesse der Öffentlichkeit ist.
00:25:18: Und das halt auch.
00:25:18: diese Kommission, die jetzt wirklich nicht besetzt war von Vollrevolutionären muss man einfach so sagen, sondern wirklich von Expertinnen und Experten ist dazu gekommen zu sagen es ist im öffentlichen Interesse Grund- und Boden hierzu für Gesellschaft.
00:25:31: Und das muss nicht zu diesem eben...
00:25:34: Genau.
00:25:34: also das könnte günstiger sein kann ich mir gut auch vorstellen.
00:25:37: aber wie geht's dann weiter?
00:25:39: Also
00:25:39: wem
00:25:39: gehört das denn?
00:25:40: Das sollen wir da nicht die städtischen Wohnungsbaugesellschaft machen, sondern dass ist dann wer.
00:25:46: Ja, also erstmal ist vollkommen klar und da machen wir auch den Wählerinnen und Wählern nichts vor.
00:25:51: Dass wir ab Tag eins daran arbeiten wollen weil wir sind die einzigen, die wirklich den Volksunterscheid umsetzen wollen.
00:25:56: aber man muss sich auch klarmachen es ist ein jahrelanger Prozess weil es natürlich eben um eine Masse an Wohnungen geht Und weil das natürlich auch darum geht Die Finanzierung so lang zu strecken dass das nachhaltig ist.
00:26:08: Also natürlich machen wir uns darüber Gedanken und sagen Wir können es und das ist vollkommhaushaltsneutral.
00:26:13: also das wird nicht in berliner Haushalt belasten sondern über Kredite die Wohnungen zurückkaufen und dann über die Mieteinnahmen das über längere Jahre gestreckt sozusagen.
00:26:23: Und der verweitet es denn?
00:26:25: Also ich frage auch deswegen so, weil ich interessanterweise direkt neben so einer Wunovia sie wohl wohne und da fahren einfach ständig diese Wunovea-Vans vor und dann kommen Handwerker und machen dieses und jenes... Das machen die natürlich nicht mehr.
00:26:39: wenn's ihnen nicht gehört ist ja klar.
00:26:41: Wer machts dann?
00:26:41: also wem gehört das?
00:26:43: wer machtes dann?
00:26:43: wie ist das organisieren?
00:26:46: die es immer in der Kampagne gab und auch die Debatte darum, die ich sehr spannend finde bei der Frage von Vergesellschaftung überhaupt.
00:26:52: Was ein bisschen an den Anfang unseres Gesprächs zurückgeht – wie schaffen wir das eigentlich mehr Beteiligung zu organisieren?
00:26:58: Also die Wunschvorstellung ist dass auch die Mieterinnen und Mietern selbst in Beiräten mitentscheiden also dass es dann Anstalten des öffentlichen Rechts gibt so ähnlich wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk wo es auch Beirääte gibt, wo gemeinsam darüber entschieden wird Und wir müssen dann beraten, und das ist natürlich das, wo wir auch Experten brauchen an der Umsetzung.
00:27:17: Wie es funktionieren kann?
00:27:20: Dass es erst in städtischer Hand ist und wie diese Beteiligungsformen gehen.
00:27:24: Ich will noch mal sagen nicht ... Darüber machen sich kluge Menschen seit Jahren einen Kopf.
00:27:28: Wir haben da wirklich die tollsten Professoren und Professorinnen... Aber
00:27:31: es klingt kompliziert, ehrlich gesagt!
00:27:33: Es ist kompliziert aber es ist natürlich auch.
00:27:36: also erstens Wünschen sich das die Berliner Renupilierenden?
00:27:38: Es wäre viel demokratischer.
00:27:40: Aber Sie können sie wirklich
00:27:43: garantieren, dass dann die Mieten sinken würden.
