Tag der Einheit: Der Osten ist nicht „die Bad Bank der Republik“
Deutschland diskutiert 36 Jahre nach der Wiedervereinigung wieder emotional über Unterschiede zwischen Ost und West. Was ist real - und was wird politisch instrumentalisiert?
Zum Tag der Deutschen Einheit sprechen FDP-Politikerin Linda Teuteberg und F.A.Z.-Korrespondent Reinhard Bingener darüber, wie in den ostdeutschen Landtagswahlkämpfen alte Gräben aufgerissen wurden. Anlass war die Ablehnung der Rente mit 64 und die „ostdeutschtümelnde Begründung“, wie Teuteberg es formuliert. „Da ist ja auf den ersten Blick der Eindruck entstanden, als stünde einem zu 100 Prozent reformbereiten Westen in Deutschland ein blockierender Osten gegenüber.“
Auch die Debatte um real existierende Unterschiede etwa beim Immobilienbesitz, laufe schief. Bingener verweist auf die historischen Ursachen für die Vermögensunterschiede: Die sozialistische Planwirtschaft während der DDR-Diktatur habe die Grundlage für die Unterschiede gesetzt. Auch Teuteberg warnt vor dem Wegwischen historischer Erfahrungen: „Geschichtsvergessenheit ist eine Form von politischem Analphabetismus.“
Host: Corinna Budras
Mitarbeit: David Brucklacher, Lilli Belewski
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