Krawalle und Schulden: Sorgt Frankreich für die nächste Euro-Krise?
Nach den Ausschreitungen in Frankreich wächst die Sorge, dass das Land bald auch finanziell handlungsunfähig werden könnte. Wo führt das hin?
Im F.A.Z. Podcast für Deutschland gibt der Frankreich-Korrespondent Niklas Zaboji einen Überblick über die fragile Lage des Landes. Der Staat hat schlicht kein Geld, um in Infrastruktur und Bildung zu investieren. Frankreich hat seit 1974 keinen Haushaltsüberschuss mehr erwirtschaftet. Den Startpunkt der Krise sieht Zaboji in den Gelbwesten-Protesten vor rund acht Jahren, spätestens seit der Corona-Pandemie und der Energiekrise sind die Staatsfinanzen ins Rutschen geraten.
Der Ökonom Jan Schnellenbach spricht darüber, ob wir auf dem Weg in die nächste Eurokrise sind. Die hohen Schulden des Landes drücken auf die Glaubwürdigkeit gegenüber den Finanzmärkten, und wichtige Reformen bleiben aus. Der Knackpunkt, so Schnellenbach, ist weniger die Höhe der Schulden als ihr Zweck. Frankreich finanziert seinen Wohlfahrtsstaat mit Schulden, statt sie in Zukunft zu investieren, und kommt aus dieser Logik kaum heraus. Deutschland, meint er, läuft in Teilen denselben Pfad entlang: Den hohen Bundeszuschuss zur Rentenversicherung sieht er nicht abschmelzen, und für die Verteidigungsausgaben fehlt aus seiner Sicht ein glaubwürdiger Plan, sie langfristig aus Steuern zu finanzieren. Wer glaubt, eine Vermögensteuer löse das Problem, dem erteilt er eine klare Absage. Auch die These, ausgerechnet in Frankreich herrsche der Neoliberalismus, hält er für bizarr. Host:Corinna Budras
Mitarbeit: David Brucklacher, Niklas Kleber, Quentin Pehlke
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