00:27:46: Also wir könnten in jedem Fall garantieren , dass sie nicht so astronomisch steigen wie sie es jetzt tun und das meine ich mit dem...es geht hier auch ein Stück weit ums Prinzip.
00:27:54: also wir werden alle Hebel umlegen.
00:27:57: Das ist das was LFR immer sagt.
00:27:59: Ich will nur das einmal erklären weil alle mal sagen diese Vergesellschaftung finde es ja auch schön, dass man das uns zentrum stellt.
00:28:04: Aber natürlich gibt's ganz viele Hebel die jetzt umgelegt werden müssen.
00:28:07: Ja, aber ich muss sagen,
00:28:07: es gibt natürlich keine neuen Wohnungen dadurch denn da wird ja einfach nur der Besitzer gewechselt.
00:28:13: Genau deswegen will ich das nur kurz sagen, dass wir natürlich alle Hebel umheben werden.
00:28:17: also einerseits zu sagen Wir müssen den Mietwucher bekämpfen und das ist jetzt schon ohne weiteres möglich weil Es ist ja schon illegal, man muss es nur tatsächlich bekämpfen.
00:28:25: Man kann jetzt schon ein Mietendecke für die landeseigenen Wohnung einführen Auch das hat Elef Arab gesagt wird sie machen und öffentlichem Wohnungsbau investieren.
00:28:35: Also, siebentausendfünfhundert Wohnung pro Jahr müssten zusätzlich gebaut werden um diesen Bedarf zu decken.
00:28:41: Und wir sind gar nicht dagegen zu bauen aber man muss es dann eben auch endlich machen.
00:28:45: also ich meine diejenigen egal ob CDU oder SPD die sagen bauen, bauen, bauen alles schön und gut aber die machen's ja nicht.
00:28:52: Also auch da muss man natürlich Geld in die Hand nehmen.
00:28:54: das ist eine Investition ganz klar.
00:28:55: und die Vergesellschaftung ist eigentlich auf einem anderen Gleis wenn man so will weil es eben wirklich darum geht per Kredit eigentlich etwas wieder ein öffentliches Eigentum zu überführen, was dann nachhaltig ja auch eben uns gehört.
00:29:08: Also dann auch öffentliche Eigentums ist und woraus wir die Mieteinnahmen auch generieren um den Mietmarkt insgesamt weder überhaupt kontrollierend zu können.
00:29:17: das ist ja das schöne Beispiel in Wien wo man das vor hundert Jahren gemacht hat.
00:29:20: da gab es eine starke Sozialdemokratie starke Gewerkschaften diese Wohnungen die damals gebaut haben und sie seit dem immer wieder gebaut wurden in öffentlicher Hand.
00:29:28: Sorge dafür, dass in Wien der Mietmarkt insgesamt viel stabiler ist als in
00:29:32: Berlin.
00:29:32: Aber mit wem?
00:29:33: Ehrlich gesagt wollen die es machen weil Herr Krach hat ja schon ... Also das Steffen Kracht ist der Spitzenkandidat der SPD, der relativ klar gesagt hat mit uns nicht bei der CDU brauchen sie damit gar nicht anzuklopfen und so.
00:29:47: ansonsten bleibt er nicht besonders viel
00:29:50: d.h.,
00:29:50: eine Mehrheit kriegen Sie damit nicht.
00:29:52: Naja also erst mal würde ich Steffen krach wenn er mich fragen würde sagen, dass erstens seine eigene Partei ein Landesparteitagsbeschluss hat.
00:30:02: Also die eigene SPD-Basis...
00:30:04: Aber er hat klar gesagt mit mir nicht!
00:30:06: Genau.
00:30:06: aber ich will ihn nur daran erinnern es gab einen Volksanscheid an den haben sich erstmal alle Parteien zu halten und seine eigene Party ist dafür das zu tun.
00:30:14: übrigens bei den Grünen genauso.
00:30:15: also Es ist nicht so, dass wir hier die Lonesome Riders sind.
