JU-Chef Winkel: Rente könnte “Undav-Moment” der Regierung werden
Nach einem halben Jahr intensiver Arbeit legt die Rentenkommission jetzt ihre Vorschläge für eine Reform vor. Und ein großer Kritiker der bisherigen Rentenpolitik scheint besänftigt.
Die Junge Gruppe zettelte im vergangenen Herbst eine Revolte gegen das erste Rentenpaket der schwarz-roten Bundesregierung an. Jetzt ruht die ganze Hoffnung auf dem zweiten Rentenpaket, mit dem das überforderte System auf Dauer stabilisiert werden soll. Für den Vorsitzenden der Jungen Union, Johannes Winkel, könnte das einen ähnlichen Effekt haben wie die Einwechslung des Nationalspielers Deniz Undav bei den ersten Gruppenspielen der Fußball-Weltmeisterschaft: Es könnte der Joker werden, der das Spiel dreht – und der lahmenden Bundesregierung wieder auf die Sprünge hilft.
Winkel sieht in den Vorschlägen einen echten Systemwechsel, schließlich soll künftig auch der Kapitalmarkt in der gesetzlichen Rente eine Rolle spielen. Schweden hat das Modell 1998 eingeführt, mit durchschnittlich 11 Prozent Rendite pro Jahr – und das trotz Finanzkrise, Bankenkrise, Eurokrise und Jahrhundertpandemie. “Wenn uns die Hälfte gelingt, dann wäre das schon ein Riesenwurf”sagt er.
Doch wer jetzt anfängt, sich einzelne Rosinen herauszupicken und das Gesamtpaket zu zerpflücken, riskiert das Scheitern einer Reform, die vielleicht die letzte Chance dieser Legislatur ist. Denn die nächste Bundesregierung steht frühestens Mitte 2029 in den Startlöchern – und eine neue Rentenkommission danach? Winkel glaubt nicht daran.
Host: Corinna Budras
Mitarbeit: Kevin Gremmel, Johanna Westermann, Sophia Kammler, Mona Valerius
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