00:30:19: vielleicht in der Öffentlichkeit wirkt es manchmal so.
00:30:22: aber eigentlich selbst die Parteibasis der Grünen und der SPD ist auch total dafür Weil sie eben erst mal sehen, es gab diesen Volksentscheid.
00:30:31: Und weil Sie auch sehen dass wir hier in unsere Grenzen dessen kommen in Berlin was wir sonst tun können um das Mietenproblem wirklich zu lösen.
00:30:39: und ich weiß das ist manchmal schwer weil das im politischen Diskurs nicht vorkommt.
00:30:44: aber Wenn ich mit Menschen auf der Straße darüber reden, was meinen Sie wie radikal?
00:30:48: Die sind viel radikaler als sich jetzt.
00:30:49: Die sagen ja die scheiß Kapitalisten, was machen wir denn?
00:30:52: Die kriegen gar nichts von uns!
00:30:53: Ja
00:30:54: kann man ja ehrlich gesagt auch sein wenn man auf der Strasse... Na
00:30:56: klar, ich will nur sagen um mal das Gefühl dafür warum die Berliner so oft Zinne sind bei dem Thema weil ganz ganz normale Leute Familien sagen Wir finden hier keine Wohnung mehr.
00:31:05: natürlich macht es einfach also dass überhaupt so eine fragewiegende Eignung wieder Thema geworden ist liegt auch daran,
00:31:13: dass so wenig gebaut wird und das es unattraktiv wird.
00:31:17: Weil der Bundeskanzler ja gerne mit ausländischen Investoren kommt.
00:31:22: Da kommt er jetzt in Sachsen-Anhalt mit, hat er gestern nach dem Sommerinterview klar deutlich gesagt, denn investiert da keiner mehr.
00:31:30: Umgekehrt haben sich ... war ein interessanter Schulterschuss mit Herrn Klingweil zusammen.
00:31:36: Auch SPD-Finanzminister, die sehr klar gesagt haben, wir würden das verhindern wollen, die planen einen gesetz dagegen auch mit dem gleichen argument dann investiert hier auch keiner
00:31:47: mehr in den wohnungsmarkt genau also erstens investiert gerade überhaupt gar keiner weil alle sowieso sagen na ja das lohnt sich gerade nicht es ist einfach viel zu teuer gerade zu bauen und wir haben auch gar nicht die leute.
00:31:59: Also dass die krise der bauindustrie ist ja eine viel tiefer liegende als nur der ausländischen investation
00:32:06: und also das hat schon auch für
00:32:09: Aber auch das ... Abschreckung
00:32:10: gesorgt.
00:32:11: War zum Teil mythos und sehr hochgejäßt, weil wir uns klar war, dass es für den Anfang den Effekt hatte aber über den längeren Zeitraum nicht gehabt hätte.
00:32:19: Solange gab's den Mietendeckel nicht?
00:32:22: Wurde gekippt vom Bundesverfassungsgericht?
00:32:23: Kann man nicht mit dem Beweis antreten.
00:32:25: Klar war, das muss bundesweit geregelt werden.
00:32:26: Deswegen fordern wir einen bundesweiten Mietendeckel.
00:32:29: Der Kernpunkt ist, wollen wir ausländische Investoren, die uns hier Blöcke hinsetzen?
00:32:35: Große Eigentumswohnungen, die kein Mensch gebrauchen kann.
00:32:39: Ausländische Großinvestoren machen keinen sozialen Wohnungsbau, mit dem man kein Profit machen kann.
00:32:43: Da sind wir wieder bei der Kapitalismuskritik.
00:32:46: ist es einfach naiv zu glauben ein ausländischer Großinvestor hätte hier das große Bedürfnis für die Rentnerinnen und Rentner in Lichtenberg kleine Wohnung zu bauen, die sich nicht rechnen.
00:32:56: also ist doch vollkommen klar dass es deren Interesse nämlich auch kein Übel.
00:33:00: aber da darf man doch nicht naiv sein und sagen sozialer Wohnungsbauch gehört in die öffentliche Hand.
00:33:05: Weil wir sagen, Wohnen ist ein Menschenrecht und wir wollen es jedem hier ermöglichen zu leben.
00:33:10: Nicht nur in Berlin sondern auch in anderen Städten die das Problem haben.
00:33:13: Und es betrifft dann nicht nur den Bereich des Wohnens der jetzt sehr dringlich.
00:33:17: Das betriffte aber auch dem Bereich der Gesundheit, das betrifte auch die Energieproduktion.
00:33:21: also Wir können das nicht wollen dass einige wenige Konzerne darüber entscheiden wie teuer die grundlegenden Dinge des Lebens sind.
00:33:29: Das ist das wo wir ein anderes Prinzip einsetzen und wo die menschen eben ganz genau verstehen diese grundlegende Bedürfnisse dürfen nicht der Profitlogik unterworfen sein.
00:33:38: Ich weiß, das ist in dem Podcast der FAZ jetzt ... Jetzt ein bisschen ...
00:33:43: Ich weiß gar nicht, ob wir da so weit auseinanderliegen?
00:33:46: Es ist immer nur eine Frage, ob man glaubt, dass die Mittel, die man einsetzt tatsächlich auch die Wirkung entfallen.
00:33:53: Deswegen wollte ich es ja auch genau verstehen.
00:33:56: Vielleicht drehen wir noch eine kurze Runde über die AfD-Wähler.
00:33:59: Das fand ich bemerkenswert, dass sie ja schon sehr offen gesagt haben, Die AfD wähler, also sie sind gar nicht ... haben keine Berührungsängste.
00:34:10: Sie sagen die wollen wir?
00:34:13: Wie wollen sie das machen?
00:34:15: Wir machen sowieso Politik für die Mehrheit der Leute.
00:34:18: Da schließe ich ganz viele andere auch mit ein.
00:34:22: Das ist erst mal unser Ansatz und dann ist auch der Ansatz nicht zu fragen woher jemand kommt oder was er oder sie wählt.
00:34:28: Das finde ich grundsätzlich für uns wichtig als Grundprinzip wiederum auch.
00:34:34: für wen wir Politik machen oder warum wir es tun.
00:34:37: Und dann natürlich ganz konkret auch da, es gibt ganz viele eben nicht nur im Osten, aber ich würde sagen jetzt in meiner persönlichen Erfahrung, ich komme aus Sachsen von Menschen die sich wirklich nicht erst seit gestern sondern seit Jahren und Jahrzehnten von der Politik nicht vertreten fühlen also so komplett einfach wirklich sagen die da oben machen was sie wollen und ich kann ihnen das nicht mal ausreden weil ich das ja auch sogar teile und sage es gibt abgehobene Politiker wie Friedrich Merz Natürlich ganz, ganz viele andere, die überhaupt das Problem nicht verstehen.
00:35:10: Und wir haben da zum Teil ... Ich hab das jetzt.
00:35:12: in Sachsen-Anhalt war im Infostand ein älterer Herr, der mich darauf angesprochen hat, der Marx zitiert hat, einen Seemann, der einfach so auf dem Kapital zitiert ist.
00:35:23: und ich dachte auch, Mensch, interessant, da musst du ja Linkenwähler sein?
00:35:25: Ja, ich schwanker zwischen Afti und Linke!
00:35:28: Okay, aber was sagst du da?
00:35:29: Also dass wir unsere Politik ... Ich hab mit ihm gesprochen, was eigentlich das Problem ist und dass wir eben genau Politik anders machen im Sinne von Marx.
00:35:38: Und so.
00:35:39: Und habe ihm auch konkrete Hilfsangebote gegeben weil... Das ist ja genau der Punkt!
00:35:43: Es gibt Menschen die einfach gerade unsicher sind, was sie wählen wollen eigentlich.
00:35:48: Sie sind gegen diese Bundesregierung Und sind sich da total unsicher.
00:35:52: Wir müssen doch als Linke klarmachen, die AfD macht keine Politik für euch!
00:35:55: Wenn ihr euch das Programm anguckt... Die machen nur Politik auch selbst für dich.
00:35:59: Sie sind eine neoliberale durch- und durchniliberale Partei.
00:36:02: Die sind näher an der FDP, als die meisten Menschen wahrscheinlich da lieb ist wenn man sie in der Stadt trifft.
00:36:08: Die werden die Gewerkschaften zerstören, die werden eure Arbeitsrechte zerstört, die tun nichts für die Wohnungen Überhaupt nichts für euch.
00:36:15: Das sind am Ende die, die sich am meisten vom Staat bereichern.
00:36:18: Die sind mehr Establishment als alle anderen.
00:36:25: Und das klar zu machen und dann zu sagen wir setzen uns wirklich für euch ein.
00:36:29: Ich werde in meiner Soziasprichstunde auch einem AfD-Wähler Geld geben wenn er in Not ist und beraten.
00:36:37: Das ist der Unterschied.
00:36:38: den Leute merken, Die Politiker sind alle gleich, die gleichen Verbrecher.
00:36:45: Also Sie kämpfen um jeden AfD-Wähler?
00:36:48: Ich kämpfe überhaupt um jeden Wähler!
00:36:51: Mir geht es wirklich nicht darum, damit zu kokettieren oder so wie Sarah Wagenknecht das gemacht hat.
00:36:55: Ich habe auch nicht das Gefühl, dass wir das jetzt von einem Tag auf dem anderen machen weil ich hab keinen Zauberstab, um die AfD kleinzuhalten sondern es wird ein jahrelanger Prozess sein Menschen davon zu überzeugen, dass eine andere soziale Politik möglich ist die nicht weiterspaltet und wirklich auch die Menschen ins Zentrum setzt.
00:37:15: Und dass die AfD dafür wirklich falsch ist, also
00:37:18: es ist einfach
00:37:19: ihr wählt gegen eure eigenen Interessen, die werden euch nicht helfen – das ist eigentlich der Punkt!
00:37:24: Und Menschen sind dazu natürlich in der Lage, daran glaube ich ja.
00:37:28: aber es ist unser Job als Linke den Beweis anzutreten.
00:37:34: Also für mich ist es keine moralische Frage und auch keine Frage nur des bloßen Wollens, sondern eine Frage wie wir uns wieder Glaubwürdigkeit erarbeiten bei den Menschen unabhängig davon ob sie die Grünen wählen oder wie auch immer.
00:37:48: Ganz ganz herzlichen Dank.
00:37:49: auf Ihre Perspektive finde ich sehr interessant.
00:37:51: Sie haben's gemerkt.
00:37:53: vielen dank für Ihre Zeit!
00:37:54: Vielen Dank auch.
00:38:00: So, das war ja also der FHZ Podcast für Deutschland.
00:38:04: Heute mit einem ausgeruten Gespräch mit der Linken Chefin Ines Schwertner.
00:38:08: Wie finden Sie denn eigentlich die Machtstellung, die der Linkspartei gerade zu teil wird?
00:38:13: Und was sagen sie zu den Enteignungsplänen in Berlin?
00:38:18: Meinen Sie sich gerne wie immer unter podcast.frz.de.
00:38:22: Sie wissen ihre Meinung interessiert mich!
00:38:24: Ich darf mich noch bedanken bei den Kollegen David Burklacher und Quentin für die Mitarbeit an dieser Sendung.
00:38:33: Morgen begrüßt sie für den Rest der Woche meinen Kollege Andreas Krobock und ich sage, machen Sie es gut!
00:38:41: Und bis bald tüss!